Wie ehrlich seid ihr wirklich?
Wie ehrlich seid ihr wirklich?

Intergeschlechtliche Menschen, Crossdresser, Transgender, Transidente: Diskussionen über partnerschaftliche Aspekte, Rat und Tat für PartnerInnen und Familie
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Lina
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Re: Wie ehrlich seid ihr wirklich?

Post 1 im Thema

Beitrag von Lina »

Interessant, was du da berichtest. Für mich nicht überraschend, aber schön es auch mal vom Blickwinkel der Ehefrau zu sehen.

Aber vielleicht ist deine Frage - oder vielleicht sollte deine Frage zweigleisig formuliert werden: Wie ehrlich seid ihr zu euren Partnern oder Partnerinnen und wie Ehrlich seid ihr zu euch selbst?

Ich selbst kann es natürlich etwas entspannt sehen, denn ich habe ziemlich lange alleine gelebt und hätte nie eine feste Beziehung zu jemandem haben wollen, der/die mich nicht akzeptiert, wie ich bin. Dann hätte ich weiter alleine gelebt.

Aber manche tun das nicht so. Und oft ist die Frage, wen sie am meisten belügen: sich selbst oder die Partnerin. Ich habe oft ähnnliche Aussagen gehört, wie die, worüber du berichtest. ... ich bin doch trotzdem derselbe auch wenn ich ein ungewöhnliches Hobby habe usw. Aber das stimmt in den meisten Fällen nicht. Und sich einzureden, ein bisschen Textil und Schminke könnte keinen so großen Unterschied machen, macht alles nur schlimmer.

Gut, ich habe mir nie eingeredet oder einreden wollen, ich wäre ein ganz normaler heterosexueller Mann mit einer ungewöhnlichen Freizeitbeschäftigung. Ich wusste von Anfang an, dass es ein Vehikel für eine starke Persönliche Veränderung sein würde. Je mehr ich entdeckte, dass es möglich ist mit einem weiblich gestylten Äußeren ein Teil meiner Persönlichkeit ganz anders mit anderen Menschen zu kommunizieren - je mehr fühlte ich es wie eine Befreiung. Und auch wenn diese Befreiung es mir ermöglicht hat auch männlche Seiten von mir zu genießen, bedeutet das von weitem nicht, dass die männliche Seite von mir jemals so sein wird, wie ich früher war.

Mir was anderes einzureden, wäre absolut selbstdestruktiv.

Und ich glaube wirklich, dass viele hier sich selbst am meisten belügen und in einem gewissen Maß dadurch auch selbstzerstörerisch sind.
Lina
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Re: Wie ehrlich seid ihr wirklich?

Post 2 im Thema

Beitrag von Lina »

Interessant, was du da berichtest. Für mich nicht überraschend, aber schön es auch mal vom Blickwinkel der Ehefrau zu sehen.

Aber vielleicht ist deine Frage - oder vielleicht sollte deine Frage zweigleisig formuliert werden: Wie ehrlich seid ihr zu euren Partnern oder Partnerinnen und wie Ehrlich seid ihr zu euch selbst?

Ich selbst kann es natürlich etwas entspannt sehen, denn ich habe ziemlich lange alleine gelebt und hätte nie eine feste Beziehung zu jemandem haben wollen, der/die mich nicht akzeptiert, wie ich bin. Dann hätte ich weiter alleine gelebt.

Aber manche tun das nicht so. Und oft ist die Frage, wen sie am meisten belügen: sich selbst oder die Partnerin. Ich habe oft ähnnliche Aussagen gehört, wie die, worüber du berichtest. ... ich bin doch trotzdem derselbe auch wenn ich ein ungewöhnliches Hobby habe usw. Aber das stimmt in den meisten Fällen nicht. Und sich einzureden, ein bisschen Textil und Schminke könnte keinen so großen Unterschied machen, macht alles nur schlimmer.

