Wie ich entspanntes Crossdressen lernte.
Wie ich entspanntes Crossdressen lernte.

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ExuserIn-2015-02-14

Wie ich entspanntes Crossdressen lernte.

Post 1 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2015-02-14 »

Hallo, all Ihr freundlichen Schwestern!

Ich bin bis dato fast 15 Monate im Forum angemeldet und rege dabei. Das Forum war mir dabei immer eine Quelle der Ermutigung und Inspiration.
Wenn ich in dieser Zeit meine persönliche CD-Entwicklung reflektiere, so bin ich erstaunt, welch rasante Veränderung ich an mir beobachten kann. Von der einst schüchternen, wortkargen Deborah ist nichts mehr vorhanden. Von Monat zu Monat habe ich mich durch intensives Crossdressing immer weiter entwickelt. Meine Stummheit wich mehr und mehr, je besser ich meine Stimmlage feminisieren konnte. Durch mein exzessives Shoppen wurde ich gezwungen mit diversen Verkäuferinnen zu kommunizieren. Besonders wenn sie meinen guten Geschmack bezüglich von Kleidung und Styling lobten, wurde ich ermutigt mehr zu sprechen, als nur Danke und Tschüss.
Ein prägendes Artikulationserlebnis fand mit einem älteren Ehepaar in einem kleinen Frankfurter Park statt. Dort saß ich auf einer Parkbank ein älteres, gutgekleidetes Paar fragte, ob sie sich zu mir setzen dürfe. Ich bejahte, sofort diskutierten die beiden über seine bevorstehende Rede über Emanzipation im angrenzenden Mezger-Haus. Ich war elektrisiert, genau mein intellektuelles Thema. Nach gewisser Zeit fragte ich, ob ich Mitdiskutieren dürfe. OH, ja, meinten sie! Ich sehe zwar wie Barbie aus, aber in der Birne steckt doch etwas mehr drinn. So diskutierten wir eine gute halbe Stunde auf akademischen Niveau über Emanzipation. Es beeindruckte sie, wie ich vom griechischen Wortstamm her argumentierte und wie radikal ich pro Emanzipation bin. Während der ganzen Diskussion war ich für sie eindeutig nur eine Frau. Sie verabschiedeten sich von mir und meinten sie hätten mich gerne zum Vortrag eingeladen, aber es sei ein geschlossenes Auditorium. Dieses ausführliche Gespräch brach in mir jegliche sprachliche Hemmschwelle, weil ich die Erfahrung machen konnte, wenn meine Stimme sicher und weich klingt, bin ich für mein Gegenüber stimmlich eine Frau (vorrausgesetzt der Rest ist ebenso stimmig).
Der nächste, paralelle Schritt war die Entwicklung meiner femininen Diktion. Frauen artikulieren nun mal anders als Männer. Klingt komisch, ich lernte die blumige, nette Redeweise von Bio-Frauen.
Das Ganze paarte ich noch mit meinem natürlichen Charme, so bin ich gut gerüstet, um mit jeder Bio-Frau bestens ins Gespräch zu kommen. Diese Lernschritte geben mir eine erstaunliche Sicherheit im alltäglichen Umgang mit Weiblein und Männlein. Mittlerweile suche ich das Gespräch von Frau zu Frau mit Vorliebe, besonders mit den jungen, schönen Verkäuferinnen. Erstaunlicherweise sind sie mir gegenüber sehr offensiv und gehen zielgerichtet auf mich zu.
Mein feminines Bewegungsmuster trainiere ich ebenso mit Intensität. Der Gang der Frau ist nun mal leicht und beschwingt, fast schwebend. Der kurze, enge Schritt, der aus den Hüften heraus entsteht, verwirklicht dieses Gangbild. Meine Füsse setzte ich mittlerweile weich und ganz locker selbst mit 8cm Absatz auf das Pflaster, bis hin zu grobem Kopfsteinen. In dieser Zeit hat sich die Muskulatur meines Vorfusses so gestärkt, dass ich den ganzen Tag auf hohen Pumps gehe, ohne müde und schmerzende Füsse zu bekommen. Besitze auch die anatomischen Vorraussetzung eines schmalen Fusses. Gott sei Dank!
Die Bekämpfung meines Bartes habe ich in dieser Zeit erfolgreich gewonnen, durch intensive,tägliche Epilation haben ihn zu 90% reduziert. Meine Schminktechnik ist dadurch viel einfacher und schneller geworden. Schaffe es in etwa 30min. mein männl. Gesicht in ein Feminines zu verwandeln. Beim Schminken gilt, weniger ist mehr, meine persönliche Erfahrungswerte!
Meine gesellschaftlichen und kulturellen Aktivitäten konnte ich als Deborah noch intensiver pflegen und ausbauen. Mein männliches Pendant war schon immer an Theater, Musik und Kunst interessiert, aber solo als Mann war ich gering motiviert. Aber als Deborah habe ich wieder so richtig durchgestartet, ich gehe auf Jazzkonzerte, ins Theater und Kino, in die Oper und diverse Museen. Im femininen Modus macht es viel, viel mehr Freude, aber das wisst ihr tollen Ladies ebenso wie ich.
Ein absolutes Highlight war mein Frankfurter Opernbesuch mit Andrea a.S. Die meisten von Euch kennen sie durch vielfältige Forumsbeiträge. Wir konnten so richtig Ladylike die Oper genießen, und waren zwei elegant gekleidete Damen.
Mittlerweile ist Crossdressing für mich die schönste Nebensache der Welt, weil ich es jetzt total relaxt angehen lasse. Ich produziere keinen Kopfkino-Stress mehr, wie, was könnten die Leute in mir sehen oder wie unvorteilhaft sehe ich aus??? Habe ich den richtige, Gang, ist meine Stimme zu tief, bin ich schlecht geschminkt???
Ich fühle mich heute so wohl, ausgeglichen und absolut entspannt als Deborah, dass ich jede Minute, jeden Ort, jede menschl. Begegnung vollends genieße und auslebe. Der Nachteil: Es fällt mir immer schwerer, mich in meinen männlichen Pendant zrückzuverwandeln, weil mir das Feminine so selbstverständlich und in Fleisch und Blut übergangen ist. Ich glaube, nur ihr könnt es verstehen.
Ja, an diesem Punkt meiner femininen Metamorphose stehe ich jetzt, und bin überaus glücklich darüber. Ich weiß nicht, wie es weitergehen wird, aber ich lass einfach die Dinge auf mich zukommen, denn es kommt, wie es kommen muss.

