"geschlechtsbewusste Erziehung"??!
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Crossdresser, Transgender DWT... Plauderecke - was sonst nirgendwo passt
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Sylvia
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Re: "geschlechtsbewusste Erziehung"??!

Post 1 im Thema

Beitrag von Sylvia »

Hallo mackenmädchen,

ich bin da ganz bei Dir.

Lass die Kinder aufwachsen, ohne sie mit Ideologie zu überfrachten. Wenn der Junge mit Hello Kitty spielen will, soll er das tun (die Vorlieben ändern sich in dem Alter eh alle zwei Tage), wenn er mit Star Wars spielen will, soll er es auch tun. Da gibt's die eine Fraktion, die Jungs Hello Kitty verbieten würde, da gibt's aber auch die andere Fraktion, die am liebsten alles Jungs-Typische verbieten würde. Beide haben mächtig einen an der Klatsche...

Gerade die intoleranten Toleranzheuchler gehen mir in vielerlei Hinsicht auf den Geist...

Gruß,
Sylvia
Ellen1975
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Re: "geschlechtsbewusste Erziehung"??!

Post 2 im Thema

Beitrag von Ellen1975 »

Hallo Andrea,

irgendwie ist mir meine Antwort von heute früh abhanden gekommen. Daher hier noch einmal in etwas anderer Form.

Ich finde es traurig, dass versucht wird in unserer Gesellschaft immer mehr und früher Kinder in irgendwelche Schubladen zu drücken. Die freie Entfaltung der Persönlichkeit ist scheinbar nicht gewünscht. Tanz ein Kind aus der Reihe - sitzt nicht still auf seinem Platz - heißt es immer gleich der hat ADHS und wird mit Ritalin quasi ruhig gestellt. Spielt ein Kind mit Rollen untypischen Dingen wird es kaum bis gar nicht toleriert. Eigentlich ziemlich traurig und es zeigt im Grunde nur eins auf. Es geht nicht mehr um das Individium an sich zu fördern, sondern nur noch eine homogene Masse von Menschen zu erhalten. Was natürlich auf Kosten von Kreativität, Kunst und Literatur geht.

Viel erfreulicher dass es dann Menschen wie Dich gibt, die Ihre Kinder sich frei entfalten lassen. Sich nicht um die Meinung anderer kümmern. Ich halte es übrigens ebenso mit meinen. Nur mit Kriegsspielzeug kann ich nicht so viel anfangen, lasse sie dennoch gewähren. Mach bitte einfach weiter so - steht ja hoffentlich eh nicht zur Debatte

Ganz liebe Grüße
Ellen
Willst Du in Frieden mit dir selbst leben, versuche nicht mehr zu sein, als du bist, aber sei das, was du bist, ganz. - Richard Wagner
Marielle
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Re: "geschlechtsbewusste Erziehung"??!

Post 3 im Thema

Beitrag von Marielle »

Hallo zusammen, Hallo MM,

Wie seht Ihr das denn?

als 'dummes Zeug' würde ich den Artikel nicht bezeichnen und bin auch (leider) nicht der Ansicht, dass der Oktober 2014 schon in einer Epoche liegt, in der die Menschen, auch Eltern, sich von frühzeitlichen Rollenklischees frei gemacht haben.

Vor einiger Zeit gab's im DLF eine Radiosendung zu dem Thema, zu der auch Hörer_innen anrufen konnten. Dort sagte eine Mutter, deren Tochter von der Grundschule eine 'Gymnasialempfehlung' bekommen hatte, sinngemäß, dass der Realschulabschluss für ihre Tochter doch völlig ausreicht; wozu brauche eine Hausfrau und Mutter denn das Abitur?

!! Noch Fragen?


Nun glaube ich auch nicht, dass eine dermassen endverblödete Erziehungsberechtigte! entsprechende Artikel liest, geschweige denn versteht, aber lächerlich ist es nicht, dass solche Texte geschrieben werden. Sie sind leider nötig, weil lange nicht alle Eltern so mit ihren Kindern umgehen, wie du es beschreibst. Spätestens wenn die Kids äusserem Sozialisierungsdruck ausgesetzt werden (in Kindergarten, Schule usw.), hält doch kaum ein Elternpaar noch konstruktiv dagegen, wenn die 'Kumpels' dem Sohn die 'Männlichkeit' eintrichtern und die Tochter von ihrer Clique in Fragen der 'Weiblichkeit' in die Spur gebracht wird.