Gut, ich habe mir nie eingeredet oder einreden wollen, ich wäre ein ganz normaler heterosexueller Mann mit einer ungewöhnlichen Freizeitbeschäftigung. Ich wusste von Anfang an, dass es ein Vehikel für eine starke Persönliche Veränderung sein würde. Je mehr ich entdeckte, dass es möglich ist mit einem weiblich gestylten Äußeren ein Teil meiner Persönlichkeit ganz anders mit anderen Menschen zu kommunizieren - je mehr fühlte ich es wie eine Befreiung. Und auch wenn diese Befreiung es mir ermöglicht hat auch männlche Seiten von mir zu genießen, bedeutet das von weitem nicht, dass die männliche Seite von mir jemals so sein wird, wie ich früher war.

Mir was anderes einzureden, wäre absolut selbstdestruktiv.

Und ich glaube wirklich, dass viele hier sich selbst am meisten belügen und in einem gewissen Maß dadurch auch selbstzerstörerisch sind.
Ines
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Re: Wie ehrlich seid ihr wirklich?

Post 3 im Thema

Beitrag von Ines »

Hallo mackenmädchen,

meine Freundin liest hier nicht mit, kennt aber meinen Fetisch für Damenklamotten und kann gut damit umgehen. Sie sucht sogar für mich Kleider aus und zwingt mich schon fast die zu kaufen. Kürzlich hat sie mich bei einer Freundin geoutet, von der sie weiß, dass sie absolut verschwiegen ist und meinte, so kann ich meine Klamotten auch mal vor anderen vorführen. Fand ich zwar nicht so prickeld, dass noch mehr von meiner Leidenschaft wissen, aber egal.
Wie oben schon erwähnt, ist das Frau sein, für mich mehr ein Fetisch. Den trage ich schon seit jahrzehnten mit mir rum, dennoch habe ich ein extremes sexuelles Interesse an meiner Partnerin, mit der ich nun 1,5 Jahre zusammen bin und mit der ich bald zusammen in ein gemeinsames Haus ziehe. Ich hatte/habe nie die Absicht, sie im Frauenoutfit zu beglücken, aber wenn ich als Frau unterwegs bin und sie mich irgendwie anmacht (neulich zog sie mein Ballkleid hoch und mir das Höschen darunter runter - sie wollte auch noch ein Foto, aus der Gegend - vorher hat sie mich ordentlich im Kleid abgelichtet), dann merke ich doch den Kerl in mir, der ich auch bleiben möchte. Ich bemerke also nicht, dass meine Neigung irgendwie negative Auswirkungen auf unser Sexualleben hat und ich gehe auch nicht davon aus, dass sich daran etwas ändern wird, denn ich mache die Frauengeschichte einfach schon zu lange. Einzig meine Freundin meinte, dass sie direkt nachdem ich die Sachen an hatte und wieder als Mann daher komme, sie nicht so schnell umschalten kann, aber i.d.R. ist am nächsten Tag alles wieder i.O.. Ich gebe ja auch nicht täglich die Frau. Mir macht es einfach Spaß, mal andere Klamotten zu tragen, die oft aus für Männern unüblichen Materialen bestehen und so erregend auf der Haut wirken. Diese Erregung macht mich "spitz" und ich habe noch mehr Bock auf meine Freundin. Tja, so verhält es sich bei mir, aber jede(r) hier im Board ist da halt anders.

Liebe Grüße
Ines
Exuserin-2015-08-11

Re: Wie ehrlich seid ihr wirklich?

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Beitrag von Exuserin-2015-08-11 »

Nun liebes mackenmädchen,alle hier im Forum sind doch verschieden.Ich als reiner Wäscheträger ,bin wohl anders,da ich nie Frau werden will.Doch auch ich erwische mich oft,das mir beim Sex die geliebte Wäsche fehlt.Also so sind doch Probleme vorprogrammiert ,nun habe ich das Alter aber erreicht wo das nicht mehr entscheidend ist.Gruss eine ehrliche Ilektra
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Re: Wie ehrlich seid ihr wirklich?

Post 5 im Thema

Beitrag von ChristinaF »

Ilektra hat geschrieben:Nun liebes mackenmädchen,alle hier im Forum sind doch verschieden
Genau so ist's.
Und bei meiner Liebsten und mir ist's wieder etwas anders. Seit meiner TS leben wir als lesbisches Pärchen; dementsprechend auch beim Sex. Und beide möchten dies nie und nimmer mehr vermissen. Im Vergleich zu gaaaanz früher sind wir glücklicher, zufriedener und ausgeglichener.
LG
Chrissíe
conny
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Re: Wie ehrlich seid ihr wirklich?

