ATME.eV: FRAUENBILDER (VIDEO)
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Anne-Mette
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ATME.eV: FRAUENBILDER (VIDEO)

Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »



Gruß
Anne-Mette
Frida
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Re: ATME.eV: FRAUENBILDER (VIDEO)

Post 2 im Thema

Beitrag von Frida »

Aaahh, knapp zu spät! Aber danke! Ist mir auch gestern über den Weg gelaufen und ich wollte es noch posten.
Es gefällt mir, weil es so unaufgeregt und ruhig gemacht ist, kritisch und authentisch.

Liebe Grüße, Dita
exuser-2014-11-07

Re: ATME.eV: FRAUENBILDER (VIDEO)

Post 3 im Thema

Beitrag von exuser-2014-11-07 »

(...) "...nicht vom Zuscher verstanden wird"..."(....)
ist ein Satzfragment aus dem Film , der zugleich mein Fazit in Worte fasst.
Was will dieser Film?
Ist es überhaupt ein Film?
Oder ist es nicht eher eine Anreihung von Videosequenzen, die - für den Aussenstehenden, der wohl erreicht werden soll - nur dieses Gefühl auslösen: Ausschalten.
Das Anliegen ist verständlich, aber wenn ich etwas an andere Menschen informativ weiter geben möchte, muss ich die Form wählen, die auch von den Menschen verstanden wird.
Hier wird der uninformirte Zuseher (der wohl die Zielgruppe sein soll...genau weiß ich es nicht) allein gelassen, keine Wortverbindungen, keine Eräuterungen. Nur Fragmente.
Gleichsam dem Erwachen im "Irgendwo" ohne Orientierung und Hinweis, was nun geschieht, was hier geschieht, warum es geschieht und dieses gepaart mit....
...Nichts.

Sollte die - gerade angesprochene - Zielgruppe eben nicht die sein die man zu erreichen sucht, ist dieses hier lediglich als eine Art sinnbildlicher Nabelschau zu beschreiben.
Irgendeine Reflektion ohne jegliche Aussgekraft.
Schade!
Aber:
So ist es es halt, viele tun etwas, setzen irgend etwas um, ohne sich über die Aussenwirkung Gedanken zu machen, haben fantastische Ideen, scheitern aber an der Umsetzung; glauben dass ihre subjektive Wahrnehmung zugleich die objektive Sicht aller Personen ist.
Dieser Film ist ein exemplarisches Beispiel für...
...Ja für was?
Ich bin jetzt ganz provokativ: Ein Beispiel für Material-und Zeitvergeudung.
nickimicki
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Re: ATME.eV: FRAUENBILDER (VIDEO)

Post 4 im Thema

Beitrag von nickimicki »

Einfach nur eine einseitige Darstellung.
Ist nicht wirklich gut und wirft kein gutes Bild auf die Macher.

Na ja...

Vielleicht ist es ja Kunst.....

grüße
Ela
Nicole
nicole.f
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Re: ATME.eV: FRAUENBILDER (VIDEO)

Post 5 im Thema

Beitrag von nicole.f »

[ An anderer Stelle hatte ich Folgendes geschrieben... ]

Ach Du liebe Güte!
Wie niederschmetternd diese Reportage doch ist - ich würde es wirklich eher als Reportage und nicht als Dokumentation bezeichnen.
Schon alleine die musikalische Unterlegung macht depressiv.

Vom filmischen her ist das wirklich sehr gut! Aber inhaltlich kann ich mich dieser Weltverschwörungstheorie der Medien nicht anschließen. Die Welt ist so, wie wir sie machen und mit gestalten.

