Geschlechtliches Empfinden: Woran macht ihr es fest?
Geschlechtliches Empfinden: Woran macht ihr es fest? - # 3

Lebensplanung, Standorte
Franka
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Re: Geschlechtliches Empfinden: Woran macht ihr es fest?

Post 31 im Thema

Beitrag von Franka »

Muss ich mein Geschlecht denn überhaupt an irgendwas festmachen?
Nehmen wir mal eine_n Ausländer_in. Woher spielt keine Rolle, aber dieser Mensch lebt jetzt seit einigen Jahren bei uns in Deutschland. Fühlt sich als Deutsche_r weil es ihr/ihm hier gefällt.
Gleichzeitig fühlt sich aber diese Person immer noch als Mexikaner_in, Holländer_in oder was auch immer die Herkunft mal war. Und das nicht abwechselnd sondern gleichzeitig.
Also kann ich mich doch auch gleichzeitig als Mann und Frau fühlen, mal mehr in die eine Richtung, mal mehr in die Andere und manchmal genau in der Mitte.

Schönes Wochenende euch allen noch

LG Franka
Wir bekommen mit unserer Geburt das Leben geschenkt, doch viele von uns haben noch nicht einmal das Geschenkpapier abgemacht.
Franka
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Re: Geschlechtliches Empfinden: Woran macht ihr es fest?

Post 32 im Thema

Beitrag von Franka »

Hallo Sara,

ja ich glaube schon das dieses Gefühl anhalten wird. Aber es wird auch Tage geben an denen du dich fragst, ob du das richtige tust, warum tue ich das alles?, wäre es nicht einfacher weiter die Rolle zu spielen, die alle von mir erwarten?, aber so miese Tage gibt es halt manchmal. Im großen und ganzen ist es aber eine Befreiung, auch wenn es nicht immer einfach sein wird. Ich wünsche dir, dass dein Lebensmut dir erhalten bleibt.

LG Franka
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nicole.f
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Re: Geschlechtliches Empfinden: Woran macht ihr es fest?

Post 33 im Thema

Beitrag von nicole.f »

Explorer hat geschrieben: ...
Hmmm... jetzt habe ich echt lange über die ganzen Aussagen hier im Thread nachgedacht, versucht verschiedene Standpunkte abzuwägen, Argumente zu entwickeln... und irgendwann sagte es "click" in mir, und ich hatte gar keine Lust mehr auf die Theoretisiererei. Nicht falsch verstehen, ich diskutiere gerne und habe viele interessante Anregungen bekommen, und wie ich mich kenne werde ich mich morgen oder übermorgen eh wieder begeistert in die Diskussion stürzen... aber ich dachte grad nur: "So viele Gedanken, und irgendwie kommt man doch nicht auf den grünen Zweig. Man kann es nicht klar sagen... also hör einfach mal auf dein Bauchgefühl."
...
Es IST doch etwas Gutes. Es macht Menschen glücklicher, befreiter, es tut niemandem weh - also nimm es doch einfach mal an. Das war, als hätte sich ein Knoten in meiner Brust gelöst. Nein, dadurch habe ich es noch immer nicht theoretisch erklärt, wie es geht. Aber damit gewinne ich das Selbstvertrauen, dazu zu stehen - so geht es mir im Moment jedenfalls. Ich habe jetzt nicht mehr das Gefühl, mit wackeligen Argumenten anderen gegenüber treten zu müssen, sondern mit einer "Vision", für die mein Herz schlägt. Ich fühle grade mehr Lebensmut als... vielleicht seit mehreren Jahren!

Ich hoffe, dieses Gefühl hält an. (smili)
Das ist wunderbar, herzlichen Glückwunsch!

Denn das ist, zumindest was mich angeht, alles, was ich mit meinen Beiträgen dazu erreichen wollte. Das warum ist vielschichtig und auch interessant, hilft dem einzelnen Menschen aber eigentlich nicht oder kaum weiter. Wichtig ist die Selbstakzeptanz. Das ist der erste große Schritt. Jetzt kommt der große und spannende Teil, was Du aus dieser Erkenntnis machst? Also kann dieses Selbst nun mit der Außenwelt, außerhalb des eigenen Kopfes, in Kontakt und Erscheinung treten? Das ist ein langer und teilweise nicht ganz einfacher Verhandlungsprozess, der aber auch nur gelingen kann, wenn das "Click", wenn das Selbst zuvor erkannt und akzeptiert wurde - was Du ja nun geschafft hast.