Post 6 im Thema

Beitrag von conny »

hallo mackenmädchen,

eins vorab: meine sexuellen bedürfnisse sind nicht davon abhängig, ob ich gerade im frauen- oder männermodus bin.

du solltest mit deinem mann mal ein ernsthaftes gespräch über euer verhältnis führen. immerhin kann er sich froh und glücklich schätzen, dass er mit dir so eine verständnisvolle frau hat, was ja nicht sehr oft der fall ist. kann er das nachvollziehen und würdigen?

finde heraus, was in ihm vorgeht. will er keinen "normalen" sex mit dir, weil er das als "frau" für unpasssend hält?
ist ihm ausreichend klar, dass du ihn auch als mann haben willst?
wieso meint er, dass sich in seinem gefühlsleben nichts verändert hat, wen dem, wie du schreibst, doch so ist?
als was ssieht er sich=? crossdresser? teilzeitfrau oder mehr? ist er sich unsicher wohin die reise geht?

da hilft nur reden und zu versuchen, einen kompromiss zu finden.

auch meine frau hat mit mal gesagt, als es ihr anfangs mit conny zu viel wurde, dass sie ja eigentlich eine mann geheiratet hat.
ich habe ihr geantwortet, dass dies grds. auch so bleibt. mit der zeit hat sich das dann eingespielt. manchmal bin ich mehrmals in der woche frau, dann wieder längere zeit nicht.

sicher kann man mit seiner frau auch sex im frauenmodus haben, das kann sogar sehr prickelnd sein, z.b. mit einem rollentausch, aber es darf sich nicht darin erschöpfen, wenn die beziehung nicht gefährdet werden soll.

die erfahrung anderer wird dir in deiner situation m.e. aber nicht allzuviel bringen.
ihr müsst eien weg finden, reden, reden, reden. viel glück dabei!

lg
conny
Tatjana_59
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Re: Wie ehrlich seid ihr wirklich?

Post 7 im Thema

Beitrag von Tatjana_59 »

Hallo Mackenmädchen,

Meine Frau sagte immer zu mir, sie möchte den Mann in mir nicht verlieren, damit meinte sie in erster Linie das Aussehen unter der Kleidung, sprich meine Körperbehaarung, sie mochte keine Silis an mir, und schminken war auch tabu. Insgeheim dachte sie natürlich auch an das Sexualleben.
Diese war immer im grünen Bereich.
So nach und nach kam dann doch das eine und andere dazu, bzw weg.
Als erstes die Bein und Armbehaarung, dann die Brustbehaarung.
Dann kamen die Silis hinzu, kurz darauf fing ich mit leichtem schminken an.
Als letztes fielen meine Rückenhaare in die Tonne.
Unser Sexualleben war und ist immer noch in Ordnung.

Nichts dieser aufgeführten Dinge tat ich ohne Rücksprache mit meiner Frau, es kam immer wieder von ihr der Satz, du möchtest Frau sein, dann mach halt dieses oder jenes. sie machte mich immer glücklicher.
Es war ein langsamer Prozess, na gut, ging schon schneller als erwartet, innerhalb etwa zwei Jahren verwandelte ich mich komplett.
Meine Frau reichte mir einen Finger nach dem anderem, bis ich ihre Hände hatte.
Sie hat in dieser Zeit immer diese Angst gehabt, was sich sexuell verändern könnte, negativ verändern könnte.
Hat es aber nicht, bei uns nicht, und ich glaube auch nicht dass ich das selbst gesteuert habe, es war einfach so.

Heute beschreibe ich unser Sexualleben als lesbische Beziehung mit männlichem Attribut, hört sich vielleicht witzig an, aber es ist irgendwie genauso.
Ich bin meiner Frau unheimlich dankbar, ich kann leben wie ich immer wollte, und würde alles dafür tun damit sie glücklich bleibt, sicher gelingt das nicht immer, aber ich bemühe mich.
Ach ja, die Frauenkleidung hat in keiner Weise mit Sex zu tun, wenn mich meine Frau vernascht, räusper/hüstel, dann fliegen die Klamotten genauso ins Eck für früher die Herrenkleidung.
Auch wenn ich verführe, ziehe ich mich nicht sonderlich an, keine Dessous oder ähnliches.
Wenn es mich/uns überkommt, braucht es keine Reizwäsche, sondern einfach nur Lust.
Damenkleidung ist für mich Alltagskleidung, auch wenn ich bestimmt meist besser angezogen bin wie viele Frauen.
Meine Frau kennt mich nicht mehr anders, und unserm sexuellem Leben tat es Gott sei Dank keinen Abbruch.