Natürlich gibt es immer wieder sehr kritikwürdige Augenblicke, auch und gerade in den Medien. Aber doch bitte keine Verschwörung der Medien gegen Frauen im Allgemeinen oder Transfrauen im Besonderen. Es gibt auch eine Menge sehr guter, ausgewogener und gut recherchierter Beiträge. Wäre es eine allgemeine Verschwörung des Establishments zum globalen Machterhalt des Patriachats, was dieser Film mir anscheinend zu suggerieren versucht, dann dürfte es die guten Beiträge doch auch nicht geben? Aber es gibt sie und sie werden sogar immer wieder als herausragend besonders hervorgehoben und prämiert.

Ja, man muss leider konstatieren, dass dies weit weniger als die Mehrheit ist. Der Mainstream ist einfach nur schrecklich, gar keine Frage. Doch warum ist das so? Es tut mir leid, aber an diese globale Verschwörung der Medien gegen Frauen glaube ich nicht. Es ist einfach wie überall im Leben, der einfache Weg gewinnt. Also das, was mit wenig Aufwand die besten Quoten erzielt. Und das ist in der Regel nicht der Qualitätsjournalismus, sondern sensationslüsterne leichte Unterhaltung.

Jetzt ist es so, dass keines der Medien im luftleeren Raum agiert. Die Kommerziellen müssen damit Geld verdienen. Lösung: Man kauft es nicht. Die öffentlich rechtlichen müssen sich rechtfertigen. Lösung: Man gibt seinen Unmut und die konstruktive Kritik gegenüber den Medien selbst und dem Rundfunkrat bekannt. Denn nur wenn ihnen vor Augen geführt wird, was sie falsch machen, wird sich auch etwas ändern. Nebulöse Verschwörungstheorien helfen wenig. Sie schüren nur Angst und Unmut, sind aber ansonsten völlig unkonstruktiv.

Liebe Grüße
nicole
Ich bin trans* - und das ist gut so!
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Re: ATME.eV: FRAUENBILDER (VIDEO)

Post 6 im Thema

Beitrag von Anke »

Hallo,

die Idee, sich mit der Darstellung von Transgenderthemen in den Medien kritisch auseinanderzusetzen finde ich gut und richtig. Das Bild das die Medien zeichnen wirkt für mich schief und unvollständig.

Die Umsetzung der Idee halte ich für reichlich misslungen. Wilde Verschwörungstheorien und Pauschalisierungen reihen sich aneinander. Es wird undifferenziert auf die Medien eingedroschen und der Blickwinkel ist immer derselbe.

Schade, denn bei guter Umsetzung hätte so ein Film zu einer Verbesserung des Bildes führen. So wie er gemacht ist, wird das Bild noch schiefer.

Deshalb kann ich nur hoffen, dass dieser Film wenig Beachtung findet.

Liebe Grüße

Anke
Sentio ergo sum. - Ich fühle, also bin ich.

Les femmes sont fortes quand elles sont feminines. (Coco Chanel)

https://www.transcuisine.com

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ab08
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Re: ATME.eV: FRAUENBILDER (VIDEO)

Post 7 im Thema

Beitrag von ab08 »

Hallo,

falls es jemand interessiert, dass hier meine Meinung zum Teil ein wenig vom Trend abweicht...

Ich finde den Film in der vorliegenden Form gut, richtig und unbedingt notwendig.
Notwendig, - weil Mahnung - und weil Betroffene, mit denen ich befreundet bin und die ich für kompetent halte, die Sache so sehen. ("Ceterum censeo")
"Rundfunkrat", "Antidiskriminierungsstelle", "Petitionen an den Bundestag" usw. Natürlich erfolgt das auch. Allerdings weiß ich, wie man dort damit umgeht.
Es gibt halt Interessenverflechtungen und starke Lobbygruppen nicht nur in diesem unserem Land
==> Wer das nicht merkt und es dann noch lautstark leugnet, hat halt keine Ahnung und posaunt seine Unkenntnis hinaus.
Daher mag ich persönlich solche Filme und das hinterlegte "Ceterum censeo"

Nichts für ungut, :oops: liebe Grüße
ab
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ERGO: Umfassende Bildung für alle, effektive Regeln in Alltag und Netz, eine gut ausgestattete Polizei/Justiz
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Re: ATME.eV: FRAUENBILDER (VIDEO)

Post 8 im Thema

Beitrag von Anke »

Hallo ab,

natürlich ist das interessant was Du schreibst.

