Vor- oder nach dem Kennenlernen?
Vor- oder nach dem Kennenlernen?

Intergeschlechtliche Menschen, Crossdresser, Transgender, Transidente: Diskussionen über partnerschaftliche Aspekte, Rat und Tat für PartnerInnen und Familie
Anne-Mette
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Vor„ oder nach dem Kennenlernen?

Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

wie sieht es aus, hat sich bei euch das Crossdressing während einer Beziehung entwickelt, oder habe ihr als bekennender oder zu erkennender Crossdresser jemanden kennengelernt?

Gruß
CPG
Stretch

Re: Vor„ oder nach dem Kennenlernen?

Post 2 im Thema

Beitrag von Stretch »

Nein, ich war schon vorher Transvestit.
In meiner Beziehung durfte ich es nicht ausleben, meine Frau wollte es nicht.
Wir haben uns getrennt und jetzt hab ich keine Hindernisse mehr.

LG
DWT_Victoria

Re: Vor„ oder nach dem Kennenlernen?

Post 3 im Thema

Beitrag von DWT_Victoria »

Ich trage seid meinem 12. Lebensjahr Damenwäsche, also lange bevor ich meine Frau kennen gelernt habe. Ich habe ihr aber recht schnell davon erzählt.

Liebe Grüße
Jürgen
Anne-Mette
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Re: Vor„ oder nach dem Kennenlernen?

Post 4 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Guten Abend,

es kommt ja sicherlich auch darauf an, ob es offen zu Tage tritt, oder im Verborgenen vorhanden ist. Wenn ich ganz tief in meiner Vergangenheit grabe, dann finde ich auch frühe Hinweise auf eine Leidenschaft, die in Richtung Frauenkleidung - und sogar mehr geht.
Ich bin ja nun schon relativ alt - war 1970 16 Jahre alt. Da habe ich den Aufbruch, die "Hippiezeit" und auch persönlich ein paar wilde Zeiten erlebt, bin dann aber "vernünftig" geworden: Berufsausbildung, Familie...

Gruß
CPG
Bianca D.
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Re: Vor„ oder nach dem Kennenlernen?

Post 5 im Thema

Beitrag von Bianca D. »

Hallöchen,

Grundsätzlich bin ich auch der Meinung,in der Kennenlernphase damit heraus zu rücken.Sollte ich noch mal in die Situation kommen,werde ich es so handhaben.Zum Zeitpunkt,als ich meine jetzige Freundin
kennen lernte,ging es mir aber wie Jessica,das Thema Crossdressing war noch nicht als solches in mein Bewußtsein gelangt,deshalb bestand auch kein Redebedarf.

LG Bianca
Ick wees nüscht,kann nüscht,hab aba jede Menge Potenzial
conny
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Re: Vor„ oder nach dem Kennenlernen?

Post 6 im Thema

Beitrag von conny »

auch mein crossdressing hat sich erst während meiner ehe entwickelt. auslöser war vielleicht ein winterurlaub an der nordsee, saukalt und ich hatte keine unterhosen. meine frau kam auf die idee, mir ihre strumpfhosen anzubieten...,erst abgelehnt, dann aus neugierde probiert... und heute hat sie einen mann und eine freundin :D
Ghislaine

Re: Vor„ oder nach dem Kennenlernen?

Post 7 im Thema

Beitrag von Ghislaine »

Auch ich kenne seit früher Jugend die Neigung für alles weibliche, es hat mich zumeist aber im Verborgenen begleitet. In meiner ersten Ehe ging das nicht, sie konnte es nicht akzeptieren. Als wir uns dann aus anderen Gründen trennten, hatte ich ein paar Jahre in denen ich das ausleben konnte. Als ich dann meine 2. Frau kennenlernte, haben ich die Karten so ziemlich am Anfang auf den Tisch gelegt. Es gab keine Ablehnung !! Sie fand das erotisch und sexy .... heute gehen wir gemeinsam Einkaufen und Sie gibt mir noch so machen Tip in Sache Style, schminken etc.
Wenn man eine Partnerschaft eingeht, sollte man die Karten offen auf den Tisch legen - man kann sich dann zumindest noch über die Rahmenbedingungen verständigen ..... so kann ich meine Neigungen ausleben und sie unterstützt mich ..... aber gemeinsam en famme auf die Strasse, das will sie (noch) nicht, zu Hause alles gern gesehen .... das ist für mich okay.
Grußle
Ghislaine
Joe95
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Re: Vor„ oder nach dem Kennenlernen?

