Fußballspieler outet sich
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Laura92

Fußballspieler outet sich

Post 1 im Thema

Beitrag von Laura92 »

Wie die Meisten von euch wahrscheinlich schon mitbekommen haben, hat sich der ehemalige Fußballspieler Thomas Hitzelsberger, gestern zu seiner Homosexualität bekannt.

Die Reaktionen aus Politik, Öffentlichkeit und Sport waren alle Positiv. Im Internet gab es jedoch auch ein paar dumme Kommentare dazu.

Wie findet ihr sein Outing?

Homosexuelle Politiker, Sänger oder Schauspieler werden in unserer Gesellschaft akzeptiert aber bei typischen Männersportarten wie Fußball oder Motorsport scheint es noch einige Hindernisse zu geben.

Ich persönlich finde seinen Schritt richtig, zugleich aber auch sehr mutig.
Anne-Mette
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Re: Fußballspieler outet sich

Post 2 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

traurig, dass man dazu noch so viel Mut braucht.

Als aktiver Spieler wäre das wohl ein kaum zu vertretendes Risiko (?)

Gruß
Anne-Mette
Vincent
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Re: Fußballspieler outet sich

Post 3 im Thema

Beitrag von Vincent »

Laura92 hat geschrieben: Ich persönlich finde seinen Schritt richtig, zugleich aber auch sehr mutig.
Dem kann ich nur zustimmen, dass es mutig ist sieht man am übertrieben Medieninteresse:

Ja, es ist schön dass sich mal jemand traut, aber eigentlich sollte es doch belanglos sein, welche sexuellen Ambitionen wer hat - erst dann sind wir am Ziel angekommen.
LG

Vincent
nicole.f
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Re: Fußballspieler outet sich

Post 4 im Thema

Beitrag von nicole.f »

Hallo!
Dazu hatte ich gestern Abend auch noch etwas geschrieben, weil es mich so fürchterlich ärgerte - also nicht das Outing:

http://nicolebeaux.blogspot.de/2014/01/ ... elles.html

Hier auch der Text des Postings:

Verlogenheit der Politik - Homosexuelles Outing Hitzlsperger
Das sich Thomas Hitzlsperger offen zu seiner Homosexualität bekennt, ist mutig. Das er es bewusst in die Öffentlichkeit trägt, um so mehr. Und das er damit seine Prominenz ausnutzt, um auf ein nach wie vor bestehendes Problem hinzuweisen, zeugt durchaus von Größe. Chapeau.

Was dieses Beispiel allerdings leider auch zeigt ist, dass weder wir hier in Deutschland noch die Welt im Grossen und Ganzen, immernoch keinen korrekten Umgang mit sexuellen oder geschlechtlichen Devianzen pflegen. Wie sonst wäre es zu erklären, dass sich Herr Hitzlsperger zu dieser Aktion genötigt sieht? Schon alleine die Tatsache, dass am heutigen Tag praktisch alle Medien von dieser Meldung dominiert werden zeigt, dass wir noch lange nicht so weit sind, wie wir vorgeben zu sein! Denn die korrekte Reaktion auf solch eine Offenbarung wären eigentlich: So what, was soll's? Niemand würde einen solchen Aufriss darüber machen, wenn sich irgendein Promi als heterosexuell outen würde. Also schon alleine die Tatsache, dass soetwas Nachrichtenwert bekommt, ist eine Blamage und Ohrfeige für unsere Gesellschaft und zeigt mehr als deutlich, dass wir noch einen weiten Weg zu wahrer Akzeptanz zu gehen haben.

Aber gut. Werten wir es als wohlwollende Kritik an unserer Gesellschaft, an uns allen, fassen uns an die eigene Nase und fühlen uns ermahnt, alles in unserer individuellen Macht zu tun, um diese Akzeptanz zu fördern und zu etwas völlig Selbstverständlichen werden zu lassen.

