Ein wunderschönes guten Morgen @ All.
Hin und wieder mal machte ich mir darüber Gedanken Wie/Wann erzähle ich meinen Kids von meinem Schatz Michi. Geduldig legte ich dieses Thema immer wieder zur Seite, weil ich wusste, dass ich's merken/fühlen würde, wenn es soweit ist.
Vor einer Weile kam meine Tochter (15) mit dem Thema Transgender nach Hause, welches sie momentan im Unterricht lehren/besprechen. Naja es gab nicht all zu viel Neues für Sie zu hören/zu sehen, da mein bester Freund Transgender ist und meine Kids (15+8) mit diesem Thema seit 3 Jahren ganz normal umgehen. Ich nahm das neue Unterrichtsthema als Anlass mir einen ruhigen Moment auszusuchen um mit meiner Tochter über Michi zu reden.
Ich denke, ich werde dieses innige Gespräch mein Leben lang nicht vergessen. Ich war emotional total ruhig, Sie lag mit ihrem Kopf auf meinem Bauch und ich streichelte, spielte mit ihren wunderschönen langen Haaren, kraulte ihre Kopfhaut und begann dabei ihr zu erzählen ...
Natürlich ist mein bester Freund diesbezüglich immer ein sehr guter und auch leichter Einstieg.
Wir quatschen über Ihn, über den Schulstoff, über ihre Gedanken und Gefühle dabei.
Beide meiner Kids kennen meine Einstellung zu den Wesen auf unserem Planeten ...Jedes Wesen wünscht sich geliebt zu werden, egal was es ist oder wie es geboren wurde, oder wo es geboren wurde!
Als ich sie daran erinnerte, sich immer klar zu machen, dass jedes andere Wesen Schmerz wahrnehmen kann, und das jedes andere Wesen sich wünscht geliebt zu werden, genau so wie es Victor Hugo sagte: "Es gibt nichts Schöneres, als geliebt zu werden, geliebt um seiner selbst willen oder vielmehr trotz seiner selbst!" ..führte ich sie behutsam in eine für sie noch neue Welt.
Ich erzählte ihr, dass es für die meisten Menschen nur Mann und Frau bzw männlich und weiblich gibt.
Ich erklärte ihr dann mit Hilfe von Paul Claudel's Worten: "Die Wahrheit hat nichts zu tun, mit der Anzahl der Leute, die von ihr überzeugt sind.".
Ich begann ihr zu erzählen das die Welt in der wir leben, unwahrscheinlich viele Facetten hat. Facetten die wir bereits kennen, Facetten die wir noch entdecken, und Facetten die wir niemals erfahren werden und sie aber trotzdem existieren.
Ich bin ein Wesen, dem der allererste Moment, wo ich etwas zum allerersten mal wahrnehme, sehr sehr wichtig ist. Es gibt kein zweites erstes mal! Und somit machte ich mir Gedanken, welche Bilder/Aufnahmen die ersten sein sollen, die meine Tochter zum Thema Crossdresser sehen soll. In meiner Wahrnehmung sollte dieser Moment ein schöner Moment für sie sein, ich wünschte mir dass meine Tochter sich beim Anblick der Bilder wohlfühlen kann. Meine Wahl viel auf dieses hier ....
http://www.crossdresser-forum.de/phpBB3 ... 79#p219879 ...und ich möchte Andrea K für diesen Thread nochmals herzlichst danken.

