Anderswelt
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Crossdressing und selbst Erlebtes... Erdachtes
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never_be_quick

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Beitrag von never_be_quick »

Hier eine kleine und wahre Geschichte von mir...

Was für ein Hundewetter, dachte ich mir. Und das war wörtlich gemeint, musste doch meine Schäferhündin dringend mal raus und war eh eine wenig genervt, weil wegen dem miesem Wetter die täglichen Einheiten ein wenig kürzer ausfielen als gewohnt. Die Abenddämmerung setzte schon ein und ich nutze die Gelegenheit, mich mal wieder eine wenig schick zu machen. Das ich auf Lederkleidung stehe, brauche ich hier nicht speziell zu erwähnen, aber das ich mich auch ganz gerne mal in Damen(leder)kleidung werfe, dass sei hier angefügt.
Ich wählte einen schönen lang arm Body aus und für darunter einen Satintanga und natürlich, um es komplett zu machen, einen schönen passenden BH. Wenn schon, denn schon. Schwarze Strümpfe mussten es schon sein uns eine Wickelbluse über dem Body. Die Wahl für die Hose schien mir nicht ganz einfach, aber ich entschied mich für eine Miss Sixty Roxy in hellem braun ton. Dazu einen schwarzen Stiefel, schliesslich ist es nass draussen. Der Mantel musste eine wenig weniger auffällig sein. Darum ein dreiviertel Glanzdaunenmantel.
Der Hund wartete ungeduldig vor der Tür während ich mich in die Stiefel zwängte. Für alle Fälle habe ich immer eine Tasche mit Reservekleidern dabei und die sollte ich auch tatsächlich noch brauchen. Also Leine und Hund geschnappt, in die Hundebox gesperrt und ab. Zwischenzeitlich setzte wieder Regen ein, gemischt mit Schnee. Ich liebe den Regen. Ich liebe es, wenn ich in meinem tollen Outfit durch den Regen gehe und die Tropfen spüren kann. Ich liebe das Gefühl, wenn ich merke, dass meine Lederhose langsam nass wird, das Wasser über meinen Mantel rinnt. Dieser Kick ist unbeschreiblich und lässt mich jeweils in eine andere Welt eintauchen. Wahrscheinlich ist es das Adrenalin (vielleicht auch das Testosteron), das mich in andere Umlaufbahnen schiesst.
Das Auto ist parkiert und der Hund aus der Box geholt, gehe ich langsam und genüsslich über den bereits stark aufgeweichten Waldboden. Ich geniesse jeden einzelnen Schritt, so wie ich einen guten Wein geniesse. Ich spüre die Nässe am Boden, die Regentropfen von oben- ich hebe ab, trete eine in meine Welt. Willkommen in meinem Reich. Ich gehe weiter den Weg entlang. Erst vor paar Tagen wurde der Wald hier ausgeholzt und der Boden sieht aus wie umgepflügt. Überall hat es tiefe Pfützen und weicher Morast spritz bei jedem Schritt unter meinen Stiefeln hervor. Ich juble innerlich bei jedem Schritt und sehe, wie meine Stiefel und auch meine Miss Sixty bereits schon einige Morastspritzer abbekommen haben. Der Waldweg endet an einem kleinen Bach, der aber doch ziemlich viel Wasser führt, was bei dem tagelangen Regen auch kein Wunder ist. Mein Hund flippt fast aus vor Freude, Wasser und jede Menge frisch geschlagenes Holz, dass er durch den Wald schleppen kann. Ebenso liebt auch er das Wasser, so wie ich auch. Aber ich bin mir sicher, dass die Motivation eine andere ist.
Langsam tauche ich eine Stiefelspitze in das Wasser. Es bricht sich an meiner Stiefelspitze, spritzt hoch. Tropfen fliegen an meine Miss Sixty, perlen ab und suchen sich ihren Weg wieder zurück auf den Waldboden. Ich könnte dieses Spiel stundenlang spielen. Immer einen Zentimeter mehr in Wasser. Immer energischer das kalte Nass spüren. Und kalt ist es tatsächlich. Nur knapp über Null Grad heute. Aber das ist mir egal. Wenn ich in meine Welt eintauche, spielt die Temperatur keine Rolle mehr. Ich folge dem Bach talwärts. Es weiter unter bricht er sich über eine kleine Felsformation und bildet schöne kaskadenartige Wasserfälle die so herrlich zum spielen einladen. Unterhalb dieser kleinen Wasserfälle sammelt sich das Wasser in einem herrlichen kleinen Waldsee, eine art Weiher. Inzwischen hat mich meine Welt so gefangen, dass ein rationalen Denken keinen platz mehr hat. Ich will diese Kraft spüren, die Kraft des Wassers. Wie es mich benetzt und mir dieses einzigartige Gefühl schenkt, dass nur nasse Lederkleidung erzeugen kann. Ich tauche ab.
Ich nähere mich dem Wasserfall. Spüre wie das Wasser sich den Weg durch die Nähte anmeinen Stiefeln sucht und ihn auch findet. Neckisch perlt das Wasser von meinen Miss Sixty ab und fordern mich auf, näher hinzugehen. Ich spüre, wie das Wasser nun auch über meinen Daunenmantel perlt und den edlen Glanz noch zu verstärken scheint. Ich ergebe mich, dringe ein, umarme das Wasser. Das Wasser nimmt mich auf, nimmt mich wie ich bin, umschliesst mich. Ich spüre reines Glück. Ich spüre, wie sich die Kleider verändern, eins werden mit mir selbst. Ich löse mich und gehe zum Weiher und spüre seine Energie. Die Energie, die mich auffordert, sich mit ihm zu vereinen. Ich lasse mich führen, lasse mich leiten und ergebe mich von neuem dem Wasser. Mein Gedanken sind nicht mehr klar, ich nehme alles übersteigert wahr, ich bin ein Süchtiger auf der Suche nach dem nächsten Schuss. Die Kälte holt mich zurück. Aber ich friere nicht, noch nicht. Es ist genug Adrenalin in meinen Adern um es bis zum Auto zu schaffen. Ich pfeife meinen Hund zurück und verlasse langsam diese eine, meine Welt.
Am Auto angekommen spüre ich meine Hände kaum noch, ob meine Füsse überhaupt noch da sind, kann ich nicht mehr genau sagen. Aber mein Verstand hat wieder Messerscharf zugeschaltet und registriert diese Kälte. Nicht nur die Kälte, die mich rein äusserlich umgibt, sondern die Kälte der Realität und der Einsamkeit. Ich ziehe meine Reservekleider an, lasse meine kleine Anderswelt hinter mir und sauge die klare Luft der Erkenntnis in mich auf. Die Erkenntnis, dass ich wieder in diese Welt zurückkehren werde.....
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