Wofür ich allerdings keinerlei Verständnis habe ist die hastige Erklärung unserer "verehrten" Bundesregierung in Form von Regierungssprecher Seibert:

""Wir leben in einem Land, in dem niemand Angst haben sollte, seine Sexualität zu bekennen nur aus Angst vor Intoleranz." In den vergangenen Jahren habe Deutschland hier schon enorme Fortschritte gemacht. "Wir leben im Großen und Ganzen im Respekt voreinander unabhängig davon, ob der Mitmensch Männer liebt oder Frauen liebt", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert."
(Quelle FAZ online)

Dies ist vor Verlogenheit kaum noch zu überbieten. Diese Regierung, die im Wesentlichen die gleichen Ziele bzgl. Integration und Gleichstellung von abweichenden Lebensmodellen verfolgt, wie die Regierung zuvor muss sich doch die Frage gefallen lassen, wo sie denn diesen Respekt in den vergangenen acht Jahren gezeigt hat? Fast alle Ansätze zur juristischen Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften im Vergleich zu einer heterosexuellen Ehe sind derart entkernt worden, dass es an eine Farce grenzt. Ist dies ein respektvoller Umgang? Dies ist etwas, was im Verantwortungsbereich der Regierung liegt. Sie könnte damit dafür sorgen, dass es in der Tat "unabhängig davon [ist], ob der Mitmensch Männer liebt oder Frauen liebt". Heute ist es dies nicht! Gleichgeschlechtliche Partnerschaften sind nicht der Ehe gleichgestellt.

Selbstverständlich sind dies alles auch Probleme, die gerade eine christlich konservative Regierung in Rechtfertigungsprobleme bringt. Das will ich ganz sicher nicht verleugnen. Genau dies führte ja auch dazu, eben weil konservative Kreise sowie die Kirchen Druck ausübten, dass entsprechende Gesetze verschoben, gekürzt und entkernt wurden. Dies ist auch das Recht dieser Regierung, denn der Mehrheit der Bevölkerung, die sie gewählt hat, wurde damit Rechnung getragen. Es gefällt mir nicht, aber so funktioniert Demokratie.

Was aber gar nicht geht ist diese perfide Selbstbeweihräucherung! Es kocht in mir, wenn sich eine Regierung, die praktisch nichts für das Erreichen dieser Ziele getan hat, sich anschliessend lobhudelnd hinstellt und alles für gut erklärt - "..die Probleme der Homosexuellen sind hiermit beendet." - frei nach Pofalla. Sie hätte besser geschwiegen. Dies wäre der Wahrheit näher gekommen.

Liebe Grüße
nicole
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triona
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Re: Fußballspieler outet sich

Post 5 im Thema

Beitrag von triona »

Endlich. War auch Zeit.
Und der zweite hat sich womöglich schon in Stellung gebracht. Einer der ehemaligen Nationalspieler, von dem ich weiß, daß er homosexuell ist, hat Hitzelsberger vor der Presse laut für seinen Schritt gelobt.

In den jeweils aktuellen Kadern der letzten 10 Jahre oder so sind mindestens 4 dabei, von denen ich es aus sicherer Quelle weiß. (Hitzelsberger war übrigens nicht mal dabei.) Namen werde ich natürlich hier keine nennen. Ich werde niemals jemand gegen seinen Willen offenlegen, und die Quelle natürlich auch nicht. Es ist aber ein Profifußballer, der viele Jahre in der ersten und zweiten Liga gespielt hat und jahrelang engen Kontakt zu zahlreichen anderen Nationalspielern hatte.

Ist ja auch kein Wunder. Bei einem geschätzten Anteil von ca 10% schwulen Männern an der Gesamtbevölkerung müßte ja rein statistisch gesehen in jeder Mannschaft mindestens einer dabei sein. Die Frauen aus der National"mann"schaft der Frauen sind da schon irgendwie weiter.

Ansonsten kann ich Nicole nur Recht geben mit ihrer Einschätzung.


liebe grüße
triona
Vivian Cologne
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Re: Fußballspieler outet sich

Post 6 im Thema

Beitrag von Vivian Cologne »

Klar, diese verlogene "Männergesellschaft" Profifußball verdient es, mal aufgemischt zu werden. Ob bald ein aktiver Spieler folgen wird? Ich kenne die Atmosphäre in den Stadien, deshalb habe ich auch die volle Hochachtung vor denen, die den Schritt (noch) nicht gehen.