Post 8 im Thema

Beitrag von Joe95 »

na ja...
meine freundin hat mich im rock kennen gelernt...

da gab es nix zu überlegen oder zu outen...
Sei vorsichtig mit deinen Wünschen, sie könnten in Erfüllung gehen.
Natürlich ist das wahr, es steht doch im Internet!

Du hast ne Frage, brauchst Rat oder Hilfe?
Ohren verleih ich nicht, aber anschreiben darfst du mich jederzeit...
Nicoletta
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Re: Vor„ oder nach dem Kennenlernen?

Post 9 im Thema

Beitrag von Nicoletta »

Bei mir war die Neigung sehr früh da, jedenfalls in der Unterstufe des Gymnasiums, ohne dass mir damals um 1960 klar war, was mit mir los war. Ich habe mir auch immer eingebildet, es unterdrücken zu können, es gab also Heimlichkeiten, auch in meiner ersten Ehe. Ich war längst verheiratet, als ich erstmals ein ehrliches Buch einer MzuF-Transsexuellen las und schier verschlang, da erkannte ich mich. Meine Frau ist mir draufgekommen, als ich auf der Suche nach leeren Kleiderbügeln unter einem Mantel von mir einen Rock fand. Sie hat eigentlich verständnisvoll reagiert und sich psychotherapeutisch an mir versucht. Es ist bei ihren "Heilungsversuchen" auch einiges an die Oberfläche gekommen, Traumata aus der Kindheit. Obwohl sie mir zugesagt hatte, ich dürfe mir, wenn ich es brauche, weibliche Kleider anziehen, freilich nur in ihrer Gegenwart, ist es dazu nie gekommen, das war nur für den Notfall gedacht, eigentlich sollte ich ja "geheilt" werden. Dass wir uns wenige Jahre danach getrennt haben, hatte damit nichts zu tun. Danach habe ich wieder versucht, selbst von dieser Neigung loszukommen, sie zu leugnen und zu unterdrücken, habe mich in orthodox christliche Positionen geflüchtet. Insofern habe ich der nächsten Freundin nichts davon erzählt, das Thema war für mich erledigt. Als sie mich dann aber kurz danach verließ, tröstete ich mich wieder, indem ich mich in meine Weiblichkeit flüchtete. Das war aber nur ein Übergang, bis ich mich noch strenger, fast fanatisch, christlichen Positionen näherte. In der Phase lernte ich meine zweite Frau kennen, die meine christlichen Vorstellungen teilte. Auch da war das Thema Frauenkleider für mich erledigt, und ich habe davon nichts erzählt. Ein paar Jahre ist es ja auch gut gegangen, bis die Heimlichkeiten wieder anfingen. Da habe ich aber auch nichts gesagt, weil ich fürchtete, ich könnte sie verlieren. Als ich es ihr dann vor einem Jahr doch erzählt habe und seither glücklich damit leben kann, da sprudelte es nur so aus mir heraus, ich konnte mit den Heimlichkeiten nicht mehr leben. Inzwischen hatten wir uns aber beide von den streng dogmatischen Vorstellungen der Kirche weit entfernt und begegnen uns heute auf einer Ebene, wo jeder den anderen sich ausdrücken lässt, wie er es braucht. Das heißt nicht, dass das immer leicht fällt, aber der Wille ist da und die Liebe lebt nach 15 Ehejahren.
Ne budi ono što si bio, postani to što jesi. -- Sei nicht, was du gewesen, werde, was du bist!
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Re: Vor„ oder nach dem Kennenlernen?

Post 10 im Thema

Beitrag von s_Roeckchen »

Meine heutige Angetraute kenne ich nun schon 25 Jahre. Vor 3 Jahren gestand ich ihr, ich trage gerne Strumpfhosen aller Art, auch Feine. Sie hätte mich für diese lange Zeit der Heimlichtuerei berechtig in die Wüste schicken können. Tat sie aber nicht, sondern stand zu mir. Auch meine Vorliebe für Damenunterwäsche kam im folgenden Gespräch auf den Tisch. Mein CD tailleabwärts gibts erst seit letztes Jahr Oktober. Ich im Rock, daß musste sie erstmal verdauen. Als sie aber mich dann sah, konnte sie damit umgehen. Auch weil ich, wie sie sagte, meinen Stil auch als CD beibehalten habe. Die Schuhe sind so halb mein Wunsch gewesen wie auch ihr Vorschlag. Meinte sie doch, zum Rock brauchst auch passende Schuhe.

