25 Jahre Ehe und ich wusste nichts
25 Jahre Ehe und ich wusste nichts

Intergeschlechtliche Menschen, Crossdresser, Transgender, Transidente: Diskussionen über partnerschaftliche Aspekte, Rat und Tat für PartnerInnen und Familie
Anne-Mette
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Re: 25 Jahre Ehe und ich wusste nichts

Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

... und herzlich willkommen )))(:

Ich verstehe, dass Du aufgewühlt bist; nach so vielen Jahren glaubt man den Partner zu kennen - und dann das.
Immherin habt ihr eine Gesprächsbasis gefunden. Hilfreich wäre sicherlich eine "3. Person" gewesen, die das Gesagte etwas ordnet. Dein Mann muss ja sehr in einer "Sündenbockfunktion" gewesen sein...

Die Beweggründe, wenn Männer Frauenkleidung tragen (umgekehrt ist das ja kein Thema) sind sehr unterschiedlich. Ich selbst habe noch keine plausible Erklärung gehört, die für einen größeren Personenkreis gültig ist (smili)
Wir haben auch fast alle unterschiedliche Erfahrungen mit dem Ausleben in einer Partnerschaft gemacht.

Auch wenn's für viele langweilig ist, will ich nochmal kurz (für Dich) beschreiben, wie es bei mir/uns war.
Ich war eigentlich schon immer "etwas besonders", habe einen reinen Frauenberuf ausgeübt und war überwiegend mit Frauen zusammen, was vor ein paar Jahren, mal abgesehen vom Lackieren der Fingernägel, noch nicht aufgefallen ist. Frauen waren mir schon immer näher als Männer.
Wir führen eine "normale Ehe" und haben 3 Kinder, die fast erwachsen sind. Ich arbeite inzwischen in meinem Home-Office, kann mir deshalb einige Freiheiten gönnen, die andere Leute sicherlich nicht haben.
Etwa vor 3 Jahren wollte ich mal ausprobieren, wie es ist, einen Rock zu tragen. Das habe ich meiner Mannschaft und meiner Frau (vorher) mitgeteilt.
Der Rock gefiel mir - aus dem einen wurden viele. Dazu kamen Kleider, Strumpfhosen, Unterwäsche...
Inzwischen bin ich fast nur noch in Frauenkleidung gekleidet.
Mit meiner Frau konnte ich ganz gut darüber reden. Meistens stört es sie nicht; sie ist mit mir auch so unterwegs.
Auch mein weiteres Umfeld hat sich daran gewöhnt.
Ich glaube kaum, dass man so einfach darauf verzichten kann, wenn man diese Neigung hat. Es gab viele hier im Forum, die berichtet haben, dass sie immer mal wieder Klarschiff gemacht und die Frauensachen entsorgt haben.
Die meisten konnten nicht dauerhaft darauf verzichten.

Gruß
CPG
Anne-Mette
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Re: 25 Jahre Ehe und ich wusste nichts

Post 2 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

es ist die Frage, ob man diese Thematik allein bearbeiten kann, wenn es solche Gefühle dabei gibt
Ich denke nun immer wieder an unsere Söhne .
Doch er sagt , wenn er es unseren Söhnen sagen müsste ,
das käme einer Kastration gleich.
Er hat angst sein Gesicht zuverlieren .
Das Tragen von Frauenkleidung ist keine (ansteckende) Krankheit, sondern für viele Leute etwas Normales, für einige sogar etwas sehr schönes (smili)
Man(n) sollte dazu stehen.
Selbst wenn die Begeisterung bei den Angehörigen nicht so hoch ist - es gibt "Schlimmeres".
Sicherlich wäre es für Deinen Mann gut, wenn er sich in einem Gesprächskreis oder in einem beratenden Gespräch Hilfe holen könnte; allein, um die Erlebnisse aus der Kindheit zu verarbeiten.

Gruß
CPG
Anne-Mette
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Re: 25 Jahre Ehe und ich wusste nichts

Post 3 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,
Und somit war das Thema dann durch .
Auch Ärzte und Psychologen können das nur zum weiteren Thema machen, wenn man auf die Wichtigkeit hinweist.
Man muss ihnen genau sagen: "das ist eines meiner Grundprobleme. Darüber möchte ich mit Ihnen reden. Wenn sie nicht fachkundig sind, dann nennen sie mir bitte einen Kollegen...".
Es wäre auch nicht schlecht, eine Selbsthilfegruppe aufzusuchen; welche größere Stadt ist bei euch in der Nähe?
... ich kann ja mal gucken.
Wie alt sind die Söhne? In welche Richtung gehen Deine Befürchtungen?