Mackenmädchen, rede mit deinem Mädel, reden ist total wichtig, auch wenn es evtl mal unangenehm ist, eine langsam kaputt gehende Beziehung ist nicht mehr einfach zu retten.
Ich wünsche dir von Herzen dass alles gut wird.

Gruß Tatjana
Der Kopf denkt und gibt Rat.
Das Bauchgefühl gibt Rat.
Doch das Herz spricht, höre auf dein Herz!
Aria
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Re: Wie ehrlich seid ihr wirklich?

Post 8 im Thema

Beitrag von Aria »

darialena hat geschrieben: Deine berührenden Schilderungen von Jennys Verhalten machen mich traurig denn sie zeigen mir, dass Eure Situation ernst ist. Vielfach wurde hier im Forum hervor gehoben, wie toll Dein Verhalten gegenüber Jenny ist. Doch ein solch tolles Verhalten fällt nur dann auf fruchtbaren Boden, wenn der betroffene Partner nicht nur meint "...jetzt weiß sie es ja, jetzt kann ich mich ausleben...", sondern wenn er seine Partnerin auf diesem Weg mitnimmt.

Und mitnehmen heißt hier meiner Ansicht nach:
  • Ein Crossdresser darf seine Partnerin nicht überfordern. Wer jeden Tag nur noch im Frauenmodus ist, fällt für seine Frau über kurz oder lang als Partner aus.
  • Die Partnerin darf und sollte ihre berechtigten Interessen artikulieren und von ihrem CD einfordern. Kann oder will er das nicht leisten, siehe oben.
  • Das Coming out und erst recht die Integration des Crossdressings in eine Partnerschaft oder gar eine Familie sind ein langwieriger, komplizierter Prozeß und kein einmaliger Akt. Dabei sollte keiner der beiden Partner den jeweils Anderen aus den Augen verlieren.
  • Miteinander reden hilft. Klärt in einem liebevollen und offenen Gespräch, welche Wünsche und Ansprüche Ihr gegenseitig an Euch als Partner und an Eure Partnerschaft habt und klärt die Grenzen und Tabus ab. Hier hilft nur schonungslose Offenheit und Ehrlichkeit zueinander.
  • Nichts bleibt, wie es ist. Menschliche Ansichten, Einsichten, Einstellungen und Haltungen können sich mit der Zeit verändern. Betrachtet Eure Gespräche also als eine Art Momentaufnahme und bleibt weiter im Gespräch.
Liebes Mackenmädchen, Du hast nichts falsch gemacht- ganz im Gegenteil: viele hier im Forum, da bin ich sicher, beneiden Deine Jenny: um Dich!
Es ist zwar bißchen ungerecht, aber jetzt bist Du damit dran, Dein Recht einzufordern...
Das sehe ich ganz genau so, bis auf den letzten Satz. Es ist nicht bißchen ungerecht, es ist sogar sehr gerecht. Wie immer in einer Beziehung, geht es ums gegenseitige Geben und Nehmen. Im Moment gibt sie nur. Es ist an der Zeit von Jenny etwas zurück zu verlangen. Kann oder will sie das nicht, muss es leider Konsequenzen haben.
¡no lamento nada!
Exuserin-2015-08-11

Re: Wie ehrlich seid ihr wirklich?

Post 9 im Thema

Beitrag von Exuserin-2015-08-11 »

Finde es toll ,wie Du unsere Anteilnahme an nimmst.viel Glück wünscht Euch Ilektra
Lampenschirm
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Re: Wie ehrlich seid ihr wirklich?

