Angst
Angst - # 2

Lebensplanung, Standorte
lilijana
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Re: Angst

Post 16 im Thema

Beitrag von lilijana »

Hallo Simone,

ich möchte dir für deinen Beitrag ganz herzlich danken! Auch ich habe Angst en-femme rauszugehen! Oder besser gesagt, ich habe sie jetzt.

In meinem Umfeld weiß keiner von Lilijana bescheid, aber trotzdem bin ich nach draussen gegangen und habe eine schöne Zeit genossen, die ich nicht mehr vermissen möchte, die jetzt ein Teil von mir ist. Mir ist eben etwas passiert das keinem widerfahren sollte und seitdem habe ich Angst nach draussen zu gehen, ich werde jetzt lernen damit umzugehen, auch ich habe meine Ängste.

Du hast doch schon einiges erreicht in deinem Leben, warst drei Jahre bei der Armee und drei Jahre auf See. Du hattest geschrieben in dieser Zeit hattest du nur deine Phantasie und jetzt hast du deine Angst. Durchschaue diese Zustände, es ist nur dein Gehirn!
Dein Gehirn hat dich doch in dieser Zeit mit deiner Phantasie durch diese Zeit gebracht, jetzt erzeugt es eine Angst in dir, die dich davon abhält dein wahres ich auszuleben oder nach draussen zu gehen.

Den ersten Schritt hast du schon mal getan, du hast dir eingestanden das du anders bist, ich hoffe du wirst noch weitere Schritte gehen. Ich wünsche dir das von ganzem Herzen.

Ich kann deine Angst irgendwo verstehen das sie so tief sitzt, aber lasse dich nicht von ihr leiten, sonst wirst du irgendwann nur noch von deinen Ängsten geleitet und dieses Leben wäre nicht lebenswert. Der größte Gegner den es zu schlagen gilt, ist unsere Angst.


Viele liebe Grüße
Lilijana
Manche Menschen brauchen lange, bis sie geboren wurden.
Katarina
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Re: Angst

Post 17 im Thema

Beitrag von Katarina »

Es tut mir sehr leid, wenn die eine und andere grosse Ängste plagen. Aber ich frage mich auch, Angst wovor? Wir Leben im 21. Jahrhundert und nicht mehr im Mittelalter. Wenn es nicht um einen möglichen Verlust des Arbeitsplatzes geht oder wenn jemand in der Öffentlichkeit steht und damit im Interesse der Medien zum Beispiel, dann braucht man doch keine Angst zu haben. Und es geht doch um das eigene Leben und das eigene Glück. Wir leben doch nicht für andere oder die Leute auf der Strasse. Ich denke man kann nicht glücklich werden, wenn man ein Leben lebt, was andere von einem erwarten. Dabei ist es egal, ob man Crossdresser ist oder Transgender oder eine andere Identität hat und wie das Geschlechtsempfinden ist.

Ich lebe mein Leben komplette weiblich und habe nur noch ganz wenige männliche Sachen, die ich in der Firma trage. Dort bin ich noch nicht geoutet, bereite dies aber vor. Und ich bin ständig überall im weiblichen Outfit unterwegs. Es kann jederzeit sein, dass mich ein Kollege sieht. Ich bin eine Frau, eine Transfrau, so what. Dann erkläre ich es halt.

Sicherlich ist es mir auch schon passiert, dass mich Bildungsferne Mitbürger mit Migrationshintergrund lauthals auf der Strasse angeblökt haben. Na und, mein Leben ist schön und ich bin happy. Bei denen bin ich mir da nicht so sicher.

Von Manfred Lütz, studierter Philosoph, Theologe und praktizierender Psychiater, habe ich etwas sehr bemerkenswertes gelesen. Es geht nicht um den Erfolg im Leben, sondern ob mein Leben gelingt. Ein gelingendes Leben führt ein Mensch, der nicht trickst und manipuliert, sondern redlich versucht, seinen eigenen Fähigkeiten gemäss zu leben. Man muss versuchen sich selbst zu erkennen. Jeder Mensch hat ganz bestimmte Eigenschaften, über die kein anderer verfügt. Man sollte sich die Frage stellen, wann war ich das letzte Mal glücklich, und was habe ich da gemacht? Vielleicht sollte ich dasselbe wieder tun. So kann ein Leben besser gelingen. Glück ist die Freude am Gelingen, nicht am Erfolg wie ihn andere messen in Geld, Vermögen, usw. Ein gelingendes Leben, so Manfred Lütz, ist ein höchst persönliches Projekt. Niemand anderes kann so glücklich werden, wie ich glücklich war, wie ich glücklich bin und wie ich glücklich sein werde. Eine sehr interessante Sicht auf das Leben, wie ich finde.

