Neuvorstellung
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Wer möchte, kann sich vorstellen: bitte kurz fassen
und längere Diskussionen in den dafür vorgesehenen
Themen führen!
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Trischa

Neuvorstellung

Post 1 im Thema

Beitrag von Trischa »

Hallo liebe Menschen,
nachdem ein Artikel von mir in diesem Forum für Diskussionen gesorgt hat habe ich mir erlaubt auch ein paar Gedanken zu notieren: http://www.crossdresser-forum.de/phpBB3 ... 45#p117968. Ansonsten möchte ich mich kurz vorstellen: Mein Name ist Trischa, ich lebe in Berlin und das typischste an mir ist wohl, dass ich ein Kind meiner Zeit bin. Deshalb kommuniziere ich gerne und kann mich jetzt auch hier nicht zurück halten. Oder sollte ich das besser?
Dieses Forum finde ich lebhaft und gut umgesetzt, ja sogar spannend. Bei manchen Diskussionen würde ich mir noch etwas mehr Konstruktivität wünschen, die jedoch schon vielfach spürbar ist. Letztenendes bietet das Inet mit seinen Möglichkeiten eine Chance für das Zusammenrücken und wo Fragen sind sollte man sie klären aber auch unterschiedliche Positionen akzeptieren. Das macht Menschen und das Zusammenleben viel spannender! Manche Fragen sollen auch offen bleiben dürfen. Weil das nämlich auch bedeutet, den Wert einer Diskussion zu schätzen. Natürlich kann es aber auch nicht sinnvoll sein, wenn Dritte persönliche Fragen für einen klären. Das muss jeder für sich machen. In einem Forum können aber bestimmte Anregungen geliefert werden. Wenn das gelingt finde ich es großartig. Einmal ist es mir hier indirekt gelungen, weil ich an dieser Radioproduktion auch beteiligt war: http://www.crossdresser-forum.de/phpBB3 ... ilit=alice. Man muss hier ergänzen, dass Alice Schwarzer deshalb kritisch rüberkommt, weil sie eine Wegbereiterin von ebendiesen feministischen Geschlechterbilderbildern ist, die wir heute als Gender kennenlernen. Auch wenn Feminismus und Gender nach Geschlechtergerechtigkeit klingen kann sich leider doch dahinter etwas ganz anderes verstecken, was gerade für transsexuelle Minderheiten besonders schmerzlich ist, weil sie es auch als erste spüren. Minderheiten sind auch hier eine Art Barometer. Ein Artikel kann jedoch nicht die Lücke in der Aufklärung schließen und mein Beitrag schon gar nicht. Er kann nur eben Fragen stellen und auf ein Problem hinweisen.
Schlussendlich bedeutet eine ehrliche und offene Kritik auch immer eine Wertschetzung!
LG Trischa (na)
Vivian Cologne
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Re: Neuvorstellung

Post 2 im Thema

Beitrag von Vivian Cologne »

Herzlich willkommen, Trischa!

Du hast richtig daran getan, dich hier anzumelden und dich zu Wort zu melden. Nur durch Diskurs kommen wir weiter, und miteinander zu sprechen ist immer besser als übereinander.

Auch ich gehörte zu denen, die dich hier im Forum für deine Veröffentlichung in der "Blauen Narzisse" kritisiert haben. Ich halte es auch weiterhin für falsch, dort zu schreiben - aber das ist doch jedem Menschen freigestellt. Und mit deinen Positionen kann ich mich auch nicht anfreunden. Also ideale Voraussetzuungen, um sich hier auszutauschen!

Das Einzige, was ich schade finde: dass du nicht zum Forumstreffen in Berlin gekommen bist. Aber das lässt sich ja nachholen.

Vivian
Trischa

Re: Neuvorstellung

Post 3 im Thema

Beitrag von Trischa »

Liebe Vivian,

danke schön für Dein liebes wenn auch kritisches Feedback.

Was sind denn Deiner Meinung nach meine Positionen?

Wenn ich das mit der Einladung gewusst hätte, wäre ich natürlich gekommen :)
Ich war früher mal im SC zugegen und habe da sogar eine Gruppe mitgegründet die es noch heute gibt.

LG Trischa
Antonja

Re: Neuvorstellung

Post 4 im Thema

Beitrag von Antonja »

Herzlich willkommen, Trischa!