Ach ja, ich habe hier einen Link auf eine gute Informationsschrift, sind zwar 200 Seiten, aber gut...
http://www.berlin.de/imperia/md/content ... chkeit.pdf

Gruß
CPG
Anne-Mette
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Re: 25 Jahre Ehe und ich wusste nichts

Post 4 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,
die nächsten grösseren Städte wären : Flensburg oder Schleswig .
... dann sind wir ja wohl fast Nachbarn (smili)

Unsere Selbsthilfegruppe trifft sich jeden zweiten Freitag im Monat in den Räumen von KIBS in Flensburg in der Speicherlinie. http://www.transsexuellen-selbsthilfe-flensburg.de/
Am besten kurz vorher nachfragen - manchmal treffen wir uns auch privat. Wir sind zur Zeit 5-6 Leute, aber es haben nicht immer alle Zeit.
Ich bin der einzige "Crossdresser", weiterhin sind 3 MzF und 1(2) FzM Transsexuelle dabei.

Gruß
CPG
CD-Marie

Re: 25 Jahre Ehe und ich wusste nichts

Post 5 im Thema

Beitrag von CD-Marie »

Hallo kleines.....

...ich ( bzw. wir ).... sind auch erst seit 2 tagen hier angemeldet. Wir, das ist ein Ehepaar aus der Nähe von Hannover.
Ich habe Deinen Artikel gelesen und möchte Dir einfach nur Mut zusprechen.
Als erstes: Dein Mann ist und bleibt immer noch dein Mann! So wie Du ihn schon ewig lange kennst.
Nur..... es gibt halt noch eine "andere" Seite an ihm... die Du noch nicht kanntest.
Du fragst Dich...warum? Warum gibt es diese Seite an Ihm? Auf diese Frage wirst Du keine Antwort bekommen.
Es ist einfach "da"....wieso? weshalb? warum?....weiss niemand. Auch ich kann es Dir nicht beantworten.
Es ist immer wieder mal da...und auch immer wieder mal weg. Diese Frage habe ich mir auch schon immer gestellt..
...warum? Mittelerweile weiss ich...das es nie weg gehen wird. Man kann nur lernen damit zu Leben. Damit umgehen.
Ich habe es auch 25 Jahre lang im verborgenem getan. Man fühlt sich sehr allein und einsam. Dein Mann sicher auch.
Aber warum hat er da so lange getan? Dafür gibt es zwei Gründe. Entweder er konnte es selbst nicht einordnen und hat sich
für das was er da "gemacht" hat einfach geschämt... oder... er hat einfach viel zu viel Angst gehabt... Dich und seine Familie
dadurch zu verlieren. Durch etwas.... für das er selbst nichts kann. Es ist wie eine Zwickmühle. Ich kenne diese Situatuon sehr sehr gut.
Es belastet einen selbst sehr!
Ihr seid jetzt an einem Punkt..... wo ihr die Chance habt offen damit umzugehen. Dazu gehören viele Gespräche aber vor allem auch
Akzeptanz und Einfühlungsvermögen. Ich selbst kann nur sagen.... meine Frau hat anfangs auch so reagiert wie Du. Mit all diesen Ängsten
und Unsicherheiten. Mittlerweile geht Sie sehr offen damit um. Sie kennt die Hintergründe...und weiss...das es uns immer begleiten wird.
Wir können nur sagen....diese ganze Sache kann eine Beziehung auch wieder wunderbar beleben. Es gibt viele viele neue Themen über
die man sich zusammen unterhalten kann. Viele Sachen die man zusammen machen kann ( shoppen usw. ). Sieh es auch mal als Chance
und nicht unbedingt nur als "Übel". Unsere Beziehung hat dies alles sehr sehr bereichert.
LG....von Marie und Sille..
HeidiPM

Re: 25 Jahre Ehe und ich wusste nichts

Post 6 im Thema

Beitrag von HeidiPM »

Hallo kleines, )))(: (flo)

erstmal Herzlich Willkommen.

Vielleicht kann ich dir etwas helfen?

