Es musste so kommen…
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Vincent
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Es musste so kommen…

Post 1 im Thema

Beitrag von Vincent »

Überrascht war ich heute eigentlich nicht im Geringsten, trotzdem ist die Frage, die damit aufgeworfen wurde, noch lange nicht wirklich beantwortet für mich.

Heute äußerte unser "großer" Sohn (2,5J) das erste Mal, er würde gerne einen Rock tragen, als er meiner Frau bei Anziehen zusah und sie einen Rock anzog, der ihm gefiel.
Ich hatte zwar erwartet, dass die Frage irgendwann käme, wenn ich einen Rock trage, viel ändern tut das allerdings nicht.

Natürlich ist so eine Frage in diesem Alter normal, ebenso wie sein Wunsch nach Nagellack, aber in anderen Familien können solche Forderungen leicht abgewehrt werden, wenn man zeigt, wer das "darf".
Ich tauge aber nicht als normgerechtes Vorbild, wenn irgendwann die Phase des Argumentierens kommt. Ich will auch gar nicht. Und eigentlich möchte ich ihm die Entscheidungsfreiheit lassen
Ich möchte aber auf der anderen Seite auch nicht, dass irgendwann einer meiner Söhne (gesellschaftlichen) Schaden nimmt, durch falsche Kleidung.

Heute war das Thema schnell erledigt, durch die wahrheitsgemäße Aussage meiner Frau, dass wir keinen Rock in seiner Größe hätten"¦

Er wird irgendwann beim Einkaufen dabei sein, mit Mädchen spielen, usw... und den Vater im Rock oder Kleid sehen.
LG

Vincent
Andrea66
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Re: Es musste so kommen…

Post 2 im Thema

Beitrag von Andrea66 »

Hallo Vincent,

ich würde mir an deiner Stelle noch keine ganz so großen Gedanken darüber machen. Ich weiß von Fotos und Filmen auch, dass ich früher mit Pupen gespielt habe und auch einen kleinen Kinderwagen hatte. Der Grund dafür, war, dass meine Eltern meine Schwester und mich fast immer wie Zwillinge behandelt haben. Meine Schwester hat sich einen Puppenwagen mit Puppe gewünscht und ich habe den auch bekommen.

Später konnte ich mich nicht mehr daran erinnern und mit Puppen habe ich auch nicht mehr gespielt. Es war mir sogar ein wenig peinlich.

LG

Andrea
Endlich bin ich in mir zu hause, auch wenn mensch mich von außen nicht erkennt.

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SusiS
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Re: Es musste so kommen…

Post 3 im Thema

Beitrag von SusiS »

Hallo Marie-Ann,

also ich noch nichts darüber gehört das es erblich bedingt ist, die Kleidung des anderen Geschlechts tragen zu wollen.
Transsexualität ist sicher auch nicht vererbbar.
Er trägt als Mann Röcke für sich als normale Kleidung. Wenn dann sein Sohn Röcke tragen möchte, wäre damit nicht unbedingt notwendigerweise erblich bedingt, die Kleidung des anderen Geschlechts tragen zu wollen. Ich vermute das der Sohn (2,5 Jahre) als normale maskuline (oder keine Unterscheidung zwisch feminine und maskuline) Kleidung möglicherweise auffast [also Vorleben der Eltern]. Seine Bedenken könnte durch mögliche Reaktionen von den Spielkameraden sein.

Natürlich ist so eine Frage in diesem Alter normal, ebenso wie sein Wunsch nach Nagellack, aber in anderen Familien können solche Forderungen leicht abgewehrt werden, wenn man zeigt, wer das "darf".
Ich tauge aber nicht als normgerechtes Vorbild, wenn irgendwann die Phase des Argumentierens kommt. Ich will auch gar nicht. Und eigentlich möchte ich ihm die Entscheidungsfreiheit lassen
Ich möchte aber auf der anderen Seite auch nicht, dass irgendwann einer meiner Söhne (gesellschaftlichen) Schaden nimmt, durch falsche Kleidung.
Ich schätze, das dann mit Fingerspitzengefühl beigebracht wann er es nicht darf [möglichst so, das er auch versteht warum], und wann nicht.