Wenn es einen glücklich macht, weibliche Kleidung zu tragen, dann sollte man es tun, egal was die anderen darüber denken.

Wenn man darüber hinaus den starken Wunsch hat eine Frau zu sein, dann ist man wohl ein Transgender und dieses Verlangen nach der anderen Geschlechtsidentität kann man nicht unterdrücken. Es ist auch keine Krankheit und daher auch nicht heilbar. Man muss es ausleben, sonst geht man daran kaputt.

Ich wünsche allen, die Ängste plagen, die Kraft diese zu überwinden und glücklich zu werden.
Simone 65
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Re: Angst

Post 18 im Thema

Beitrag von Simone 65 »

Hallo an alle. Ich hatte heute einen Tag. Wow. Ich hatte heute frei. Ich bin erst zum Arzt. Komplett in Männerkleidung. Danach sofort nach Hause umziehen. Ich wollte nach Stuttgart. Ich hatte komplett Frauensachen an, besonders meine High Heels. Auf dem Weg an einer Kreuzung, starte mich ein Autofahrer an. Unfalll. Meine Gefühle gingen von Panik zu Erleichterung und lachen. Das innerhalb weniger Sekunden. Ich hätte an der Kreuzung mein Kleid anziehen können. Keinen hätte das gestört. Ich bin weiter zum Bahnhof und nach Stuttgart. Dort in die Königstrasse. Erst ins Kaufhof, dann ins H und M. Dort kaufte ich mir ein Kleid. An der Kasse nur Frauen. 10 vor mir und 1000 hinter mir. Ich bin dann zum Schlossplatz, da setzte ich mich neben ein älteres Pärchen. Die Sonne schien. Ich zog meinen Mantel aus. Der BH war bestimmt zu sehen. Ich streckte die Beine aus. Es kamen die High Heels zum vorschein. Die könnte jeder sehen. Die Sonne schien, keinen hatt es interessiert wie ich aussehen. Ich wurde immer entspannter. Nach einer halben Stunde war meine Angst weg. Warum? Was war das? Den Augenblick sollte nie aufhören. Ich bin weiter gelaufen. 4 Stunden ohne Angst. Jetzt wo hier schreibe, ist die Angst wieder da. Warum? Es war so schön. Liebe Grüße Simone
Ich weiss ,ich bin ein Mensch und nur Das zählt.
Ich bin nur ein kleines Licht , aber ich leuchte .
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Re: Angst

Post 19 im Thema

Beitrag von Katarina »

Simone.....das ist so cool. Was für ein schöner Tag für dich. Da ist absolut nichts, wovor du Angst haben musst oder wofür du dich schämen musst. Und ich kenne Stuttgart, ich habe selber dort vier Jahre gelebt. So locker sind die da nicht drauf, alles ziemlich konservativ. Insofern Chapeau!, dass du den Tag für dich dort so genossen hast. Es ist dein Leben, geniess es!

LG
K.
martina

Re: Angst

Post 20 im Thema

Beitrag von martina »

Simone 65 hat geschrieben:4 Stunden ohne Angst. Jetzt wo hier schreibe, ist die Angst wieder da.
hallo simone,
könntest du deine angst mal näher beschreiben? worum geht es da? die situation selbst hast du ja angstfrei gemeistert. wovor und vor wem hast du angst, während du schreibst?
liebe grüsse
martina
exuserin-2017-01-16

Re: Angst

Post 21 im Thema

Beitrag von exuserin-2017-01-16 »

