Ann-Kathrin hat geschrieben:Also da mag jetzt hart klingen aber Gesetz ist Gesetz !!!
Wenn sie sich ein Job sucht Ok Herzlich Willkommen .
Und nein ich habe nichts gegen Ausländer habe schon einigen auf dem Amt mit Papieren geholfen
und auch ein Job besorgt ....
Aber wir können nun mal nicht jeden aufnehmen und das ist fakt .
Ist halt meine Meinung . Reicht schon das wir den Griechen wieder Geld in ihren Rachen stecken

Das hinkt aber ganz gewaltig... Zum einen dürfen Asylbewerber gar keine Arbeit annehmen. Zudem besteht die sog. Residenzpflicht, d.h. ihr Radius, in dem sie sich bewegen können, ist sehr eingeschränkt. Selbst wenn sie also arbeiten könnte und wollte, sie darf gar nicht. Zudem stammt sie aus einem nicht-EU Land, d.h. selbst wenn sie hier ohne Asylantrag eingereist wäre, bräuchte sie eine Arbeitserlaubnis.
Das Problem hier ist auch gar keine Gesetzesfrage, denn es steht nicht im Gesetz, was alles konkrete Asylgründe sind oder nicht, nur allgemein gefasste Gründe. Ob die Gefahr für Leib und Leben durch geschlechtliche Diskriminierung ein Asylgrund darstellt oder nicht, unterliegt einem gewissen Ermessensspielraum. In diesem Fall kommt erschwerend hinzu, dass Bosnien-Herzegowina als "sicheres Herkunftsland" eingestuft wurde, wie es auch der Zeitungsartikel beschreibt. Das bedeutet, dass Menschen aus diesen Ländern hier praktisch keine Chance auf Asyl haben. Für die Bewertung, ob ein Land ein sicheres Herkunftsland ist oder nicht, werden Kriterien angelegt, die an dem speziellen Fall vorbei gehen - Hass- und Gewaltverbrechen wegen der geschlechtlichen Identität fallen eher nicht darunter.
Opfer solcher Gewalt und solcher Angriffe müssen dann schon sehr genau nachweisen, dass es sich um landestypische strukturelle Probleme handelt, unter der die Person leidet. Das ist für eine geflüchtete Person, die kaum belastbare Beweise mitgenommen haben wird, unglaublich schwierig. Solche Personen kommen oft ohne Papiere und ohne sonstiges Hab und Gut. Wie sollen sie dann eine schlüssige Beweisführung abliefern können?
Sicherlich bietet Asylrecht und eine liberale Flüchtlingspolitik eine gewisse Missbrauchsgefahr. Wenn ich allerdings abwäge, ob ich lieber einen Flüchtling mehr aufnehme oder dieser Flüchtling ansonsten in seinem Heimatland vielleicht einer konkreten Gefahr für Leib und Leben ausgesetzt ist, dann vertraue ich lieber auf die Aussage der Person und biete das Asyl an. Ich kann mir gar nicht vorstellen wie schrecklich es sein muss, wenn man die Gewissheit haben muss, keinen Platz mehr auf der Welt zu haben, an dem man mehr sicher sein kann. Das ist dann die Situation, die einen zum Selbstmord treiben kann - lieber tot, als sich weiter ohne Ausweg quälen lassen zu müssen. Schrecklich.
Es gibt eine Reihe von Gruppen, die sich für die Veränderung der Bewertungskriterien für die Herkunftsländer stark machen, unter anderem auch QUEERAMNESTY:
http://www.queeramnesty.de/
Wir sind eines der reichsten Länder dieser Erde, doch unsere Ausgaben, gemessen an der Gesamtwirtschaftsleistung, für Soziales und gerade Flüchtlinge, liegen im internationalen Vergleich im unteren Mittelfeld. Besitzstandsdenken ist verbreiteter, als soziales Engagement und Mitfühlungsvermögen. Keine schöne Entwicklung.
Liebe Grüße
nicole