Post 10 im Thema

Beitrag von Lampenschirm »

Nö, hast du nicht, und wenn, dann ist es zumindest kein Einzelstück, ich habe ein ähnliches Exemplar...
LG
Es ist was es ist sagt die Liebe (Erich Fried)
petra
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Re: Wie ehrlich seid ihr wirklich?

Post 11 im Thema

Beitrag von petra »

Lampenschirm hat geschrieben:Nö, hast du nicht, und wenn, dann ist es zumindest kein Einzelstück, ich habe ein ähnliches Exemplar...
LG
ich behaupte mal auch ein solches zu sein. vielleicht ein wenig pflegeleichter durch alterbedingtes weichgespühlt sein.
und wie einige vorrednerinnen schon sagten >reden reden reden< möglichst ohne irgendwelche schuldzuweisungen.
ich bin jetzt fast 40 jahre mit meiner 'bio' zusammen und sie hat schon so einige extreme von mir durchgestanden, so
dass ich die aktuelle situation ehr als soft bezeichnen möchte.
vielleicht meldet sie sich ja hier auch mal zu wort.
Externes Bild, es gelten die Datenschutz- und Nutzungsbestimmungen der ausgewählten Seite.Quelle: http://www.romantische-dominanz.de/chat ... 73haue.gif


lg
Petra
wer anderen ihr anderssein nicht verzeihen kann,
ist noch weit ab vom weg der weisheit.
ChristinaF
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Re: Wie ehrlich seid ihr wirklich?

Post 12 im Thema

Beitrag von ChristinaF »

Tatjana_59 hat geschrieben:Hallo Mackenmädchen,

Meine Frau sagte immer zu mir, sie möchte den Mann in mir nicht verlieren, damit meinte sie in erster Linie das Aussehen unter der Kleidung, sprich meine Körperbehaarung, sie mochte keine Silis an mir, und schminken war auch tabu. Insgeheim dachte sie natürlich auch an das Sexualleben.
Diese war immer im grünen Bereich.
So nach und nach kam dann doch das eine und andere dazu, bzw weg.
Als erstes die Bein und Armbehaarung, dann die Brustbehaarung.
Dann kamen die Silis hinzu, kurz darauf fing ich mit leichtem schminken an.
Als letztes fielen meine Rückenhaare in die Tonne.
Unser Sexualleben war und ist immer noch in Ordnung.

Nichts dieser aufgeführten Dinge tat ich ohne Rücksprache mit meiner Frau, es kam immer wieder von ihr der Satz, du möchtest Frau sein, dann mach halt dieses oder jenes. sie machte mich immer glücklicher.
Es war ein langsamer Prozess, na gut, ging schon schneller als erwartet, innerhalb etwa zwei Jahren verwandelte ich mich komplett.
Meine Frau reichte mir einen Finger nach dem anderem, bis ich ihre Hände hatte.
Sie hat in dieser Zeit immer diese Angst gehabt, was sich sexuell verändern könnte, negativ verändern könnte.
Hat es aber nicht, bei uns nicht, und ich glaube auch nicht dass ich das selbst gesteuert habe, es war einfach so.

Heute beschreibe ich unser Sexualleben als lesbische Beziehung mit männlichem Attribut, hört sich vielleicht witzig an, aber es ist irgendwie genauso.
Ich bin meiner Frau unheimlich dankbar, ich kann leben wie ich immer wollte, und würde alles dafür tun damit sie glücklich bleibt, sicher gelingt das nicht immer, aber ich bemühe mich.
Ach ja, die Frauenkleidung hat in keiner Weise mit Sex zu tun, wenn mich meine Frau vernascht, räusper/hüstel, dann fliegen die Klamotten genauso ins Eck für früher die Herrenkleidung.
Auch wenn ich verführe, ziehe ich mich nicht sonderlich an, keine Dessous oder ähnliches.
Wenn es mich/uns überkommt, braucht es keine Reizwäsche, sondern einfach nur Lust.
Damenkleidung ist für mich Alltagskleidung, auch wenn ich bestimmt meist besser angezogen bin wie viele Frauen.
Meine Frau kennt mich nicht mehr anders, und unserm sexuellem Leben tat es Gott sei Dank keinen Abbruch.

