Geschlecht des Gehirns
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Vincent
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Geschlecht des Gehirns
Mir ist gerade ein recht interessanter Vortrag zum Geschlecht des Gehirns untergekommen:
http://youtu.be/rYpDU040yzc
Leider in englisch, aber gut verständlich.
Die Essenz: Das männliche oder weibliche Gehirn gibt es nicht und außerdem ist es während des Lebens wandelbar...
http://youtu.be/rYpDU040yzc
Leider in englisch, aber gut verständlich.
Die Essenz: Das männliche oder weibliche Gehirn gibt es nicht und außerdem ist es während des Lebens wandelbar...
LG
Vincent
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ab08
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Re: Geschlecht des Gehirns
Vorsicht, lieber Vincent
Zitat: "Die Essenz: Das männliche oder weibliche Gehirn gibt es nicht und außerdem ist es während des Lebens wandelbar..."
==> Dann wäre Transsexualität also heilbar... Genau das meinte ich in meinem Beitrag zur katholischen Webseite.viewtopic.php?f=5&t=6832#p75704 Möglichst geschickte, ansprechende Desinformation ist nötig, wenn wissenschaftlicher Erkenntnisse verschleiert werden sollen, da gibt es einige historische Vorbilder.
Mir tun nur die Betroffenen leid, die dabei auf der Strecke bleiben...
Nichts für ungut, sicher gut gemeint aber...
Liebe Grüße
ab
P.S. Sicher ist manches im Gehirn wandelbar, anderes aber leider nicht. Genau das wissen transsexuelle Menschen aus eigener leidvoller Erfahrung.
Zitat: "Die Essenz: Das männliche oder weibliche Gehirn gibt es nicht und außerdem ist es während des Lebens wandelbar..."
==> Dann wäre Transsexualität also heilbar... Genau das meinte ich in meinem Beitrag zur katholischen Webseite.viewtopic.php?f=5&t=6832#p75704 Möglichst geschickte, ansprechende Desinformation ist nötig, wenn wissenschaftlicher Erkenntnisse verschleiert werden sollen, da gibt es einige historische Vorbilder.
Mir tun nur die Betroffenen leid, die dabei auf der Strecke bleiben...
Liebe Grüße
ab
P.S. Sicher ist manches im Gehirn wandelbar, anderes aber leider nicht. Genau das wissen transsexuelle Menschen aus eigener leidvoller Erfahrung.
FÜR: Respekt, Menschenrechte und eine gelebte, demokratische Zivilgesellschaft, die Minderheiten schützt
ERGO: Umfassende Bildung für alle, effektive Regeln in Alltag und Netz, eine gut ausgestattete Polizei/Justiz
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Julia65
Re: Geschlecht des Gehirns
.. würde das nicht auch bedeuten, dass Transsexualität im Laufe des Lebens entstehen kann, wenn ein Wandel mäglich ist?
Nun müssten wir nur noch plausiebel erklären, dass Transsexualität ansteckend ist, dann rappelt es aber in der Kiste. Das gäb ein Spiessrutenlaufen de Superlüxe.
LG
Julia
Nun müssten wir nur noch plausiebel erklären, dass Transsexualität ansteckend ist, dann rappelt es aber in der Kiste. Das gäb ein Spiessrutenlaufen de Superlüxe.
LG
Julia
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Marielle
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Re: Geschlecht des Gehirns
Hallo, Guten Abend zusammen,
vielleicht wäre es gut, zwischen dem Wandel und der Wandelbarkeit zu unterscheiden. Es machte ja grade im Hinblick auf die "Heilbarkeit" einen ganz erheblichen Unterschied, ob sich das Gehirn (nur) selbst wandeln könnte oder ob es von aussen wandelbar wäre.
Meine ganz persönliche Ansicht zum Stand der Dinge in der Hirnforschung: Kilometertiefe, absolute Finsternis, bisher nur erleuchtet von ein paar Tranfunzeln in den Händen der Forscher. Ein/e Ingenieur/in, die/der nach meinem Verständnis etwas auf sich hält, würde eine Maschine, von der sie/er so wenig verstanden hat, nur gaaaanz vorsichtig anfassen, aber kaum versuchen anderen deren Funktion zu erklären.
