Hallo Christie,
das hört sich nicht gut an und es tut mir leid, das zu hören. Ich kenne diese Gefühle, aber bisher habe ich des Glück gehabt, dass es nur relativ überschau- und aushaltbare Zeiten waren. Ich glaube, dass Verdrängen nutzlos ist und viel Kraft kostet. Verdrängen geht nur, wenn das Problem noch nicht vollends ins Bewusstsein gelangt ist. Das habe ich viele Jahrzehnte geschafft....und es ist heute für mich unfassbar, wie ich das habe schaffen können.
Mich wundert es, diese Zeit relativ unbeschadet überstanden zu haben.
Jetzt stehe ich an einer Weggabelung und ich weiß nicht weiter. Eines ist mir aber klar, zurück geht es nicht. Das macht mir Angst, weil ich kein sehr mutiger Mensch bin und immer schon einschneidende Veränderungen bedrohlich fand. Ich habe meist den Weg des geringsten Widerstandes gewählt.
Aber auch das geht nun nicht mehr, weil ich spüre, dass es mein Unglück wäre, denn ich könnte die innere Zerrissenheit nicht mehr loswerden, die mich lähmt und traurig macht. Alles in mir drängt nach Entfaltung.
Glücklicherweise bekomme ich Hilfe von meiner Familie...Verständnis (manchmal ist es ein Ringen) und Zu-mir- stehen, aber auch schon mal ein Voranschieben, wenn ich mal wieder wie gelähmt vor der "Schlange" sitze. Am Ende muss ich natürlich jede Entscheidung selber treffen und verantworten....
und dafür brauche ich Hilfe. Ich habe damit begonnen, mich einem kleinen Personenkreis zu offenbaren ( es tut mir gut darüber reden zu können).
Außerdem habe mich einer Selbsthilfegruppe angeschlossen und mit meiner Frau besuchte ich zuletzt einen Stammtisch. Ab Januar werde ich dann professionelle Hilfe in Anspruch nehmen (Psychiaterin/Psychologin).
Wenn du das Gefühl hast, du brauchst eine Pause, dann nimm sie dir, aber wenn du dabei leidest, dann sehe ich es wie Anne-Mette, such dir Hilfe, damit du weiterkommst.
Ich wünsche dir dafür viel Kraft und Mut.
Liebe Grüße, Dita
