Ramadan ...
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Lina
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Ramadan ...

Post 1 im Thema

Beitrag von Lina »

Wenn ich mich nicht ganz täusche verschiebt sich die Ramadan-Periode jedes Jahr - Jetzt haben wir zumindest das, worüber ich mich schon lange gewundert habe:

Ramadan mitten im Juli. Was machen die Muslime in Schweden, Norwegen und Finland jetzt? Sehen die das endlich als absoluten Unsinn noch mitzumachen, verreisen sie? - denn sie werden doch wohl nicht da brav sitzen und an Dehydrierung sterben weil irgendwelche religiöse Dogmen dies verlangen.
Jasmine
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Re: Ramadan ...

Post 2 im Thema

Beitrag von Jasmine »

In meinem Umfeld leben viele Migranten. Die machen Ramadan.
Da ich kath. bin, fällt mir eigentlich dazu ein, das wir ja auch eine Fastenzeit haben.

Wenn ich jedoch sehe welche Auswirkungen dieses Fasten hat, muss man es hinterfragen.

Ob es Sinn macht, bei 30 Grad Hitze nichts zu trinken ?????

Ich grille gerade und mir schmeckt es. Dazu trinke ich kalten Tee und genieße die Aussicht auf den See.

Gruss Jasmine
Inga
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Re: Ramadan ...

Post 3 im Thema

Beitrag von Inga »

Hallo, Lina,

du scheinst ja wirklich wenig über das Leben im Ramadan zu wissen.
Gibt es bei euch keinen Iman und keine Moschee um die Ecke, wo man sich erkundigen kann? Gibt es keine Islamgläubige, die man darufhin ansprechen kann? Hörst du kein Radio? (z.B. Deutschlandfunk "Aus Religion und Gesellschaft" brachte vor kurzem über das Feiern des Ramadans am Polarkreis einen Beitrag. Mit etwas Gogglen findest du den bestimmt )

Ich werde deine Fragen nicht beantworten, weil ich im Islam nicht der Experte in.

Aber es sei so viel gesagt, dass es sehr viele verschiedene Richtungen im Islam gibt, und dass es da eine ganze Reihe praktischer Umgangsweisen gibt, die es erlauben, den Glauben gerecht werdend den Ramadan mit Begeisterung zu feiern, ohne daran zugrunde zu gehen.

Liebe Grüße
Inga
conny
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Re: Ramadan ...

Post 4 im Thema

Beitrag von conny »

Lina hat geschrieben:
Sehen die das endlich als absoluten Unsinn noch mitzumachen, verreisen sie? - denn sie werden doch wohl nicht da brav sitzen und an Dehydrierung sterben weil irgendwelche religiöse Dogmen dies verlangen.
diese tendentiösen formulierungen zeigen doch, dass du an einer sach- und fachgerechten diskussion über religiöse themen offenbar nicht interessiert bist. also lasse es!
Nicoletta
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Re: Ramadan ...

Post 5 im Thema

Beitrag von Nicoletta »

Vielleicht sollte ich mich dazu doch auch melden. Ich bin zwar keine Muslima, habe mich aber immerhin in meinem Studium mit Islam beschäftigt. Von außen mag manches wie Zwang aussehen, aber der Islam ist, in seinem historischen Kontext gesehen, gerade eine Befreiung. Manches, was uns im Westen zu radikal vorkommt, war im 7. Jahrhundert eine ungeheure Neuerung, die Durchsetzung von Frauenrechten etwa. Der Islam war da ein großer Schritt vorwärts. Das Problem besteht eher darin, dass sich, bedingt auch durch den Absolutheitsanspruch des Propheten (Siegel der Propheten, nach ihm kommt nichts mehr) eine Weiterentwicklung innerhalb des Islam sehr schwierig ist. Der zweite Aspekt ist, dass für den Islam Gott sich dadurch auszeichnet, verzeihend zu sein. Gott ist barmherzig. Jeder soll sich bemühen, die Gebote (es sind ja gar nicht so viele wie etwa im Judentum) einzuhalten, wenn nicht -- Gott ist barmherzig und verzeihend. Letztlich bleibt es dann doch dem einzelnen Gläubigen überlassen, wie er Ramadan begeht.