Meine Fragen an Euch: Wie ist Eure persönliche Entwicklung innerlich wie äusserlich als Crossdresser verlaufen? Seit ihr dort trans-genderisch angekommen, wo ihr hinwolltet? Was würdet Ihr aus heutiger Sicht anders angehen?

Danke Mädels für Eure hilfreich Unterstützung, denn Ihr seid die Menschen, die dieses Forum so wertvoll machen.

Liebe Grüsse, Eure Deborah LL.
ExuserIn-2020-09-08
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Re: Wie ich entspanntes Crossdressen lernte.

Post 2 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2020-09-08 »

Hallo Deborah,
ich gehe so Richtung 50J und betreibe mein Hobby ( so wie ich es nenne) seit meinem 6 Lebensjahr, wenn ich meinen Werdegang so ansehe bemerke ich mit dem zunehmenden Alter auch einige Veränderungen.
Zuerst waren es nur Heels und FSH, die es mir angetan hatten, erst später kam das Komplettstyling dazu, dass ich dann an Fasching mit meiner Frau ausgelebt habe.
Ich bin gerne ein Mann und möchte auch gerne bleiben, aber trage ich auch gerne Damenkleidung und das wird immer so bleiben.
Mittlerweile war schon ein paar mal komplett als Frau (heimlich) unterwegs.
Meine Frau toleriert aber, dass ich als Mann FSH. dazu lackierte Fußnägel und flache Damenstiefel trage, gefällt mir sehr gut als eindeutig erkennbarer Mann mit Damenkleidungsstücke nach draußen zu gehen. Meine neuste Errungenschaft ist ein sogenanntes Bauchweg- Miederhöschen, das wird in nächster Zeit zum Einsatz kommen.
Was mich mal reizen würde, wäre als Mann mit Heels auf die Straße zu gehen, na ja das kann bestimmt noch kommen.

Eigentlich bezeichne ich mich als CD oder Metrosexuell- was die Kleiderordnung angeht, als Mann der sich der weiblichen Kleidung widmet


MfG Jumpi
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