Bevor jetzt wieder jemand aus der konservativen Ecke aufjault: "konstruktiv dagegenhalten" meint, den Kids, unabhängig vom Geschlecht, die Möglichkeiten der Persönlichkeitsentwicklung aufzuzeigen und offenzuhalten, ihnen zu helfen sich selbst zu erfinden und genug Rückgrat und Rückhalt zu haben, um äusseren Diktaten widerstehen zu können, wenn diese ihrer Selbstsicht oder einem gleichberechtigten Miteinander widersprechen.


Habt es gut

Marielle
As we go marching, marching, we bring the greater days
For the rising of the women, means the rising of the race
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But the sharing of life's glories, Bread and Roses, Bread and Roses.
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Re: "geschlechtsbewusste Erziehung"??!

Post 4 im Thema

Beitrag von Regina »

Hallo zusammen,

ich finde den Text gar nicht so schlecht. Es ist ja leider genau so wie es hier steht:
Erzieherinnen und Lehrer bzw. Lehrerinnen betonen oft, dass die Kinder, die ihnen im Verhalten Schwierigkeiten bereiten, männlichen Geschlechts sind. Und in der Tat sind in Schulen für sozial-emotionalen Förderbedarf über 80 % Jungen.
Ob das aber nun an den Jungen bzw. deren falschen Erziehung liegt sei einmal dahin gestellt.

Fakt ist, dass Jungen in ihrer Kindergarten und Grundschullaufbahn fast ausschließlich auf Frauen treffen. Männliche Erzieher und Lehrer sind hier leider Mangelware. Sicher gibt es an einigen Schulen Ausnahmen aber in der Regel sind dort Frauen anzutreffen.
Jungen haben in dem Alter häufig einen anderen Bewegungsdrang, rangeln miteinander oder laufen auch schon einmal "ich bin Supermann" brüllend, durch den Kindergartenflur. Ich könnte mir vorstellen, dass dieses Verhalten für einige der weiblichen Erziehungskräfte bereits eine Herausforderung darstellt. Da kommt man doch mit den Mädchen viel besser zurecht, die Püppchen spielen oder Blumen binden oder "my little Pony" den Schweif kämmen (Ja ich weiß. Klischee).
Jungen werden häufig viel schneller problematisiert. Jungen können heut kaum noch Jungen sein ohne sofort als verhaltensauffällig abgestempelt zu werden.

Der Text regt ja nicht dazu an die Jungen geschlechtsspezifisch zu erziehen. Ganz im Gegenteil.
Deshalb sollten Eltern NICHT stereotype Erwartungen und Verhaltensmuster an Jungen herantragen, sondern sie eher in die Richtung der Ausbildung einer aspektreichen Persönlichkeit anregen.
Das sagt doch genau aus, dass sich ein Junge eben auch eine "Hello Kitty" Laterne aussuchen darf ohne dafür schief angeschaut zu werden.
Stereotypisches Verhalten wäre, ihm gegen seinen Willen eine Spiderman Laterne in die Hand zu drücken.

Ich las vor kurzem einen Text, in dem es darum ging, dass ein kleiner Jungen immer gern Kleider anziehen möchte. Das Problem für den Vater war nicht der Umstand, dass sein Sohn Kleider tragen möchte sondern es kümmerte ihn eher, dass die Leute denken, er hätte ihn in ein Kleid gesteckt. Dass er seinen Sohn dazu benutzen würde, soziale Normen zu brechen.
http://www.huffingtonpost.de/seth-menac ... 91157.html

Das hat Mackenmädchen ja auch so erfahren.
Man nahm gar nicht an, dass ihr Sohn sich die "Hello Kitty" Laterne selbst ausgesucht haben könnte sondern unterstellte ihr sofort Erziehungsschwächen.
Entweder - Sie hat ihm die Laterne gegen seine Willen gegeben.
Oder - Sie hat nicht darauf gedrungen ihm eine "jungen gerechte" Laterne zu geben.
Andere Mütter sagten: Sie hätten das nicht erlaubt.
Das zeigt doch genau das auch heute noch Jungen stereotyp erzogen werden und dass es Handlungsbedarf gibt.