SusiS
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Re: Es musste so kommen…

Post 4 im Thema

Beitrag von Marielle »

Hallo Vincent, Guten Morgen zusammen,

vorweg: Ich habe keine eigene Erfahrung mit der Fragestellung, weil wir keine Kinder haben. Eine Ansicht habe ich aber trotzdem dazu :)

Vielleicht ist es eine gute Sache, wenn du deinen Kindern recht früh die üblichen Gruppenbildungs- und Abgrenzungsmechanismen in der Gesellschaft erklärst bzw. es überhaupt tust. Ich habe das mittels "Das tut man nicht; was sollen den die Nachbarn denken" gesagt bekommen. Dieser schlichte (dumme) Spruch beschreibt aber nur den Zwang ansich, nicht wie er entsteht. Wenn ein Kind / jugendlicher Mensch diese Zusammenhänge kennt und durchschaut, kann er/sie vielleicht selbst einen guten Umgang mit einer eventuellen Neigung entwickeln. Ob das zeitlich geht, also das "Verstehen" vor dem "Wollen" kommt, kann ich nicht beurteilen.

liebe Grüsse

Marielle

PS: Wie kommt man eigentlich darauf, Vincent ein Problem mit sich selbst bzw. die Angst vor der Vererbung anzudichten? Ich finde in seinem Beitrag nix entsprechendes.
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Re: Es musste so kommen…

Post 5 im Thema

Beitrag von ab08 »

Hallo Vincent,

konkrete Nachweise (Wissenschaftliche Untersuchungen) kenn ich nicht.
Allerdings gibt es bei IS durchaus Häufungen, d.h kommt im familiären Umfeld öfter vor. (Jedenfalls erinnere ich mich an solche Biographien -Taz ?)
Natürlich tritt IS/TS meist verschieden stark in Erscheinung. In meiner weiteren Verwandtschaft..., mehr schreib ich hier aber nicht.
Vererbung und ähnliches ist schwer auszuschließen, klare Nachweise sind aber noch schwieriger.

Daher lass ich es dabei, am besten offen bleiben und sich nicht zu viele Gedanken machen. :wink:

Liebe Grüße
ab
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Re: Es musste so kommen…

Post 6 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,
"großer" Sohn (2,5J)
In dem Alter ist es nicht nur "normal" (in jedem anderen sicherlich auch (smili) ), sondern üblich.
Wir hatten z.B. im Kindergarten Verkleidungskisten, aus denen sich die Kinder bedienen konnten. In anderen Einrichtungen war es nicht anders.
Es gibt auch einen alten Thread, der sich mit dem Thema befasst; das Thema kam in Dänemark auf: viewtopic.php?f=23&t=4635&p=44421&hilit ... ern#p44003

Passend auch das Thema "Jungen und Puppen" (auch hier kam das Thema aus Dänemark): viewtopic.php?f=23&t=5056&hilit=drengen+og

Vererbung ist, wie schon gesagt wurde, bei Intersexualität möglich.
Tests gibt es z.B. auch, um ein Adrenogenitales Syndrom (AGS) nachzuweisen. Wenn ein Elternteil betroffen ist, werden meiner Information nach Untersuchungen bei Partner/in und später beim Kind (u.U auch als pränatale Diagnostik) durchgeführt.

Ich würde mir aber erst einmal keine Gedanken machen (smili)

Gruß
Anne-Mette
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Re: Es musste so kommen…

Post 7 im Thema

Beitrag von Ulrike-Marisa »

Moin zusammen,

ich kenne das auch noch von mir im Kindergarten, wo ich immer auch ein Kleid anziehen wollte; das gab es damals nicht und wurde auch von meinen Eltern so gesehen. Trotzdem ist es letztlich anders und meinem damaligen Wunsch entsprechend gekommen .....
Ich denke, dass wir als Eltern heute mit unserem Wissen anders daran gehen können und sollten. Kinder sind von sich aus neugierig und wollen alles ausprobieren. Unsere beiden Jungs haben nie so einen Wunsch geäußert... heute täte ich ermöglichen wollen, soweit die Mutter der Kinder/Ehefrau das auch so sehen kann. Da fangen bestimmt schon die ersten Probleme an. Wenn ein kleiner Junge mit Mädchen spielen will, warum nicht, haben unsere auch gemacht; alles geht immer solange das auch von den Mädchen zugelassen wird, was sich irgendwann dann doch ändert spätestens im Grundschulalter. Sollte ein Junge dann dabei bleiben, wie ein Mädchen leben zu wollen, wird er bestimmt ein inneres Gefühl dafür entwickelt haben und da gibt es heute doch professionelle Hilfe und das muss doch nicht mehr mit Gewalt unterdrückt werden. Dazu gehört aber eine gewisse Portion Offenheit und Mut seitens der Eltern so etwas zu erkennen und dann auch zuzulassen mit allen seinen Folgen. Ob Transsexualität vererbbar ist, kann letztlich wohl niemand sagen, Kinder lernen aber von ihren Eltern und allgemein durch Vorbilder und wenn Papa im Rock zu Hause rumläuft, kann es schon das kindliche Verhalten beeinflussen... muss es aber nicht. Da kommt es darauf an, was man wie den Kindern erklärt und welche Normen man da schafft.

