Trans-Interview contra Gender-Bewegung - Aufreger oder nicht?
Trans-Interview contra Gender-Bewegung - Aufreger oder nicht? - # 2

zu den Themen Crossdressing, Transgender, Transident...
Marielle
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Re: Trans„Interview contra Gender„Bewegung „ Aufreger oder nicht?

Post 16 im Thema

Beitrag von Marielle »

Tach,

Und selbst wenn die ganze Welt zwischen den Geschlechtern leben würde, würde ich mich schlecht fühlen, weil ich über ein Y-Chromosom verfüge, das mein Körper deformiert hat.
Das behauptet aber genau Genderismus.
Unsinn. Es geht um die Dekonstruktion von strukturellem Unfug, um die Abschaffung von Ableitungen und Zuweisungen, die auf der Grundlage irgendwelcher Geschlechterdefinitionen erfolgen.

Und mal so ganz unter uns: Es sieht sehr danach aus, als wären fast ausschliesslich die Menschen dagegen auf den Barrikaden, die den Eindruck machen, es fehle ihnen in der individuellen Selbstbestimmung an eigener Substanz und die deswegen auf eine externe Zwangsversorgung mit Identität angewiesen sind.

Was niemand erwähnt und was hier sicherlich auch niemand gerne hören möchte ist, dass die Queertheorie noch mehr zur willkürlichen Geschlechtsangleichung verholfen hat.
Absoluter Unsinn. Wenn sich jemand einer Operation oder einer Hormonbehandlung unterziehen kann, dann ist das nichts anderes als die Freiheit der Selbstbestimmung des Individuums. Und dazu gehört auch, sich selbst schaden zu dürfen. Es ist eine lächerliche Verdrehung, den 'Genderist_innen' vorzuwerfen, sie würden 'ideologisch' auf die Menschen einwirken, während man gleichzeitig Kontroll- und Bevormundungsmechanismen fordert; angeblich um die Leute vor sich selbst zu schützen. Die müssen nicht vor sich selbst geschützt werden. Die müssen frei sein. Und manche müssen lernen mit dieser Freiheit umzugehen und ggfs. ihre eigenen Fehler zu schultern. Viele 'Bewahrer' müssen hingegen erstmal lernen, die Freiheit der Anderen zu ertragen.


"Die Freiheit ist ein wundersames Tier,
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(Georg Danzer)


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Anke
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Re: Trans„Interview contra Gender„Bewegung „ Aufreger oder nicht?

Post 17 im Thema

Beitrag von Anke »

Hallo,
Breakfast at Tiffany hat geschrieben:ich habe den Artikel mal ganz objektiv gelesen.
ehrlich? Wie hast Du das gemacht? Ich glaube nicht, dass das möglich ist. Jeder Mensch schaut eben durch seine eigene persönlich gefärbte Brille und damit ist und bleibt es immer subjektiv.
Breakfast at Tiffany hat geschrieben:
Was niemand erwähnt und was hier sicherlich auch niemand gerne hören möchte ist, dass die Queertheorie noch mehr zur willkürlichen Geschlechtsangleichung verholfen hat. Es wird kaum darüber berichtet, dass sich nicht wenige Transsexuelle wieder zurückoperieren lassen möchten, oft mit fatalen Ergebnissen ( reverse sex change, regret sex-change surgery are censored and silenced). In Zagreb gibt es bereits 2 Kliniken, die sich darauf spezialisiert haben, weil eine alleine nicht mehr hinterherkommt. Über 1500 Patienten stehen derzeit auf der Warteliste. Mit Geschlechtsangleichungen wird das große Geld gemacht.
Den empirischen Nachweis für diese Wirkung der Queertheorie möchte ich gerne mal sehen. Nach meiner Überzeugung ist das ein frei erfundener Zusammenhang, der sich daher auch nicht nachweisen lässt.

Natürlich gibt es die Regretter. Aber ich kann mir gut vorstellen, dass die das vor allem selbst nicht an die große Glocke hängen wollen. Und die Ursachen, warum es dazu kommt, sind genauso wenig erforscht, wie vieles andere, was mit trans zu tun hat. Ich habe mich mit meinem Operateur über das Thema unterhalten. Seit sie die GAOP in Tübingen machen, hatten sie bisher einen Fall.

Ich kenne selbst einen Fall, da hat die betreffende Person rechtzeitig vor den OP's die Bremse gezogen. In diesem Fall hatte es definitiv rein gar nix mit der Queertheorie zu tun, die Ursachen waren ganz andere.
Breakfast at Tiffany hat geschrieben:Wenn man der Theorie folgt, Geschlecht sei beliebig änderbar, würden Geschlechtsangleichungen überflüssig werden, weil Genitalien und Äußerlichkeiten keine Rolle mehr spielen. Wozu noch die Hülle anpassen?
Also so habe ich die Gendertheorie nicht verstanden. Ich verstehe das so, dass es darum geht den ganzen unnötigen Ballast, der am Thema Geschlecht hängt loszuwerden. Damit wird Geschlecht alles andere als beliebig änderbar.