Alles Gute!

Liebe Grüße
nicole
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Johanna Dornal
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Re: Geschlechtliches Empfinden: Woran macht ihr es fest?

Post 34 im Thema

Beitrag von Johanna Dornal »

Franka hat geschrieben:Hallo Sara,

ja ich glaube schon das dieses Gefühl anhalten wird. Aber es wird auch Tage geben an denen du dich fragst, ob du das richtige tust, warum tue ich das alles?, wäre es nicht einfacher weiter die Rolle zu spielen, die alle von mir erwarten?, aber so miese Tage gibt es halt manchmal. Im großen und ganzen ist es aber eine Befreiung, auch wenn es nicht immer einfach sein wird. Ich wünsche dir, dass dein Lebensmut dir erhalten bleibt.

LG Franka
Hallo, ja, das deckt sich 100%ig mit meinen Empfindungen. Was, wenn ich mich später doch einmal frage, war die Entscheidung die richtige? Aber es manifestiert sich so eine Richtung, die mir sagt, es geht doch schon längst nicht mehr ums Äußerliche, Klamotten usw., sondern um dieses beißende Gefühl, daß ich irgendwie dazugehören möchte, zu den Vetretern der Damenwelt. Schwer zu beschreiben, aber das ist dieses unterschwellige Gefühl, daß ich von ihnen als Gleichartige anerkannt und respektiert werden möchte, weniger das Zurschaustellen von weiblichen Attributen. Darum geht es schon lange nicht mehr. So ein Gefühl hatte ich das erste Mal, als ich einen Sheegokatalog auf meinen weiblichen Namen erhielt. So eine kleine Sache, aber doch so wichtig in meiner Entwicklung.
Liebe Grüße
Johanna
nicole.f
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Re: Geschlechtliches Empfinden: Woran macht ihr es fest?

Post 35 im Thema

Beitrag von nicole.f »

Vielleicht auch einfach mal das "was ich sein will" anders betrachten? Warum sich für ein so oder so entscheiden? Wie wäre es einfach, Du selbst zu sein, so wie *Du* eben bist, unabhängig davon, als was dies andere vielleicht einsortieren? Du bist Du und was Du zu Dir zugehörig empfindest oder eben nicht, ist ganz alleine Deine Sache und ganz bestimmt keine Frage von Klassifikationen wie Mann oder Frau. Die können helfen, es vielleicht zu kommunizieren, aber zur Selbstwerdung sind es eher hinderliche Stereotype, die sowieso auf praktisch keinen Menschen völlig zutreffen. Erstmal Selbst werden, dann kann man immernoch gucken, ob es dafür eine Beschreibung gibt :)

Liebe Grüße
nicole
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NanaVistor
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Re: Geschlechtliches Empfinden: Woran macht ihr es fest?

Post 36 im Thema

Beitrag von NanaVistor »

Ziele und Neugier, beides hat aber mit geschlechtlichem Empfinden nichts zu tun. Aber wegen beidem, bin ich jetzt da wo ich bin.
Das Empfinden selbst, wird meistes wohl nur verwechselt, oder geht in dem Wunsch oder dem Verzehren darin auf.
Auch Vordenker müssen nachdenken.
Marielle
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Re: Geschlechtliches Empfinden: Woran macht ihr es fest?

Post 37 im Thema

Beitrag von Marielle »

Hallo Sara,
... und irgendwann sagte es "click" in mir, und ich hatte gar keine Lust mehr auf die Theoretisiererei. ..... Ich fühle grade mehr Lebensmut als... vielleicht seit mehreren Jahren!
Das hört sich doch richtig gut an! Freut mich.


Hab's gut

Marielle


PS: "nichts halbes und nichts ganzes" trifft es nicht :wink:
As we go marching, marching, we bring the greater days
For the rising of the women, means the rising of the race
No more the drudge and idler ten that toil where one reposes
But the sharing of life's glories, Bread and Roses, Bread and Roses.
sabine01

Re: Geschlechtliches Empfinden: Woran macht ihr es fest?