Ich gebe Dir auch völlig recht im Hinblick auf Interessenverflechtungen und Lobbygruppen. Sowohl in der Politik, als auch in den Medien passiert vieles, was mir ganz und gar nicht gefällt.

Ich finde es auch wichtig, dass es Beiträge gibt, die daran Kritik üben und ein anderes Licht werfen. Ich denke, dass wir bis zu dieser Stelle ein Einvernehmen herstellen können.

Mein Punkt, dass die Art und Weise wie es hier gemacht ist nicht gut ist. An zwei Beispielen möchte ich deutlich machen, warum ich das so sehe.

Bei 3:28 sagt sie:" das heißt, entweder machst Du Underground-Medien und unabhängig oder Du machst diese Mainstream-Sch***"

Abgesehen von der Wortwahl stört mich, dass hier schwarz-weiß gemalt wird. Da das Schlechte und hier das Gute. Meine Lebenserfahrung sagt mir, dass es das so überhaupt nicht gibt. Zum einen gibt es außer diesen beiden Extrempunkten noch sehr viel dazwischen. Zum anderen ist Underground-Kultur per se nicht gut oder schlecht. Auch hier gibt es Unterschiede. Und das gilt auch für den Mainstream. Ich hätte mir hier eine differenziertere Darstellung gewünscht.

Bei 8:18: " das Traurige ist ja, dass sie noch nicht einmal aufgeklärt werden möchten..."

An dieser Stelle habe ich mich gefragt, wer genau mit "sie" gemeint ist, die meisten Menschen, die Medienmacher, die Medienkonsumenten? Und ich habe mich auch gefragt, woher sie die Erkenntnis nimmt, dass es kein Interesse an Aufklärung gibt. An einem solchen Punkt würde der Film an Qualität gewinnen, wenn er von einem Aufklärungsversuch berichten würde. Leider bleibt es bei einer undifferenzierten Behauptung. Abgesehen davon erlebe ich häufig etwas ganz anderes. Die meisten Menschen, die ich treffe, wollen wissen und verstehen.

Die beiden genannten Beispiele sind für mich symptomatisch für den ganzen Film. Ständig werden Behauptungen in stark verallgemeinernder Form aufgestellt, Belege werden nicht erbracht. Wenn es konkret werde würde, dann wäre es auch sicher einfach entsprechende Belege heranzuziehen. Nach meiner Wahrnehmung gibt es da hinreichende Beispiele. Allerdings ist das etwas mühevoller, als das Aufstellen von verallgemeinernden Behauptungen. Leider haben die Filmemacher sich dieser Mühe nicht unterzogen.

Deshalb bleibe ich bei meiner Einschätzung.

Liebe Grüße

Anke
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exuser-2014-11-07

Re: ATME.eV: FRAUENBILDER (VIDEO)

Post 9 im Thema

Beitrag von exuser-2014-11-07 »

@ab08

Das mag alles sein. Auch das dieser Film ein Anliegen hat.
Involvierte werden dieses Anliegen vielleicht erkennen, Außenstehende nicht.
Wenn man eine Information weiter geben möchte — pardon ich wiederhole mich - muss diese Information auch verstanden werden.
Profan gesagt:
Halte ich die Kamera auf einen Fußball ("¦Ja, ja, nicht die beste Metapher "¦), zeige ihn aus verschiedenen Ansichten und streue irgendwelche unverbundene Wortfragmente dazu ein, so wird niemand das Spiel verstehen, geschweige denn überhaupt begreifen um was es geht.

Die Zielgruppe ist der - ich nenne ihn mal so — "normale Bürger".
Und dieser Bürger schaltet spätestens nach zwei Minuten ab, weil es einfach die Machart ist, die das Anliegen kaputt macht.

