Zwischengeschlecht.org - Pressemitteilung
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Anne-Mette
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Menschenrechte auch für Zwitter!
P R E S S E M I T T E I L U N G
presse@zwischengeschlecht.info
+41 (0)76 398 06 50
Abmahnungen statt Aufarbeitung: Wenn's um Kritik an medizinisch nicht notwendigen Genitaloperationen an Kindern mit "atypischen" körperlichen Geschlechtsmerkmalen geht, zeigt das Uniklinikum Leipzig ebenso wenig Musikgehör wie für die Menschenrechte der Betroffenen. Diese lassen sich jedoch nicht einschüchtern und protestieren heute und morgen beim Neuen Augusteum einmal mehr gewaltfrei gegen das andauernde Unrecht nicht nur, aber auch in der Universitätskinderklinik Leipzig, die unverändert die ganze Palette von Intersex-Genitalverstümmelungen anbietet.
Anlass ist der von der Universität Leipzig ausgerichtete Pädiaterkongress "Ja-Ped 2014", der berüchtigte Verfechterinnen und Verfechter irreversibler, kosmetischer Genitaloperationen, Hormongaben, Sterilisationen und weiteren Eingriffen an Intersex-Kindern ohne Einwilligung oder Evidenz ein Podium bietet. Ein besonderer Kritikpunkt stellt die auf Ende Jahr angekündigte, neue medizinische Leitlinie "Störungen der Geschlechtsentwicklung" dar, die am Augustusplatz in einer gleichnamigen Arbeitsgruppe vorbereitet wird, und die — entgegen jüngster Lippenbekenntnisse als Reaktion auf die wachsende öffentliche Kritik — auch in der neuen Fassung die altbekannten Verstümmelungspraktiken und Zwangsbehandlungen propagiert.
Nichtsdestotrotz, der Druck auf die unbeirrbaren Mediziner steigt. Der UN-Sonderberichterstatter über Folter forderte unlängst ein gesetzliches Verbot. Ebenso der Europarat, die Weltgesundheitsorganisation, die Deutsche Gleichstellungs- und Frauenministerkonferenz, die Österreichische Kinder- und Jugendanwaltschaft und die Schweizerische Nationale Ethikkommission.
Die Liste lässt sich weiterführen: Zum morgigen "Intersex Solidarity Day" (8. November) werden die Protestierenden den in Leipzig anwesenden Leitlinienverantwortlichen einen von weit über hundert Betroffenen und Unterstützer_innen unterzeichneten Offener Brief persönlich überreichen (und allen weiteren per Post zustellen). Dieser listet mehr als 20 staatliche und internationale Stellen, die menschenrechtswidrige schädliche Praktiken an Intersex-Kinder bereits explizit kritisieren — und zunehmend auch Aufarbeitung und Entschädigung fordern.
Auch vor Gericht bläst den Tätern mittlerweile ein rauher Wind entgegen: Während 2008 im weltweit 1. "Zwitterprozess" zu Köln lediglich ein einzelner Chirurg belangt und letztlich zu 100'000 Euro Schadenersatz verurteilt wurde, ist in einem derzeit in Nürnberg laufenden Verfahren zusätzlich die Universitätsklinik Erlangen angeklagt. Und in einem weiteren in den USA sowohl auf Staates- wie Verfassungsebene hängigen Verfahren wurden kürzlich alle Anträge auf Einstellung für diejenigen Beteiligten, die nicht persönlich das Skalpell führten, von den zuständigen Gerichten definitiv abgelehnt.
Seit mehr als 20 Jahren gehen Überlebende von Intersex-Genitalverstümmelungen an die Öffentlichkeit und auf die Straße. Die sich momentan international formierende Zwitterbewegung stellt sich auf einen langen, erbitterten Kampf ein. "Meinen Körper haben sie unwiederbringlich zerstört, die Folgen muss ich für den Rest meines Lebens tragen. Das einzige, was mir mir noch bleibt, ist dafür zu kämpfen, dass die nächste Generation es dereinst besser haben wird", sagt Daniela Truffer, die schon vor 2 Jahren in Leipzig vor der Uni-Kinderklinik und dem Congress Center protestierte.
Die internationale Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org fordert ein Verbot von kosmetischen Genitaloperationen an Kindern und Jugendlichen mit "atypischen" körperlichen Geschlechtsmerkmalen sowie "Menschenrechte auch für Zwitter!".
Betroffene sollen später selber darüber entscheiden, ob sie Operationen wollen oder nicht, und wenn ja, welche.
presse@zwischengeschlecht.info
http://zwischengeschlecht.org
Regelmäßige Updates: http://zwischengeschlecht.info
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Anlass ist der von der Universität Leipzig ausgerichtete Pädiaterkongress "Ja-Ped 2014", der berüchtigte Verfechterinnen und Verfechter irreversibler, kosmetischer Genitaloperationen, Hormongaben, Sterilisationen und weiteren Eingriffen an Intersex-Kindern ohne Einwilligung oder Evidenz ein Podium bietet. Ein besonderer Kritikpunkt stellt die auf Ende Jahr angekündigte, neue medizinische Leitlinie "Störungen der Geschlechtsentwicklung" dar, die am Augustusplatz in einer gleichnamigen Arbeitsgruppe vorbereitet wird, und die — entgegen jüngster Lippenbekenntnisse als Reaktion auf die wachsende öffentliche Kritik — auch in der neuen Fassung die altbekannten Verstümmelungspraktiken und Zwangsbehandlungen propagiert.