Post 38 im Thema

Beitrag von sabine01 »

Hallo Sara, hallo ihr Lieben, ich glaube, ihr macht euch Alle viel zu viele Gedanken. Gut, ich bin achtundsechzig Jahre alt, von denn ich siebenundsechzig als Mann "vertan" habe.. Wer weiß, wie lange ich noch lebe? Also gehe ich dieses "Problem" etwas anders an. Ich bemerke seit etwa einem Jahr an mir Veränderungen in meinem Denken und Handeln, die seit dem Beginn des Suchens, wer ich denn nun eigentlich bin, oder sein möchte, immer mehr Raum einnehmen. Es sind keine großartigen Dinge, um die es da geht. Teilweise laufen Prozesse ab, über die ich mich köstlich amüsiere. Z.B. wenn ich am Freitag als Frau über etwas nachdenke, was mich als Mann am Donnerstag völlig kalt ließ. Ich mache es jetzt so, dass ich mich nicht mehr in eine Schublade sperren lasse. Bin ich Mann, denke und handle ich wie ein solcher. Bin ich Frau, geht's anders rum. Wobei ich gestehen muss, dass ich mit meiner weiblichen Seite, meine männliche kontrolliere. Zwei Seelen wohnen, Ach, in meiner Brust... Wer war's? Ich glaube Goethe, oder?
Auf jeden Fall wünsche ich dir und euch Anderen viel Kraft und Glück
GLG
Sabine
p.s. Sollte ich undeutlich oder diffus werden, schreibt mir bitte. Ich muss dann meinen Untermieter körperlich ermahnen
Simone
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Re: Geschlechtliches Empfinden: Woran macht ihr es fest?

Post 39 im Thema

Beitrag von Simone »

Hallo Martina,

ich möchte dir in deinen Bedenken spontan beipflichten. Aber im Moment sehe ich es so, dass die Betrachtung von Beziehungen ein zweiter Schritt ist, oder zumindest in meine Augen sein sollte. Wenn ich für mich meinen Standpunkt in diesem 'innersten Kreis', den ich als frei von Beziehungen zu anderen Menschen verstanden habe, geklärt habe, dann erweitere ich den Kreis meiner Betrachtung. Das tue ich dann aber auf der Basis meiner Erkenntnis.
Ich persönlich bin noch nicht so weit. Ich möchte mir die Fragen zur Selbsterkenntnis noch einmal ganz bewusst stellen und beantworten. Aus einem spontanen Empfinden heraus habe ich aber eine Ahnung, wie das Ergebnis ausfallen wird. Aber ich habe auch eine Ahnung, dass ich meine Probleme nur verschoben habe, dass die Erkenntnis, als Frau leben zu wollen nicht automatisch den Entschluss nach sich zieht, es auch zu tun und die (berechtigten ??) Erwartungen der anderen Menschen zu enttäuschen.
Aber man sollte bei der Betrachtung der Beziehung zu anderen Menschen versuchen, sich davon zu befreien, zu glauben, man wisse, wie sie reagieren. Vielleicht haben sie einem in einzelnen Fällen ihre Ablehnung unmissverständlich deutlich gemacht, aber ich habe an einigen Stellen hier im Forum gelesen, dass z.B. Eltern, die spontan mit Ablehnung reagierten, nach einer Zeit der Gewöhnung auf ihre 'neue' Tochter zugegangen sind.
Aber ich sehe es auch so, dass die Selbsterkenntnis und -akzeptanz so schwer sie schon ist, nur ein erster, zwar wichtiger, aber vergleichsweise kleiner Schritt ist.

LG Simone
Johanna Dornal
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Re: Geschlechtliches Empfinden: Woran macht ihr es fest?