LG, Ulrike-Marisa :wink:

...Kinder sind wie kleine Bäume, Eltern wirken wurzelbildend...
Vincent
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Re: Es musste so kommen…

Post 8 im Thema

Beitrag von Vincent »

Hallo,
danke erstmal für die vielen guten Antworten!
Vorweg, ich glaube nicht, mit meiner Neigung ein Problem zu haben, sonder fühle mich sehr wohl damit (so)
Und ich habe auch nicht die geringsten Bedenken mein Sohn könnte irgend ein "Entwicklungs-" oder sonstiges Problem haben - es ist einfach der kindliche Spiel und forschungsdrang.

Ich selbst hätte auch kein Problem damit, wenn er Röcke tragen will und es auch tut.

Für mich ist der Punkt, dass andere Jungs in diesem Alter wohl ähnliche Ideen haben, sie aber durch ihre Vorbilder entsprechend anders beeinflusst werden und in anderen Familien auch einfach argumentiert wird und auch glaubhaft argumentiert werden kann "Mann macht das nicht"

"Mann trägt keinen Rock" wird aber zur Lachnummer wenn der Vater im Rock vor einem steht.

Es ist in meinen Augen aber eine Gefahr von Ausgrenzung und Hänseleien für einen Jungen vorhanden, die er selbst nicht abschätzen oder ausstehen kenn, wenn er sein in derart unkonventioneller Weise kleidet.
Ginge es nach mir könnte er frei zwischen Rockeroutfit und Tütü entscheiden wären da nicht die "Anderen"

Noch ist das Thema wohl am Anfang, aber ich befürchte, er wird sich immer mehr zum Vorbild nehmen, was er sieht - ich will aber jetzt auch nicht unbedingt zum "guten Vorbild" mutieren.
LG

Vincent
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Re: Es musste so kommen…

Post 9 im Thema

Beitrag von Vincent »

Hallo Anja,
wenn ich das Patentrezept hätte, hätte ich vermutlich diesen Thread nicht gestartet (wo)

Zu Deiner Frage:
Ich bin seit gut zwei Jahrzehnten der Mann im Rock und das in praktisch jedem Umfeld. Mehr könnte ich mir nur noch für Fasching oder als Gag vorstellen.

Bei uns wird der erste Ansatz sein meine Kleidungsgewohnheiten beizubehalten, so lange keine negativen Auswirkungen auf meine Söhne durch meine Unangepasstheit zu befürchten sind.

Für den Fall, dass sie ihrem Vater noch mehr nacheifern wollen bin ich wirklich ratlos.

Etwas verbieten, was man vor lebt und was man eigentlich auch gut findet (weil mir diese allgemeine Normierung und Beschränkung der männlichen Rolle schon immer zuwider ist) ist eigentlich absurd - außer die Kinder können mit den evtl. Konsequenzen dar US nicht umgehen oder sie einschätzen.

Ich kann es für meine Söhne auch nicht, für mich selbst sieht das ganz anders aus.
LG

Vincent
rena

Re: Es musste so kommen…

Post 10 im Thema

Beitrag von rena »

hi,

lass es ihn doch einfach mal ausprobieren,vielleicht mag er es ja dann doch nicht,mach dir erstmal nicht so viele gedanken selbst wenn da etwas kommen sollte hat er wenigstens jemanden an der hand der sich mit dem gebiet beschäftigt :()b

relax rena
Kerstin
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Re: Es musste so kommen…

Post 11 im Thema

Beitrag von Kerstin »

Anja hat geschrieben:....
Zur Zeit sind wir uns einig, das wir meine weibliche Seite vor unserem Sohn geheim halten, bis dieser in der Lage ist, zu verstehen was ein Geheimnis ist. .......
Hallo Anja
Das dürfte aber ziemlich stessig werden und eine Garantie das er sich nicht doch einmal verplappert hast du auch nicht.