Was veränderbar ist, ist nicht das Geschlecht, sondern die Geschlechterrollen. Das sind zwei völlig unterschiedliche Paar Schuhe.
Breakfast at Tiffany hat geschrieben:
Transgendern hingegen geht es mehrheitlich um die soziale Geschlechterrolle, weniger um ihr inneres Spiegelbild. Sie wollen z. B. als Mann wahrgenommen und behandelt werden ohne groß Passing zu liefern resp. ihren Körper angleichen zu lassen. Und wenn, geht eine körperliche Angleichung nur soweit, daß sie die soziale Geschlechterrolle soeben gerade ohne Diskrepanzen ausleben können. Das heißt, eine Geschlechtsangleichung soweit wie medizinisch, gesundheitlich und finanziell (bei Selbstzahlern) machbar (d. h. inkl. Genitalanpassung) wird nicht angestrebt. Viele Vertreter dieser "Spezies" negieren sogar den Geschlechterdiphormismus. Der Mensch nimmt die Geschlechter anhand bestimmter Merkmale wahr, aber gerade aus der TG-Szene wird erwartet, daß wir uns umzudrehen haben und gefälligst nicht hinzusehen und hinzuhören haben. Ihre eigene Wahrnehmung bei anderen Menschen wollen sie bei sich selbst ausgehebelt wissen. Weiterhin kommt der Drang, ihr Grüppchen künstlich aufbauschen zu wollen. Heißt, sie wollen den Begriff "Transgender" als Oberbegriff sehen und damit Leute einverleiben, die mit TG's überhaupt nichts gemeinsam haben. Nur um die eigene Anzahl zu erhöhen und damit lauter rumjammern und lauter nach Akzeptanz schreien zu können. Gerade TS fühlen sich von dieser Vereinnahmung zu Unrecht behandelt und gar bevormundet. Denn mit der Vereinnahmung werden transsexuellen Menschen Bedürfnisse unterstellt, die sie nicht haben. TG's geht es mehrheitlich nicht um das erkennen des eigenen inneren Spiegelbildes, sondern um die Geschlechterrolle und damit einen Lifestyle.
Das ist die Hauptkritik der Daniela, dass im Prinzip Transsexuelle mit ihren Forderungen und in ihrer Akzeptanz wegen der Geschlechterdichotomie unsichtbar bleiben. Transgendern wird im Gegenzug dazu eine politische und progressivere Motivation zugerechnet. Und Genderismus vereinnahmt ihrer Ansicht nach Transgender, die die Theorie, dass das Geschlecht frei wählbar sei, bestätigen und es daher keine chirurgische Angleichung bedarf, was wiederum zur Folge hat, dass sich kaum um die wahren Anliegen von Transsexuellen bisher gekümmert wurde, weil sie eben nicht auffallen.
Zunächst mal wird der Begriff Transgender überhaupt nicht einheitlich benutzt. Ich bin Transsexuellen begegnet, die sich lieber Transgender nennen, weil sie sich am "Sex" in transsexuell stören. Mir persönlich gefällt Transgender aus dem gleichen Grund ebenfalls besser, nur leider hat sich nun mal transsexuell im Recht etabliert und so akzeptiere ich das zähneknirschend.

Und mir als transsexueller Frau kommt es nicht nur darauf an, dass mein inneres Spiegelbild passt. Natürlich geht es mir auch darum, als die Frau gesehen und behandelt zu werden, die ich nun mal bin. Und offen gestanden hat noch nie jemand, der sich Transgender nennt, versucht mich zu vereinnahmen.

Und da taucht ja auch endlich die unvermeidliche Theorie von der Unsichtbarkeit auf und damit wird klar, aus welcher Ecke das alles kommt. Wenn Transsexuelle nicht sichtbar werden, dann hat das im Einzelfall damit zu tun, dass sie einfach nur ein ganz normales Leben in ihrem Geschlecht führe wollen. In der Gesamtheit liegt das vor alle daran, dass wir (Transsexuelle) es bisher nicht geschafft haben, uns gut zu organisieren. Wenn andere das besser machen, hilft es wenig sich darüber zu beschweren oder ihnen alles mögliche zu unterstellen. Da hilft es nur sich an die eigene Nase zu fassen und sich zu fragen, wie sich das aus eigener Kraft verändern lässt.

Liebe Grüße

Anke
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Re: Trans„Interview contra Gender„Bewegung „ Aufreger oder nicht?

Post 18 im Thema

Beitrag von ab08 »

Hallo meine Lieben,

für mich persönlich sind Theorien nicht wichtig. Mir geht es um Menschen.
Und ... da jeder Mensch anders ist, sind Schubladen problematisch.
Brauchbare Ideen greif ich gern auf, was ich nicht brauchen kann, lass ich weg.

Mit Theoretikern wie Judith Butler (Sie kann wirklich nix dafür) hab ich so mein Problem:
Denn es gibt halt Verehrerinnen / Anhängerinnen, die behandeln ihre Aussagen wie päpstlichen Enzykliken.
(Eine Kollegin sagt mir z.B. oft, wie ich mich korrekt zu verhalten hätte und beruft sich dabei auf Judith Butler...)

Mein ganz persönlicher Leitsatz: Jeder Mensch ist anders - Jeder/jede muss selber wissen, was ihm/ihr gut tut.
Nette Menschen, die Bibel, persönliche Erfahrungen, oder sogar Theorien können hilfreich sein. Das bestreite ich wirklich nicht.
Entscheiden und hinterher mit der Entscheidung leben, das muss jeder/jede Einzelne selbst.
Diese Verantwortung kann man weder an Psychologen, noch an Pfarrer, noch an irgendjemand anders, noch an Theorien abgeben.