Die Frage, die uns hier angeht: Wie wäre das Medienecho, wenn Hitzlsperger erklärt hätte, dass er am liebsten seine eigene Spielerfrau ist (Charlotte möge mir verzeihen)? Dass er gerne in seidige Dessous, hohe Pumps und Kleidchen schlüpft und sich sauwohl dabei fühlt?

Ist die Zeit auch dafür reif? Wie viele geoutete TV, CD, TS etc. kennen wir denn in Politik, Showbusiness, Sport? Ich finde es jedenfalls interessant zu beobachten, wie die Diskussion um die schwulen Kicker verläuft.

Vivian
Zuletzt geändert von Vivian Cologne am Do 9. Jan 2014, 14:59, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Fußballspieler outet sich

Post 7 im Thema

Beitrag von *~Laura~* »

1. Gut gemacht, letztlich wird nur über die Masse an Outings eine gewisse Normalität erreicht werden - solange das Einzelfälle sind, starrt der Mensch halt drauf. Dieses "Bemerken von ungewohnten Dingen" hat dem homo sapiens wohl früher auch mal den Allerwertesten gerettet.
2. Zeit reif für andere Outings? Das ist sie immer, wenn die-/derjenige sich danach fühlt, oder?!;-) Auch hier zählt, je öfter der "normale" Mensch mit ihm ungewohnten Dingen konfrontiert wird, desto eher gewöhnt er sich dran...Also, auf in die Röcke oder was auch immer und raus auf die Straße :-P.
VG,
Laura
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Re: Fußballspieler outet sich

Post 8 im Thema

Beitrag von nicole.f »

mj62 hat geschrieben:Klar, diese verlogene "Männergesellschaft" Profifußball verdient es, mal aufgemischt zu werden. Ob bald ein aktiver Spieler folgen wird? Ich kenne die Atmosphäre in den Stadien, deshalb habe ich auch die volle Hochachtung vor denen, die den Schritt (noch) nicht gehen.

Die Frage, die uns hier angeht: Wie wäre das Medienecho, wenn Hitzelsperger erklärt hätte, dass er am liebsten seine eigene Spielerfrau ist (Charlotte möge mir verzeihen)? Dass er gerne in seidige Dessous, hohe Pumps und Kleidchen schlüpft und sich sauwohl dabei fühlt?

Ist die Zeit auch dafür reif? Wie viele geoutete TV, CD, TS etc. kennen wir denn in Politik, Showbusiness, Sport? Ich finde es jedenfalls interessant zu beobachten, wie die Diskussion um die schwulen Kicker verläuft.

Vivian
Ich glaube es ist eigentlich, leider, gar keine Frage, dass die Reaktionen gerade auf ein CD/TV Outing deutlich schlechter ausgefallen wäre. Transsexualität hat, glaube ich, schon etwas von bedauernswertem Mitleid Status "Die arme Person! Soviele Jahre im falschen Körper gefangen!". Dafür wird noch eher ansatzweises Verständnis aufgebracht, solange die Person nicht direkt persönlich in der anderen Rolle in Erscheinung tritt. Das hört und liest man leider relativ oft, dass Transsexuelle, gerade MzF aber auch FzM, im Rahmen des Outings, solange sie noch nicht in der neuen "Rolle" (ich mag das Wort irgendwie nicht) auftreten, Verständnis entgegengebracht bekommen. Doch wenn sie dann das erste mal persönlich in der neuen Rolle in Erscheinung treten, gerade wenn das Passing noch nicht so toll ist, die Akzeptanz schnell erlischt. Und ganz ehrlich, ich kann es auch nicht ganz verdenken, denn wir sind soetwas gesellschaftlich einfach noch nicht gewohnt. Damit ist es dann auch relativ klar, dass dies für die meisten also anfangs befremdlich ist und sie eine Zeit brauchen, um dies zu überwinden. So richtig schlimm finde ich es dann allerdings, wenn die Überwindung ausbleibt und die Akzeptanz oder zumindest Toleranz nicht wieder kommt. Das sollte man dann doch erwarten können.