Grüsse von Marielle
Marielle
vielleicht wäre es gut, zwischen dem Wandel und der Wandelbarkeit zu unterscheiden. Es machte ja grade im Hinblick auf die "Heilbarkeit" einen ganz erheblichen Unterschied, ob sich das Gehirn (nur) selbst wandeln könnte oder ob es von aussen wandelbar wäre.
Meine ganz persönliche Ansicht zum Stand der Dinge in der Hirnforschung: Kilometertiefe, absolute Finsternis, bisher nur erleuchtet von ein paar Tranfunzeln in den Händen der Forscher. Ein/e Ingenieur/in, die/der nach meinem Verständnis etwas auf sich hält, würde eine Maschine, von der sie/er so wenig verstanden hat, nur gaaaanz vorsichtig anfassen, aber kaum versuchen anderen deren Funktion zu erklären.
Grüsse von Marielle
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As we go marching, marching, we bring the greater days
For the rising of the women, means the rising of the race
No more the drudge and idler ten that toil where one reposes
But the sharing of life's glories, Bread and Roses, Bread and Roses.
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Vincent
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Re: Geschlecht des Gehirns
Hallo ab,
Von gezielter Veränderung oder gar "Heilung" mancher Eigenschaften ist auch an keiner Stelle die Rede.
Unabhängig davon wie fundiert und nach wissenschaftlichen Kriterien gesichert der Vortrag ist, fand ich die Thematik wert, sich damit evtl. weiter auseinander zu setzen.
Liebe Grüße
Vincent
hier habe ich nichts geschrieben, was auf meiner Auffassung oder gar Forschung basiert, ich habe lediglich, extrem verkürzt, den Inhalt des Videos als Teaser zusammengefasst, da ich der Meinung war es wäre für manches Forenmitglied interessant ihn anzusehen.ab08 hat geschrieben:Vorsicht, lieber Vincent[...]
==> Dann wäre Transsexualität also heilbar... [...]
Desinformation ist nötig, wenn wissenschaftlicher Erkenntnisse verschleiert werden sollen, da gibt es einige historische Vorbilder.
[...]
Nichts für ungut, sicher gut gemeint aber...
[...]. Sicher ist manches im Gehirn wandelbar, anderes aber leider nicht.
Von gezielter Veränderung oder gar "Heilung" mancher Eigenschaften ist auch an keiner Stelle die Rede.
Unabhängig davon wie fundiert und nach wissenschaftlichen Kriterien gesichert der Vortrag ist, fand ich die Thematik wert, sich damit evtl. weiter auseinander zu setzen.
Liebe Grüße
Vincent
LG
Vincent
Vincent
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ab08
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Re: Geschlecht des Gehirns
Hallo Vincent,
das war mir schon klar,
Aber danke für die Klarstellung
und auch ganz herzlichen Dank für Deinen Anfangsbeitrag im Thread.
Nur... ähnlich wie bei unfalllträchtigen Fahrstrecken, Medikamenten etc.
sind bisweilen Warnhinweise angebracht, daher mein deutlicher Kommentar...
Liebe Grüße
ab
P.S. Ähnlich wie bei der Diskussion im Ethikrat und bei Stellungnahmen von Parteien in dem Bereich sollten wir weiterdenken.
Plausibel begründet hört es sich gut an. Perfekte Verpackung ist wichtig. Nicht alles wird erwähnt, wir sind ja zivilisiert.
Wer weiterdenkt, merkt aber auch, wohin es führen kann.
So sehe ich auch den Kommentar von Julia (Ansteckungsgefahr) über den ich natürlich herzlich lachte..., danke Julia!
Allerdings... wenn wir nach Rußland oder manche afrikanische Staaten schauen, ist sogar das nicht ganz unrealistisch...