Wer sich bei seinen Entscheidungen nach anderen richtet(!), ist selber schuld.
Leider gibt es solche Menschen, die dann bisweilen irgendwann merken, dass der von ihnen gewählte Weg für sie der falsche Weg war ("Regretters")
Die Zahl ist aber überschaubar, nochmals danke, liebe Jackie für Deinen Link zur huffingtonpost.*)


Liebe Grüße
Andrea

*) Leider in Englisch --> Zu meiner Person: Englisch kann ich fast so gut wie Deutsch. Französisch beherrsch ich mittelmäßig. :oops:
FÜR: Respekt, Menschenrechte und eine gelebte, demokratische Zivilgesellschaft, die Minderheiten schützt
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Exuserin-2016-074-06

Re: Trans„Interview contra Gender„Bewegung „ Aufreger oder nicht?

Post 19 im Thema

Beitrag von Exuserin-2016-074-06 »

Anke hat geschrieben: das stimmt natürlich. Aber im "Interview" steht auch, dass sie normalerweise nicht auffällt und dass sie auch FFS Maßnahmen hatte. Warum sollte sie dann ausgerechnet bei Muslimen auffallen? Für mich passt das halt nicht zusammen.
Hi Anke,

ich weiß nicht, manchmal habe ich das Gefühl, ihr bewegt euch recht selten in der Szene und in den Communities oder?
Ich möchte aber gar nichts unterstellen. Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung sind nun mal zwei verschiedene Paar Schuhe. Wie gesagt, ich bin bei einigen - besonders ältere Leute fallen doch recht schnell darauf rein- als Frau durchgegangen, oder sagen wir mal so, als etwas weibliches. Bei anderen sah es dagegen schon wieder anders aus und ich wurde glatt als Mann erkannt. Das Passing bestimmen halt deine Mitmenschen und wie viel Erfahrung sie damit haben, dein Passing zu enttarnen. Nicht wir selber. Das beste Passing ist hilft nicht, wenn man die Details kennt. Und Moslems haben zum großen Teil immer noch klare Linien, an was sie Frauen und Männer erkennen (wollen). Wohingegen bei uns die Grenzen schon deutlich aufgeweichter sind und uns an Merkmalen nicht mehr so eindeutig festlegen wie z.B. rasierte Beine an Frauen und Männern. Eine Frau, die sich nicht an den Beinen rasiert, könnte sogar von solchen Leuten als "falsche Frau" verwechselt werden, was für uns gar nicht so ins Gewicht fällt.

Das Unbehagen gegenüber Muslimen und "Kulturbereicheren" habe ich nicht selten von Transprsonen gehört. Eben, weil ein Passing niemals 100% ist und man sich darauf verlassen kann nicht erkannt zu werden. Und ich denke nicht, dass sie mit irgendwelchen rechten Gruppen deswegen gleich sympathisieren. Das ist halt gesunder Menschenverstand, sich nicht naiv einer Gefahr auszusetzen. Die haben bisher nicht zugestochen, also werden diese auch nicht zustechen und dann passiert es doch. Vorurteile kann man an der Person, die man vorher für gefährlich hielt nachher immer noch korrigieren. Wenn du verletzt wirst, ist es zu spät. Und die Straßenseite zu wechseln, wenn eine Gruppe mit Messern entgegenkommt ist keine Feigheit, sondern Selbstschutz.
Anke hat geschrieben: Dieses und das Beispiel mit der Miete sind nur zwei Punkte, die mir aufgefallen sind. Es gibt noch mehr Ungereimtheiten und Merkwürdigkeiten, die ich nicht alle aufzählen wollte.
Manchmal fasst man Sachen durch schlechte Formulierungen oder Selbstkorrekturen anders auf als wie es gemeint ist.
Anke hat geschrieben: Du hast natürlich recht, die Miete kann schon erhöht werden, aber das geht nicht so ohne weiteres und so einfach, wie es dort dargestellt wird.
In dem Thema bin ich nicht tief drin. Ich weiß nur, dass vor einigen Jahren durch Gentrifizierung schon einigen Leuten die Wohnung gekündigt wurde, obwohl sie schon ihr ganzes Leben in der Wohnung lebten.

[quote="Breakfast at Tiffany]
Anke hat geschrieben: Zum Inhalt:
Die Angst der Konservative ist, dass solche "Ideologien" zum Lifestyle oder zur Mode werden - ähnlich einem Okkultismus, dass "gesunde" Menschen, die sich ihrem Körper zugehörig fühlen plötzlich hip finden, für paar Tage ihr Geschlecht zu ändern. Damit wird gegengeschlechtliche Kleidung zum ersten Indiz dafür.