Ein Schwesterforum, das Projekt "en femme" bitet eine Informationsbroschüre über >Transgender - gefangen im falschen Körper< an.
Diese Broschüre richtet sich auch in erster Linie an Partnerinnen von Transgendern (Auszug aus dem Tagebuch einer Partnerin), bietet Hintergrund Information und dient der Öfentlichkeitsarbeit. Dies Broschüre ist auch als Download erhältlich.

Hallo CPG )))(:

wenn es erlaubt (sonst bitte löschen) ist stelle ich hier mal den link ein:

http://www.projekt-en-femme.de/informat ... chuere.pdf

oder

http://www.projekt-en-femme.de/index.ph ... tdown&id=1

Tschüüsss Heidi

Ps.: CPG, vielleicht können wir Teile aus der Infobroschüre für diese Forum übernehmen?
Wenn du interessse hast, melde dich Bitte per PN bei mir, ich stelle dann einen Kontakt her (kenne Admin Tamara persönlich).
Anne-Mette
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Re: 25 Jahre Ehe und ich wusste nichts

Post 7 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Guten Tag,

vor einiger Zeit lief bei FrauTV ein guter Filmbericht über einen Crossdresser.
Du kannst die Sendung auch im Internet ansehen: http://www.podcast.de/episode/1796708/f ... 09.09.2010

Es wäre schön, wenn ihr im Gespräch bleibt (smili)
Vielleicht könnte es sogar eines Tages für beide eine Bereicherung sein.

Gruß
CPG
Bianca D.
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Re: 25 Jahre Ehe und ich wusste nichts

Post 8 im Thema

Beitrag von Bianca D. »

kleines hat geschrieben: Ich weiss , das ich meinen Mann glücklich und zufrieden sehen möchte
und wenn er unglücklich ist, weil er es unterdrückt sich Frauenkleidung anzuziehen,
dann möchte ich ihm nicht im Weg stehen.
Hallöchen,

Da kann dein Mann ja froh sein,daß er dich zur Frau hat.Nicht jede reagiert so und sucht das Gespräch,um das Wieso und Warum zu verstehen.Meine Freundin will mir auch nicht im Weg stehen,nur hat sie
die Trennung vorgezogen.Auf der einen Seite verständlich,da ich doch mehr in Richtung TS gehe.Anderer Seits hätte mich mehr Verständnis und der Erhalt unserer Beziehung vielleicht auch mehr nach einem für beide Seiten tragbaren Kompromiss suchen lassen.Wünsch euch jedenfalls alles Gute und euer Gesprächsfaden nicht abreißt.

LG Bianca
Ick wees nüscht,kann nüscht,hab aba jede Menge Potenzial
Joe95
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Re: 25 Jahre Ehe und ich wusste nichts

Post 9 im Thema

Beitrag von Joe95 »

hallo kleines...

das einzig schlimme daran als mann damenkleidung zu tragen ist der umgang damit...
es steckt noch so viel dieser alten ansichten in unserer gesellschaft und wer will sich da hin stellen und das anprangern?
es ist so viel leichter uns "randgruppe" als perverse spinner abzutun als sich mit dem thema zu befassen.
na, vergleiche doch einfach mal das, was du über "solche" gehört und gedacht hast mit dem, was du über deinen mann weißt...

ich halte das ganze für eine eigenschaft, einfach als einen anteil weiblichkeit in dem mann, weil ich der meinung bin so 100% mann oder 100% frau ist nicht jeder. die meisten haben etwas (mehr oder weniger) vom anderen geschlecht in sich... ob da nun vererbung mitspielt weiß ich nich...

für mich ist das schlimmste daran das verheimlichen. das stelle ich mir grausam vor, für beide seiten...
wie es für dich ist so lange hintergangen zu werden fühlst du ja selber gerade.
na, ich denke du weißt ob und wie ehrlich dein mann sonst zu dir ist, vielleicht kannst du dir vorstellen wie schrecklich das alles für ihn ist das er 25 jahre nicht darüber reden konnte...
Sei vorsichtig mit deinen Wünschen, sie könnten in Erfüllung gehen.
Natürlich ist das wahr, es steht doch im Internet!

Du hast ne Frage, brauchst Rat oder Hilfe?
Ohren verleih ich nicht, aber anschreiben darfst du mich jederzeit...
Regina
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Re: 25 Jahre Ehe und ich wusste nichts

Post 10 im Thema

Beitrag von Regina »

Hallo kleines,

ich war schon einige Tage nicht mehr im Forum und bin nun dabei mich wieder auf den aktuellen Stand zu bringen.