Hi Simone, deine Angst ist normal und auch berechtigt nicht alle sehen das so locker wie wir hier im geschützten Raum.
Aus meiner Erfahrung mit der Angst kann ich berichten , treffe dich mit Gleichgesinnten zum Erfahrungsaustausch. Mir haben Gespräche in der SHG sehr geholfen .Ich wurde immer mutiger nach dem mir Andere berichtet haben, wie locker und einfach das rausgehen und Frausein ist. Die Probleme finden meistens nur in unserem Kopf statt, Kopfkino! Die meisten Leute draußen interessiert überhaupt nicht, was wir machen es sei den man stürzt wie eine Bordsteinschwalbe rum . Nur Mut du wirst später über deine Ängste lachen und dir sagen man war ich ....

LG Uta
Jaqueline
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Re: Angst

Post 22 im Thema

Beitrag von Jaqueline »

Guten Abend Simone,

vielen lieben Dank für deinen Beitrag hier :) .

Ich kann deine Angst entdeckt zu werden sehr gut verstehen. Mir ging es sehr lange ähnlich wie dir. Da ist immer die Angst (bei mir auch gewesen) nicht entdeckt zu werden. Ich habe auch lange gebraucht um zu verstehen, was mit mir nicht stimmt.

Den Schritt zum Eingeständnis finde ich positiv. Ein solcher Schritt kommt ja auch nicht von heute auf morgen.

Was spricht dagegen offensiv in die Öffentlichkeit zu gehen? Dann musst du dich nicht mehr verstecken. Ich bin von heute auf morgen nur noch als weibliche Person auf die Strasse gegangen. Ich weiss, der Schritt ist nicht einfach. Ich bin von heute auf morgen als Frau mit den Öffentlichen ins Büro gefahren. Die Blicke waren entsprechend aber Frau gewöhnt sich dran und es wird mit der Zeit auch weniger.

Ich wohne in einer 30.000 EW-Stadt und da auch in einem Ortsteil wo jeder jeden kennt. Na und? Sollen die Leute doch reden. Ich möchte dir nur Mut machen.

Ganz liebe Grüsse

Jacky (ki)
Genieße jeden Tag, als sei es dein letzter :-)

Seit dem 01.01.2024 findet man mich an einer kleinen Klinik in München.

https://www.crossdresser-forum.de/phpBB3/viewtopic.php?p=277174#p277174
Simone 65
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Re: Angst

Post 23 im Thema

Beitrag von Simone 65 »

Liebe Martina und alle anderen. Ich sitze hier und mache mir meine Gedanken. Wo kommt die Angst her? Ich glaube aus der Jugend. Ich habe die Sachen meiner Schwester angezogen. So schön weich. Ich hatte nur eine hässliche Cordhose. An ein Sommerkleid von meiner Schwester kann ich mich noch heute erinnern. Ich hatte Angst es kommt jemand nach Hause. Ich bin in der DDR aufgewachsen. Da gab es keine Toleranz. Ich musste normal sein. War ich das? Während der Armee ( NVA) hatte ich sogar Angst, jemand könnte meine Phantasie entdecken. Diese Angst hat sich so fest verwurzelt. Seit 1990 lebe ich im Schwabenland, in einer eigenen Wohnung. Ich habe mir Frauensachen gekauft. Ich schlafe nur im Nachthemd, Shorty oder Frauenpyjama. Ich bin oft Nachts aufgewacht, Panik, ich musste mich ausziehen. Ich muss keine Angst haben. Ich möchte nur ein sein Mann, der Frauensachen anzieht. ( oder doch mehr? ) Meine Angst ist, als Mann in Frauensachen erkannt zu werden. Bis vor 10 Wochen dachte ich, ich bin nicht normal, ich bin krank. Ich möchte mich gerne schmicken ( Dezent) und Nagelack. Ich möchte gerne den Wind im Sommer unter mein Sommerkleid spüren. Aber Ihr müsst doch auch Angst haben. Vor dem Eingeständnis, vor der Entdeckung davor. Hatte Es bei Euch so lange gedauert wie bei mir? Liebe Grüße Simone.
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Inga
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Re: Angst

Post 24 im Thema

Beitrag von Inga »