Und selbst wenn das so wäre, wäre das tatsächlich schlimm? Und was heißt in diesem Kontext "Geschlecht ändern". Sich gegengeschlechtlich kleiden, den Personenstand ändern oder sich operativ verändern.
Schlimm wird's erst, wenn man dadurch Gewalt und Repressalien ausgesetzt wird.
Ja. Kleidung macht Geschlecht. in unserer Hochkultur ist Kleidung zum sekundären Sexualmerkmal geworden.
Geschlechterrollen wiegen in der Bewertung über Geschlechter mehr als das, ob was zwischen den Beinen baumelt oder klafft. Wenn ich mich sehr weiblich bewege und mich feminin kleide, bin ich für meine Mitmenschen etwas weibliches, eine Frau.
Anke hat geschrieben: Erstes ist doch nun gar kein Problem, zweites ist nicht so einfach, wie ich aus eigener Erfahrung weiß und letzteres kostet nicht nur eine ganze Stange Geld, sondern ist auch ein langwieriger schmerzhafte Prozess. Ich kann mir daher kaum vorstellen, dass, mal abgesehen von der Bekleidung, dass eine weit um sich greifende Mode oder gar ein Lifestyle werden könnte.
Ersteres wird nur für die ein Problem, die darauf bestehen ein Mann zu sein und als solcher gesehen zu werden, aber ihre Mitmenschen es nicht so sehen (wollen). Sonst ist es im Prinzip kein Problem.
Genau das war eine Motivation von Gendermainstreaming, das soziale Geschlecht von der Biologie zu entkoppeln, um dies als veränderbar zu bezeichnen. Die Namensänderung ist das Vehikel für die Theorie. Vereinfacht gesagt. Ist eine männliche Julia nun doch ein Mädchen oder ein Junge? Könnte Julia auch ein Jungenname sein? Somit werden tatsächlich die Ursachen von Transsexuellen geleugnet, die sich klar einem Geschlecht einordnen. Genderismus behauptet, du brauchst keine Angleichung, weil du selber bestimmen, kannst was du bist. Nur wird's halt in der Praxis kompliziert als eindeutiger Mann dein Gegenüber verständlich zu machen, dass du ne dralle Blondine bist. Mal überspitzt gesagt.
Anke hat geschrieben: Abgesehen davon, wenn plötzlich alle Männer mit Röcken herumlaufen würden, dann wäre das nicht mehr gegengeschlechtlich. Vor 100 Jahren waren Hosen bei Frauen recht problematisch, heute trägt die Mehrzahl der Frauen Hosen und niemand regt das auf.

Liebe Grüße

Anke
Die Röcke würden sich dahin erändern, dass im Detail ein Gendercode installiert wird. Sei es Farbe oder Verzierungen, die als Unterscheidungskriterium dienen. Siehe Damen- und Herrenhosen. Die Hosenübernahme durch Frauen war mit der Ermächtigung und Höherstellung in der Gesellschaft verbunden. Männer sehen in Röcken keine Aufwertung und Statussymbol.

LG.
Exuserin-2016-074-06

Re: Trans„Interview contra Gender„Bewegung „ Aufreger oder nicht?

Post 20 im Thema

Beitrag von Exuserin-2016-074-06 »

Anke hat geschrieben: ehrlich? Wie hast Du das gemacht? Ich glaube nicht, dass das möglich ist. Jeder Mensch schaut eben durch seine eigene persönlich gefärbte Brille und damit ist und bleibt es immer subjektiv.
Gegenproben. Ich bin ja in beiderlei Hinsicht nicht betroffen. Die einen halten die Gendermainsteaming als Untergang und Dekadenz der westlichen Welt, wieder andere sehen die AfD als Reinkarnation des 3. Reichs und andere sehen Putin als den persönlichen Fürst aus der Hölle.

Anke hat geschrieben: Den empirischen Nachweis für diese Wirkung der Queertheorie möchte ich gerne mal sehen. Nach meiner Überzeugung ist das ein frei erfundener Zusammenhang, der sich daher auch nicht nachweisen lässt.
Muss ich raussuchen.
Anke hat geschrieben: Ich kenne selbst einen Fall, da hat die betreffende Person rechtzeitig vor den OP's die Bremse gezogen. In diesem Fall hatte es definitiv rein gar nix mit der Queertheorie zu tun, die Ursachen waren ganz andere.
Anekdoten bestätigen doch noch lange nichts. Ich kenne auch einen Fall, wo der Vater das Sorgerecht seines Kindes bekommen hat. Wird das Sorgerecht jetzt überwiegend allen Vätern zugesprochen oder doch Müttern?
Anke hat geschrieben: Also so habe ich die Gendertheorie nicht verstanden. Ich verstehe das so, dass es darum geht den ganzen unnötigen Ballast, der am Thema Geschlecht hängt loszuwerden. Damit wird Geschlecht alles andere als beliebig änderbar.
Na was nun? Soll das soziale vom biologischen entkoppelt werden oder ist es nicht entkoppelbar? " ;)
Ich gebe zu, Butler ist schwere philosophische Kost. Goffman ist auch lesenswert und durchaus leichter verständlich. Artikel über Gendertheorien aus der Welt und Zeit kannste vergessen.

Anke hat geschrieben: Was veränderbar ist, ist nicht das Geschlecht, sondern die Geschlechterrollen. Das sind zwei völlig unterschiedliche Paar Schuhe.
Ich weiß, ich weiß. Unter diesem Aspekt müsste man dann aber auch so konsequent sein, dass nur die Geschlechterrolle eine Rolle oder keine Rolle spielt und dass das Geschlecht damit nicht angepasst werden muss, was zur Folge hat, geschlechtsangleichende Operationen zu streichen, weil nicht mehr von Nöten. Dahinaus läuft Genderismus. Es verleugnet einen Teil von Transsexualität wie es bei dir Fall ist.