Warum so lange die Heimlichtuerei? Ich wie wir alle sind das Produkt unserer Erziehung, der kulturellen und sozialen Werte, die uns im Elternhaus eingeflösst werden. Da war Sexualität kein Thema, nicht das absolute Tabu, aber man sprach nicht gern drüber. Alles was jenseits der breiten Masse, also der "Norm", war, wurde verdrängt oder man machte sich drüber lustig. Als experimentierfreudiger 12jähriger probierte ich eine FSH meiner Mutter. Und es war um mich geschehen! Von Strümpfen konnte ich nicht mehr lassen. Es kam wie es kommen musste, man fand meine Sammlung und nahm mich ins Gebet. Was ist mit dir los? Bist du... (schwul konnten beide nicht aussprechen)? Machst Du nie wieder!!! ..usw...
Machte ich doch, war infiziert. Nur schämte ich mich jedesmal abgrundtief. Nach der Standpauke war mir klar, ich bin der einzige Bekloppte weit und breit, der sowas macht. Das es lt. Statistik noch andere geben muss, da kam ich nicht drauf.
Und bist du mal in dem Kreislauf drin, Verdrängen/Druck steigt/Ausleben/Schämen, kommst du nicht mehr so leicht raus.
Erst mit Internetzugang fand ich andere, zu anderen (anderes Forum) und zu mir.

Nicht jeder hat so eine geduldige, gutmütige, liebe, verstehende Frau an seiner Seite. Da hab ich unglaubliches Glück.
Aus der Sicht und mit meiner Geschichte kann ich nur empfehlen: Offenheit ab der ersten Minute.
Ob man/frau das kann oder will, ist was anderes.

Gerne würde ich mein Zeitrad zurückdrehen können, allein schon für die vielen schönen Jahre als CD, die ich mir entgehen ließ...

LG Er-im-Röckchen
...ridicule is nothing to be scared of...
(A.Ant "Prince Charming")
Tamara

Re: Vor„ oder nach dem Kennenlernen?

Post 11 im Thema

Beitrag von Tamara »

Ich habe mit 6 Jahren die Strumpfhosen meiner Mutter zwischen die Beine 'gesteckt und war "geil". Ín der Puppertät ging es dann weiter. Wir hatten einen Raum wo alle alten Sachen deponiert wurden. Unter anderem auch Röcke und Klieder. Die habe ich dann angezogen. Bei meiner Tante habe ich die Unterhosen aus ihrem Kliederschrank "geklaut". Meine erste Ehe ist, unter anderem aus dem Grund, gescheitert. Ich bin jetzt wieder an dem gleichen Punkt angelangt, will aber meine jetzige Frau nicht verlieren. Sie war ziemlich geschockt. Ich habe meine Neigung als CD an Ostern angekündigt, An Pfingsten hat sie meine Unterhosen im Trockner gefunden und wollte mich rausschmeissen. Ich habe schon angefangen mir eine neue Wohnung zu suchen. Ich weis im Moment nicht wie es ausgeht, aber ich hoffe dass Beste.
Joe95
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Re: Vor„ oder nach dem Kennenlernen?

Post 12 im Thema

Beitrag von Joe95 »

aber das ändert alles nichts...
entweder du unterdrückst deine persönlichkeit bis in alle ewigkeit oder du lebst sie aus...
"unangenehme" konsequenzen wird es eh haben...


ich selber könnte das nicht auf dauer unterdrücken...


viel glück...
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christa

Re: Vor„ oder nach dem Kennenlernen?

Post 13 im Thema

Beitrag von christa »

Hallo,
also ich habe die Vorleibe für Frauenkleider auch seit meiner Jugend. Allerdings konnte ich dies nur heimlich ausleben. Als ich meine Frau kennen lernte. legte sich die Vorliebe für Frauenkleidung etwas, kam dann aber im Laufe meiner Ehe wieder zum Vorschein. Ich hätte damals mit meiner Frau über meine Vorliebe reden sollen. Heute ist es mit Sicherheit zu spät, da sie sehr konservativ aufgewachsen ist und alles, was nach ihrer Meinung von der Norm abfällt ablehnt. So ist halt einmal das Leben. Ich bin froh, dieses Forum gefunden zu haben und beneide all die jenigen, die eine so verständnisvolle Ehefrau haben.

