On Tour - die Erste
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Crossdressing und selbst Erlebtes... Erdachtes
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FraukeTV

On Tour - die Erste

Post 1 im Thema

Beitrag von FraukeTV »

Liebes Forum,
heute war Fraukes großer Tag nach mehr als zehn Jahren Abstinenz und ich könnte grad wirklich heulen, dass er schon wieder enden musste.
Aber der Reihe nach: Ich hatte heute Morgen um 9:00 Uhr einen Termin in einer Parfümerie, die auch zwei Behandlungskabinen haben. Vor einiger Zeit bin ich einfach mal in die Parfümerie rein, habe gerade weg rausgesagt, dass ich Crossdresser bin und ich es leid wäre, mir meine Make-up über Trial and Error zu organisieren. Ich habe eine sehr verständnisvolle junge Frau gefunden , die mich nicht nur ausführlich beraten hat, sondern auch tatsächlich das eine und andere probiert hat, um zu schauen, ob es auch wirklich passt. Als ich dann bezahlt habe, schlug sie mir vor, mich doch einmal von ihr Schminken zu lassen. So hatten wir dann für heute den Termin fürs Make-up vereinbart.
So weit, so gut. Nun wisst ihr aber alle, welch ein logistischer und planerischer Irrsinn hinter so einem Projekt steckt. Angefangen von der Planung, dass meine bessere Hälfte nicht mit dem auf meinen Namen zugelassenen Fahrzeug an diesem Tag fährt (Anm. der Verfasserin: In der Tat fahre ich immer mit den großen Auto, welches auf meine Frau zugelassen ist, während sie mit dem Kleineren zur Arbeit fährt). Heute also andersherum.
Ich hab mich dann morgens früh in ein androgynes Irgendetwas zuhause verwandelt. Unterwäsche, einschließlich Nylons und diese Hose, die die weiblichen Rundungen an Hüfte und Po zaubert, eine Damen-Jeans drüber, BH und Top angezogen und dann in die weiteste Männer-Jeans rein, die ich gefunden habe, dann noch Jacke drüber und das Michelin-Männchen war fertig. Einfach nur peinlich! :((a

Wenn mich jemand so gesehen hätte"¦ Dann rein ins Auto, versucht einen ruhigen Platz zu finden, den es nicht gab und dann die geniale Idee gehabt, ins Industriegebiet zu fahren, eine Firma zu suchen, wo viele Autos auf dem Parkplatz stehen und dann etwas geschminkt. Jetzt fragt bitte nicht, wieso ich zur Kosmetikerin gehe und mich im Vorfeld schminke. Das bleibt mein Geheimnis. ---)))

Sie war genauso aufgeregt wie ich. Da ich ihr erstes Projekt in dieser Form war, hatte sie anfangs etwas Angst gehabt, dass sie mich nicht weiblich genug in bekommt. Hat sie aber! Anschließend haben wir noch eine Maniküre mit Lack (Nude-farbend) gemacht, Gel lohnt sich ja leider nicht für die kurze Zeit und sind dann hoch ins Fotostudio (ja, in dieser Parfümerie ist tatsächlich eine Partneragentur mit drin) und es wurde eine kleine Serie 10-15 Bilder geschossen. Ich hab mir dann die Schönsten am Bildschirm ausgesucht und bin doch kurz ins Grübeln gekommen, weil die Bilder meines Erachtens schon sehr fraulich aussahen. Jetzt muss ich leider etwas ausholen, aber das war der Grund, warum ich vor zehn Jahren mit den Crossdressing aufgehört habe. Ich hatte damals kaum negatives, eher positives Feedback von meiner Umwelt erlebt und Angst gehabt, was da noch kommt, wenn Verena (das war mein erster Frauenname) weitermacht.
Wie dem auch sei, ich hab nun eine liebe nette Kosmetikerin gefunden, die mir angeboten hat, das Vorhaben jederzeit zu wiederholen und bin dann zum shoppen ins Forum nach Wetzlar gefahren. Mittlerweile war es schon 13:00 Uhr, die Sonne schien und meine ersten Tests mit der Umwelt (Lebensmittelmarkt, Tankstelle und Geldautomat) waren viel versprechend. Ich dann rein in den Konsumtempel, gelächelt und mir einfach gedacht: Du tust genau das, was viele Frauen tun. Also verhalte und benimm dich so und genau das hat richtig gut funktioniert. Ich bin dann einfach mit der Menge mit geschwommen, war in zwei oder drei Geschäften, wurde beraten und habe auch etwas gekauft. Tja, was soll man dazu sagen: Es hat wahnsinnig viel Spaß gemacht, es war erholsamer als Urlaub und heute habe ich mich still und heimlich darüber gefreut, dass ich mehr kann, als nur Mann sein.