Bei CD/TV scheint immernoch landläufig die Meinung zu herrschen, dass das eine eher willentliche und freiwillige Sache sei und man deshalb dafür keine Toleranz aufbringen müsse, denn diese Personen könnten ja einfach die Gesellschaft davon verschonen. Das Wissen über Transgender im Allgemeinen und über die vielen Spielarten darunter ist schlicht kaum bis gar nicht vorhanden und damit auch nicht, dass es auch für viele CD/TV eben keine freie Willensentscheidung ist, dass auch sie unter einem Druck stehen und leiden, wenn sie diesen nicht abbauen können.

Da ich dies mittlerweile schon (n)-mal Dritten erklärt habe, obwohl ich noch lange nicht mit großflächigem Outing begonnen habe, habe ich angefangen, das ganze mal als Text zusammenzuschreiben. Ist noch nicht fertig, aber zusammen mit ein paar Texten von mir aus dem Forum und meiner Homepage sind schon knapp 60 Seiten gewachsen. Eigentlich wollte ich nur ein Buch daraus machen, um *mich* beim Outing Dritten gegenüber zu erklären. Aber vielleicht sollte ich das auch mal öffentlich machen?

Liebe Grüße
nicole
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Vivian Cologne
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Re: Fußballspieler outet sich

Post 9 im Thema

Beitrag von Vivian Cologne »

Du hast vollkommen recht, liebe Nicole, wir können noch so gut erklären, mit dem Verstehen hapert es bei unserem Gegenüber manchmal doch. Trotz Verständnis, Toleranz und Empathie: Wenn ich vom Leidensdruck erzähle und dass es nicht um Karneval, Verkleiden, lustigen Spaß geht, sondern mit Persönlichkeit, Gefühlen, Selbstwert zu tun hat, dann muss ich weit, weit ausholen ...

In meinem kleinen Kreis ist die Toleranz bisher immer geblieben, Überwindung kostete es den einen oder anderen auch, immer nur bei Männern (die sind eben eindimensional), Frauen denken direkt sehr praktisch (von Sex über Lidstrich bis Haare).

Deine Idee, eine Art "Guide to Nicole" zu schreiben, um nicht immer alles erklären zu müssen, gefällt mir. Ich sammle auch und möchte dieses "Making of Vivian" in eine Form gießen. Das zu veröffentlichen ist ja so einfach wie nie. Ob's dann einer liest, stellt sich als Frage erst hinterher ...

Vivian
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Re: Fußballspieler outet sich

Post 10 im Thema

Beitrag von Saskia.shewulf »

Hallo,

Nochmal zurück zu Hitzelsberger ich denke trotz der berechtigten Kritik an der Bundesregeierung ist es doch ein wichtiger
Schritt auch für uns Transidente Menschen egal welcher Coleur die wir doch auch davon Profitieren,im Kielwasser
der Schwul-lesbischen Bewegung!Jedes einzelne Outing wird hoffentlich zu mehr Akzeptanz führen in der Gesellschaft.
Und es ist an uns mit dem Coming OUt zu zeigen das es uns gibt,natürlich ist es ein gewagter Schritt aber wenn wir selber
uns immer verstecken und nichts dagegen tun(Aufklärung auch im kleinen Kreis) zu betreiben ändert sich nichts .

Je mehr Leute zeigen das sie anders sind egal ob Schwul Lesbisch Trans oder Intersexuell desto kleiner wird die Hemmschwelle
der sogenannten Normalbevölkerung werden, sie können es dann nicht mehr ignorieren,das jedenfalls ist die Hoffnung
die ich dabei habe und die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.

Also wenn nicht jetzt wann dann?

Lg Saskia
Wer keinen Mut zum träumen hat
-hat keine Kraft zum Kämpfen
exuserIn-2014-09-26

Re: Fußballspieler outet sich

Post 11 im Thema

Beitrag von exuserIn-2014-09-26 »

Zu Hitz The Spitz .... wenngleich er auch immer bei den 'falschen' Vereinen gespielt hat, toller Fussballer, toller Mann.

Auf tumblr hatte ich die Tage (auch ein wenig vor Hitzelsberger Coming Out) einen interessanten Satz gelesen:
Homosexuality is found in 1500 species. Homophobia is found in one. Which is unnatural?
Wobei xy-phobie immer Mist ist ... Respekt und Toleranz ist immer angebracht.