Hallo, Simone,

35 Jahre Angst entdeckt zu werden - oh das kommt mir irgendwie bekannt vor, auch wenn ich nicht den Stress des DDR-Alltags erlebt hatte (oder nur als Wessi beimTagesbesuch. Doch der war eh zuende, wenn ich wieder über der Grenze zurück daheim im Westen war). Ja, Angst hatte ich auch davor "un-normal" zu sein. Nämlich nicht der Norm des menschlichen Daseins zu entsprechen und in der Gesellschaft nicht so richtig als Mann zu funktionieren. Jahrzehntelang habe ich damit gelebt, mich hinter einenm dicken Rauschebart zu verstecken und meine heimliche Begeisterung mit Frauenkleidern etc. im Kopf zu leben: Weblicher zu sein, mehr von meinen weiblichen Seiten zeigen zu können, und dennoch nicht als Außenseiter der Gesellschaft dastehen zu wollen. Und dann las ich von Männern, die es lieben, Röcke zu tragen. Ach, ich war ja gar nicht allein. Ich probierte mich in Schottland an einem Kilt und fühlte mich wohl mit dem Wind zwischen den Beinen. Ich besuchte das Atelier Changable in Dresden, ließ mich zur Frau stylen - und verlor vor Begeisterung über mich fast die Sprache und fand es gleichzeitig normal und Befreiung von etwas Eingezäunten etwas Unterdrücktem was ich in mehr oder weniger geschütztem Raum öfters ausleben musste. Ich beschaffte mir immer mehr Kleidung aus der Damenabteilung. Im männlcichen Alltag trage ich oft Kleidung mit Damengrößen, werde aber kaum darauf angesprochen. Es ist ein Unisex-Style, den ich liebe. Richtig ausleben kann ich den Traum von weiblicher Seite nur an wenigen Tagen im Monat und mir sind da die monatlichen Treffen einer Selbsthilfegruppe in der Nachbarstadt eine lieb gewonnene Stütze geworden. Die "Un-Normalität" wird immer mehr zu Normalität meines Seins, mit der ich mich soweit identifiziere, dass ich mir vor einigen Jahren einen weiblichen Namen gab. Auch wenn ich mich noch immer nicht gegenüber den meisten Freund(inn)en, Bekannten und Verwandten geoutet habe, ich spüre, der Weg, den ich eingeschlagen habe, ist richtig.

Ach ja. Wenn du meinst, deine Angst kommt von deinem vergangenen Lebensabschnitt in der DDR, und lässt sich darum auch nach so vielen Jahren n der Bundesrepublik nicht abschütteln, so solltest du m. E. unbedingt professionelle Hilfe wie etwa Beratung für Opfer und Verfolgte der DDR aufsuchen. Das ist sicher in Berlin leichter als in Stuttgart. Doch sollte sich im Internet Kontakt mit einschlägigen Menschenrechtsgruppen finden.

Liebe Grüße
Inga
Simone 65
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Re: Angst

Post 25 im Thema

Beitrag von Simone 65 »

Liebe Inga. Als Opfer oder verfolgt habe ich nie gesehen. Es gab in der Gesellschaft keine Toleranz gegen anders sein. Das wusste ich und behielt das Geheimnis für mich. Es scheint mir geht es wie dir. Unauffällig rausgehen, langsam sich als normal ansehen. Bei mir hatt dieser Prozess aber erst seit einigen Wochen begonnen. Ich kann noch nicht ohne Angst rausgehen, aber es gibt seit kurzem Momente, da ist Sie weg. Liebe Grüße Simone
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martina

Re: Angst

Post 26 im Thema

Beitrag von martina »

liebe simone,
mich interessiert die frage, die ich dir in einem vorigen post mal gestellt hatte und die ich jetzt nochmal aufgreifen möchte. es gibt auch ausgeflippte kleidungsstücke in der herrenabteilung, danach muss man allerdings oft länger suchen. z.b. knallgrüne, knallrote, knallgelbe enggeschnittene hosen. t-shirts, die so lang sind wie tunikas. herrenschuhe, die absätze von 5 cm haben.