Liebe Grüße,
Regina
Die höchste Form des Glücks ist ein Leben mit einem gewissen Grad an Verrücktheit. (Erasmus von Rotterdam)
Sylvia
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Re: "geschlechtsbewusste Erziehung"??!

Post 5 im Thema

Beitrag von Sylvia »

mackenmädchen hat geschrieben: Ich weiß nicht, ob es richtig ist, alles einfach "laufen" zu lassen- ich nehme schon eine gewisse Unsicherheit bei meinen Kindern wahr, auf jeden Fall registrieren sie, dass etwas "anders" ist, wenn ihr Papa im Jenny-Modus ist...leider sind sie zu klein, als dass man wirklich mit ihnen sprechen könnte und so ein komplexes Thema erklären könnte.
Zu seiner/ihrer Verteidigung muß ich sagen, dass der Papi sich wirklich zurückhält, wenn die beiden dabei sind- trotzdem haben Kinder Antennen dafür, dass irgendetwas "anders" ist ... und mein Dilemma ist, weder erst ein Problem daraus zu machen durch BLA-BLA-BLA noch, sie allein mit ihrer Unsicherheit im Regen stehen zu lassen.
Vermutlich ist- wie so oft- der goldene Mittelweg der Richtige.
Wird schon.
Ich muss ganz ehrlich sagen: ich möchte meinen Kindern das gar nicht zumuten, sich damit auseinanderzusetzen. Nun handelt es sich bei mir aber natürlich auch "nur" um Crossdressing, bei Menschen mit "echter" transsexueller Ausrichtung wird sich das natürlich nicht so einfach lösen lassen. Ich trage (sichtbare) Frauenkleidung nicht in Gegenwart meiner Kinder, auch wenn ich natürlich nicht ausschließen kann, dass sie doch mal was mitkriegen. Ich denke, dann wird kein Drama draus gemacht, sondern es geht normal weiter im Text.

LG,
Sylvia
Regina
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Re: "geschlechtsbewusste Erziehung"??!

Post 6 im Thema

Beitrag von Regina »

Hallo zusammen,

dazu habe ich vor einigen Jahren mal einen Thread gestartet.

http://www.crossdresser-forum.de/phpBB3 ... t=230#p773

Meine Kinder waren zu dem Zeitpunkt zwar bereits etwas älter als 3 Monate aber vom Thema her passt es ja trotzdem.
LaraC hat geschrieben:... wie man von Anfang an (mit der Partnerin zusammen) offen und entspannt mit dem Thema "Crossdressing" vor und mit den Kindern umgeht.
Da steht doch schon alles. Von Anfang an. Offen und entspannt.

Ich würde heute auf jeden Fall nicht noch einmal so lange damit rumzaudern. Aber mir stellt sich das Problem nicht mehr.

Es hängt sehr viel davon ab wie ihr selbst mit dem Thema umgeht. Wenn es Euch unangenehm ist werden die Kinder es auch genau so aufnehmen.

Liebe Grüße,
Regina
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Re: "geschlechtsbewusste Erziehung"??!

Post 7 im Thema

Beitrag von Jalana »

mackenmädchen hat geschrieben:
Das ist leider insgesamt ein Thema, zu dem es wenig Hilfen/Hilfestellung etc. gibt. Es gibt (auch hier im Forum) jede Menge zum Thema "Outing bei der Partnerin" und auch einiges zum Thema "Outing bei größeren/erwachsenen Kindern". Aber es gibt fast nichts dazu, wie man von Anfang an (mit der Partnerin zusammen) offen und entspannt mit dem Thema "Crossdressing" vor und mit den Kindern umgeht.
Mein Kleiner ist noch nicht mal 3 Monate alt - den interessiert im Moment noch nicht, wer ihm das Fläschchen gibt und was derjenige anhat. ;) Aber es wird die Zeit kommen, wo man mit den ganzen Fragen konfrontiert wird. Was lebt man vor und mit dem Kind und wie? Was erklärt man wie? Wie geht man damit um, dass Kinder ja auch gerne Dinge weitererzählen? Zu solchen Fragen gibt es (auch hier) relativ wenig.
Ich persönlich würde mir da einen regeren Austausch (gegen meine eigene Unsicherheit und so) hier im Forum wünschen. Es wäre schön wenn wir gemeinsam so eine Art "Gruppe junger Eltern" organisieren könnten, also Leute, die vergleichsweise junge Kinder haben und das Crossdressing auch nicht vor ihnen verheimlichen möchten. Dann könnte man sich über die typischen Probleme, die so auftreten, etwas näher austauschen. Ich selbst würde sicher von so einem Austausch profitieren weiß aber nicht so genau, ob das anderen auch so geht und wie man da den Kontakt organisieren könnte bzw. wie man andere zum mitdiskutieren anregen könnte...[/quote]

