Süddeutsche: Transsexuelle(r) Flüchtling aus Regensburg
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nicole.f
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Süddeutsche: Transsexuelle(r) Flüchtling aus Regensburg

Post 1 im Thema

Beitrag von nicole.f »

24. Februar 2015, 18:40
Transsexueller Flüchtling aus Regensburg "Ich weiß nicht, was Glück ist"

http://www.sueddeutsche.de/bayern/trans ... -1.2365297

Zitat:
"
  • Die 24-jährige Dervisa R. ist transsexuell. In ihrer Heimat Bosnien-Herzegowina wurde sie misshandelt und beschimpft.
  • In Deutschland wird ihr Asylantrag abgelehnt, sie soll abgeschoben werden. Der Protest von 40 Aktivisten verhindert das.
  • Kurz danach versuchte R. sich umzubringen.
  • Die Abschiebung droht R. immer noch - auch weil Bosnien-Herzegowina als sicherer Herkunfsstaat gilt.
"

Erschütternd.

Liebe Grüße
nicole
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Katharina P.
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Re: Süddeutsche: Transsexuelle(r) Flüchtling aus Regensburg

Post 2 im Thema

Beitrag von Katharina P. »

Der Verwaltungsrichter hat gesagt, Derviza müsse ja ihre "Neigung nicht offen zeigen"

Da fehlen mir schlicht die Worte. :((a
Liebe Grüße
Katharina
Katharina P.
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Re: Süddeutsche: Transsexuelle(r) Flüchtling aus Regensburg

Post 3 im Thema

Beitrag von Katharina P. »

Liebe Grüße
Katharina
Vivian Cologne
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Re: Süddeutsche: Transsexuelle(r) Flüchtling aus Regensburg

Post 4 im Thema

Beitrag von Vivian Cologne »

Hallo Ann-Kathrin,

ja, was denn nu? Fakt oder Meinung?

Sie soll sich eine Arbeit suchen? Nun, im Moment erholt sie sich von ihrem Selbstmordversuch. Und das Abschiebeverfahren läuft. Da ist die Arbeitssuche zumindest erschwert.

Ja, unser Boot ist voll. Wir können nicht alle aufnehmen. Kenne ich alles. In diesem Fall fällt es mir allerdings schwer, keine Empathie aufzubringen, auch wenn ich sie gar nicht kenne. Aber die Schilderung dessen, was TS anscheinend in einem Land nicht fern von hier aushalten, sollte zum Nachdenken anregen. Und sei es nur, um festzustellen, wie schön wir es hier haben ...

Vivian
ab08
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Re: Süddeutsche: Transsexuelle(r) Flüchtling aus Regensburg

Post 5 im Thema

Beitrag von ab08 »

Hallo Ann-Kathrin,

in einer Demokratie dürfen bestehende Gesetze und Regelungen auch kritisiert werden. Gesetze sind nicht "sakrosankt".

--- In Diktaturen gibt es oft menschenrechtswidrige Regelungen (z.B. Schießbefehl), auf die sich niemand später berufen sollte.
Denn, wer solche Regelungen befolgt, wird trotzdem hinterher meist zur Rechenschaft gezogen...

--- Aber auch einzelne Gesetze / Ausführungsbestimmungen in Demokratien widersprechen bisweilen Menschenrechten.
Daher müssen Gesetze Kritik aushalten und Überprüfungen standhalten.

Liebe Grüße
Andrea

P.S. Bzgl des Seitenhiebs auf Griechenland --> Wahrscheinlich geschah es aus Unachtsamkeit.
Trotzdem verlinke ich wieder die Checkliste http://www.stoppt-hasspropaganda.de/checkliste/ , die uns alle mahnt. :wink:
FÜR: Respekt, Menschenrechte und eine gelebte, demokratische Zivilgesellschaft, die Minderheiten schützt
ERGO: Umfassende Bildung für alle, effektive Regeln in Alltag und Netz, eine gut ausgestattete Polizei/Justiz
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Re: Süddeutsche: Transsexuelle(r) Flüchtling aus Regensburg

Post 6 im Thema

Beitrag von conny »

Natürlich dürfen in einer Demokratie Gesetze kritisiert werden und das muss bisweilen sogar, damit sie ggfls. den vielfältigen Veränderungen angepasst werden. Problematisch ist es bei vielen Gesetzen jedoch, sie so zu formulieren, dass es keine Missverständnisse geben kann und alle Eventualitäten berücksichtigt werden.
Das gelingt natürlich nicht immer, was dann z.B. bei der Asylantenfrage zu den sog. "Härtefällen" führt, die besondere Berücksichtigung erfordern, da hilft dann manchmal auch die Kirche nach.
nicole.f
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Re: Süddeutsche: Transsexuelle(r) Flüchtling aus Regensburg

Post 7 im Thema

Beitrag von nicole.f »

Ann-Kathrin hat geschrieben:Also da mag jetzt hart klingen aber Gesetz ist Gesetz !!!
Wenn sie sich ein Job sucht Ok Herzlich Willkommen .
Und nein ich habe nichts gegen Ausländer habe schon einigen auf dem Amt mit Papieren geholfen
und auch ein Job besorgt ....

