Ja, es geht auch um Politik. Die westliche Gesellschaft ist auf beiden Augen und auf allen Hühneraugen blind, wenn es darum geht zu erkennen, wo und wann diese Gesellschaft diese Welt zu ihren Zwecken ausbeutet und dabei Millionen von Menschen mit den Füßen tritt. Der Terrorismus hat seinen Ursprung in wesentlichen Teilen in unserem Verhalten. Ich halte es für korrekt, darauf hinzuweisen.
Soviel zur political correctness.
Über das Bedrohungspotenzial, dass aus fundamentalistischer Auslegung islamischer Prinzipien erwächst, muss genauso gesprochen werden,
Wir reden ständig darüber. Wenn man den Fernseher einschaltet, wird man sofort damit konfrontiert. Was sollen denn die ausgebeuteten Arbeiter sagen, die in Bangladesh unter erbärmlichsten Bedingungen unsere Kleidung zusammen nähen ? Übrigens sind die allermeisten davon zumindest nominell dem Islam angehörig. Wer hat den mit bewusst gelogenen Argumenten im Irak Krieg geführt ?
Ich hatte inden 80er Jahren Gelegenheit mit einem Wirtschaftsattache in Tunesien zu sprechen. Er vertrat die Meinung, dass es nicht in "unserem" (im Sinne der deutschen Vertretung) Sinn wäre, für eine Verbesserung im Lande zu sorgen. Im Gegenteil, man unterstütze die herrschende Diktatur solange sie "uns" dienlich ist.
Wie sollen den Menschen denn noch reagieren, wenn sie überall seit Generationen massiv den kürzeren ziehen ?
Damit man nicht mich nicht falsch versteht. Ich heiße die Terrorakte nicht gut. Im Gegenteil, sie sind zu verurteilen. Auch finde ich intolerante Haltungen ebenso wenig tragbar.
Ich meine, unsere westliche Gesellschaft sollte endlich aufhören, sich selbstgefällig, arrogant und ignorant zu verhalten. Wie ist das mit unserem Grundgesetz ?
Artikel 1
(1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.
(2) Das Deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt.
Dann sollte man beginnen, das Fundament dafür zu legen. Und dazu kann Jeder und Jede beitragen, in dem das gemeinsame Gespräch, also auch das Zu
hören im Mittelpunkt steht. Wir haben hier eine Menge Dinge anzuerkennen und nicht immer nur auf die Anderen zu zeigen und zu behaupten sie seien die Bösen. Letzteres schafft nur Gräben und auf Dauer Eskalation.
Ich will niemanden von Schuld freisprechen, schon gar nicht Gewalttäter. Die gibt es zuhauf auf allen Seiten. Ich vermute, Gewalt wollen die allermeisten nicht, auch auf allen Seiten.
Frieden schaffen wir nicht mit Wegsehen, Schweigen, Vorwürfen, Vorurteilen oder gar Gewalt. Für mich ist der nahe Osten das Gleiche in "klein". Warum gibt es dort keinen Frieden ? Wer hat denn seit über 60 Jahren ein Interesse, dass die Verhältnisse in der Schwebe bleiben ?