Mein Wunsch ging in Erfüllung. Sie schaute das Video nicht nur einmal mit mir an. Sie wollte es mehrmals sehen. Und sie fing an Fragen zu stellen und wir unterhielten uns über dies und das. Das Schminken war natürlich ein großes Thema. Ich erzählte ihr nochmals vom Bartschatten, was bei den Jugendlichen in diesem Video noch nicht so ein großes Thema ist. Das Thema war ihr allerdings nicht so neu, da wir auch zwei Transfrauen in unserem Bekanntenkreis haben, die sie Beide schon kennengelernt hat.
Als ich merkte das meine Tochter sich in keinster Weise negativ äußerte, sie im Gegenteil interessiert Fragen stellte ..ging ich einen Schritt weiter.
Ich erzählte ihr, dass es Männer (auch in unserem Umfeld) gibt, die nach wie vor auch als Erwachsener diesen Herzenswunsch in sich tragen, Frauenkleidung hin und wieder anziehen zu wollen.
Ich erzählte ihr, dass diese Menschen oft von Kindheit an sich viele, viele, nicht mehr zählbare Gedanken über sich selbst und ihr Umfeld mach(t)en. Ich erzählte ihr, dass es Kinder/Jungs gibt die mit diesen Gedanken ihre ganze Kindheit alleine sind. Oft genug fangen sie an falsche Gedanken die in ihnen aus Unwissenheit entstehen, zu glauben. Schlimmer noch, diese (falschen) Gedanken setzen sich während ihrer Entwicklung manchmal sooo fest, dass diese Jungen und auch Männer, sich selbst die Schuld daran geben, so anders als alle anderen zu sein.
Und Ja, ich verheimlichte ihr nicht, dass es genügend Jugendliche, und auch Männer gibt, die dieses Alleinsein in dieser Situation nicht verkraften und sich oft auch mit Gedanken der Selbsttötung quälen.
Zu diesem Zeitpunkt erzählte ich ihr von Michi.
Sie hörte es sich an und sie zeigte mir mit ihren Fragen, was sie nicht verstand. Als erstes wollte sie wissen ob Michi sich schminkt. Sie fragte nach Nagellack. Sie verstand nun, warum Micha so schöne Fingernägel hat. Sie fragte nach den Haaren, und als sie wusste dass er/sie Perücken trägt, wollte sie sofort die Haarfarben wissen ...und sie war mit den Haarfarben einverstanden.

An diesem Punkt ging ich einen Schritt weiter und zeigte ihr zum ersten mal Michi ..
viewtopic.php?p=199725#p199725 .... Sekunden der Stille herrschten und ich wartete geduldig auf ihre ersten Worte. Dann meinte sie zu mir ..sie erkennt seine Nase und seinen Mund. Die Brille gefällt ihr aber nicht. Sie wolle ein Bild sehen wo sein/ihr Gesicht zu sehen ist, und ich zeigte ihr ohne zu zögern ein paar Kopfbilder aus Michi's Galerie. Erst nachdem sie Micha/Michi richtig erkannte konzentrierte sie sich auf den Rest des Körpers. Erst dann kamen die Feststellungen .."Wow, was für lange dünne Beine! Das weiß ich doch gar nicht. Wieso sind seine Beine sooo schön?"
Ich erzählte ihr von Michi's kleiner Leidenschaft FSH und Minirock. Sie forderte prompt Bilder ein und hatte nix zu meckern.
Warum erzähle ich euch jetzt erst darüber?
Nun ja, ich schwieg im vollen Bewusstsein wegen Michi. Mir war es wichtig, das eine Zeit nach diesem Mutter-Tochtergespräch verstreicht. Ich wollte Michi erst zeitverzögert von diesem Gespräch erzählen, damit Sie rückblickend selbst beurteilen kann, wie meine Tochter, in der letzten Zeit, mit diesem Wissen, sich Ihm/Ihr gegenüber verhalten hat.
Und in meiner Wahrnehmung hat sich nix zwischen uns 4 verändert.

Namaste

•Liebe & Mitgefühl sind die höchsten Formen von Intelligenz.
•Du musst selbst zu der Veränderung werden, die du in der Welt sehen willst. Mahatma Gandhi
•Irgendwo ist Jemand glücklich mit weniger als du hast!
*Wer mag, ich bin gerne da mit 💖,👂und📝*