Als Christin soll ich vielleicht noch dazu sagen, dass genau das ich in meinem orthodoxen Leben praktiziere. Ich habe versucht, 100%ig nach den Regeln der Kirchenväter zu leben und habe dann einmal einen Weinanfall bekommen, als ich merkte, dass ich in er Großen Fastenzeit vor Ostern etwas gegessen habe, das Gelatine enthält, die möglicherweise oder sogar wahrscheinlich tierischen Ursprungs war. Heute sehe ich das nicht mehr so eng. Fasten ist gut, das werde ich immer befürworten, Fasten nach den Regeln einer bestimmten Religion finde ich auch in Ordnung, aber nicht jede Regel ist sinnvoll. Die Orthodoxie verbietet an Fastentagen Fleisch, Milch und Milchprodukte, Eier, Fisch und Öl, Kaviar aber oder Krabben sind erlaubt. Ist das heute noch sinnvoll? Fasten heißt, Reduzieren auf Einfachheit. Mit Kaviar? Nötig wäre eine Anpassung an Zeiten und Orte, oder man überlässt die Ausführung einfach den Gläubigen. Ich finde es etwas merkwürdig, wenn manche Katholiken dann fasten, indem sie auf Fernsehen verzichten, aber von mir aus. Für mich hat Fasten schon unbedingt mit Nahrungsaufnahme zu tun, aus Erfahrung weiß ich, dass das Körper und Seele guttut; Details aber könnte man dem Individuum nach seinem oder ihrem Empfinden überlassen.

Gesegneten Ramadan und schönes Wochenende,

Nicoletta
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Re: Ramadan ...

Post 6 im Thema

Beitrag von Nicoletta »

Die Antwort "meinst Du wirklich, ER sieht mich hier drin" zeugt schon von einem etwas merkwürdigen Gottesverständnis. Passend zum Thema aber etwas, das ich vor Jahren von einem Athosmönch gehört habe. Wörtlich kann ich es nicht wiederholen, aber sinngemäß sagte er, wenn wir es auf eine Currywurst anwenden wollen, es sei besser, in der Fastenzeit die Wurst zu essen, als ständig an sie zu denken und sich dadurch vom Gebet ablenken zu lassen.

LG

Nicoletta
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Re: Ramadan ...

Post 7 im Thema

Beitrag von Lina »

conny hat geschrieben:
Lina hat geschrieben:
Sehen die das endlich als absoluten Unsinn noch mitzumachen, verreisen sie? - denn sie werden doch wohl nicht da brav sitzen und an Dehydrierung sterben weil irgendwelche religiöse Dogmen dies verlangen.
diese tendentiösen formulierungen zeigen doch, dass du an einer sach- und fachgerechten diskussion über religiöse themen offenbar nicht interessiert bist. also lasse es!
Das ist nicht tendenziös sondern astronomisch/medizinisch fundiert: Wenn einige Wochen vergehen zwischen dem letzten Sonnenaufgang bis zum nächsten Sonnenungergang, ist es ein medizinisches Faktum, dass niemand es einhalten kann und es überleben.

Selbst so weit südlich vom Polarkreis, wie z.B. Stockholm dauert die Nacht auch nur wenige Minuten. Was ist daran tendenziös? Und auch wenn, was ist schlimm daran, darauf hinzuweisen, dass dogmatische religiöse Lebensregeln vielleicht wenig Sinn machen sondern den gegebenen Verhältnissen angepasst werden müssen. Das können astronomische Verhältnisse sein. Können auch gesellschaftliche und kulturelle.


(Und ich würde wirklich gerne wissen, wie sie das handhaben.)
Zuletzt geändert von Lina am Sa 20. Jul 2013, 15:01, insgesamt 1-mal geändert.
Lina
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Re: Ramadan ...