Nachtrag:
In den Kommentaren zum Vortrag der Frau Professor findet sich ein Satz, der es auf den Punkt bringt
"Thus, although the findings are interesting, the conclusions seem flawed."
übersetzt: "Daher, auch wenn die Entdeckungen spannend sind, sind die Folgerungen fehlerhaft."
Genau da liegt das Problem. Gerade bei 'Experten' aus der Wissenschaft ist Vorsicht angebracht.
(Obiger Vortrag ist interessant, aber Frau Professor benützt 'passende' Tatsachen, um ihre These zu untermauern. ... 'Propaganda' ...)
Trotzdem mach ich mir keine Sorgen. Unsinn wird enttarnt. Manchmal dauert es aber Jahrzehnte oder Jahrhunderte...
das war mir schon klar,
und auch ganz herzlichen Dank für Deinen Anfangsbeitrag im Thread.
Nur... ähnlich wie bei unfalllträchtigen Fahrstrecken, Medikamenten etc.
sind bisweilen Warnhinweise angebracht, daher mein deutlicher Kommentar...
Liebe Grüße
ab
P.S. Ähnlich wie bei der Diskussion im Ethikrat und bei Stellungnahmen von Parteien in dem Bereich sollten wir weiterdenken.
Plausibel begründet hört es sich gut an. Perfekte Verpackung ist wichtig. Nicht alles wird erwähnt, wir sind ja zivilisiert.
Wer weiterdenkt, merkt aber auch, wohin es führen kann.
So sehe ich auch den Kommentar von Julia (Ansteckungsgefahr) über den ich natürlich herzlich lachte..., danke Julia!
Allerdings... wenn wir nach Rußland oder manche afrikanische Staaten schauen, ist sogar das nicht ganz unrealistisch...
Nachtrag:
In den Kommentaren zum Vortrag der Frau Professor findet sich ein Satz, der es auf den Punkt bringt
"Thus, although the findings are interesting, the conclusions seem flawed."
übersetzt: "Daher, auch wenn die Entdeckungen spannend sind, sind die Folgerungen fehlerhaft."
Genau da liegt das Problem. Gerade bei 'Experten' aus der Wissenschaft ist Vorsicht angebracht.
(Obiger Vortrag ist interessant, aber Frau Professor benützt 'passende' Tatsachen, um ihre These zu untermauern. ... 'Propaganda' ...)
Trotzdem mach ich mir keine Sorgen. Unsinn wird enttarnt. Manchmal dauert es aber Jahrzehnte oder Jahrhunderte...
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Jazzi
Re: Geschlecht des Gehirns
Mit der Aussage, das Gehirn sei von Geburt an menschlich kann ich mich anfreunden. 
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Regina
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Re: Geschlecht des Gehirns
Hallo zusammen,
der Mensch weiß doch, unabhängig davon wie es zwischen den Beinen aussieht, ob er ein Männlein oder ein Weiblein ist.
Das sagen doch auch immer wieder viele Transsexuelle. "Sie wussten bereits als Kind das sie ein Mädchen, ein Junge sind, auch wenn ihre äußeren Geschlechtsmerkmale anders waren."
Mal angenommen man trennt den Kopf vom Körper, dann ist dieses Wissen um das eigenen Geschlecht doch immer noch vorhanden. Es muss somit doch irgendwo im Gehirn abgelegt sein.
Man sollte hier aufpassen verschiedene Dinge nicht durcheinander zu bekommen.
1. - Das Wissen um das eigene Geschlecht.
2. - Die These das Männer und Frauen andere Denkstrukturen haben.
Was ist also mit männlichem / weiblichem Gehirn gemeint?
Doch sicher nicht, dass man einen Mann zu einer Frau um erziehen kann. Oder umgekehrt.
Liebe Grüße,
Regina
der Mensch weiß doch, unabhängig davon wie es zwischen den Beinen aussieht, ob er ein Männlein oder ein Weiblein ist.