LG
Vranzy
Laura92

Re: Fußballspieler outet sich

Post 12 im Thema

Beitrag von Laura92 »

Also ich persönlich, würde jedem Profifußballer der derzeit noch spielt, dringenst davon abraten sich zu outen.
Ich bin selber 6-8 mal pro Jahr im Fußballstadion und die Stimmung ist teilweise richtig aggressiv (besonders die so genannten ULTRAS, schrecken vor gar nichts zurück).
Jedes Auswärtsspiel wäre für den geouteten ein absoluter Spiesrutenlauf, das kann man niemanden zumuten.

Nach dem Selbstmord von Robert Enke (ehem. Torhüter von Hannover), hat es geheißen unser Fußball wird toleranter etc. Ich merke davon überhaupt nichts.

@Nicole

Bezüglich der Bundesregierung hast du absolut recht. Gerade CDU/CSU, die alles gegen eine Gleichstellung in die Wege leiten, sollen da mal ganz kleine Brötchen backen.
nicole.f
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Re: Fußballspieler outet sich

Post 13 im Thema

Beitrag von nicole.f »

LaraC hat geschrieben:Nur so als kleine Anmerkung: das Outing von Balian Buschbaum ist doch eingentlich ganz gut gelaufen, oder? Was das jetzt für MzF CD oder TS heißt, sei mal dahingestellt. Da ist man dann gleich wieder Lorielle London... :?
Ja, das ist richtig. FzM haben auch in der Regel, zumindest im "normalen" Umfeld, deutlich weniger Probleme als MzF beim Outing und auch später. Was auch nicht besonders verwundert, denn nicht all zu lange nach Beginn der Hormontherapie vermännlichen FzM recht schnell und gut, sodass schon rein optisch schnell ein stimmiger Eindruck zustande kommt. Das ist bei MzF, gerade Typ-2, deutlich problematischer.

Aber auch für FzM läuft es nicht immer so glimpflich. Sie haben die Probleme eher im näheren Umfeld, die sie noch als Frau/Mädchen kannten, also Familie, Freunde und Arbeitskollegen. Ich habe Kontakt zu einem Transmann, der in seiner Anfangszeit auch arge Pöbeleien ertragen musste, darüber sogar krank wurde (erst psychisch, dann dadurch bedingt physisch) und dann die Konsequenzen zog und die alte Heimat verließ.

Und Leute wie Lorielle London sind keine guten Beispiele. Sie bedient da leider viel zu viele Klischees, statt mal etwas Selbstreflexion zu zeigen. Das ist dann zwar ganz nett und zuweilen lustig, hilft aber der Sache nicht weiter. Gut, muss sie speziell jetzt auch nicht, aber im Kontext dieser Diskussion eben...

Liebe Grüße
nicole
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Re: Fußballspieler outet sich

Post 14 im Thema

Beitrag von Ines »

Auch heute wieder ein extremes Medieninteresse und sogar das Ausland macht mit. Meine Güte-es ist doch nichts Besonderes passiert-ein Fußballer hat sich als schwul geoutet und gut ist.

BTW: Auf RTL.de kann man gerade abstimmen, ob die Gesellschaft genug Toleranz gegenüber Homosexuellen hat. Habe da gerade gevotet. 77% sagen derzeit "nein".

LG
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Re: Fußballspieler outet sich

Post 15 im Thema

Beitrag von conny »

Ines hat geschrieben:
BTW: Auf RTL.de kann man gerade abstimmen, ob die Gesellschaft genug Toleranz gegenüber Homosexuellen hat. Habe da gerade gevotet. 77% sagen derzeit "nein".

LG
Ines
also, ich weiß ja nicht, wer sich auf rtl.de vornehmlich so tummelt, aber das abstimmungsergebnis ist keinen pfifferling wert!

eine gesellschaft, für die homosexuelle politiker kein aufreger sind, schauspieler, fernsehmacher und künstler auch nicht. und wenn in einer großen kirche homosexuelle pfarrer werden können, in vielen unternehmen schwulennetzwerke gefördert werden, dann ist die gesellschaft anscheinend weiter als ein teil davon, der rtl.de besucher ist.
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