LG Kerstin
Ich brauche Informationen - eine Meinung bilde ich mir selbst.
Vincent
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Re: Es musste so kommen…

Post 12 im Thema

Beitrag von Vincent »

Hallo Anja,
Das mit den geheinhalten dürfte schwer werden, und wenn es dann nach einigeb jahren geht, hat dein Sohn etwas was ihn evtl. belastet, für ihn verboten erscheint, einen komischen Beigeschmack hat und worüber er mit niemandem sonst reden kann.
Ich denke offen oder verheimlichen bis ins Erwachsenenalter sind besser.
LG

Vincent
Regina
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Re: Es musste so kommen…

Post 13 im Thema

Beitrag von Regina »

Hi zusammen,

ich habe es damals auch so gemacht, als meine Kinder noch klein waren.
Ich war zu der Zeit mit mir selbst aber auch nicht im Reinen und hatte meinen Kindern gegenüber ein schlechtes Gewissen, konnte es somit auch gar nicht unverkrampft rüber bringen.

Solange man selbst glaubt etwas falsches, etwas verbotenes zu tun wird man es auch nicht offen legen wollen.

Heute würde ich es anders machen. Das spielt nun aber auch keine Rolle mehr. Hinterher ist man sowieso immer schlauer.

Jeder muss ohnehin seinen eigenen Weg finden.

Liebe Grüße,
Regina
Die höchste Form des Glücks ist ein Leben mit einem gewissen Grad an Verrücktheit. (Erasmus von Rotterdam)
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Re: Es musste so kommen…

Post 14 im Thema

Beitrag von lexes »

ab08 hat geschrieben: Mo 19. Aug 2013, 10:42 Hallo Vincent,

konkrete Nachweise (Wissenschaftliche Untersuchungen) kenn ich nicht.
Allerdings gibt es bei IS durchaus Häufungen, d.h kommt im familiären Umfeld öfter vor. (Jedenfalls erinnere ich mich an solche Biographien -Taz ?)
Natürlich tritt IS/TS meist verschieden stark in Erscheinung. In meiner weiteren Verwandtschaft..., mehr schreib ich hier aber nicht.
Vererbung und ähnliches ist schwer auszuschließen, klare Nachweise sind aber noch schwieriger.

Daher lass ich es dabei, am besten offen bleiben und sich nicht zu viele Gedanken machen. :wink:

Liebe Grüße
ab
Moin moin zusammen ..

Ich habe das Thema gerade ( seit gestern ernstlich ) bei meinem 8-jährigigen Sohn ( ich rede jetzt bewusst von Sohn weil ich noch keine schnellen Schlüsse ziehen will )

Weil ich schon länger Dinge an ihm beobachte, die mich seeeeehr an mich in meiner Jugend erinnern , habe ich mich da auch schon etwas eingelesen.

Kann ich meine ( sagen wir mal) "besondere Art" an meinen Sohn vererbt haben ( wenn auch nur tendenziell ? )

Und es gibt offen sichtlich inzwischen genug Studien die eine Vererblichkeit zumindest nicht kategorisch ausschließen sondern in Gegenteil recht deutlich nachweisen



Hier mal ein kurzer Auszug :

Zwillings- und Geschwisterstudien

Studien an Zwillingen und anderen Familienmitgliedern zeigen, dass ungewöhnliche genetische Muster bei transsexuellen Frauen wahrscheinlich nicht zufällig sind und dass die Möglichkeit eines genetischen Zusammenhangs abgeleitet werden kann.

Eine Studie von Coolidge et al. (2002)21 zur Erblichkeit von Transsexualität an 314 Zwillingen verschiedener Altersstufen ergab eine statistische Signifikanz. Die Verfasser berichteten, dass

"die Ergebnisse die Hypothese stützen, dass es eine starke erbliche Komponente bei Transsexualität gibt" (Coolidge et al., 2002).
GIRES berichten dazu:

"In einer weiteren Studie fanden Diamond und Hawk (2003)22 eine hohe Konkordanz (Übereinstimmung) für Transsexualität bei eineiigen Zwillingen, von denen jeweils einer die Transition unternahm und eine starke, aber geringere Konkordanz bei zweieiigen Zwillingen. Dieses Ergebnis wurde bei Männern und Frauen festgestellt." (GIRES 200623)
In einer Studie von Green (2000)24 wurde das gehäufte Auftreten von Transsexualismus innerhalb von Familien anhand von zehn Geschwister-Paaren oder Eltern-Kind-Paaren untersucht. Diese Studie folgert, dass dieses gehäufte Auftreten nicht zufällig sein kann, wenn man bei der Bewertung die relative Seltenheit von Transsexualismus berücksichtigt.