Lg Antonja
Anke
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Re: Neuvorstellung

Post 5 im Thema

Beitrag von Anke »

Hallo Trischa,

auch von mir ein herzliches Willkommen. Nachdem wir hier mehr über dich geschrieben haben, als uns mit dir auszutauschen, freue ich mich auf den Diskurs mit dir. Mir gefällt sehr, dass Du dich unserer Kritik stellst und sie mit deinen Argumenten beantwortest. Und dieses Forum ist sicher einer guter Platz zur konstruktiven und kontroversen Diskussion.

Deine Veröffentlichung bei der "Blauen Narzisse" hat mich erstmal fassungslos gemacht. Ich kann bis heute nicht verstehen, warum Du gerade dort geschrieben hast.

Auch inhaltlich, und da geht es mir wie Vivian, kann ich dir nicht zustimmen. Ich vermute mal, dass wir uns sicher auf einige gemeinsame Ziel einigen können. Nur bei den Wegen, die Du gedanklich einschlägst, da glaube ich, dass sie nicht zu ebendiesen Zielen führen.

Ich bin sehr auf deine Beiträge gespannt und ich freue mich darauf, sie mit ehrlicher und offener Kritik zu begleiten.

Genau wie Vivian finde ich es schade, dass Du beim Treffen nicht dabei warst.

Liebe Grüße

Anke
Sentio ergo sum. - Ich fühle, also bin ich.

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Trischa

Re: Neuvorstellung

Post 6 im Thema

Beitrag von Trischa »

Dass das ein paar Menschen verwundert hat habe ich auch zur Kenntnis genommen. Deshalb ist auch im Nachgang ein Interview entstanden:
Instrumentalisierung der Transsexuellen. Interview: http://forum.shg-dazwischen.de/viewtopi ... 1867#p1867
Anke
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Re: Neuvorstellung

Post 7 im Thema

Beitrag von Anke »

Hallo Trischa,

wenn ich das richtig verstanden habe, dann war der zentrale Punkt für die Publikation bei der BN, dass Du den Artikel woanders nicht untergebracht hättest.

Zitat: "Ich glaube nicht, dass mein queerkritischer Artikel irgendwo anders publiziert worden wäre."

Auch wenn ich das von der menschlichen Seite verstehen kann, in der Sache selbst ist das kein wirklich gutes Argument. Aber damit möchte ich es zu diesem Punkt gut sein lassen.

Viel wichtiger finde ich die inhaltliche Auseinandersetzung. Offen gestanden empfinde ich deine Ausführungen als recht theoretisch. Mir fällt es beispielsweise schwer Trans* als politische Agenda zu erkennen. Ich frage mich, was das mit der Lebenswirklichkeit zu tun hat. Vielleicht ist das in Berlin und in dem Umfeld in dem Du unterwegs bist anders ist, hier spüre ich nichts davon.

Du hast recht, als transsexuelle Frau möchte ich möglichst komplett Frau sein und unbehelligt mein Leben führen. Wenn das irgendjemand spießig findet, dann ist mir das herzlich egal. Aber dafür brauche ich mich nicht von Menschen abzugrenzen, die sich eher zwischen den binären Geschlechtern verorten, aber davon abgesehen mit ganz ähnlichen Problemen zu kämpfen haben, wie ich selbst. Entscheidend ist für mich die Gemeinsamkeit. Es sollte in unserer Gesellschaft selbstverständlich werden, dass die Menschen frei und selbst entscheiden können, wo sie sich verorten.

Die Diskussion um die Abgrenzung und Hierarchie von Begriffen hat uns bisher doch nur Uneinigkeit, Verunsicherung und mangelnde Durchsetzungsfähigkeit gebracht. Abgesehen davon ist das begriffliche Verständnis auch noch ziemlich uneindeutig. Manche Transsexuelle bezeichnen sich beispielsweise lieber als Transgender, weil der Wortbestandteil "sex" falsche Assoziationen hervorruft. Ich selbst bin über den Begriff Transsexualität aus diesem Grund auch nicht besonders glücklich, benutze ihn aber trotzdem, weil er sowohl im rechtlichen, als auch im medizinischen Bereich fest etabliert ist.

Statt mich über Begriffe wie Transgender, Transsexuelle oder Queer intern zu streiten, würde ich diese Energie viel lieber in die Durchsetzung unserer Anliegen stecken. Nach meiner Überzeugung werden wir nicht deshalb zu wenig wahrgenommen, weil uns die Homosexuellen- oder Transgenderbewegung an den Rand drängt, sondern weil wir bisher nicht in der Lage sind, uns vernünftig zu organisieren und zielgerichtet zu agieren.