Erneut provokativ:
Dieser Film wurde von jemandem gemacht der vielleicht in der Materie bewandert ist, aber absolut keine Ahnung hat, wie man ein Thema so gestaltet, das es Interesse weckt.
Das Ergebnis sehen wir hier.
Wir sprechen (schreiben) darüber. Der Bürger tut nicht. Den interessiert es nicht; zumindest solange nicht, wie er mit einer derart dilettantischen Machart konfrontiert wird.
Somit: Thema wichtig (wenn auch aus individuell-subjektiver Sicht dargestellt)
Umsetzung: Grauenhaft.
Marielle
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Re: ATME.eV: FRAUENBILDER (VIDEO)

Post 10 im Thema

Beitrag von Marielle »

Hallo zusammen,

es gibt diesen treffenden Satz aus dem Film 'Ratatouille', nachdem jedes Werk mehr darstellt, als die Kritik daran. Ich finde, dass da was dran ist. Andererseits: Ein mediales Werk, dass die 'Machenschaften' der Medien anprangert (und das wahrscheinlich in Teilen nichtmal zu Unrecht tut), wird mehr bieten müssen, als mit dem Fuss aufzustampfen und zu sagen: "Ich will das aber!", um den gewünschten Erfolg zu erreichen.

Der 'Schlag' gegen 'die Medien', bildlich sichtbar gemacht durch den angedeuteten Faustschlag in die Kamera, geht m.E. fehl. Sollte man wirklich erwarten, dass die Medien-Leute dadurch veranlasst werden, sich von ihrer '1:30-Mentalität' zu verabschieden? Wohl kaum. Ein wenig mehr Einsicht in den Zusammenhang zwischen dem Machen von 'Medien' und der Rezeption des Gemachten wäre sicherlich hilfreich. Soll heissen: Der überwiegende Teil der 'Medienmacher' orientiert sich am Publikum; wenn man 'die Medien' ändern will, muss man deren Publikum ändern.

Allerdings fehlt auch mir in dem Film ein didaktischer Ansatz. Letztlich macht er dasselbe wie die angeprangerten 1:30-Medien. Anstatt 'Erklärlich' zu sein, werden bekannte Positionen in einer Weise dargestellt, die bei mir ankommt wie: "Ich bin! Ich muss und will mich weder bewegen noch begreiflich machen, aber ihr müsst euch bewegen und mich verstehen." So läuft das sicherlich nicht auf eine breitenwirksame Information hinaus.


Ein Problem in der Beurteilung des Films ergibt sich möglicherweise aber durch die hier getroffenen Annahmen zur Zielgruppe. Es wird ja nirgends gesagt, dass mit dem Film ein breites, bisher weitgehend uninformiertes, Publikum angesprochen werden soll. Es könnte auch eine Art 'Corporate-Identity-Film' für die eigene Peergroup sein. Persönlich denke ich, dass es das ist.

Aus dem Text auf der Youtube-Seite:

Als Simone de Beauvoir Ende der 40er-Jahre in "Das andere Geschlecht" die Mechanismen der Ungleichbehandlung von Menschen auf Grund ihres Geschlechtes beschrieb, machte sie deutlich, dass die Definition von Norm und Abweichung das Instrument der Fremdbestimmung ist. Anzunehmen, die Aufrechterhaltung der Ungleichheit der Geschlechter sei über 70 Jahre später gesellschaftlich geächtet, hat mehr mit einem schönen Wunsch und weniger mit der Realität zu tun. Die Normierung von Frauen wird auch durch Medien mehr legtimiert, als kritisch hinterfragt.


"... machte sie deutlich, dass die Definition von Norm und Abweichung das Instrument der Fremdbestimmung ist."

Hmmm.... vielleicht müsste man diesen Satz noch mal lesen und in Ruhe auf sich wirken lassen. Eventuell käme man dann der Erkenntnis näher, dass eine Eigendefinition, die letztlich dem medialen Frauenbild weitgehend entspricht, dass ganze Problem eher befördert, als es zu lösen.