Post 40 im Thema

Beitrag von Johanna Dornal »

Selbstverständlich brauchen wir nicht zu begründen, warum wir sind, wie wir sind; das hatte ich ja auch in meiner Utopie beschrieben. Diese Frage ist nur ein immer auftretendes Muster in fast allen Foren und Diskussionen, die große Warum Frage. Sie wird, man möge mir diese Pauschalisierung verzeihen, zumeist von Menschen gestellt, die noch recht am Anfang ihrer Selbstfindung oder Selbstwerdung stehen. Ich finde das auch völlig verständlich und möchte das keinesfalls unterdrücken oder in Frage stellen. Es ist, in der heutigen Welt, nachvollziehbar, verständlich und damit auch völlig in Ordnung, diese Frage zu stellen, denn wir werden förmlich dazu gezwungen, eine Antwort darauf geben zu können. Manchmal haben wir Glück und wir treffen auf Mitmenschen, die uns annehmen wie wir sind, ohne diese Frage zu stellen und insbesondere ohne das wir das Gefühl haben, das diese Frage noch über ihren Köpfen zu schweben scheint. Das ist bedngungslose Akzeptanz, bedingungslose Liebe und eines der schönsten Geschenke, dass man einem Mitmenschen machen kann. Nur leider wird dies nicht allen zuteil und schon gar nicht ist dies der Regelfall.
Sehr gut beschrieben. Besonders, das was unterstrichen ist, trifft in meinem Fall absolut zu.
Beginne ich also mit meiner Selbstfindung und Selbstwerdung, so stelle ich mir zwangsläufig diese Frage, wie kann ich das, was ich da empfinde und das, was für mich daraus zwingend eigentlich folgen muss, wie kann ich das meinen Mitmenschen und meinem Umfeld verständlich und klar machen? Diese Wie Fragen laufen dann ganz zwangsläufig auf das Warum hinaus. Für uns selbst brauchen wir diese Antworten eigentlich nicht. Das wir diese Fragen stellen, rührt, denke ich, aus der implizit gefühlten Verpflichtung, uns unserem Umfeld erklären können zu müssen.
Auch hier wieder absolut d'accord

Jetzt kommt aber noch eine schöne Erfahrung, die in Richtung der von Anke geht. Während meines Coming-Out habe ich mich Dutzenden, wenn nicht sogar Hundert und mehr Menschen gegenüber offenbart. Die ersten Male waren die Gespräche oder eMails lang, viel Erklärung, die Geschichte, die Geschehnisse, eigene Erfahrungen und so vieles mehr, das ich versuchte wie eine Beweiskette aneinander zu reihen. Es schien auch zu funktionieren, ich erfuhr keine Ablehnung. Doch recht bald schireb mir dann ein Freund, den ich leider nur selten persönlcih treffe, auf meine lange Erklärungsmail zurück "...Die ganze Erklärung war aber gar nicht nötig. Das mit Dir etwas nicht stimmer, habe ich schon lange gemerkt, doch Freunde stellen das nicht in Frage, es ist eben so. Wenn es Dir so nun besser geht, dann ist das gut und auch das stellen Freunde nicht in Frage oder brauchen gar einen Grund dafür. Ich freue mich für Dich!". Danach wurden meine Coming-Out Gespräche und eMails auch immer kürzer und es klappte trotzdem. Menschen, denen etwas an einem liegt, interessiert das Warum nicht, oder wenn überhaupt, dann viel später und auch nur soweit, wie wir es bereit sind, preis zu geben. Sie interessiert viel mehr, dass es *uns* gut geht, das wir glücklich sind.
Wenn es denn so läuft, wäre das besser als ein Sechser im Lotto. Top.
Setzt allerdings bei unserem Umfeld, welches involviert ist aber voraus, daß dieser erste Prozeß auf einer Verstandesebene ablaufen sollte, d.h. man sollte schon ein gewisses Maß an Intelligenz beim Empfänger seiner Botschaft voraussetzen.
Liebe Grüße
Johanna
universe
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Re: Geschlechtliches Empfinden: Woran macht ihr es fest?

Post 41 im Thema

Beitrag von universe »

Hab nicht den ganzen Thread gelesen, aber ganz spontan fällt mir nur ein, woran ich es NICHT festmache: AN DER KLEIDUNG!

Grüße
universe
ExUserIn-2026-04-08
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Re: Geschlechtliches Empfinden: Woran macht ihr es fest?

Post 42 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Hi Martina,
Für mich ist es männlich zu sagen: Was interessieren mich die Leute? Ich mache, was ich will.
Was ist daran männlich ? Ohne diese Einstellung bei Frauen hätte es nie eine Emanzipationsbewegung gegeben ...