Das sagen doch auch immer wieder viele Transsexuelle. "Sie wussten bereits als Kind das sie ein Mädchen, ein Junge sind, auch wenn ihre äußeren Geschlechtsmerkmale anders waren."
Mal angenommen man trennt den Kopf vom Körper, dann ist dieses Wissen um das eigenen Geschlecht doch immer noch vorhanden. Es muss somit doch irgendwo im Gehirn abgelegt sein.
Man sollte hier aufpassen verschiedene Dinge nicht durcheinander zu bekommen.
1. - Das Wissen um das eigene Geschlecht.
2. - Die These das Männer und Frauen andere Denkstrukturen haben.
Was ist also mit männlichem / weiblichem Gehirn gemeint?
Doch sicher nicht, dass man einen Mann zu einer Frau um erziehen kann. Oder umgekehrt.
Liebe Grüße,
Regina
Die höchste Form des Glücks ist ein Leben mit einem gewissen Grad an Verrücktheit. (Erasmus von Rotterdam)
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Lieschen
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Re: Geschlecht des Gehirns
Hallo,
die Diskussion ist interessant. Meine Tochter studiert Gender-Studies und schreibt darin gerade ihre Masterarbeit. Ich habe ihr zwei Links geschickt und sie um ihre Meinung gebeten. Die Links, meine Frage und ihre Antwort füge ich unten an. Vielleicht bringt's uns etwas weiter.
Überraschend fand ich ihren letzten Satz: "Der Unterschied zwischen den Geschlechtern als Anker in unsicheren Zeiten"¦"
Vielleicht ist es das ja.
Tschüs, Lieschen
http://derstandard.at/1347492882583/Jed ... tersexuell
Und hier noch was aus der feministischen Ecke:
http://anschlaege.at/feminismus/2012/02 ... inerungen/
Jetzt bin ich wieder so schlau wie vorher. Was sagst du: sind die Gehirne zw. M und F generell unterschiedlich?
Die Antwort meiner Tochter:
Nein und Ja. Die Antwort ist leider nicht so einfach, denn es kommt darauf an, welchen Zeitpunkt man meint. Bei der Geburt sind beide Gehirne gleich. Aber das Gehirn funktioniert wie ein Muskel in dem Sinne, dass es trainierbar ist und an den beanspruchten Stellen an Masse zunimmt. Wenn Menschen also in einer vergeschlechtlichen Welt aufwachsen, in der bspw. Jungen mehr zu raumgreifenden Aktivitäten ermuntert werden, weil sie zB einen Bobby-Car-Trecker mit Anhänger geschenkt bekommen, und in der Mädchen sanktioniert werden, wenn sie auf Bäume klettern und sich die Hosen dreckig machen bzw. auf alle erdenklichen anderen Weisen ermutigt werden, sich stereotyp zu verhalten, dann bildet sich auch ein geschlechtstypisches Gehirn und dann kann man schon sagen, dass Männer- und Frauengehirne unterschiedlich sind, ja.
Im Text wurde es auch schon angesprochen, dass leicht Unterschiede gefunden werden können, wenn man nach ihnen sucht. Das ist ein ganz normales Problem jeder Forschung, dass man sich bewusst sein muss, mit welchen Vorannahmen man in eine Untersuchung reingeht, weil man sich durch Alltagstheorien vieles erklärt bzw. nicht mehr hinterfragt.
Du kannst also Unterschiede zwischen Männer- und Frauengehirn finden, aber das liegt an der Struktur unserer Gesellschaft. Du wirst wahrscheinlich mehr Gemeinsamkeiten in der Hirnstruktur bei männlichen und weiblichen Taxifahrerenden, Hochschuldozierenden ähnlicher Fachrichtung oder Pflegekräften finden. Das Gehirn eines Maurers ist auch nicht zu vergleichen mit dem eines Professors - das leuchtet wahrscheinlich den meisten Leuten ein. Ebenso musst du beim Vergleich von männlichen und weiblichen Gehirnen berücksichtigen, dass auch sie unterschiedlichen Stimuli ausgesetzt waren.