Anke hat geschrieben: Zunächst mal wird der Begriff Transgender überhaupt nicht einheitlich benutzt. Ich bin Transsexuellen begegnet, die sich lieber Transgender nennen, weil sie sich am "Sex" in transsexuell stören. Mir persönlich gefällt Transgender aus dem gleichen Grund ebenfalls besser, nur leider hat sich nun mal transsexuell im Recht etabliert und so akzeptiere ich das zähneknirschend.
Der Begriff Transgender wurde von Leuten eingeführt, die sich ganz klar von Transsexualität distanzieren und keine körperlichen und chirurgische Eingriffe vornehmen lassen möchten, aber den sozialen Geschlechterrollen von Frau oder Mann nicht nachkommen möchten oder können. Im Gegenzug haben sich weitaus mehr Transsexuelle zu dem Begriff Transsexualism zurückberufen, weil dieser eben einen biologischen Aspekt berücksichtigt, dass es den Personen um Identität geht und nicht nur einer Missachtung von sozialen Geschlechterrollen.
Das Wort Sex bezeichnet im Englischen das genetische Geschlecht. Im Deutschen gibt es das nicht und Sex wird hierzulande mit anderen negativ konnotierten Dingen verbunden, so dass man den Begriff Transidentität eingeführt hat, was ebenfalls den Begriff Identität enthält, weils ja nunmal im Gegensatz zu Transgender darum geht. Transgender sind aber nun gotteswillen keine Transidente. Also brauchst du nicht die Zähne zu knirschen, weil die Zeit für euch arbeitet und recht schnell Transexualität durch das Wort Transidentität ersetzt wird, sowie man recht schnell Transidentität von der Homosexualität entkoppelt hatte.
Anke hat geschrieben: Und mir als transsexueller Frau kommt es nicht nur darauf an, dass mein inneres Spiegelbild passt. Natürlich geht es mir auch darum, als die Frau gesehen und behandelt zu werden, die ich nun mal bin.
Dann spielt doch dein Spiegelbild eine Rolle.
Anke hat geschrieben: Und offen gestanden hat noch nie jemand, der sich Transgender nennt, versucht mich zu vereinnahmen.
Himmel, nein. wie kommst du denn darauf, dass Transgender als Menschen dich oder deine Beweggründe vereinnahmen würden? Es geht vielmehr darum, dass Transgender zu einem politische Akt geworden ist und vielmehr als System verstanden wird, was die Unterprivilegierung dieser Minderheiten sichtbar macht. Beinah so, wie hauptsächlich Schwule im Fokus stehen, aber lesbische Frauen immer noch unsichtbar bleiben.
Anke hat geschrieben: Und da taucht ja auch endlich die unvermeidliche Theorie von der Unsichtbarkeit auf und damit wird klar, aus welcher Ecke das alles kommt.
Von den Feministinnen.
Anke hat geschrieben: Wenn Transsexuelle nicht sichtbar werden, dann hat das im Einzelfall damit zu tun, dass sie einfach nur ein ganz normales Leben in ihrem Geschlecht führe wollen. In der Gesamtheit liegt das vor alle daran, dass wir (Transsexuelle) es bisher nicht geschafft haben, uns gut zu organisieren. Wenn andere das besser machen, hilft es wenig sich darüber zu beschweren oder ihnen alles mögliche zu unterstellen. Da hilft es nur sich an die eigene Nase zu fassen und sich zu fragen, wie sich das aus eigener Kraft verändern lässt.

Liebe Grüße

Anke
Jeder will ein normales Leben führen. Schau, würdest du bei einer Parade wie bspw. dem CSD - nur von heterosexuellen Menschen, erkennen, welche Privilegien ihnen fehlen oder für welche Privilegien sie demonstrieren? Blödes Beispiel, ich weiß. Es ging mit nur um die Unsichtbarkeit. Transsexuelle sind nicht schlechter organisiert als andere Minderheiten, finde ich. Ich weiß aber auch, dass innerhalb der Szene Ausgrenzungen stattfinden (können).

Grüße
Anne-Mette
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Re: Trans„Interview contra Gender„Bewegung „ Aufreger oder nicht?

Post 21 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

@Tiffany

Du nervst!

Kann ja sein (vemute ich sogar), dass das Absicht ist, aber es wäre schön, wenn Dir noch ein anderes Betätigungsfeld außerhalb des Forums einfällt.

Gruß
Anne-Mette
Marielle
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Re: Trans„Interview contra Gender„Bewegung „ Aufreger oder nicht?

Post 22 im Thema

Beitrag von Marielle »

Genau das war eine Motivation von Gendermainstreaming, das soziale Geschlecht von der Biologie zu entkoppeln, um dies als veränderbar zu bezeichnen. Die Namensänderung ist das Vehikel für die Theorie. Vereinfacht gesagt. Ist eine männliche Julia nun doch ein Mädchen oder ein Junge? Könnte Julia auch ein Jungenname sein? Somit werden tatsächlich die Ursachen von Transsexuellen geleugnet, die sich klar einem Geschlecht einordnen.
Du hast ja wirklich gar nichts verstanden. Sorry, dass ich dich zunächst überschätzt habe, tut mit Leid.