Als ich Dein erstes Posting las dachte ich nur: "Welch ein Drama." CPG brachte das, was ich dachte dann auch gleich auf den Punkt indem er Deinen Mann in der "Sündenbock" Position sah. Dein Mann war dann ja auch gleich geläutert. Alles weggeworfen. Er wird es nie wieder tun.. usw. Abschließend Deine Anmerkungen mit dem homosexuellen Cousin und den Frage ob das wohl erblich sei, wegen Eurer beiden Söhne.

Das alles fand ich schon harten Tobak. Obwohl ich es sehr begrüße und es Dir hoch anrechne, dass Du dich hier angemeldet hast. Sicher auch um die Meinung anderer zu erfahren.

In Deinem letzten Posting las ich dann, dass sich die Wogen wohl geglättet haben.
kleines hat geschrieben:Der Traum vor ein paar Wochen, der mir wie ein sehr böser Traum vor kam,
entwickelt sich nun zu einem sehr schönen Traum aus dem ich nicht erwachen möchte .
Puh, da habe ich mir erst einmal den Schweiß von der Stirn gewischt.

Ich glaube ihr seid auf einem sehr guten Weg. Ich finde es toll, dass ihr es als Abenteuer bzw. Herausforderung seht die ausgetretenen Pfade zu verlassen und neue Wege zu gehen. Ich drücke Euch für die Zukunft ganz fest die Daumen.

Liebe Grüße,
Regina
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Re: 25 Jahre Ehe und ich wusste nichts

Post 11 im Thema

Beitrag von Regina »

Hallo Jessica,

ich hoffe Du hast meine Aussage richtig verstanden. Mit "geläutert" meinte ich natürlich: Geläutert aus dem Blick der Ehefrau. Genau wie Du, weiß ich auch, dass dieses Verlangen immer wieder zurückkehren wird.
Jessica01 hat geschrieben: Außerdem ist es eine Verschwendung.
Das hatte ich auch gleich gedacht. Muss immer alles gleich weggeworfen werden?

Liebe Grüße,
Regina
Anne-Mette
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Re: 25 Jahre Ehe und ich wusste nichts

Post 12 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,
Ich bin der Mann von * kleines * .
na, dann herzlich willkommen )))(:

Schöner Liebesbeweis, dass Deine Frau sich so eingebracht hat, dafür gibt es (flo) (na) (smili)

Macht so weiter )))(:

Gruß
CPG
Regina
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Re: 25 Jahre Ehe und ich wusste nichts

Post 13 im Thema

Beitrag von Regina »

Hi
kleines hat geschrieben:nun melde ich mich auch einmal zu Wort .
Ich bin der Mann von * kleines * .
Auch von mir ein herzliches willkommen. Ich hoffe bei Euch ist wieder ein wenig Normalität ins Leben zurück gekommen. Wobei ich die Normalität nicht auf Deine Art sich gelegentlich zu kleiden beziehe, sondern auf den Umgang damit.

Ich bin selbst mit meiner meiner Frau über 30 Jahre zusammen und gerade nach so langer Zeit finde ich es sehr wichtig nicht an Monotonie einzugehen. Insofern kann diese, von Dir neu offen gelegte Facette sehr erfrischend sein. Dennoch verstehe ich auch die Ängste Deiner Frau, die sich mit diesem Thema ja bisher überhaupt nicht auseinandersetzen musste. Da ihr Euch jedoch, wie man hier lesen kann, gegenseitig Liebe und Vertrauen aussprecht, sehe ich für eine weitere Zukunft keine Schwierigkeiten.

Ich wünsche Euch für Euren gemeinsamen Weg alles Gute und würde mich freuen auch im Forum weiter von Euch zu hören.