Post 8 im Thema

Beitrag von Lina »

Jasmine hat geschrieben:In meinem Umfeld leben viele Migranten. Die machen Ramadan.
Da ich kath. bin, fällt mir eigentlich dazu ein, das wir ja auch eine Fastenzeit haben.

Wenn ich jedoch sehe welche Auswirkungen dieses Fasten hat, muss man es hinterfragen.

Ob es Sinn macht, bei 30 Grad Hitze nichts zu trinken ?????

,,,

Gruss Jasmine
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Re: Ramadan ...

Post 9 im Thema

Beitrag von Inga »

Lina hat geschrieben:...
Selbst so weit südlich vom Polarkreis, wie z.B. Stockholm dauert die Nacht auch nur wenige Minuten....
(Und ich würde wirklich gerne wissen, wie sie das handhaben.)
Hallo, Lina,

dann will ich dir einiges verraten.

Eine muslimische Gruppe um den Polarkreis macht es so, dass sie sich nach dem Sonnenaufgang und -untergang von Mekka richten. Dann ist die Nacht gleich länger.

Viele essen zwar nur nachts. trinken aber Wasser und Brühe zu jeden Tageszeit. So praktizierten es zwei Musliminnen kürzlich bei einem mehrmonatigen Weiterbildungskurs. Die beiden Frauen erklärten mir, dass das Fasten nur so lange eingehalten werden soll, solangfe es keinen Schaden verursacht. Das körperliche Wohlbefinden ist wichtiger als das dogmaische Einhalten der Regel.

An sich ist das Fasten und Feiern des Ramadan nicht unbedingt eine medizinisch ausgefeilte Diät. Genauso wenig wie etwa bei den Katholoken die Fastenzeit zwischen Fascvhing und Ostern oder - was uns weniger bekannt ist - in der Adventszei vor Weihnachten. (Und das Weihnachtsessen bei vielen Christen ist in seiner Fülle, Menge und Zusammensetzung auch nicht unbedingt vorbildlich gesundheitsfördernd, aber durchaus in der kulturellen Tradition. )

Im Übrigen finde ich auch, dass deine Wortwahl ziemlich respektlos ist gegenüber anderer kultureller Richtungen. Das kann man auch respektvoller ausdrücken.

Liebe Grüße
Inga
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Re: Ramadan ...

Post 10 im Thema

Beitrag von Lina »

JuliaTZF hat geschrieben:
Lina hat geschrieben:(Und ich würde wirklich gerne wissen, wie sie das handhaben.)
Das kann ich dir erklären, auch wenn ich kein Muslim bin:

Die eigentliche Regelung lautet
""¦ und esst und trinkt, bis ihr in der Morgendämmerung einen weißen von einem schwarzen Faden unterscheiden könnt!"
— Koran: Sure 2, Vers 187
Da das aber an den unterschiedlichen Breitengraden zu anderen Zeiten der Fall wäre, wurde nach einer Klärung gesucht, und diese auch gefunden:
Eine genauere Klärung erzielte man durch das Heranziehen miteinander vergleichbarer Hadithe in der Traditionsliteratur z. B. mit folgendem Wortlaut: "esst und trinkt, bis Ibn Umm Maktum (zum Gebet — zum salat al-fadschr) ruft".
Auch für das tägliche Ende des Fastens wurde eine ähnliche Regelung getroffen, nach dem Abendgebet darf gegessen und getrunken werden.
Inwiefern diese Regelungen angewendet werden, obliegt natürlich immer dem Gläubigen selbst.

Bussi,
Julia

Cool. Ich habe mehrere Leute gefragt - u.a. meine libanesische Kollegin, die immer während R. sich total unerträglich benahm - keine hatten eine Antwort. Einige wollten das Problem sogar verleugnen, da da oben "sowieso nicht viele Menschen leben". Tolle Antwort.

Schwint also, dass einige doch bereit sind an religiösen Dogmen zu rütteln, wenn die unangemessen sind. Da gibt es bestimmt noch andere Dogmen, die änderungsbedürftig sind.
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