Grüße
Vicky
Viele Grüße
Vicky

Respekt ist nicht teilbar.
Lukretia
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Re: Geschlechtliches Empfinden: Woran macht ihr es fest?

Post 43 im Thema

Beitrag von Lukretia »

Ich mache mein geschlechtliches Empfinden an meinen sexuellen Wünschen und Phantasien fest.
Hermann Hesse hat einmal geschrieben:
"Das Leben eines Menschen ist ein Weg zu sich selber hin, der Versuch eines Weges, die Andeutung eines Pfades. Kein Mensch ist jemals ganz und gar er selbst gewesen; jeder strebt dennoch, es zu werden."
Ich musste ein alter Mann werden, um zu erkennen, dass in mir ein altersloses junges Mädchen und eine junge Frau sind, die sexuell junge Männer begehren.
Da mich auch junge, attraktive Frauen geil machen, hatte ich nicht begriffen, dass ich diese Frauen keineswegs sexuell begehrte, sondern sie mich deshalb "anmachten", weil ich wie sie sein wollte. Denn nur in Gestalt einer attraktiven jungen Frau oder eines Mädchens glaubte ich mich einem Mann hingeben zu können, nicht als der Mann, der ich tatsächlich äußerlich war.
Eine Geschlechtsangleichung wäre ein Weg gewesen, den Zwiespalt zu überwinden. Aber nicht jeder kann und will diesen Schritt tun.

LG
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Re: Geschlechtliches Empfinden: Woran macht ihr es fest?

Post 44 im Thema

Beitrag von Dietlind »

Da ich sehr viel mit Trans Frauen zusammen bin, wurde ich auch recht oft mit dem Gedanken konfrontiert woran man denn das Empfinden, weiblich zu sein fest macht? als intersex Frau könnte ich ja theoretisch in beide Richtungen gehen, und in der Tat, hatte ich jahrelang absolut kein Gender Empfinden. Ich sah zwar wie eine Frau aus, konnte meine Weiblichkeit aber nicht erklären. Ich habe des Öfteren mit meiner erwachsenen cis Tochter darüber gesprochen, aber die einzige Antwort, die sie hatte, war dass sie halt weiss das sie eine Frau ist. Sie hat nie im Leben darüber einen Gedanken verschwendet, ob sie eine Frau ist oder nicht. Ich dagegen habe nie darüber nachgedacht, ob ich eine Frau bin oder nicht, ich wusste nur dass ich morgens weibliche Kleidung anziehen musste, weil ich halt wie eine Frau aussehe und ich nicht ausgelacht werden wollte. Erst vor einigen Jahren ist das Frau sein mehr und mehr zu meiner Persönlichkeit hinzugekommen. Ich kann immer noch nicht beschreiben wie es sich anfühlt eine Frau zu sein, ich weiss einfach, wie meine Tochter, dass ich eine Frau bin.
Eventuell kann das Gefühl auch ganz natürlich bei Trans Frauen aufkommen, wenn sie lange genug in der Frauenrolle leben?


Linde
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Re: Geschlechtliches Empfinden: Woran macht ihr es fest?

Post 45 im Thema

Beitrag von Karla »

Dietlind hat geschrieben: Sa 10. Dez 2022, 02:06 Eventuell kann das Gefühl auch ganz natürlich bei Trans Frauen aufkommen, wenn sie lange genug in der Frauenrolle leben?
Linde
...das passiert manchmal auch lange vor dem Leben in der Frauenrolle:
als ein Mann (wohnungslos...) jede vorbeigehende Frau als Hure, Fotze,... beschimpfte, ist mir herausgerutscht:
Es geht nicht, daß Du hier ANDERE Frauen anmachst!
...die "anderen" Frauen waren längst weitergegangen - ich war mit ihm allein! -> Mir ist hinterher klargeworden, daß ich mich in dem Moment als Frau geoutet habe!!!
(innerlich war ich es schon lange, habe "den Kerl" nur noch gespielt" - hat irgendwann nicht mehr funktioniert)

LG Karla
Ein Leben ohne Möps(chen) ist möglich, aber sinnlos. (frei nach Loriot)
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