Habt es gut

Marielle

edit: fehlende Anführungszeichen ergänzt
As we go marching, marching, we bring the greater days
For the rising of the women, means the rising of the race
No more the drudge and idler ten that toil where one reposes
But the sharing of life's glories, Bread and Roses, Bread and Roses.
Trischa

Re: ATME.eV: FRAUENBILDER (VIDEO)

Post 11 im Thema

Beitrag von Trischa »

Diese Doku, bei der ich und ein paar andere mitgemacht haben sollte eigentlich Medienbilder über transsexuelle Menschen kritisch hinterfragen. Leider waren die Dreharbeiten aus bestimmten Gründen nicht einfach. Ich sehe auch oft angespannt und genervt aus. Dass ich traurig wäre ist eher ein dramaturgischer Effekt durch die Musik. Und hinterher wurde alles sehr merkwürdig, wenn auch hübsch, zusammen geschnitten. Begriffe wie Transsexualität oder Trans* oder Transgender wurden einfach herausgeschnitten und der Zusammenhang ist teilweise schwer zu verstehen. Eine der Protagonistinnen meinte, dass diese Doku wie ein Teaser wirkt. Sie spricht bis heute kein Wort mehr mit der Regisseurin. Es ist schade, dass sie nicht eine längere Fassung mit mehr ungefilterten O-Ton produziert hat. Das würde dann etwas komplexer klingen. Wir haben alle unsere persönliche Wahrheiten und möchten nicht druch dritte gedeutet werden.
Etwa so, wie der Ausschnitt aus dem viele Satzbruchstücke der Doku stammen. Trotzdem kann ich mit der Doku gut leben und ich finde sie gut gemacht, sie hört nur nicht so genau hin. Das merkt der Zuschauer.

(Ausschnitt O-Ton Trischa für Frauenbilder-Satzfragmente aus dem die hier im Forum kritisierten Szenen stammen) [meine Anmerkungen]

"Frage: Sind die Redaktionen wirklich so blöd, dass die diese Mechanismen (der Ausgrenzungen und Abwertungen von transsexuellen Menschen) nicht wahrnehmen?

