danke für Deine Zeilen. Ich verstehe nur Deine Frage nicht ganz.
Im wesentlichen benutzt Du leider eine Passage in der Argu, die nicht von mir ist. ich habe darauf bereits hingewiesen. In meinem Interview habe ich etwas zu dem Thema geschrieben, das Du hier aufwirfst.
Ich sehe das so ähnlich wie Du. Ich bestreite nicht, dass es neben transsexuellen/intersexuellen Menschen auch andere Personen gibt, die ein geschlechtliches Problem haben, denke aber, dass die Geschlechtsrollenproblematik stärker ins Gewicht fällt und das es vor diesem Hintergrund etwas anderes ist. In Bezug auf die Differenzierung würde ich sogar zwischen weiblichen und männlichen Transsexuellen unterscheiden wollen, nicht weil die einen besser aussähen, so Prüll, sondern weil ich glaube, dass das unterschiedliche Situationen sind. Auch zwischen weiblicher und männlicher Homosexualität unterscheidet man nicht ohne Grund.Es geht hier nicht um ein einfaches richtig oder falsch. Das Grundproblem ist auch dadurch nochmal sehr komplex, weil natürlich auch Transgender eine transsexuelle Dimension haben und verteidigen.
Ich verstehe auch nicht, warum wir weiterhin am Beispiel von homosexuellen Menschen in der Betrachtung von Vielfalt keine Grenzen mehr kennen in der individuellen Wahrnehmung und ausgerechnet bei transsexuellen/intersexuellen Frauen hört das freie Denken und die Gleichberechtigung dann auf einmal auf. Wir dürfen uns ja noch nichtmal selbst vertreten sondern überall werden wir gedeutet und diskursiv kontrolliert.
Die Krönung ist dieses trans*. Wenn Frauen, die eine transsexuelle/intersexuelle Probematik haben, jetzt auf einmal als Transfrauen fremdbestimmt werden ist das sehr fatal. Denn das ist eine Form der (neuen unsichtbarmachenden) Kategorisierung und, die für den 0815 Einzelfall eine exkludierende Ettiketierung darstellt. Deshalb beschreibe ich ja auch überall, dass sich bitte diese (quasi) queeren Kreise damit anfreunden sollen transsexuelle und intersexuelle Frauen bitte als "normale" Frauen zu sehen (weil Betroffene das meistens tatsächlich sind bzw. sein können) ohne irgendwelche Deutungsversuche, wie geborener (biologischer) Mann etc. pp. anzuwenden. Wenn transsexuelle/intersexuelle Frauen Männer wären, oder als Trans* Frauen leben wollten würden sie keine Umstände in Kauf nehmen, die durch das Transsexuellengesetz (=Pathologisierung) entstehen.
Ein postuliertes "Wir" ist auch deshalb trügerisch, weil die Situation transsexueller/intersexueller Menschen meistens in LGBTQ-Räumen nicht verstanden oder akzeptiert wird. Beispiele gäbe es viele. Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man sich über die vielen Einzelfälle amüsieren. Toternst wird es aber wenn ausgerechnet diese LGBTQ-Kreise meinen für mich oder andere sprechen zu können. Es geht da nur um Klüngel. Mit Minderheitenpolitiken hat das an keiner Stelle etwas zu tun. Es ist eine reine Farce.
Das Problem, dass ich beschreibe ist ja nichts neues. Das Problem ist aber, dass bestimmte Kreise jetzt probieren gerade mit Personen aus diesem Forum Politik zu machen. So nach dem Motto, wenn es keine Minderheiten gibt, die wir wollen, dann machen wir uns eben eine neue Minderheit und die heißt dann trans*. Ich finde das Demanzipatorisch.
LG Trischa