Liebe Grüße,
Regina
Victoria1975

Re: 25 Jahre Ehe und ich wusste nichts

Post 14 im Thema

Beitrag von Victoria1975 »

Hallo Zusammen,
ich bin jetzt seit einiger Zeit hier im Forum angemeldet und schreibe erst hiermit meinen ersten Beitrag. Ich habe sehr, sehr viel in diesem Online-Portal gelesen und viele Meinungen mit meiner eigenen Verglichen.
Aber vielleicht ein paar kurze Info's zu mir:
Ich bin bin 35 Jahre alt, verh. und wir haben einen 5 jährigen Sohn. Meine Frau weiss von meinem 2. Ich und akzeptiert Dieses bis hin zu gewissen Grenzbereichen (Nachbarschaft, Verwandte, unserem Kind gegenüber...) auch. Wir gehen gemeinsam schoppen und Sie berät mich dabei auch, z.B. um den Bereich "das ist etwas zu gewagt, oder damit würdest Du zu sehr auffallen".
Jetzt mal wieder zu diesem Thema hier.
Ich kann hier zwar nur für mich selber Stellung nehmen, aber vielleicht würden einige andere hier aus diesem Forum unser 2. Ich auch so beschreiben und leben auch ähnlich.
Die Unterwäsche des anderen Geschlechts trage ich schon seit ewigen Jahren. Warum?: Das tragen von weichen, angenehmen Stoffen finde ich einfach halt schon mal grundsätzlich schöner als, Doppelfeinripp aus Baumwolle. Mit Boxershorts konnte ich bisher noch nie etwas wirkliches anfallen. Wenn man(n)/frau diese beiden Produkte mal zusammen nimmt und aus einem Versandhauskatalog - Abteilung Herrenunterwäsche rausstreicht, bleibt nicht wirklich viel über zum drunter tragen, oder????? Warum sollte oder muss MANN sich dieser Produkte bedienen. Weil es die Gesellschaft so fordert, und keiner es wagt sich öffentlich dagegen zu stellen. Das mal kurz zum Thema DWT. Gehen wir einen Schritt weiter ins Gewagte, denn ob ich drunter Spitzenunterwäsche trage oder Feinripp sieht mir keiner draußen an. Nehmen wir z.B. mal einen Prominenten, z.B. Bruce D.... aus einer bekannten TV-show. Dieser nette MANN trägt doch sogar im Fernsehen High Heels, seidene Shirts und sonstige fem. Kleidung. Das Interessiert keinen Einzigen. Warum nicht, obwohl er doch nun unbeirrt ein tatsächlicher Mann ist. Nur wir dürfen das nicht!!! Wieso eigentlich nicht??? Warum darf ein Bio-Mann sich nicht so kleiden wie er sich wohl fühlt? Keiner regt sich auf, wenn Bio-Frauen sich im Holzfällerhemd oder mit einer Tarnhose in die Öffentlichkeit begibt. Sollte man aber als BIO-Mann selbst im für ihm entworfenem Schottenrock (der ist doch nun wirklich für Männer gemacht) auf die Straße gehen, wird sofort geguckt und getuschelt. Warum, weiss ich nicht. Ich verstehe es auch nicht. Meine Frau meint, die Gesellschaft ist halt nun mal so und Punkt. Ich bin der Meinung Gleichberechtigung ist selbst in unserer modernen Gesellschaft noch lange nicht angekommen. Sehr Schade!
Einige von diesen MÄNNERN, sehen es vielleicht genauso wie ich und beschliessen für sich das zu ändern. Sie wollen auch einfach das tragen, was sie für bequem und schön finden. (Ein luftiger Rock mit Sandalen bei 35-°C im Sommer vs lange Anzughose mit steifem Hemd). Einige springen jetzt bestimmt auf und meinen: So geht das nicht!!! OK. Würde es denn gehen, wenn wir zu dem Beispiel luftiger Rock mit Sandalen noch eine Perücke (wenn nötig), etwas Make-Up nehmen. Vorher einige Stunden im Bad verbringen und uns die Beine und Achseln rasieren, leckeres Parfüm dazu auflegen? Das Ergebnis wäre dann selbst für die eigene Umgebung (Nachbarn,...) nicht mehr als MANN erkennbar. Sprich hier steht dann eine Freundin! Ein liebenswerter Mensch, der sein Leben einfach nur facettenreich und frei leben will, wie das Bio - Andere Geschlecht auch. Könnte man diese Freundin dann vielleicht akzeptieren? Sie hat sich ja nun der Gesellschaft vollständig angepasst, ohne dass man nun ins Gerede der anderen kommt.
Morgen geht ER wieder als reiner Mann zur Arbeit. Der Mann den ich so kennengelernt habe. Der in seiner Freizeit aber gerne mal aus sich rauskommt und in Punkto Bekleidung einfach mal Abwechslungsreich sein will. Es ist und bleibt, doch immer noch der gleiche nette MANN, den man(n)/Frau vor vielen, vielen Jahren kennen und lieben gelernt hat.