"Studien haben des Weiteren eine signifikant höhere Zahl von Tanten als von Onkeln in den mütterlichen Zweigen der Familien von [lesbischen] transsexuellen Frauen gezeigt; bei [schwulen] transsexuellen Männern wurden dagegen keine Abweichungen von der zu erwartenden Gleichverteilung festgestellt. Eine postulierte Erklärung für dieses Phänomen ist ein genetischer Effekt, der über drei Generationen hinweg auftritt (Green and Keverne, 200025)" (GIRES 200626)




Eine andere Studie geht dann noch etwas dezidierter auf die Chromosomen ein

Die Forscher vom Prince Henry's Institute of Medical Research untersuchten die Gene von 112 weiblichen Transsexuellen, die als Mann geboren worden waren, sowie die von 258 gewöhnlichen Männern. In dieser bisher größten genetischen Studie zum Thema fanden sie heraus, dass die Transsexuellen häufig ein übermäßig langes Gen für den Androgenrezeptor besitzen - für ein Molekül also, das im Körper die Wirkung des männlichen Sexualhormons Testosteron- vermittelt.Ein langes Gen ist weniger tüchtig als ein kurzes. "Im Mutterleib könnten die Kinder daher weniger Testosteron ausgesetzt gewesen sein", vermuten die Forscher um Vincent Harley in der Fachzeitschrift- Biological Psychiatry



und noch eine :

Mittlerweile stützen mehrere Untersuchungen, die auf körperliche Ursachen oder Prädispositionen hindeuten, die ursprüngliche Vermutung Benjamins. Diese wird durch von Zhou und Kollegen publizierte Daten gestützt.[76][77]- Sie fanden Hinweise darauf, dass in der pränatalen Entwicklungsphase dieselben Sexualhormone zu unterschiedlichen Zeitabschnitten zum einen die Morphologie der Genitalien und zum anderen die Morphologie sowie die Funktion des Gehirns beeinflussen. An der Universität São Paulo[78]- konnten unterschiedliche Ausprägungen im Gehirn transsexueller Frauen im Vergleich zu- cissexuellenUntersuchten nachgewiesen werden. Es gibt mehrere Anzeichen für eine genetische Disposition.[79][80]

Es scheint also doch irgendwie genetisch zu sein ... und wenn das so ist .. dann muss ich mal ein Wörtchen mit meinem Bruder reden

Liebe Grüße

Lexi
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Re: Es musste so kommen…

Post 15 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Hi Lexi,

einen genetischen Einfluss halte für wahrscheinlich, auch wenn er nicht explizit die Ursache sein muss. Ich könnte mir vorstellen, dass mehrere (viele ?) Faktoren zusammen kommen müssen, damit die Veranlagung wirksam ist.

Als mein Vater im Pflegeheim starb, fand ich in seinen Habseligkeiten einen neuen Badeanzug vor, der definitiv nicht von meiner Mutter stammen konnte. Offensichtlich hat er sich diesen selber beschafft. Ich war völlig platt, da wir nie über das Thema gesprochen haben. Wenn er wirklich eine ähnliche Veranlagung hatte, war sie bei ihm noch viel mehr mit Scham belegt als bei mir. Was weißt denn Du über Deinen Vater ?

Jedenfalls war das für mich der Anlass, mich zu outen und mit meinem Sohn über das Thema zu reden. Er war damals ca. 21 Jahre alt. Er verneinte aber eine ähnliche Veranlagung. Allerdings bin ich mir dabei nicht sicher, ob das tatsächlich zutrifft. Außer einer kurzen Episode in seiner Kindheit habe ich keine weiteren "Aktivitäten" bei ihm bemerkt. Durch die Scheidung von meiner Frau beschränkten sich die Kontakte zu ihm in seiner Pubertät auf ein Minimum, so dass ich nicht wirlich mitbekommen habe, was wirklich in ihm vorgeht.

Ich glaube, es ist eine gute Sache, mit Deinem Sohn zu reden, so dass er frühzeitig merkt, dass er bei Dir Rückhalt finden kann. Bei mir war das leider so nicht möglich.
Viele Grüße
Vicky

Respekt ist nicht teilbar.
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