Aber wir können nun mal nicht jeden aufnehmen und das ist fakt .
Ist halt meine Meinung . Reicht schon das wir den Griechen wieder Geld in ihren Rachen stecken ;-)
Das hinkt aber ganz gewaltig... Zum einen dürfen Asylbewerber gar keine Arbeit annehmen. Zudem besteht die sog. Residenzpflicht, d.h. ihr Radius, in dem sie sich bewegen können, ist sehr eingeschränkt. Selbst wenn sie also arbeiten könnte und wollte, sie darf gar nicht. Zudem stammt sie aus einem nicht-EU Land, d.h. selbst wenn sie hier ohne Asylantrag eingereist wäre, bräuchte sie eine Arbeitserlaubnis.

Das Problem hier ist auch gar keine Gesetzesfrage, denn es steht nicht im Gesetz, was alles konkrete Asylgründe sind oder nicht, nur allgemein gefasste Gründe. Ob die Gefahr für Leib und Leben durch geschlechtliche Diskriminierung ein Asylgrund darstellt oder nicht, unterliegt einem gewissen Ermessensspielraum. In diesem Fall kommt erschwerend hinzu, dass Bosnien-Herzegowina als "sicheres Herkunftsland" eingestuft wurde, wie es auch der Zeitungsartikel beschreibt. Das bedeutet, dass Menschen aus diesen Ländern hier praktisch keine Chance auf Asyl haben. Für die Bewertung, ob ein Land ein sicheres Herkunftsland ist oder nicht, werden Kriterien angelegt, die an dem speziellen Fall vorbei gehen - Hass- und Gewaltverbrechen wegen der geschlechtlichen Identität fallen eher nicht darunter.

Opfer solcher Gewalt und solcher Angriffe müssen dann schon sehr genau nachweisen, dass es sich um landestypische strukturelle Probleme handelt, unter der die Person leidet. Das ist für eine geflüchtete Person, die kaum belastbare Beweise mitgenommen haben wird, unglaublich schwierig. Solche Personen kommen oft ohne Papiere und ohne sonstiges Hab und Gut. Wie sollen sie dann eine schlüssige Beweisführung abliefern können?

Sicherlich bietet Asylrecht und eine liberale Flüchtlingspolitik eine gewisse Missbrauchsgefahr. Wenn ich allerdings abwäge, ob ich lieber einen Flüchtling mehr aufnehme oder dieser Flüchtling ansonsten in seinem Heimatland vielleicht einer konkreten Gefahr für Leib und Leben ausgesetzt ist, dann vertraue ich lieber auf die Aussage der Person und biete das Asyl an. Ich kann mir gar nicht vorstellen wie schrecklich es sein muss, wenn man die Gewissheit haben muss, keinen Platz mehr auf der Welt zu haben, an dem man mehr sicher sein kann. Das ist dann die Situation, die einen zum Selbstmord treiben kann - lieber tot, als sich weiter ohne Ausweg quälen lassen zu müssen. Schrecklich.

Es gibt eine Reihe von Gruppen, die sich für die Veränderung der Bewertungskriterien für die Herkunftsländer stark machen, unter anderem auch QUEERAMNESTY:
http://www.queeramnesty.de/

Wir sind eines der reichsten Länder dieser Erde, doch unsere Ausgaben, gemessen an der Gesamtwirtschaftsleistung, für Soziales und gerade Flüchtlinge, liegen im internationalen Vergleich im unteren Mittelfeld. Besitzstandsdenken ist verbreiteter, als soziales Engagement und Mitfühlungsvermögen. Keine schöne Entwicklung.

Liebe Grüße
nicole
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Inga
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Re: Süddeutsche: Transsexuelle(r) Flüchtling aus Regensburg

Post 8 im Thema

Beitrag von Inga »

Hallo, miteinander,

gerade habe ich den verlinkten Artikel in der Süddeutschen gelesen und muss erst einmal tief durchatmen.