Warum ist dieses Thema so kompliziert, dass man(n) sich schon Gedanken über Trennung/Scheidung machen muss. Man(n) lebt nur einmal, und das sollte glücklich und fröhlich sein. Und ein glückliches Leben darf doch bestimmt auch abwechslungsreich sein. Oder ist es nur glücklich, wenn es auch gesellschaftstauglich ist?

Lg Victoria
Regina
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Re: 25 Jahre Ehe und ich wusste nichts

Post 15 im Thema

Beitrag von Regina »

Hallo Victoria,

erst einmal herzlich willkommen. Ich finde es schön das Du dich entschieden hast im Forum aktiv zu werden. All das was Du schreibst ist sicher richtig. Auch ich kann vieles von dem, was gesellschaftlich von einem Mann erwartet wird nicht unterstützen. Ich denke jedoch, dass all diese gesellschaftlichen Zwänge von den Männer selbst erschaffen wurden. Der Anzug zum Beispiel, als Ausdruck von Seriosität und evtl. auch Überlegenheit. Gehe doch einmal mit gut gebrauchter Freizeitkleidung in ein Autohaus für gehobene Fahrzeuge oder teure Sportwagen und bitte um die Möglichkeit einer Probefahrt. Dann mache das ganze noch einmal in einem teuren Anzug. Selbst wenn Dir beide Male eine Probefahrt gewährt würde, wäre die Art und Weise wie man Dir begegnet sicher unterschiedlich. Männer wollen immer etwas darstellen, wollen zeigen das sie etwas drauf haben, wollen sich nicht zum Deppen machen lassen. Wenn wir die äußeren Zeichen der Macht und der Professionalität ablegen machen wir uns verletzlich. Die Art und Weise wie Männer sich verhalten, selbst bei ganz profanen Dingen, kommt doch immer wieder einem herumgockeln und ein selbst Inszenierung gleich. Wie der Pavian mit dem größten roten Ar... Gehe doch nur einmal ein die Männerumkleide eines Fitness Studios. Da sind nur die tollsten Kerle. Alles irre Hechte. Die Art und Weise wie die sich an- oder ausziehen spricht Bände. Die schwache Seite wird unter Männern aber nicht wirklich zugelassen. Mich würde schon einmal die Reaktion meiner Geschlechtsgenossen interessieren wenn ich ich ein Spitzenhöschen oder sogar einen BH drunter hätte wenn ich zum Sport gehe. Ich werde es aber nicht ausprobieren. Frauen sind da untereinander viel toleranter. Da werde alle Facetten zugelassen. Sowohl die starke Frau die sich an irgendwelchen Geräten stählt als auch die romantische Prinzessin mit Blumen im Haar. Selbst der Wechsel von der einen in die andere Rolle ist da gar kein Problem. "Heut ist mir mal nach Romantik." Bei der Unterwäsche für Frauen gibt es ganz schlichte Teile, reine Funktionsmodelle ohne Schnick Schnack oder eben auch verspielte Teil mit viel Spitze, Schleifchen hier und dort und so weiter. Was wir in der Herrenabteilung so vorfinden muss ich ja nicht weiter erläutern. Sicher gibt es da auch nicht nur den viel zitierten Feinrippschlüpfer aber einen Boxershort mit Oh la la vorn drauf tue ich mir auch nicht an. Aber noch einmal zurück zu den Verhaltensweisen von Männern untereinander. Ich habe viel mehr Probleme mich Männern gegenüber in Damenkleidung zu zeigen als Frauen gegenüber. Sicher spielt da mein eigenes Rollenverhalten eine sehr große Rolle, aber so ist das nun einmal.

All diese "warum" Fragen werden wir so schnell nicht beantworten können aber es ist extrem wichtig für uns und unseren Seelenfrieden, unser Selbstwertgefühl, von dem Menschen den wir lieben nicht abgestoßen zu werden. Nur weil wir gern auch einmal mit Kleidung experimentieren wollen bzw. für uns herausgefunden haben das wir eben gern auch Kleidung tragen wollen die ursprünglich nicht für uns angefertigt wurde. Daran ist ja auch nicht wirklich etwas Schlimmes. Je mehr man darüber nachdenkt desto lächerlicher kommt einem die ganze Aufregung deswegen vor.

Liebe Grüße,
Regina
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