Gendermainstreaming war mal sehr binär gedacht (und wird es an manchen Stellen noch heute). Erst später kam die Idee hinzu, dass das binäre Verständnis von Geschlecht zu kurz greifen könnte.
das soziale Geschlecht von der Biologie zu entkoppeln, um dies als veränderbar zu bezeichnen.
Liebe Madame Frühstück: Sehen Sie das Problem in diesem Textauszug?

Hinweis: "das SOZIALE von der BIOLOGIE entkoppeln". Klingelt's? Nicht?

Ok, noch ein Hinweis: Die Gewährung der MENSCHENRECHTE von der HAUTFARBE entkoppeln. Klingelt es jetzt?

Immer noch nicht? OK, also als Volltext: Die Gewährung gleicher Rechte führt, genau wie die Entkopplung von Zuweisungen von biologischen Gegebenheiten in der Hose oder unter dem Rock, weder dazu, dass ein Mensch eine andere Hautfarbe bekommt, noch dazu, das irgendjemandes Recht auf eine individuelle Selbstbestimmung in Frage gestellt wird. Auch die individuelle Feststellung des eigenen Geschlechtes wird dadurch nicht berührt.

Nochmal barrierefrei: Es wird niemand Schwarz, nur weil auch Schwarze mit dem Bus fahren dürfen. Es wird auch niemand zum Neutrum, weil ich mit dem Bus fahren darf. Und auch dann nicht, wenn Pappnasen wie du es nicht verstehen.

Think! (wenn möglich)

Marielle
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Exuserin-2016-074-06

Re: Trans„Interview contra Gender„Bewegung „ Aufreger oder nicht?

Post 23 im Thema

Beitrag von Exuserin-2016-074-06 »

Marielle hat geschrieben:Sorry, dass ich dich zunächst überschätzt habe, tut mit Leid.
Hör auf zu lügen. Du hast mich kein einziges mal überschätzt.
Marielle hat geschrieben: Gendermainstreaming war mal sehr binär gedacht (und wird es an manchen Stellen noch heute). Erst später kam die Idee hinzu, dass das binäre Verständnis von Geschlecht zu kurz greifen könnte.
Und das war?.....1970, 79? Und seit wann existiert der Begriff Gendermainstreaming? Na?
Marielle hat geschrieben: Hinweis: "das SOZIALE von der BIOLOGIE entkoppeln". Klingelt's? Nicht?
Wenn alles sozial ist - was ich perse nicht ausschließe, dass vieles über Konventionen und Erwartungen hergeleitet wird - wie kommt es aber, dass Transfrauen eine weilbiche Rolle einnehmen (Röcke und High-Heels tragen, sich gern schminken) ? Wie kommt es, dass sich Transmänner im Gegenzug nur auf die Hosenrolle beschränken? Sie hatten bestenfalls als Mädchen in ihrer ganzen Kindheit oder Jugendzeit die volle Wahlmöglichkeiten, die sie auch nach der Transition beibehaltenen könnten. Ich hoffe, das ist für dich jetzt nicht zu dumm ausgedrückt.
Marielle hat geschrieben: Ok, noch ein Hinweis: Die Gewährung der MENSCHENRECHTE von der HAUTFARBE entkoppeln. Klingelt es jetzt?
Die Hautfarbe ist angeboren. Ist aber genauso wichtig oder unwichtig wie die Haarfarbe oder Körpergröße. Geschlechtsteile können nach der Logik genauso für wichtig oder unwichtig beurteilt werden. Sind sie unwichtig, wäre eine chirurgischer Eingriff dahingehend von keiner Bedeutung mehr. Ändern wir doch einfach unsere Geschlechterrollen und fertig. Ich hör jetzt schon den Aufschrei der Transidenten.
Marielle hat geschrieben: Immer noch nicht? OK, also als Volltext: Die Gewährung gleicher Rechte führt, genau wie die Entkopplung von Zuweisungen von biologischen Gegebenheiten in der Hose oder unter dem Rock, weder dazu, dass ein Mensch eine andere Hautfarbe bekommt,
In deiner Welt vielleicht. Vor kurzem wurde ich mit "Der Bus kommt jeden Moment, junge Frau" angesprochen. Ich bin weder trans noch passe ich. So funktioniert Gender für die Mitmenschen. @Rechte. Habe ich nun aufgrund einer Personenstandsänderung das Recht auf eine Befreiung von der Wehrpflicht? Wenn ja, wäre jeder Kerl ziemlich doof, nicht seinen Personenstand ändern zu lassen um diesen Zwang zu umgehen.
Marielle hat geschrieben: noch dazu, das irgendjemandes Recht auf eine individuelle Selbstbestimmung in Frage gestellt wird.
Die stellt ja auch niemand infrage. Es ist dein Körper. Nur sind Gesetze an Geschlechtlichkeit gebunden. Das ist das Problem. Nicht der Körper, sondern die formelle Geschlechtszuordnung, also ob du vor der Justiz oder in den Akten als weiblich oder männlich vermerkt bist. Körperteile, die mit den Zuschreibungen nicht korrelieren, spielen dabei keine Rolle.
Marielle hat geschrieben: Auch die individuelle Feststellung des eigenen Geschlechtes wird dadurch nicht berührt.
Ich dachte anfangs immer, nur cis-Menschen kommt alles selbstverständlich vor, was im Alltag meist als weitgehend
unproblematische Voraussetzung erscheint, ohne dies in der Regel zu reflektieren und offenbar bereit sich selbst
und andere immer in einer gewissen Einseitigkeit wahrzunehmen was nicht in die Rollenerwartungen als Mann oder Frau passt auszublenden.
Marielle hat geschrieben: Nochmal barrierefrei: Es wird niemand Schwarz, nur weil auch Schwarze mit dem Bus fahren dürfen. Es wird auch niemand zum Neutrum, weil ich mit dem Bus fahren darf. Und auch dann nicht, wenn Pappnasen wie du es nicht verstehen.
Danke für die Blumen. Es geht auch niemand zum Frauenarzt, nur weil er sich den Personenstand auf weiblich umgeschrieben hat, oder?
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Re: Trans„Interview contra Gender„Bewegung „ Aufreger oder nicht?

