Anke hat geschrieben:
das stimmt natürlich. Aber im "Interview" steht auch, dass sie normalerweise nicht auffällt und dass sie auch FFS Maßnahmen hatte. Warum sollte sie dann ausgerechnet bei Muslimen auffallen? Für mich passt das halt nicht zusammen.
Hi Anke,
ich weiß nicht, manchmal habe ich das Gefühl, ihr bewegt euch recht selten in der Szene und in den Communities oder?
Ich möchte aber gar nichts unterstellen. Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung sind nun mal zwei verschiedene Paar Schuhe. Wie gesagt, ich bin bei einigen - besonders ältere Leute fallen doch recht schnell darauf rein- als Frau durchgegangen, oder sagen wir mal so, als etwas weibliches. Bei anderen sah es dagegen schon wieder anders aus und ich wurde glatt als Mann erkannt. Das Passing bestimmen halt deine Mitmenschen und wie viel Erfahrung sie damit haben, dein Passing zu enttarnen. Nicht wir selber. Das beste Passing ist hilft nicht, wenn man die Details kennt. Und Moslems haben zum großen Teil immer noch klare Linien, an was sie Frauen und Männer erkennen (wollen). Wohingegen bei uns die Grenzen schon deutlich aufgeweichter sind und uns an Merkmalen nicht mehr so eindeutig festlegen wie z.B. rasierte Beine an Frauen und Männern. Eine Frau, die sich nicht an den Beinen rasiert, könnte sogar von solchen Leuten als "falsche Frau" verwechselt werden, was für uns gar nicht so ins Gewicht fällt.
Das Unbehagen gegenüber Muslimen und "Kulturbereicheren" habe ich nicht selten von Transprsonen gehört. Eben, weil ein Passing niemals 100% ist und man sich darauf verlassen kann nicht erkannt zu werden. Und ich denke nicht, dass sie mit irgendwelchen rechten Gruppen deswegen gleich sympathisieren. Das ist halt gesunder Menschenverstand, sich nicht naiv einer Gefahr auszusetzen. Die haben bisher nicht zugestochen, also werden diese auch nicht zustechen und dann passiert es doch. Vorurteile kann man an der Person, die man vorher für gefährlich hielt nachher immer noch korrigieren. Wenn du verletzt wirst, ist es zu spät. Und die Straßenseite zu wechseln, wenn eine Gruppe mit Messern entgegenkommt ist keine Feigheit, sondern Selbstschutz.
Anke hat geschrieben:
Dieses und das Beispiel mit der Miete sind nur zwei Punkte, die mir aufgefallen sind. Es gibt noch mehr Ungereimtheiten und Merkwürdigkeiten, die ich nicht alle aufzählen wollte.
Manchmal fasst man Sachen durch schlechte Formulierungen oder Selbstkorrekturen anders auf als wie es gemeint ist.
Anke hat geschrieben:
Du hast natürlich recht, die Miete kann schon erhöht werden, aber das geht nicht so ohne weiteres und so einfach, wie es dort dargestellt wird.
In dem Thema bin ich nicht tief drin. Ich weiß nur, dass vor einigen Jahren durch Gentrifizierung schon einigen Leuten die Wohnung gekündigt wurde, obwohl sie schon ihr ganzes Leben in der Wohnung lebten.
[quote="Breakfast at Tiffany]
Anke hat geschrieben:
Zum Inhalt:
Die Angst der Konservative ist, dass solche "Ideologien" zum Lifestyle oder zur Mode werden - ähnlich einem Okkultismus, dass "gesunde" Menschen, die sich ihrem Körper zugehörig fühlen plötzlich hip finden, für paar Tage ihr Geschlecht zu ändern. Damit wird gegengeschlechtliche Kleidung zum ersten Indiz dafür.
Und selbst wenn das so wäre, wäre das tatsächlich schlimm? Und was heißt in diesem Kontext "Geschlecht ändern". Sich gegengeschlechtlich kleiden, den Personenstand ändern oder sich operativ verändern.
Schlimm wird's erst, wenn man dadurch Gewalt und Repressalien ausgesetzt wird.
Ja. Kleidung macht Geschlecht. in unserer Hochkultur ist Kleidung zum sekundären Sexualmerkmal geworden.
Geschlechterrollen wiegen in der Bewertung über Geschlechter mehr als das, ob was zwischen den Beinen baumelt oder klafft. Wenn ich mich sehr weiblich bewege und mich feminin kleide, bin ich für meine Mitmenschen etwas weibliches, eine Frau.
Anke hat geschrieben:
Erstes ist doch nun gar kein Problem, zweites ist nicht so einfach, wie ich aus eigener Erfahrung weiß und letzteres kostet nicht nur eine ganze Stange Geld, sondern ist auch ein langwieriger schmerzhafte Prozess. Ich kann mir daher kaum vorstellen, dass, mal abgesehen von der Bekleidung, dass eine weit um sich greifende Mode oder gar ein Lifestyle werden könnte.
Ersteres wird nur für die ein Problem, die darauf bestehen ein Mann zu sein und als solcher gesehen zu werden, aber ihre Mitmenschen es nicht so sehen (wollen). Sonst ist es im Prinzip kein Problem.
Genau das war eine Motivation von Gendermainstreaming, das soziale Geschlecht von der Biologie zu entkoppeln, um dies als veränderbar zu bezeichnen. Die Namensänderung ist das Vehikel für die Theorie. Vereinfacht gesagt. Ist eine männliche Julia nun doch ein Mädchen oder ein Junge? Könnte Julia auch ein Jungenname sein? Somit werden tatsächlich die Ursachen von Transsexuellen geleugnet, die sich klar einem Geschlecht einordnen. Genderismus behauptet, du brauchst keine Angleichung, weil du selber bestimmen, kannst was du bist. Nur wird's halt in der Praxis kompliziert als eindeutiger Mann dein Gegenüber verständlich zu machen, dass du ne dralle Blondine bist. Mal überspitzt gesagt.
Anke hat geschrieben:
Abgesehen davon, wenn plötzlich alle Männer mit Röcken herumlaufen würden, dann wäre das nicht mehr gegengeschlechtlich. Vor 100 Jahren waren Hosen bei Frauen recht problematisch, heute trägt die Mehrzahl der Frauen Hosen und niemand regt das auf.
Liebe Grüße
Anke
Die Röcke würden sich dahin erändern, dass im Detail ein Gendercode installiert wird. Sei es Farbe oder Verzierungen, die als Unterscheidungskriterium dienen. Siehe Damen- und Herrenhosen. Die Hosenübernahme durch Frauen war mit der Ermächtigung und Höherstellung in der Gesellschaft verbunden. Männer sehen in Röcken keine Aufwertung und Statussymbol.
LG.