ich muss mich erst ein mal entschuldigen, weil es so lange gedauert hat mit der Fortsetzung. Bei mir beginnen bald die Handwerker mit den Sanierungsarbeiten in de Wohnung. Da habe ich neben meiner Arbeit vieles noch zu erledigen. Zum Schreiben blieb keine Zeit. doch jetuzt ist wieder ein Teil fertig, viel Vergnügen.
Wir haben es inzwischen November. Und über Nacht ist der Winter bei uns eingekehrt. Es ist reichlich Schnee gefallen. Meine Mutter hat mich deshalb eher geweckt. "Claudia, der erste Schnee ist gefallen. Wir müssen beide unseren Gehweg räumen." Ungläubig bewege ich mich ans Fenster. Alles im besten Weiß. So beeile ich mich um meiner Mutter zu helfen. Danach frühstücken wir noch gemeinsam. Zum ersten Mal ziehe ich die neuen Stiefel mit der Profilsohle an. Zu meinem Mantel einen bunten Schal passend zur Mütze. Denn es ist wirklich sehr kalt geworden, wie ich beim Schneefegen feststellte. So machteich mich auf den Weg zum Bahnhof. Der Bus und die Eisenbahn sind auch vom Winter überrasch worden. Beide haben Verspätung. Am Platz vor dem Bahnhof fällt mir eine Gruppe junger Männer auf, welche mit einer Schneeschippe bewaffnet die Treppen vom Schnee räumen. Ich muss zum Bahnhof an ihnen vorbei. Mir fallen die derben Reden auf, die die Männer führen. auf einmal fällt mir die Geschichte vom Sohn des Arbeitskollegen meiner Mutter wieder ein. Wie er keine Lehrstelle fand und zum Schneeräumen verpflichtet wurde. Auch ich hätte hier stehen müssen, wenn ich nicht die Chance bei Frau Lindner genutzt hätte. Wie gut habe ich es doch, denke ich. Ich darf schöne Kleidung tragen, habe eine beste Freundin und darf eine Frau werden. Mein Leben ist erfolgreich geworden. So in Gedanken versunken wäre bald mein Zug ohne mich abgefahren.
Gerade noch rechtzeitig erreichte ich die Schule. Im Klassenzimmer angekommen, stellte ich fest ich bin nicht die Letzte. Acht Mädchen, die aus anderen Orten kommen, sind noch nicht da. Madelaine erwarte mich schon. Sie bemerkte meine neue Frisur. "Ich denke du warst gestern beim Arzt? Oder hat er auch noch ein Haarstudio?" "Natürlich nicht. Ich habe dir doch den Bericht über die neuartige Haarfarbe gezeigt. So war ich nach dem Arztbesuch bei unserer Frisörin." "Und was sagt deine Mutter dazu?" "Sie war mit. Wir hatten uns verabredet." "Es steht dir gut, Claudia." Wir merkten nicht, dass noch kein Lehrer mit dem Unterricht begann. So unterhielten wir uns weiter. Jetzt wollten auch die Anderen wissen was ich mit meine Haaren gemacht habe. Und auch ob meine Untersuchung gut verlaufen ist. Nach und nach kamen die restlichen Mädchen an. Dann kam auch unsere Lehrerin und entschuldigte sich für ihr zu spät kommen.