Liebe Grüße

Anke
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Exuserin-2015-09-09

Re: Neuvorstellung

Post 8 im Thema

Beitrag von Exuserin-2015-09-09 »

Anke, du hast so recht!
Trischa

Re: Neuvorstellung

Post 9 im Thema

Beitrag von Trischa »

@Anke: Jeder hat ein Recht auf seine eigene Meinung und Wahrheit. Vieles von dem was Du ansprichst habe ich in meinen Beiträgen in diesem Forum und in dem Interview besprochen. Es wäre schön wenn ankommt, das Menschen zwar gleich aber verschieden in ihren Lebenswirklichkeiten sind. Es geht um Toleranz, Achtung und Sensibilisierung für Minderheiten. Das geht nur, wenn man sie auch versucht zu verstehen. Das beginnt bei jedem einzelnen Menschen aufs Neue. Im Allgmeinen müssen die Grund- und Menschenrechte gelten sowie die ganz normalen Gesetze eines Landes für jeden Menschen anwendbar sein. "Die" Männer haben auch nicht "den" Mann der alles für sie als Sprachrohr regelt und Frauen haben das auch nicht. Wozu sollen das bitte transsexuelle Menschen haben? Nur weil man einen bestimmten körperlichen Kontext hat möchte man nicht deswegen verortet werden oder ein Leben lang darauf reduziert bleiben. Das machen aber diese Queer-Konzepte. Leider. Die Silbe "Trans-" eignet sich nämlich dazu bei betroffenen Menschen zu umgehen, sie als das was sie sind wirklich zu akzeptieren. Trans* atmet immer das biologistische Geschlecht das immer widergekäut wird oder wie eine stumme Sprechblase über sie schwebt. Ich mach da gerne den Witz, dass wenn eine transsexuelle Frau ganz großartig schwimmen könnte und sie von Lissabon nach New York schwimmen würde, dann würden deutsche Zeitungen titeln: In New York wurde ein umoperierter Deutscher aus dem Wasser gezogen. Transsexuelle Frauen als Frauen finden hier gar nicht statt.

Kurze Zusammenfassungen zu den problemen findet man auch hier:
http://wcuunity.wikispaces.com/file/vie ... 281%29.pdf
http://www.queer-institut.de/category/neoliberal-queer/
ab08
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Re: Neuvorstellung

Post 10 im Thema

Beitrag von ab08 »

Hallo Trischa,

herzlich willkommen im Forum! Ich freue mich sehr, dass Du Dich hier zu Wort meldest! (flo)
Vielleicht hilft es mir, Deinen Standpunkt besser zu verstehen...

- Persönlich sehe ich mich als transsexuelle Frau, wobei für mich TS eine spezielle Form von IS bedeutet.
Die Aktivitäten von ATME begrüße ich, auch wenn ich mit der Form nicht immer einverstanden bin.
- Aber ich bin auch Beamtin, 30 Jahre aktiv im Berufsverband. Mir ist Demokratie wichtig und ich setze mich, wo ich kann, für Menschenrechte etc. (vgl.Signum) ein!
Kurz nach dem Krieg in schwierigem Umfeld aufgewachsen, wurde ich gegenüber dem speziellen Gedankengut sensibilisiert, denn die Täter verkleideten sich zwar, waren(sind?) aber weiter aktiv.
Das Gedankengut ist auch heute noch da! - Wer laut behauptet, kein Nazi zu sein, denkt eben doch meist so(*). Auch mehr oder weniger geschickte intellektuelle Verbrämung ändert nicht den Inhalt!
Somit halte ich gar nix von Pegida, AfD, "Besorgten Eltern" usw.

Bei Deinem Beitrag in der "Blauen Narzisse" ging es mir daher ähnlich wie Vivian und Anke --> Ich war ziemlich verwundert
Liebe Grüße
Andrea

P.S. Herzlichen Dank für den Beitrag http://www.crossdresser-forum.de/phpBB3 ... 45#p117968 und die dort + in anderen Beiträgen angegebene Literatur.
Englische Bücher lese ich häufig, manche Quellen sind eben nur auf Englisch (oder Französisch) verfügbar, aber auch da wähle ich aus, denn obige Einstellungen(*) gibt es anderswo auch :wink:
FÜR: Respekt, Menschenrechte und eine gelebte, demokratische Zivilgesellschaft, die Minderheiten schützt
ERGO: Umfassende Bildung für alle, effektive Regeln in Alltag und Netz, eine gut ausgestattete Polizei/Justiz
Anke
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Re: Neuvorstellung