Unauffällig rausgehen, langsam sich als normal ansehen.

das betrifft dein auftreten in damenbekleidung. wie wäre es alternativ?

auffällig rausgehen, sich von anderen deutlich abheben, und zwar in herrenkleidung

wie meinst du, würde es dann mit deiner angst aussehen? du würdest auffallen, als anders gesehen. entsteht die angst durch das tragen von damenkleidung, selbst wenn sie unauffällig ist? oder hast du überhaupt angst davor, dass du auffallen könntest?

liebe grüsse
martina
Simone 65
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Re: Angst

Post 27 im Thema

Beitrag von Simone 65 »

Liebe Martina. Ich lese gerade Deinen Beitrag und denke nach. Ich glaube es die Angst aufzufallen. Egal was ich an habe. Aber Kleider gibt es in der Männerabteilung nicht. Liebe Grüße Simone
Ich weiss ,ich bin ein Mensch und nur Das zählt.
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Olivia
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Re: Angst

Post 28 im Thema

Beitrag von Olivia »

Hallo Simone 65,

ich glaube, die Angst entdeckt zu werden unterscheidet sich nicht, ob man wie Du in der DDR oder wie ich in der BRD aufgewachsen ist. Als Mann musste man hier "im Westen" genauso funktionieren wie ihr drüben. Auch bei uns wäre es (ich bin Jahrgang 1960 und im katholischen Bayern aufgewachsen) eine Katastrophe gewesen, hätte in der Kindheit oder in der Jugend oder im jungen Erwachsenenalter jemand mitbekommen, dass man gerne Röcke und Strumpfhosen trägt. Auch hier wurde, wie ich ja schon geschrieben habe, Angst und Scham sehr tief verwurzelt. Ich glaube, das was uns bewegt oder betrifft, ist eher Systemunabhängig.

Liebe Grüße von Olivia
ab08
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Re: Angst

Post 29 im Thema

Beitrag von ab08 »

Hallo Simone 65,

da kann ich Olivia nur bestätigen. -> Jahrgang 1950, Kleinstadt im südlichen Bayern, Hausgeburt, das Nachbargebäude ist das Kapuzinerkloster. Wer in der Umgebung als "Knabe" erzogen wurde, fügte sich und widersprach nicht. Im Gymnasium bestand die Parallelklasse jeweils aus Zöglingen des Priesterseminars usw. usw.
Natürlich wußte ich, dass es anders war, aber ich versteckte mich und brauchte lang, dieses anerzogene Korsett abzustreifen...

Liebe Grüße und alles Gute
Andrea
FÜR: Respekt, Menschenrechte und eine gelebte, demokratische Zivilgesellschaft, die Minderheiten schützt
ERGO: Umfassende Bildung für alle, effektive Regeln in Alltag und Netz, eine gut ausgestattete Polizei/Justiz
martina

Re: Angst

Post 30 im Thema

Beitrag von martina »

hallo simone,
du hast letzte woche auf dem schlossplatz gesessen. da ist ja ein bisschen was los. setze dich doch nochmal an einen ort, der sehr frequentiert von fussgängern ist. dann beobachte dort die männer, wer dir da auffällt. gut, die meisten werden in blue jeans, in anzügen, in schwarzen oder grauen hosen rumlaufen. das ist das normale. schau dir die männer an, deren hosen, schuhe, shirts, jacken. sind welche dabei, auf die du aufmerksam wirst? rote schuhe? knallgrüne hose? lila pullover? vielleicht ein versteckter rock unterm mantel? könnten nicht teile davon, was sie tragen, aus der damenabteilung sein? was meinst du, werden diese männer denken? ob sie fürchten aufzufallen? ok, sie sind dir aufgefallen. was denkst du dabei? wenn sie dir aufgefallen sind, könnten auch andere drauf aufmerksam geworden sein? was machen diese anderen? was passiert dann?

denkst du?
  • gar nichts
    mutig, wie der rumläuft
    das sieht ja beschissen aus, was der anhat
    oder irgendwas anderes?
was machen die anderen?
  • sprechen die den betreffenden mann an?
    rufen sie ihm beleidigungen hinterher?
    tuscheln sie über ihn?
    gehen sie achtlos dran vorbei?
    oder was ganz anderes?
liebe grüsse
martina
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