Gruß

Christa
Kirsten

Re: Vor„ oder nach dem Kennenlernen?

Post 14 im Thema

Beitrag von Kirsten »

Hallo,

da ich jetzt schon seit einigen Monate allein lebe und auch langsam einen klaren Kopf bekomme ;-)
würde ich es wahrscheinlich in bzw. vor einer neuen Beziehung so machen das ich nicht direkt das Thema ansprechen würde.

Ich glaube wenn man das sofort anspricht verbringt man mehr Zeit als einem lieb ist der Partnerin klar zu machen das man sonst aber ganz "normal" ist.

So werde ich es angehen.. Erst zeigen das es sich bei mir um einen ganz alltäglichen Menschen handelt und wenn wir uns dann näher kennenglernt haben
und ich weiß welche Eigenschaften und Empfindungen mein Gegenüber hat.... Dann würde ich es ansprechen. Aber behutsam :-)

Sicher - es kann sich dann um verschenkte Liebesmühe handeln...
Die Gefahr besteht.

Gruß
Kirsten
Franci90

Re: Vor„ oder nach dem Kennenlernen?

Post 15 im Thema

Beitrag von Franci90 »

Ich habe das Thema vorher oder nachher sagen, gerade mit meinem Freund (Susi) diskutiert. Ich habe es ja auch später von ihm erfahren, und wenn ich ihn nicht ermutigt hätte und es aus ihm rausgekitzelt hätte wüsste ich es wahrscheinlich immer noch nicht. Er hat gesagt, von allein hätte er es mir nie erzählt. Ich denke aus Angst und auf Grund seiner vorangegangenen Beziehung. Beide sind wir aber der Meinung, das es besser ist mit diesem Thema nicht mit der Tür ins Haus zu fallen. Weil man ja nicht erwarten kann, dass jemand der sich noch nie mit diesem Thema beschäftigt oder auch nur davon gehört hat, einem dann das entsprechende Verständnis entgegen bringen kann. Bei mir ist es "langsam gewachsen", ich hatte Zeit mich ganz langsam heran zu tasten und es kam Stück für Stück. Es war deshalb auch kein Schock für mich. Ich hatte bis dahin auch noch nie das Wort Crossdressing gehört, ich wusste das es Transvestiten gibt, habe mich aber vorher nie mit dem Thema beschäftigt ausser das ich mir mal life eine Travesti-Show angesehen habe, die ich total klasse fand. Ich habe die Richtung erkannt in die es ging, es ging um schöne Kleider bzw. Frauensachen, bin und wäre aber nie auf die Idee gekommen, das er die Sachen selber trägt und so auch raus geht. Vielleicht war es Zufall das ich im richtigen Augenblick die entscheidende Frage gestellt habe, aber das brachte die Geschichte ins laufen. Und als ich dann so gut wie alles wusste von ihm, sagen wir mal innerhalb einer Woche, einschließlich vieler Bilder, Videos, alle Sachen bis hin zum schminken, Perücken tragen usw usw, da habe ich dann richtig angefangen mich mit dem Thema zu beschäftigen, um ihn besser verstehen zu können und es vor allem selber zu verstehen. Da das CD in der Beziehung (so lange man es verheimlichen muss) doch einen ziemlich großen Raum einnimmt, ist es wichtig das Verständnis, Toleranz und Akzeptanz von beiden Partnern kommen. Auf der Seite des Mannes für seine Besonderheit und auf der Seite der Partnerin für ihre 1000 Fragen. Ich habe mich oft gefragt was ich getan hätte wenn er es gleich zu Beginn also beim kennen lernen erzählt hätte, keine Ahnung, ich kann es nicht sagen da es die Situation nie gab. Ich bin im allgemeinen ein sehr tolereanter Mensch ich denke ich wäre trotzdem erst mal geblieben. Trotzdem fand ich unseren Weg gut, weil ich so erst mal Zeit hatte ihn kennen zu lernen, was er für ein Mensch ist, wie er im Leben steht mit allem was dazu gehört, Freunde, Arbeit, Kinder, zu Hause usw. Da war alles top. Das CD war dadurch für mich nicht mit was pervesem oder schmuddligem verbunden, sondern ich verstehe es als das was ist, eine besondere Neigung, mit der zu leben mir keine Probleme weiter macht.
Das ist allerdings nur unsere persönliche Meinung, keineswegs allgemein gültig. ))):s
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