Post 24 im Thema

Beitrag von ab08 »

Breakfast at Tiffany hat geschrieben:
Marielle hat geschrieben:Sorry, dass ich dich zunächst überschätzt habe, tut mit Leid.
Hör auf zu lügen. Du hast mich kein einziges mal überschätzt.
Hallo Tiffany,

diese Ausdrucksweise halte ich für unangemessen.

Zudem ist der Begriff sachlich falsch, denn wie Marielle Dich einschätzte, weiß Marielle nur selber.
Du kannst hier nur Vermutungen anstellen. Diese Vermutungen können richtig, aber eben auch falsch sein...
(Ich hatte übrigens den Eindruck, dass Marielle Dich schätzt. => Daher verstand ich obige Bemerkung von Marielle als nachträgliches Lob, allerdings verbunden mit dem Bedauern, dass dieser erste Eindruck enttäuscht wurde...)

Liebe Grüße
Andrea


P.S. Über meine Einschätzung steht Dir übrigens kein Urteil zu, denn wie ich etwas einschätze, ist meine Sache.
(Das diskutiere ich weder, noch stelle ich es zur Disposition. - Andere mögen diese Sprache vielleicht toll finden. - Ich aber nicht! )
:oops: So bitte ich Dich ganz herzlich um mehr Diskussionskultur. :oops: (Eine Wortwahl, die den Gegenüber freundlich behandelt und verdeutlicht, dass er ernst genommen wird!)
____________________________________________
@all: Meine Lieben,

- Im Beruf machte ich die Erfahrung, dass es bei manchen Darstellungsweisen keinen Sinn macht/nicht mehr möglich ist/ auf einzelne Punkte einzugehen.
Wenn in Schulaufgaben, meist aufgrund von solidem Halbwissen, Inhalte teils richtig, teils falsch, chaotisch vermengt werden, hilft irgendwann nur der Kommentar "Nicht mehr verwertbar".
Nachfragen führen da in der Regel nicht weiter. In den 20 Jahren, die ich nun mit Fachleitung betraut war, kamen wir jedenfalls öfter genau zu diesem Ergebnis...

- Falls sich jemand wundert, dass ich mich meist lieber bedanke, als selber einen Kommentar abzugeben:
Manches ist einfach besser ausgedrückt, als ich es selber könnte. :oops:
Recht typische Berufskrankheit. --Intensive Beschäftigung mit Mathematik führt bisweilen zu sprachlichen Defiziten.

Liebe Grüße
Andrea
Zuletzt geändert von ab08 am Sa 28. Mai 2016, 15:44, insgesamt 16-mal geändert.
FÜR: Respekt, Menschenrechte und eine gelebte, demokratische Zivilgesellschaft, die Minderheiten schützt
ERGO: Umfassende Bildung für alle, effektive Regeln in Alltag und Netz, eine gut ausgestattete Polizei/Justiz
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Re: Trans„Interview contra Gender„Bewegung „ Aufreger oder nicht?

Post 25 im Thema

Beitrag von Dolores59 »

Daenerys Targaryen hat geschrieben:
Breakfast at Tiffany hat geschrieben: ("¦) Habe ich nun aufgrund einer Personenstandsänderung das Recht auf eine Befreiung von der Wehrpflicht? Wenn ja, wäre jeder Kerl ziemlich doof, nicht seinen Personenstand ändern zu lassen um diesen Zwang zu umgehen.
Hm, ist das Grundproblem nicht, dass überhaupt nur Männer eingezogen werden? Sorry, ich will hier kein neues Fass aufmachen, aber das große Plus einer Wehrpflicht sind meiner Meinung nach a) die identitätsbildende Verankerung der Armee in breiten Teilen der Gesellschaft und b) das Fachkräftepotential, das der Armee zugeführt werden kann. Und ausgerechnet diese wichtigen Aspekte werden abgeschwächt, in dem man kategorisch 50% der Bevölkerung gar nicht einzieht, was zudem eine Diskriminierung darstellt.

Bei einer Wehrpflicht für Frauen und Männer, wie z.B. in Israel, hätte eine Namens- und Personenstandsänderung überhaupt keine Auswirkungen darauf, ob ein junger Mensch eingezogen werden kann oder nicht.
Im Sinne einer Gleichstellung der Geschlechter muss es gleiche Rechte und gleiche Pflichten geben.
Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.
(Psalm 139,14)
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Re: Trans„Interview contra Gender„Bewegung „ Aufreger oder nicht?