Post 11 im Thema

Beitrag von Anke »

Trischa hat geschrieben:@Anke: Jeder hat ein Recht auf seine eigene Meinung und Wahrheit. Vieles von dem was Du ansprichst habe ich in meinen Beiträgen in diesem Forum und in dem Interview besprochen. Es wäre schön wenn ankommt, das Menschen zwar gleich aber verschieden in ihren Lebenswirklichkeiten sind. Es geht um Toleranz, Achtung und Sensibilisierung für Minderheiten. Das geht nur, wenn man sie auch versucht zu verstehen. Das beginnt bei jedem einzelnen Menschen aufs Neue. Im Allgmeinen müssen die Grund- und Menschenrechte gelten sowie die ganz normalen Gesetze eines Landes für jeden Menschen anwendbar sein.
Hallo

@Trischa: bis hier hast Du meine volle Zustimmung!

Trischa hat geschrieben:"Die" Männer haben auch nicht "den" Mann der alles für sie als Sprachrohr regelt und Frauen haben das auch nicht. Wozu sollen das bitte transsexuelle Menschen haben?
Die Frage ist einfach zu beantworten. Weil zum einen einiges im Argen liegt, das heißt es ist notwendig Veränderungen herbeizuführen. Und zum anderen, weil politische Prozesse so funktionieren, dass es einfache und klare Botschaften und eine einfache Kommunikation braucht. Ich versetze mich mal in die Lage der politischen Mandats- und Entscheidungsträger. Derzeit wissen die nicht, mit wem sie sprechen sollen.
Trischa hat geschrieben:"Nur weil man einen bestimmten körperlichen Kontext hat möchte man nicht deswegen verortet werden oder ein Leben lang darauf reduziert bleiben.
Darauf reduziert, auf keinen Fall. Trotzdem bin ich das und bleibe ich das mein Leben lang. Entscheidend finde ich ist, wie ich selbst damit umgehe. Wenn reduziert wird, dann gibt es eine die das tut und eine die sich das gefallen lässt. Diese Versuche erlebe ich auch, bisher waren sie erfolglos.
Trischa hat geschrieben:"Das machen aber diese Queer-Konzepte. Leider. Die Silbe "Trans-" eignet sich nämlich dazu bei betroffenen Menschen zu umgehen, sie als das was sie sind wirklich zu akzeptieren.
Das verstehe ich nicht. Wieso sollte diese Silbe das tun? Ich habe das schon häufig gelesen, aber noch nie eine vernünftige Erläuterung, warum das so sein sollte.
Trischa hat geschrieben:" Trans* atmet immer das biologistische Geschlecht das immer widergekäut wird oder wie eine stumme Sprechblase über sie schwebt. Ich mach da gerne den Witz, dass wenn eine transsexuelle Frau ganz großartig schwimmen könnte und sie von Lissabon nach New York schwimmen würde, dann würden deutsche Zeitungen titeln: In New York wurde ein umoperierter Deutscher aus dem Wasser gezogen. Transsexuelle Frauen als Frauen finden hier gar nicht statt.
Stimmt, das würde zumindest einige deutsche Zeitungen so schreiben. Nur was hat das mit der Silbe "Trans" zu tun. Bei den meisten Blättern, die das so schreiben, hat das doch mehr mit Sensationsgier und schlechtem Journalismus zu tun.

Liebe Grüße

Anke
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Trischa

Re: Neuvorstellung

Post 12 im Thema

Beitrag von Trischa »