Am späten Nachmittag soll ich noch bei meinem Frauenarzt vorbeigehen. Ich benötige neue Medikamente. jetzt fuhren alle Busse und Bahnen wieder pünktlich. So war ich gegen siebzehn Uhr in der Praxis angekommen. An das Ablegen der Kleidung für die Untersuchung kann n ich mich nicht richtig anfreunden. Aber ich möchte doch die Medikamente. Doktor Michaelsen betrachtet meine Brust. "Darf ich bitte ihre Brust abtasten, Frau Bergner? Nur damit sich keine Verhärtungen, die da nicht hingehören bilden." Ich dachte wieder nur an mein Rezept, als ich antwortete, " Ja." Ich spürte wie Doktor Michaelsen meine Brust abtaste. "Alles fühlt sich weich an, Frau Bergner." Nach einer Weile, " Und Die Brust hat sich schon gut entwickelt in der kurzen Zeit. und Wie ich sehe entwickelt sich auch ihr Hüfte langsam in die weibliche Richtung. Das heißt, die Fettverteilung stellt sich bei ihnen um." Dann überreichte er mir mein Rezept. Ich verabschiedete mich und ging noch in die Apotheke. Zu Hause betrachtete mich im Spiegel. Das mit den Hüften ist mir nicht aufgefallen. Sicher sitzen die Röcke besser als im Sommer. Ich habe es aber auf den Sport, denn tanzen ist eine Art Sport, geschrieben. Nach dem Abendbrot frage ich meine Mutter, "Findest du, dass meine Hüften breiter werden?" "Wie kommst du darauf?" "Na mein Frauenarzt meint ich werde langsam weiblicher." Jetzt sieht mich meine Mutter genauer an. "Bitte dreh dich langsam um." "Na ja, mir ist es nicht so aufgefallen. wir sehen uns ständig. Aber dein Rock sitzt irgendwie anders als vor Wochen." "Wie anders." "Der Stoff fällt so, wie er bei Frauen neben fällt. Die Hüften sind bei Frauen nun mal breiter." "Ob meine Hüften noch breiter werden, Mama?" "Ein wenig denke ich schon. Sie mich an." Ich dachte meine Mutter ist eine schöne Frau. Und wenn ich auch so werde. Bin ich zufrieden.
In der Nacht ist neuer Schnee gefallen. Aber nicht mehr so viel wie gestern. So hat meine Mutter heute den Schnee alleine gefegt. Ich habe dafür unser Frühstück gemacht. Beim Frühstück dankte ich ihr für meine Ausbildung. sei schaute etwas verwundert. so erzählte ich ihr die Begegnung von gestern am Bahnhof mit den Arbeitern. "Mein Mädchen, ich habe doch nur dass getan, was jede andere Mutter auch für ihre Tochter getan hätte. Mir fiel schon lange auf, dass du nie so ein Junge warst, wie die anderen in der Nachbarschaft. Und mit der Ausbildungstelle ist ein Glücksfall für dich. Du hast mir doch selbst deine Gefühle ausgebreitet, als du tanzen wolltest und mich um einen Termin beim Frauenarzt fragtest." Was konnte dazu noch sagen. Ich muss ihr Recht geben und bin glücklich dabei.
In der Schule angekommen freute ich mich auf den Unterricht. Unsere Klassenlehrerin informierte uns, dass in der letzten Woche vor Weihnachten in der Schule die große Weihnachtsfeier der Schule stattfindet. Jede Klasse soll sich Gedanken machen, was sie zu dem Fest beitragen kann. "Ihr beiden geht doch tanzen?" , kommt es von mehreren. "Wie ist es, wollen wir nicht einen Tanz aufführen?" ich sah zu Madelaine, und sie zu mir. "Da müsst ihr aber mit zu Training komme." , sprach ich und musste schmunzeln. Wusste ich doch, dass einige doch nicht die Sportlichsten sind. Und Tanzen ist Sport. Aber am Ende stimmten alle dafür. So sprachen wir im Sportunterricht mit frau Rietschel über unseren Plan. "Da habt ihr euch was vorgenommen. Gut dann werden wir die Sportstunden nutzen um euren Auftritt vorzubereiten." Für Madelaine und mich war es eine kleine Freude die anderen zu beobachten. Später als die anderen längst auf dem Heimweg waren und Madelaine und ich auf das Training mit unserer Tanzgruppe warteten. Kam Frau Rietschel auf uns zu. "Ist das euer Vorschlag gewesen?" "Nein Frau Rietschel. Die Mädchen unserer Klasse wissen das wir tanzen. Sie denken es ist einfach." "Das denken viele. Aber ich werde sie nicht überfordern." Langsam füllte sich die Sporthalle mit den Mitgliedern unseres Tanzkurses. Auch hier ist meine neue Haarfarbe gleich Thema des Abends. Da am Wochenende ein Auftritt zu einer Weihnachtsfeier ansteht erläutert Frau Rietschel den Ablauf. Dann proben wir den Ablauf der Tänze. Es wird die erste Weihnachtsveranstaltung in der ich auftreten werde.
Eine Fortsetzung wird folgen. Nur muss ich abwarten wie die Sanierung vorankommt.
Liebe Grüße eure Magdalena