Was Cordelia Fine bezüglich der Untersuchungsmethode kritisiert ist auch, dass zu schnell Schlüsse gezogen würden, dass falsch interpretiert würde oder die Methode ungenau sei. Ganz deutlich wird das hier aber auch nicht, finde ich..
"Cordelia Fine und ihre Kolleginnen sind überzeugt: Weitverbreitete Ansichten, dass das männliche Gehirn besser für räumliches Denken und knallharte Analyse und das weibliche für Sprachverarbeitung, Kommunikation und Mitgefühl geeignet seien, begründen sich auf konsequent fehlinterpretierte Studien. Als Grundlage dafür dienen oft Hirnscans aus dem Magnetresonanztomografen, die anzeigen, welche Regionen im Gehirn aktiv sind, während eine bestimmte Aufgabe gelöst wird. Betrachtet man die Methodik genauer, relativieren sich viele Geschlechter differenzen, argumentiert Fine. Nicht nur werden stets andere Parameter und Grenzwerte angesetzt, auch die Zahl der Probanden divergiert erheblich. "
(aber du kannst es ja im Buch nachlesen
)
Aber wie gesagt, die Ergebnisse entsprechen den Alltagstheorien der Forschenden und die Medien sind auch immer ganz heiß drauf, zu erklären, warum Frauen und Männer so unterschiedlich sind. So werden auch irrelevante Ergebnisse hervorgehoben, die gar nichts aussagen. Vielleicht liegt das auch an der Unsicherheit, die viele Menschen verspüren, wenn es um Rollen oder angemessenes Verhalten geht. Der Unterschied zwischen den Geschlechtern als Anker in unsicheren Zeiten oder so...
die Diskussion ist interessant. Meine Tochter studiert Gender-Studies und schreibt darin gerade ihre Masterarbeit. Ich habe ihr zwei Links geschickt und sie um ihre Meinung gebeten. Die Links, meine Frage und ihre Antwort füge ich unten an. Vielleicht bringt's uns etwas weiter.
Überraschend fand ich ihren letzten Satz: "Der Unterschied zwischen den Geschlechtern als Anker in unsicheren Zeiten"¦"
Vielleicht ist es das ja.
Tschüs, Lieschen
http://derstandard.at/1347492882583/Jed ... tersexuell
Und hier noch was aus der feministischen Ecke:
http://anschlaege.at/feminismus/2012/02 ... inerungen/
Jetzt bin ich wieder so schlau wie vorher. Was sagst du: sind die Gehirne zw. M und F generell unterschiedlich?
Die Antwort meiner Tochter:
Nein und Ja. Die Antwort ist leider nicht so einfach, denn es kommt darauf an, welchen Zeitpunkt man meint. Bei der Geburt sind beide Gehirne gleich. Aber das Gehirn funktioniert wie ein Muskel in dem Sinne, dass es trainierbar ist und an den beanspruchten Stellen an Masse zunimmt. Wenn Menschen also in einer vergeschlechtlichen Welt aufwachsen, in der bspw. Jungen mehr zu raumgreifenden Aktivitäten ermuntert werden, weil sie zB einen Bobby-Car-Trecker mit Anhänger geschenkt bekommen, und in der Mädchen sanktioniert werden, wenn sie auf Bäume klettern und sich die Hosen dreckig machen bzw. auf alle erdenklichen anderen Weisen ermutigt werden, sich stereotyp zu verhalten, dann bildet sich auch ein geschlechtstypisches Gehirn und dann kann man schon sagen, dass Männer- und Frauengehirne unterschiedlich sind, ja.
Im Text wurde es auch schon angesprochen, dass leicht Unterschiede gefunden werden können, wenn man nach ihnen sucht. Das ist ein ganz normales Problem jeder Forschung, dass man sich bewusst sein muss, mit welchen Vorannahmen man in eine Untersuchung reingeht, weil man sich durch Alltagstheorien vieles erklärt bzw. nicht mehr hinterfragt.