Ich hatte mir das so ausgedacht, dass wenn sich jemand mit diesem Thema beschäftigt oder dieses Thema zulässt, dann kann das schon für ein wenig Pluralismus sprechen. Dass da dann leider trotzdem auch immer Raum für Probleme, Schwachsinn und Geschmacklosigkeiten bleibt ist auch ein Teil des Menschseins. Menschen sind nicht nur schön, toll und gut. Gerade wir als Minderheit müssen lernen da sehr vorsichtig zu sein. Und meistens sind die, die sagen sie seien so tolerant das Gegenteil und bei anderen kennt man vielleicht bestimmte Problemlinien sehr genau und ist dann auch beidseitig bedachter. Das bedeutet aber keine pesönliche Präferenz. Die Scheiße sieht überall gleich aus auf gut deutsch^^
Ich ziehe grundsätzlich das offene und persönliche Wort vor und in den letzten Jahren habe ich sehr oft versucht auch auf üblicheren Wegen Menschen zu sensibilisieren. Leider gelingt das nicht. Dass queer und LGBT-Kontexte nicht immer transsexuellenfreundlich sind, auch wenn das gerne so dargestellt wird, war für mich persönlich ein sehr schmerzlicher Erkenntnisprozess.
Für die Betroffenen die sich in LGBT-Räumen gut fühlen, die sollen da bitte glücklich werden. Es wird aber leider trotzdem Menschen geben, die nicht in LGBT-Konetxten leben und denken, die sich nicht als Transgender, Trans* oder Queer und vielleicht auch nicht als transsexuell definieren. In Berlin muste ich erleben, dass da sehr viel Überforderung herrscht, wenn Betroffene einfach nur sagen: Hallo! Wir sind ganz normale Menschen, Frauen, Männer und wollen nicht problematisiert, fremdbetrachtet oder in eigene Räume gesteckt werden. Ich erinnere nur mal an den Fall Alex. Das war auch Berlin.
Nochmal zurück zu dem Artikel: Wenn ich in diesem bestimmte Quellen nenne und andere nicht hat das natürlich seinen Grund. ich kann natürlich auch andere zitieren, aber helfe ich denen damit? Und dieses Thema muss überall stattfinden. WIr dürfen uns da auch nicht von einer bestimmten Gruppe vereinnahmen lassen.
Trischa

Re: Neuvorstellung

Post 13 im Thema

Beitrag von Trischa »

@Anke:
Ich hoffe, dass das folgende sachlich und freundlich rüber kommt. Bei so einer Diskussion geht es ja nicht darum, den anderen zu überzeugen. Hoffentlich verstehst Du meine Argumente und glaubst mir, dass ich das was ich sage lange überlegt habe. Viel mehr werde ich dazu jetzt nicht mehr schreiben können, weil es sonst irgendwann besserwisserisch wirkt. Ich gehe davon aus, dass Du genau weißt was Du sagst. Und das möchte ich gerne akzeptieren. Meine Worte hier sind jetzt als Abschluss an Dich gedacht: LG TD ))):s
Die Frage ist einfach zu beantworten. Weil zum einen einiges im Argen liegt, das heißt es ist notwendig Veränderungen herbeizuführen. Und zum anderen, weil politische Prozesse so funktionieren, dass es einfache und klare Botschaften und eine einfache Kommunikation braucht. Ich versetze mich mal in die Lage der politischen Mandats- und Entscheidungsträger. Derzeit wissen die nicht, mit wem sie sprechen sollen.
Dieser Diskurs ist ein neoliberaler, der aus Amerika in den 1990er zu uns geschwappt ist. Jedoch in unterschiedlicher Form. Es gibt da verschiedene Linien auch innerhalb der Queer-Bewegung. Da ist nicht alles zu kritisieren. Aber der Punkt mit der "gebündelten Stimme" durchaus. Dazu findest Du in den englischen Quellen bei Trish Salah eine ganze Menge.
Ja, es ist richtig, dass es Veränderungen braucht.
Nein, es ist nicht richtig, dass irgendwelche LGBTQ-Leute für transsexuelle Menschen im Allgemeinen sprechen können. Selbst wenn sie jemanden finden. Das geht deshalb nicht, weil Betroffene keine homogene Gruppe sind. Oder möchtest Du für mich sprechen? Oder soll ich für dich sprechen? Warum solltest Du für mich oder ich für dich sprechen? Was haben bitte LGBTQ-Vertreter in den letzten Jahren für transsexuelle Menschen gemacht? Transsexuell gibt es bald nicht mehr. Nur noch Trans*. Wie sollen z. B. homosexuelle Lobbygruppen, die meistens reine Männergruppen sind, für eine transsexuelle Frau sprechen die z. B. als Prostituierte arbeitet, die die Wirklichkeit von anderen heterosexuellen Frauen hat. Nicht weil sie sich das einbildet oder so fühlt sondern weil das die Realität ist? Hast Du eine Idee was mir transsexuelle Prostituierte so erzählen, wie man mit ihnen gerade in diesen LGBTQ-Räumen umgeht? Oder in bestimmten Hilfsangebote für Prostituierte? Wenn bekannt ist, was mit ihnen ist, werden sie da hächstselbst diskriminiert und ausgegrenzt. Betroffene müssen die Chance haben in der Mehrheitsgesellschaft partizipieren zu können. Das wird gerade aber etwas ad absurdum geführt. Es geht bei diesen Gender- und Queerdiskursen nicht um die Akzeptanzschaffung für transsexuelle Menschen sondern um eiskalte nackte Ausgrenzung. In NRW gibt es einen Runden Tisch für Prostition, der jetzt auch in Berlin etabliert werden soll, weil er so toll sei. An diesem Tisch wird transsexuelle Prostitution mitunter als Männer- bzw. gleichgeschelchtliche-prostitution verhandelt. Trans* macht transsexuelle Menschen unsichtbar. Eben weil trans* eine bestimmte Begriffsgeschichte leider hat:

Zu der Trans*Begriffsgeschichte habe ich im Interview etwas gesagt. Ich möchte Dich aber nicht belehren. Ich muss akzeptieren, das Du eine andere Position vertrittst.

Wir leben in einer Demokratie wo jeder Mensch die Möglichkeit der Partizipation haben muss. Dazu brauchen Minderheiten nicht einen zentralen Ansprechpartner. Das gibt es so in der Form nirgendwo. Gerade in Berlin machen transsexuelle Menschen mit den sogenannten LGBTQ-Ansprechpartnern durchwachsene Erfahrungen. Eben weil die wenig sensibilsiert sind.
Es gibt verschiedene Interessenvertretungen. Ich war selbst für eine Interessenvereinigung im Bundesfamilienministerium und hatte da den Eindruck gewonnen als möchte man da gerne mit unterschiedlichen Personen und Betroffenkreisen sprechen und nicht nur mit einer LGBTQ-Bewegung. Insbesondere auch die Texte von Viviane Namaste und Trish Salah sprechen hier eine sehr deutliche Sprache.

Wenn es so läuft wie Du Dir das vorstellst, dann werden weiterhin transsexuelle Menschen unsichtbar gemacht und irgendwelche LGBTQ-Vertreter tun so als würden sie transsexuelle Menschen a) kennen oder b) vertreten können. Das ist aber falsch und das sehe nicht nur ich so.
ab08
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Re: Neuvorstellung

Post 14 im Thema

Beitrag von ab08 »

Trischa hat geschrieben:Wir leben in einer Demokratie wo jeder Mensch die Möglichkeit der Partizipation haben muss. Dazu brauchen Minderheiten nicht einen zentralen Ansprechpartner.
Hallo Trischa,

"Interessenvertretungen" schätze ich, daher bin ich in unterschiedlichen Gruppen organisiert. Aber in dem Punkt gebe ich Dir nachdrücklich Recht, denn ich betrachte mich als eigenständige Person und möchte z.B. wirklich nicht, dass irgendjemand in meinem Namen für mich spricht, weil er/sie glaubt, meine Interessen vertreten zu müssen. *)
Meine Interessen vertrete ich selber. Dazu gehört aber für mich, dass ich mich, von Fall zu Fall, Gruppen anschließe oder sie wieder verlasse...

Danke für diese beiden Sätze!
Liebe Grüße
Andrea

P.S. In den Gruppen, in denen ich organisiert bin, von denen keine mit TS zu tun hat, bin ich übrigens als transsexuelle Einzelperson (seit meinem CO 2008) sehr sichtbar!
Wenn nötig, nehme ich dort auch zur Thematik Transsexualität, Intersexualität etc. Stellung. --> Die Informationsdefizite sind in dem Bereich ja groß... :wink:

*) Gefahren bzw. mögliche Folgen hast Du ja anschaulich beschrieben. (yes)

Nachtrag: (flo) Danke für die Namen "Viviane Namaste" und "Trish Salah". Ich steh halt voll im Beruf (Unterricht, diverse Zusatzaufgaben, Verbandsarbeit...).
Zwar inzwischen ordentlich bezahlt, aber ich hab auch selber erhebliche Informationsdefizite bzgl. TS/IS etc. => So freu ich mich über jeden vernünftigen Tipp :oops:
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Re: Neuvorstellung

Post 15 im Thema

Beitrag von Anke »

@Trischa

Interessante Art eine kontroverse Diskussion zu beenden. SCHADE!

Nur ein inhaltlicher Satz als Korrektur: Ich habe und hatte nie im Sinn, dass irgendwelche LGBTQ-Leute für mich oder irgendwen sprechen.

Aber da Du das als Abschluss siehst, höre ich jetzt auf an dieser Stelle zu schreiben.

Liebe Grüße

Anke
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