Nichtsdestotrotz, der Druck auf die unbeirrbaren Mediziner steigt. Der UN-Sonderberichterstatter über Folter forderte unlängst ein gesetzliches Verbot. Ebenso der Europarat, die Weltgesundheitsorganisation, die Deutsche Gleichstellungs- und Frauenministerkonferenz, die Österreichische Kinder- und Jugendanwaltschaft und die Schweizerische Nationale Ethikkommission.
Die Liste lässt sich weiterführen: Zum morgigen "Intersex Solidarity Day" (8. November) werden die Protestierenden den in Leipzig anwesenden Leitlinienverantwortlichen einen von weit über hundert Betroffenen und Unterstützer_innen unterzeichneten Offener Brief persönlich überreichen (und allen weiteren per Post zustellen). Dieser listet mehr als 20 staatliche und internationale Stellen, die menschenrechtswidrige schädliche Praktiken an Intersex-Kinder bereits explizit kritisieren — und zunehmend auch Aufarbeitung und Entschädigung fordern.
Auch vor Gericht bläst den Tätern mittlerweile ein rauher Wind entgegen: Während 2008 im weltweit 1. "Zwitterprozess" zu Köln lediglich ein einzelner Chirurg belangt und letztlich zu 100'000 Euro Schadenersatz verurteilt wurde, ist in einem derzeit in Nürnberg laufenden Verfahren zusätzlich die Universitätsklinik Erlangen angeklagt. Und in einem weiteren in den USA sowohl auf Staates- wie Verfassungsebene hängigen Verfahren wurden kürzlich alle Anträge auf Einstellung für diejenigen Beteiligten, die nicht persönlich das Skalpell führten, von den zuständigen Gerichten definitiv abgelehnt.
Seit mehr als 20 Jahren gehen Überlebende von Intersex-Genitalverstümmelungen an die Öffentlichkeit und auf die Straße. Die sich momentan international formierende Zwitterbewegung stellt sich auf einen langen, erbitterten Kampf ein. "Meinen Körper haben sie unwiederbringlich zerstört, die Folgen muss ich für den Rest meines Lebens tragen. Das einzige, was mir mir noch bleibt, ist dafür zu kämpfen, dass die nächste Generation es dereinst besser haben wird", sagt Daniela Truffer, die schon vor 2 Jahren in Leipzig vor der Uni-Kinderklinik und dem Congress Center protestierte.
Die internationale Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org fordert ein Verbot von kosmetischen Genitaloperationen an Kindern und Jugendlichen mit "atypischen" körperlichen Geschlechtsmerkmalen sowie "Menschenrechte auch für Zwitter!".
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ab08
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Re: Zwischengeschlecht.org - Pressemitteilung
Danke, liebe Anne-Mette,
per Mail an presse@zwischengeschlecht.info bat ich letzten Montag mich mit vollem Namen und Adresse bei den Unterschriften des offenen Briefes anzufügen. *)
Die Universitätsklinik Erlangen ist bei mir nicht weit weg, die Betroffene kenn ich und auch einige an der Uni(beruflich bzw. privat).
Der Fall stand ja auch in den Nürnberger Nachrichten, nicht nur deshalb änderte ich mein Abo von Nürnberger Zeitung auf Nürnberger Nachrichten.
Die Redaktion dort schaut doch bei Menschenrechtsverstößen etwas genauer hin
Die Operationen müssen aufhören und die Täter müssen zur Verantwortung gezogen werden.
Liebe Grüße
Andrea(ab)
*) Achtung: Für alle, die das auch noch wollen: DEADLINE heute Fr 7.11. 24h
per Mail an presse@zwischengeschlecht.info bat ich letzten Montag mich mit vollem Namen und Adresse bei den Unterschriften des offenen Briefes anzufügen. *)
Die Universitätsklinik Erlangen ist bei mir nicht weit weg, die Betroffene kenn ich und auch einige an der Uni(beruflich bzw. privat).
Der Fall stand ja auch in den Nürnberger Nachrichten, nicht nur deshalb änderte ich mein Abo von Nürnberger Zeitung auf Nürnberger Nachrichten.
Die Redaktion dort schaut doch bei Menschenrechtsverstößen etwas genauer hin
Die Operationen müssen aufhören und die Täter müssen zur Verantwortung gezogen werden.
Liebe Grüße
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FÜR: Respekt, Menschenrechte und eine gelebte, demokratische Zivilgesellschaft, die Minderheiten schützt
ERGO: Umfassende Bildung für alle, effektive Regeln in Alltag und Netz, eine gut ausgestattete Polizei/Justiz
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