Trischa: Ja, die sind so blöd. Wir denken zwar, dass wir im Land der Dichter und Denker leben, die sind aber nur dummerweise -­ weiss ich nicht — 2 Prozent unserer Gesellschaft und die Masse ist da einfach dummerweise nicht so gut aufgestellt in ihrem theoretischen Hintergrund über diese Themen [von Menschenfeindlichkeiten] und haben aber dafür sehr viele Vorurteile. Das traurige ist ja, dass die noch nicht einmal aufgeklärt werden möchten oder mehr wissen möchten, sondern die wissen eigentlich schon alles, was sie wissen wollen. Also auch wenn wir das belegen können, oder weiss der Geier was für [Menschenrechts-]Berichte schreiben und das aufdecken und ganz klar [gegenüber Medienproduktionen] formulieren, was wir wollen und was wir nicht wollen [oder wer oder was wir sind], es ist vollkommen Pillepalle. Es wird hinterher so platt dargestellt, wie ein Medienmensch denkt, es müsste so sein. Und wenn man das dann kritisiert, hört man auch gerne... "Ja, das muss so einfach dargestellt werden, weil die Botschaft sonst nicht vom Zuschauer verstanden wird"... [transsexuelle Frauen werden nämlich immer als wahre Männer dargestellt] und da kannste dich auf den Kopf stellen, da kannste versuchen tausend Gespräche zu führen, du kannst versuchen Schaubilder zu malen... sie verstehen es nicht. Ob es Sendungen wie Quarks sind oder ob das... 37 Grad — oder wie das heisst — ist... oder... ja gerade WDR erlebe ich da als sehr übergriffig... es sind nicht nur die Privaten. Ich glaube auch, dass es auch nicht nur an den Medienmachern selbst liegt, sondern natürlich auch an den Leuten dahinter. [es geht um ein vermeintlich politisch korrektes Bild, das aber vorurteilsbehaftet ist.] Das muss ich auch sozusagen entschuldigend für die Medienmacher sagen. Wir reden jetzt immer über die Medienmacher, über die Teams die das drehen. Bestimmt haben die auch ihre Vorurteile aber ich glaube so bedeutend sind die dann im Einzelnen gar nicht. Das sind natürlich auch die Leute im Hintergrund. ... Und die.... ... ... die lernt man ja gar nicht kennen. Da wird dann einfach halt natürlich ganz undemokratisch auf bestimmten Ebenen entschieden, was wie wo gesendet wird... und man kann leider davon ausgehen, dass insbesondere in diesen Kreisen... die Theoriebilder [über Fragen von Geschlecht] eher etwas.... weniger ausgebildet sind. Und selbst wenn ich dann mal vielleicht so Leuten ansatzweise begegne, dann sind die ja auch eher mit mir überfordert. Ja? Weil die glauben ja auch an ihre eigenen Bilder. Und wenn die dann sozusagen mit mir auf einem Mal zu tun haben und ich mich vielleicht sogar mal ansatzweise oute, weil ich dann vielleicht mal andeute, das und das fand ich vielleicht noch mal überdenkenswert oder so... dann sind das ja jetzt keine Gespräche, die jetzt in epischer Breite geführt werden, sondern die Leute ziehen sich dann wieder in ihre eigenen Realitäten zurück und suchen sich dann die Leute, die sie vor die Kamera setzen, die ihrem Bild entsprechen. Ihrem vorurteilsbehafteten Bild. Es geht um die Darstellung von abweichendem Verhalten im deutschen Fernsehen. Ganz stark. Das ist gleichzusetzen mit bestimmten Rollenbildern und das ist quasi so eine Art Klassensystem. Und damit wird halt operiert. Und das ist jetzt nicht nur im Bereich von transsexuellen Frauen der Fall, aber ganz besonders im Fall von transsexuellen Frauen. Man könnte auch über afrikanische Frauen sprechen, die auch wahrscheinlich eher seltener im Theater in irgendwelchen Stücken von Goethe oder so vorkommen, weil vielleicht im Drehbuch steht, sie ist blond. Oder ich weiss nicht was... ja... Es ist eigentlich immer das gleiche Bild. Und das Dumme ist, dass man dagegen kaum vorgehen kann... ... also man wird dann eher als renitent hinterher beschrieben. Da werden dann eher Zusammenarbeiten gekündigt. Also man setzt sich auch nicht zusammen und spricht mal darüber. Das ist eigentlich vom Konzept her auch überhaupt nicht vorgesehen. ... Man hat dankbar zu sein, dass man jetzt die grosse Chance geboten kriegt, sich vor eine Kamera zu setzen und ähm... was dann der Fernsehmacher daraus macht ist, ist ja seine Angelegenheit. Irgendwelche politische Sachen die kritisch sind oder Gesellschaftsbilder, die man nicht kennt, die möchte man jetzt eigentlich nicht so dargestellt wissen. Vielleicht ist das aber auch mit einer der Gründe, warum Fernsehen heute nicht mehr so erfolgreich ist und sich unsere nachfolgende Generation ihr eigenes Fernsehen machen. Warum youtube so erfolgreich ist... obwohl es da natürlich auch bestimmte Direktricen gibt... woran sich so Videos orientieren sollen... die sind jetzt auch nicht frei von Zensur will ich mal sagen. Aber dann gäb es dann auch andere Mittel. Also man muss ja wirklich sagen, gerade jüngere Leute, die jetzt 20 sind, die schauen ja kein Fernsehen mehr. Die lesen auch eher weniger Zeitungen. Die machen sich selbst ihr eigenes Bild."
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