hallo astrid,Ich für mich kann sagen, daß ich kein anderer Mensch werde, wenn ich dem weiblichen Geschlecht zugewiesene Kleidung trage. In mir "wohnt" auch nicht Astrid, oder kommt mal zum Vorschein. Ich bin ich, egal wie ich gekleidet bin. Geschlecht ist für mich nur für die Fortpflanzung relevant. Ansonsten definiere ich mich als Mensch.
Das ist der Standpunkt, von dem ich die Thematik im Moment betrachte. Diese Einstellung bietet mir die größtmögliche Freiheit, mich zu kleiden wie ich möchte und mich zu verhalten wie ich möchte. Ohne mich dabei an gemeingültigen Geschlechtsmustern orientieren zum müssen. Einzig begrenzt durch mein persönliches Level an Courage, das auch bis zur letzten Konsequenz so durchzuziehen.
vielen dank für deine gedanken. die greife ich sehr gern auf und definiere mich entsprechend.
ich war lange jahre bemüht darum, dass ich von aussen als frau erkennbar bin, wenn ich gern weibliche kleidung angezogen habe. es war aber sehr mühsam, die perücken gefielen mir eigentlich alle nie, das makeup konnte auch die männlichen gesichtszüge nicht verschleiern. irgendwann kam die wandlung. ich wollte als mann erkennbar sein, mich nicht verstellen, nicht irgendwem was vormachen wollen, dabei trotzdem weibliche kleidung tragen. heute zieh ich gern nylonstrumpfhosen und röcke an,zeige es auch offen, will aber mein erscheinungsbild als mann nicht mehr verschleiern, sondern als ein mann auftreten, der seine bekleidungsmöglichkeiten erweitern will. damit hab ich für mich schon sehr viel freiheit gewonnen.
auch ich machte die erfahrung, dass ich kein anderer mensch werde, ob ich männlich oder weiblich bin, ob ich hose oder rock trage. ich finde es von dir schön ausgedrückt, dass geschlecht nur für die fortpflanzung relevant ist. ich kleide mich auch geschlechtsübergreifend und schau danach, was mir gefällt, unabhängig davon ob es in der männer- oder damenabteilung hängt. ich finde es auch sehr schön und greife es für mich auf,wenn du schreibst, dass du dich als mensch definierst. ich kann mir vorstellen,dass ich auf diese art nochmal ein wenig meinen freiheitsspielraum vergrößern kann. und letzten endes ist es so, wie du meinst: es hängt nur am eigenen mut und selbstvertrauen.
liebe grüße
martina