Mackenmädchen, rede mit deinem Mädel, reden ist total wichtig, auch wenn es evtl mal unangenehm ist, eine langsam kaputt gehende Beziehung ist nicht mehr einfach zu retten.
Ich wünsche dir von Herzen dass alles gut wird.

Gruß Tatjana

Liebe Tatjana,

einfach super ausgedrückt. Besser könnte ich unsere Situation auch nicht beschreiben. (moin)
Und. Vielleicht hilfts auch der threadöffnerin.
LG
Chrissie
LanaX
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Re: Wie ehrlich seid ihr wirklich?

Post 13 im Thema

Beitrag von LanaX »

Aria hat geschrieben:
darialena hat geschrieben: Deine berührenden Schilderungen von Jennys Verhalten machen mich traurig denn sie zeigen mir, dass Eure Situation ernst ist. Vielfach wurde hier im Forum hervor gehoben, wie toll Dein Verhalten gegenüber Jenny ist. Doch ein solch tolles Verhalten fällt nur dann auf fruchtbaren Boden, wenn der betroffene Partner nicht nur meint "...jetzt weiß sie es ja, jetzt kann ich mich ausleben...", sondern wenn er seine Partnerin auf diesem Weg mitnimmt.

Und mitnehmen heißt hier meiner Ansicht nach:
  • Ein Crossdresser darf seine Partnerin nicht überfordern. Wer jeden Tag nur noch im Frauenmodus ist, fällt für seine Frau über kurz oder lang als Partner aus.
  • Die Partnerin darf und sollte ihre berechtigten Interessen artikulieren und von ihrem CD einfordern. Kann oder will er das nicht leisten, siehe oben.
  • Das Coming out und erst recht die Integration des Crossdressings in eine Partnerschaft oder gar eine Familie sind ein langwieriger, komplizierter Prozeß und kein einmaliger Akt. Dabei sollte keiner der beiden Partner den jeweils Anderen aus den Augen verlieren.
  • Miteinander reden hilft. Klärt in einem liebevollen und offenen Gespräch, welche Wünsche und Ansprüche Ihr gegenseitig an Euch als Partner und an Eure Partnerschaft habt und klärt die Grenzen und Tabus ab. Hier hilft nur schonungslose Offenheit und Ehrlichkeit zueinander.
  • Nichts bleibt, wie es ist. Menschliche Ansichten, Einsichten, Einstellungen und Haltungen können sich mit der Zeit verändern. Betrachtet Eure Gespräche also als eine Art Momentaufnahme und bleibt weiter im Gespräch.
Liebes Mackenmädchen, Du hast nichts falsch gemacht- ganz im Gegenteil: viele hier im Forum, da bin ich sicher, beneiden Deine Jenny: um Dich!
Es ist zwar bißchen ungerecht, aber jetzt bist Du damit dran, Dein Recht einzufordern...
Das sehe ich ganz genau so, bis auf den letzten Satz. Es ist nicht bißchen ungerecht, es ist sogar sehr gerecht. Wie immer in einer Beziehung, geht es ums gegenseitige Geben und Nehmen. Im Moment gibt sie nur. Es ist an der Zeit von Jenny etwas zurück zu verlangen. Kann oder will sie das nicht, muss es leider Konsequenzen haben.
Edit: Ich bin neu im Forum, wollte aber zum Thema noch unbedingt was loswerden! Ich hoffe im letzten halben Jahr hat sich die Situation bei euch positiv verändert :)

@darialena und Aria: Dazu kann ich nur sagen: Amen!

Man(n) sollte nicht den Fehler machen, zu glauben, dass man nur, weil man die Frau in sich so lange geheim halten musste, nun wo sie raus ist, alles ausprobieren kann ohne Rücksicht, weil man ja so lange gelitten hat... (Und ja, das ist schwer.)

Zuerst einmal war es auch zum Teil die eigene Entscheidung, die Frau im Manne so lange geheim zu halten. Und in einer Partnerschaft sind dann
quasi plötzlich 3 Personen statt 2. Dabei darf man nicht vergessen, dass dem Mann durch die zweite Seite in ihm nicht automatisch ein höherer Prozentsatz
an Zuneigung, Akzeptanz und Liebe zusteht! Es bleibt 50:50, das muss man der Frau in sich klar machen, sonst verliert man am Ende die Frau, die man liebt!
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