Ist doch unglaublich, was Dervisa schon alles aushalten musste, bevor sie nach Deutschland kam!

Sie hat wirklich nicht die platte Stammtischsprüche vom "vollen Boot" und "nicht jede aufnehmen können" verdient. Sie ist eine von uns! Sie hat Anspruch auf unser Mitgefühl und unsere Unterstützung. Dass sie hier bleiben kann, um wenigstens hier etwas von dem in Frieden leben zu können, wie sie eigentlich ist!

Liebe Grüße
Inga
Katharina P.
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Re: Süddeutsche: Transsexuelle(r) Flüchtling aus Regensburg

Post 9 im Thema

Beitrag von Katharina P. »

Liebe Vivian, liebe Andrea, liebe Conny, liebe Nicole und liebe Inga,

ich danke Euch sehr für Eure Beiträge! (ap) (ap) (ap)
Liebe Grüße
Katharina
Astrid
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Re: Süddeutsche: Transsexuelle(r) Flüchtling aus Regensburg

Post 10 im Thema

Beitrag von Astrid »

Hallo Ann-Kathrin,
Ann-Kathrin hat geschrieben:...
Aber wir können nun mal nicht jeden aufnehmen und das ist fakt .
...

Fakt ist aber auch, daß Dervisa nun mal hier bei uns in Deutschland ist und eine Abschiebung in ihre Heimat für sie wohl den sicheren Tod bedeuten würde - auf welche Weise auch immer, früher oder später.

Der Gedanke, daß man dieser Frau und allen anderen, die schweres Leid erfahren mußten und hier in Deutschland gelandet sind, den Schutz verwehrt, ist mir unerträglich.
Hast Du den Artikel überhaupt gelesen? Ich bezweifle das bei Deinen Aussagen.

Klar, "Gesetz ist Gesetz".
Aber wenn Gesetze den Tod bedeuten, dann sind sie falsch und müssen geändert werden.
Und bis dahin sollten wir erstmal eins tun: Helfen, nicht abschieben.

Liebe Grüße - Astrid
Anke
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Re: Süddeutsche: Transsexuelle(r) Flüchtling aus Regensburg

Post 11 im Thema

Beitrag von Anke »

Ann-Kathrin hat geschrieben:Also da mag jetzt hart klingen aber Gesetz ist Gesetz !!!
Wenn sie sich ein Job sucht Ok Herzlich Willkommen .
Und nein ich habe nichts gegen Ausländer habe schon einigen auf dem Amt mit Papieren geholfen
und auch ein Job besorgt ....

Aber wir können nun mal nicht jeden aufnehmen und das ist fakt .
Ist halt meine Meinung . Reicht schon das wir den Griechen wieder Geld in ihren Rachen stecken ;-)
Hallo,

das klingt nicht nur hart, das ist es auch. Und außerdem ist es falsch.

Gesetze sind nie eindeutig und bieten immer Spielraum für Auslegungen. Auch aus diesem Grund gibt es so viele Juristen.

Und wie Andrea bereits schrieb, in einer Demokratie dürfen, sollen und müssen Gesetze auch kritisiert werden. Auch davon lebt Demokratie.

Wir brauchen auch nicht jede und jeden aufnehmen, denn die kommen ja gar nicht. Aber die die kommen und um ihr Leben fürchten, egal ob aus religiösen, politischen oder anderen Gründen, die sollten wir willkommen heißen und ihnen unsere Unterstützung geben. Letztendlich geht es hier um Menschlichkeit und die sollte im Vordergrund stehen.

Und wenn ich mir ansehe, was andere wesentlich ärmere Länder als Deutschland an Flüchtlingen im Kontext regionaler Konflikte aufnehmen, dann frage ich mich, warum wir das hier in Deutschland nicht zustande bekommen. Um mal ein Beispiel zu nennen: Der Libanon hat 4 Mio. Einwohner und hat rund 1 Mio. Flüchtlingen aus Syrien aufgenommen. Dagegen haben in Deutschland, wo rund 80 Mio. Menschen leben, im Jahr 2014 gerade mal rund 200.000 Personen einen Asylantrag gestellt.

Merkwürdig finde ich in diesem Zusammenhang immer das Argument Arbeit und Job. Asylbewerbern war das lange untersagt und erst jetzt gibt es dazu Lockerungen. Und die meisten würden lieber heute als morgen eine Arbeit aufnehmen, statt den Tag im Asylbewerberheim totzuschlagen.

Liebe Grüße

Anke
Sentio ergo sum. - Ich fühle, also bin ich.

Les femmes sont fortes quand elles sont feminines. (Coco Chanel)

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