(yes)
bin dabei, LaraC![/quote]

Für mich ist das kein Thema mehr, da meine Kinder inzwischen 32, 30 und 26 Jahre alt sind und Jalana kennen, aber ich bin mir sicher, dass Anne-Mette auch für euch einen Platz finden wird :).

LG
Jalana
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Re: "geschlechtsbewusste Erziehung"??!

Post 8 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

meine Kinder sind auch erwachsen (denken sie (und ich (smili) ))
Meine "nach außen wirkende Entwicklung" begann, als der Jüngste 14...15 war.

Geschlechtsbewusste Erziehung?
Ich denke, Erziehung lebt auch und im Besonderen vom Vorleben - und da haben meine Frau und ich unseren Kindern ein breites Angebot bieten können.
"Geschlechtsbewusst" haben wir sicherlich nicht so viel mitgegeben, uns eher als TEAM gesehen und ihnen beides vermittelt: weibliche und männliche Aspekte.
Um es mal ganz platt auszudrücken: sie können kochen, einkaufen, putzen, Fahrräder heilmachen, schweißen, Windeln wechseln, Flasche geben...
Nicht außer Acht lassen sollte man die "geschlechtsbewusste Erziehung" von außen; die macht manches zunichte, was in den Familien aufgebaut wurde.

Spannend wird es nun mit den beiden Enkeln. Ich erlebe meinen Sohn als "Erziehungsperson" mit ganz eigenen Werten - und andererseits mit einem ganz ähnlichen Stil, den ich früher gehabt habe. Das finde ich sehr spannend.
Der ältere Enkel ist schon in einem Alter, in dem er sagt, was ihm auffällt. Das ist bisher nur zwei Mal vorgekommen, obwohl er mich immer in Frauenkleidung erlebt hat. Einmal fand er, ich hätte "Fingernägel wie Mama" und einmal wunderte er sich über meine helle Strumpfhose.

Gruß
Anne-Mette
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Re: "geschlechtsbewusste Erziehung"??!

Post 9 im Thema

Beitrag von Lina »

mackenmädchen:
@Väter in die Erziehungsverantwortung nehmen! Gerade Jungen brauchen ihre Väter als ganz normale Menschenvorbilder. Je mehr sie ihre Väter in alltäglichen Situationen erleben, umso stärker nehmen sie wahr, dass Männer ganz verschiedene Gefühlsebenen leben können und nicht nur der ersehnte ferne Mensch ist.
Ist es tatsächlich nötig, heute-Oktober 2014- auf so etwas hinzuweisen??? Das ist ja wohl lächerlich.

Was ist daran lächerlich? Es ist doch offensichtlich immer noch notwendig, hinzuweisen. Ich transkribiere hier nach Gedächtnis etwas aus einem Dokumentarfilm, den ich neulich im dänischen Fernsehen gesehen habe:

Situation: Junge sitzt mit seinem Vater und wühlt im Spielzeugkasten rum. Er sucht sich eine Barbiepuppaus.

Vater: Willst du wirklich damit spielen?

Sohn: Jaaaa ...

Vater: Aber Schatz, du weißt doch, dass das so was ist womit nur Mädels spielen.

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Was soll man dazu sagen? Oberflächlich hat der Vater zwar den etwas moderneren Sprachgebrauch übernommen - früher hätte er den Jungen bestimmt nicht mit "Schatz" angesprochen. Und trotzdem hängt er so sehr drin fest, was Jungen tun oder spielen sollten oder nicht.

Meinst du immer noch, dass es unötig ist ...
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