Du kannst also Unterschiede zwischen Männer- und Frauengehirn finden, aber das liegt an der Struktur unserer Gesellschaft. Du wirst wahrscheinlich mehr Gemeinsamkeiten in der Hirnstruktur bei männlichen und weiblichen Taxifahrerenden, Hochschuldozierenden ähnlicher Fachrichtung oder Pflegekräften finden. Das Gehirn eines Maurers ist auch nicht zu vergleichen mit dem eines Professors - das leuchtet wahrscheinlich den meisten Leuten ein. Ebenso musst du beim Vergleich von männlichen und weiblichen Gehirnen berücksichtigen, dass auch sie unterschiedlichen Stimuli ausgesetzt waren.
Was Cordelia Fine bezüglich der Untersuchungsmethode kritisiert ist auch, dass zu schnell Schlüsse gezogen würden, dass falsch interpretiert würde oder die Methode ungenau sei. Ganz deutlich wird das hier aber auch nicht, finde ich..
"Cordelia Fine und ihre Kolleginnen sind überzeugt: Weitverbreitete Ansichten, dass das männliche Gehirn besser für räumliches Denken und knallharte Analyse und das weibliche für Sprachverarbeitung, Kommunikation und Mitgefühl geeignet seien, begründen sich auf konsequent fehlinterpretierte Studien. Als Grundlage dafür dienen oft Hirnscans aus dem Magnetresonanztomografen, die anzeigen, welche Regionen im Gehirn aktiv sind, während eine bestimmte Aufgabe gelöst wird. Betrachtet man die Methodik genauer, relativieren sich viele Geschlechter differenzen, argumentiert Fine. Nicht nur werden stets andere Parameter und Grenzwerte angesetzt, auch die Zahl der Probanden divergiert erheblich. "
(aber du kannst es ja im Buch nachlesen
Aber wie gesagt, die Ergebnisse entsprechen den Alltagstheorien der Forschenden und die Medien sind auch immer ganz heiß drauf, zu erklären, warum Frauen und Männer so unterschiedlich sind. So werden auch irrelevante Ergebnisse hervorgehoben, die gar nichts aussagen. Vielleicht liegt das auch an der Unsicherheit, die viele Menschen verspüren, wenn es um Rollen oder angemessenes Verhalten geht. Der Unterschied zwischen den Geschlechtern als Anker in unsicheren Zeiten oder so...
An die Rausgemobbten und/oder Ausgeschlossenen, die hier evtl. (nur) noch still mitlesen (Hugo, Darialena, Breakfast@Tiffany, ingedie2te u. A.): bitte schreibt mir doch kurz, in welchen Foren ihr euch jetzt aufhaltet.
lieschen-77ätgmx.de
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Marielle
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Re: Geschlecht des Gehirns
Guten Abend zusammen,
Lieschen schrieb:
"Jetzt bin ich wieder so schlau wie vorher."
Ich glaube ja, dass niemand wirklich viel schlauer ist, Lieschen. Ohne das ich auch nur ansatzweise eine professionelle Bildung in diesem Bereich hätte, erlaube ich mir doch den Eindruck, dass dort auf der Grundlage von relativ wenig Durchblick ziemlich viel behauptet wird. Unabhängig von Thema und Gegenstand der jeweiligen Untersuchungen ist es doch immer so, dass Tests mit wenigen Probanden, dafür umso mehr Annahmen in der Konstruktion der Untersuchung, nicht zu belastbaren Ergebnissen führen können. Nach meiner Ansicht hat jede Aussage, die aufgrund von Untersuchungen am Gehirn "lebender" Menschen gemacht wird und auf feste, biologische Unterschiede abhebt, ein schwerwiegendes Problem: Wer will auf welcher Basis festlegen was "biologisch" angelegt ist und was aus der Sozialisation der Probanden stammt? Wer kann sagen, ob dort Wechselwirkungen bestehen und wie diese ggfs. auf den einzelnen Probanden wirken?