Post 26 im Thema

Beitrag von Marielle »

Tach,

also gut, im Einzelnen:
Und das war?.....1970, 79? Und seit wann existiert der Begriff Gendermainstreaming? Na?
Seit 1985. Aber: Wen interessiert denn die jeweilige Benennung? Den Kampf um geschlechtsunabhängige Rechte und Gleichberechtigung gibt es seit Ende des 18. Jahrhunderts. Damals allerdings eben binär gedacht. Erst lang über 150 Jahre später fingen manche Leute an, Geschlecht als nicht nur binäre Veranstaltung zu begreifen. Noch im Amsterdamer EU-Vertrag von 1999 steht "durch die Durchführung der [....] gemeinsamen Politiken und Maßnahmen in der ganzen Gemeinschaft ["¦] die Gleichstellung von Männern und Frauen ["¦] zu fördern." Das ist ziemlich binär, aber auch zu kurz gedacht.
Geschlechtsteile können nach der Logik genauso für wichtig oder unwichtig beurteilt werden. Sind sie unwichtig, wäre eine chirurgischer Eingriff dahingehend von keiner Bedeutung mehr.

Versuch bitte mal zwischen dem individuellen Empfinden eines Menschen und dem gesellschaftlichen Aspekt von Geschlecht zu unterscheiden. Für den EINZELNEN MENSCHEN kann es sehr wichtig sein, die richtigen Geschlechtsteile zu haben. Die GESELLSCHAFT geht es allerdings einen feuchten Kehricht an, wer was in der Hose oder unter dem Rock hat. Daraus sind keinerlei Ableitungen zu machen.
Wenn alles sozial ist - was ich perse nicht ausschließe, dass vieles über Konventionen und Erwartungen hergeleitet wird - wie kommt es aber, dass Transfrauen eine weilbiche Rolle einnehmen (Röcke und High-Heels tragen, sich gern schminken) ?
Es kann und sollte mir und dir vollkommen egal sein, warum das so ist. Es ist mir auch wirklich absolut egal, wer sich warum was anzieht oder ob sich jemand Farbe in's Gesicht pinselt. Entscheidend ist, dass daraus keine Normierung gemacht wird. Übrigens: Nach allem was ich weiss, nehmen transsexuelle Frauen und Männer keine 'Rolle' ein.
.... das Recht auf eine Befreiung von der Wehrpflicht?
Das haben Daenerys und Dolores schon beantwortet. Wenn es sowas gibt, gehören da alle hin. Allerdings: Welche Wehrpflicht eigentlich?
Die stellt ja auch niemand infrage. Es ist dein Körper.

Über meinen Körper reden wir frühestens dann weiter, wenn du mir mal über den Weg gelaufen bist.
Nur sind Gesetze an Geschlechtlichkeit gebunden.

Eben, darum geht's, dass dieser Quatsch aufhört. Bestimme dich selbst, wie du willst, aber versuch nicht, anderen deine binäre Welt aufzudrücken.
Es geht auch niemand zum Frauenarzt, nur weil er sich den Personenstand auf weiblich umgeschrieben hat, oder?
Ich könnte es nicht ändern, wenn jemand zu dusselig wäre, eine vernünftige Arztwahl vorzunehmen. Vernunft kann man nunmal nicht anordnen. Der Punkt ist, dass es kein Gesetz gibt, das vorschreibt, wer zu welchem Arzt zu gehen hat, es sehr wohl aber ein Gesetz gibt, anhand dessen Menschen bei der Geburt ungefragt festgelegt bekommen, in welchem Geschlecht sie zu Hause zu sein haben.

Marielle
As we go marching, marching, we bring the greater days
For the rising of the women, means the rising of the race
No more the drudge and idler ten that toil where one reposes
But the sharing of life's glories, Bread and Roses, Bread and Roses.
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Re: Trans„Interview contra Gender„Bewegung „ Aufreger oder nicht?

Post 27 im Thema

Beitrag von Lina »

Wie Anke hatte ich mir auch überlegt, wie echt das ist.

Eine Daniela Novicki, Ingenieurin aus Magdeburg gibt es aber. Sie ist mitunterzeichnerin der Stuttgarter Erklärung.
ab08
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Re: Trans„Interview contra Gender„Bewegung „ Aufreger oder nicht?

Post 28 im Thema

Beitrag von ab08 »

Hallo Lina,

ganz herzlichen Dank für Deine Information! (flo)
Nun blick ich besser durch. (Magdeburg...Sachsen-Anhalt, Landtagswahl am 13.März 2016: AfD 24,3%)

Nach persönlichen Erfahrungen vor Ort http://www.queer.de/detail.php?article_id=26167 *) spekulier ich einfach mal (vgl. Explorer vom Freitag) und
vermute geistige Nähe zu entsprechenden Kreisen der AfD /also auch politische Hintergründe. -> So erscheint es für mich plausibel.

Liebe Grüße
Andrea

*) Motto unserer Fliederlich-Demonstration am 17.Mai 2016 war "Vielfalt gegen Kauder-Welsch" :wink:
FÜR: Respekt, Menschenrechte und eine gelebte, demokratische Zivilgesellschaft, die Minderheiten schützt
ERGO: Umfassende Bildung für alle, effektive Regeln in Alltag und Netz, eine gut ausgestattete Polizei/Justiz
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