Selbst die Genetiker, die ja eher keine Rücksichten auf die Sozialisation ihrer Probanden nehmen, sind schon mit ungesundem Halbwissen "auf die Schnauze gefallen". Nachdem man lange Zeit den Eindruck verbreitet hat, dass ein Mensch durch seine Gene biologisch exakt beschrieben ist, stellte sich irgendwann heraus, dass der "DNA-Schrott" zwischen den Genen eine tragende Rolle spielt. Sieh mal einer an...
Wie auch immer: Ich wünsche deiner Tochter alles Gute für das Gelingen der Diplomarbeit und uns und allen anderen, dass sie sich die Fähigkeit, Umstände von verschiedenen Seiten zu betrachten, erhält und das sie diese auch in ihrem Arbeitsumfeld verbreiten kann.
Marielle
Lieschen schrieb:
"Jetzt bin ich wieder so schlau wie vorher."
Ich glaube ja, dass niemand wirklich viel schlauer ist, Lieschen. Ohne das ich auch nur ansatzweise eine professionelle Bildung in diesem Bereich hätte, erlaube ich mir doch den Eindruck, dass dort auf der Grundlage von relativ wenig Durchblick ziemlich viel behauptet wird. Unabhängig von Thema und Gegenstand der jeweiligen Untersuchungen ist es doch immer so, dass Tests mit wenigen Probanden, dafür umso mehr Annahmen in der Konstruktion der Untersuchung, nicht zu belastbaren Ergebnissen führen können. Nach meiner Ansicht hat jede Aussage, die aufgrund von Untersuchungen am Gehirn "lebender" Menschen gemacht wird und auf feste, biologische Unterschiede abhebt, ein schwerwiegendes Problem: Wer will auf welcher Basis festlegen was "biologisch" angelegt ist und was aus der Sozialisation der Probanden stammt? Wer kann sagen, ob dort Wechselwirkungen bestehen und wie diese ggfs. auf den einzelnen Probanden wirken?
Selbst die Genetiker, die ja eher keine Rücksichten auf die Sozialisation ihrer Probanden nehmen, sind schon mit ungesundem Halbwissen "auf die Schnauze gefallen". Nachdem man lange Zeit den Eindruck verbreitet hat, dass ein Mensch durch seine Gene biologisch exakt beschrieben ist, stellte sich irgendwann heraus, dass der "DNA-Schrott" zwischen den Genen eine tragende Rolle spielt. Sieh mal einer an...
Wie auch immer: Ich wünsche deiner Tochter alles Gute für das Gelingen der Diplomarbeit und uns und allen anderen, dass sie sich die Fähigkeit, Umstände von verschiedenen Seiten zu betrachten, erhält und das sie diese auch in ihrem Arbeitsumfeld verbreiten kann.
Marielle
As we go marching, marching, we bring the greater days
For the rising of the women, means the rising of the race
No more the drudge and idler ten that toil where one reposes
But the sharing of life's glories, Bread and Roses, Bread and Roses.
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Re: Geschlecht des Gehirns
Hallo,
diesen Satz:
" Der eindeutige Unterschied zwischen den Geschlechtern ist ein Anker für unsichere Zeitgenossen"
Ich habe durchweg bemerkt, dass selbstbewusste, voll im Leben stehende Leute mit solider Bildung, praktisch nie ein persönliches Problem haben, mit meiner Art mich zu kleiden - egal wie weit Geschlechtergrenzen überschritten werden.
diesen Satz:
würde ich ein klein wenig erweitern oder umschreiben - schlicht aus meiner Erfahrung mit anderen Menschen heraus:Lieschen hat geschrieben: Der Unterschied zwischen den Geschlechtern als Anker in unsicheren Zeiten oder so...
" Der eindeutige Unterschied zwischen den Geschlechtern ist ein Anker für unsichere Zeitgenossen"
Ich habe durchweg bemerkt, dass selbstbewusste, voll im Leben stehende Leute mit solider Bildung, praktisch nie ein persönliches Problem haben, mit meiner Art mich zu kleiden - egal wie weit Geschlechtergrenzen überschritten werden.
LG
Vincent
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