So long: Wie geht es weiter? Mir sind heute fünf wichtige Dinge nochmal in der Retrospekitve bewusst geworden:
1. Ich brauche keine Perücke und auch kein Make-up um mich weiblch zu fühlen,
2. Für mich gibt es nur kontrolliertes Crossdressing, weil ich ansonsten befürchte, dass mir die Endorphine zu sehr zu Kopf steigen und ich nicht meine Partnerschaft gefährden will.
3. Crossdressing gehört zu mir und die Zeit wird zeigen, ob die Strategie funktioniert. Das werde ich in Form eines Tagebuchs dokumentieren,
4. Ich muss es irgendwie hinbekommen, dass sich meine Stimme weiblicher anhört. Gestern habe ich eine Logopädin deshalb angerufen. Mal schauen, was das kosten wird, weil über die Kasse will ich es nicht machen lassen.
4. Ich wird mich nie wieder im Auto schminken oder abschminken. Eher suche ich mir für 50 Euro ein Hotel. Aber das mit dem Auto ist ganz großer Mist und vollkommen umentspannend.
So das war dann heute etwas mehr zu lesen. Bleibt abzuwarten, wie die Reaktionen hier nun sind. Auf Travesta würde ich das nie posten.
Liebe Grüße
Frauke
Julia65

Re: On Tour - die Erste

Post 2 im Thema

Beitrag von Julia65 »

Hallo Frauke,
nach diesem Bericht habe ich den den Gedanken, dass du vor deiner zehnjährigen Pause, bestimmt schon allerhand als Crossdresser gewagt hast. Ich meine, du hast bis vor 10 Jahren sicher nicht nur heimlich in der Stube mal ein Röckchen angezogen, sondern bist sicherlich auch schon unterwegs gewesen, also en femme. Denn was du heute gemacht hast, ist ja am 1. Tag kaum zu schaffen. Tolle Sache.
Du willst deine Beziehung nicht gefährden und daher die Kontrolle behalten? Nun, wenn du dich damit wohlfühlst, ist das ja auch prima. Was mich nur dann wunderte: Nun willst du sogar logopädische Übungen machen???
Hui, also, ich denke, sowas macht man doch nur dann, wenn man beabsichtigt, immer, oder zumindest sehr sehr häufig als Frau aufzutreten UND vor allem auch möglichst zweifelsfrei als Frau wahrgenommen zu werden.
Und das will man, wenn einem die Endorphine längst durchgegangen sind, oder nicht?

Wie auch immer: Mir hat dein Bericht gefallen. BEkommen wir von den Fotos welche zu sehen?

LG
Julia
Inga
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Re: On Tour - die Erste

Post 3 im Thema

Beitrag von Inga »

Hallo, Frauke,

da kann ich mich Julia nur anschließen. Mir hat dein Bericht auch gefallen. Schön, das du uns an deinem Erleben teil haben lässt. So wie du schriebst, musst du schon einige Routine im Crossdressing haben. Da freue ich mich schon darauf mehr lesen zu können. Ich staune auch, wie du da zehn Jahre ganz ohne ausgekommen bist.

Liebe Grüße
Inga


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Andrea aus Sachsen
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Re: On Tour - die Erste

Post 4 im Thema

Beitrag von Andrea aus Sachsen »

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Hallo Frauke,
meinen Glückwunsch zu deinem gelungenen Ausflug und vielen Dank für deinen Bericht darüber! Bei deiner perfekten Organisation konnte eigentlich nicht viel schiefgehen. Trotzdem wird einiges, dank deiner neuen Erfahrungen, beim nächsten Mal sicher noch besser und entspannter.
Jetzt bist du vom Crossdressing-Virus (wieder) infiziert und wirst nicht mehr davon lassen können. Ich wünsche dir deshalb viel Spaß und beeindruckende Erlebnisse bei deinen nächsten Ausflügen als Frauke.
Eine andere Sache ist dagegen das Versteckspiel vor deiner Frau. Das kostet dich viel organisatorische Energie und wird dir mit der Zeit sehr zu schaffen machen. Ich kann dir deshalb nur raten: Rede mit ihr darüber!
Es wird dir niemand sagen können, wie deine Frau darauf reagiert, aber in der Regel ist die Reaktion weniger heftig, als wenn sie es irgendwann mal durch Zufall selbst entdeckt.
Ansonsten möchte ich nach einem nochmaligen Dank für deinen interessanten Bericht den Wunsch äußern, dass du uns auch über deinen weiteren Weg auf dem Laufenden hältst.
Viele Grüße
Andrea aus Sachsen
FraukeTV

Re: On Tour - die Erste

Post 5 im Thema

Beitrag von FraukeTV »

Merci fürs wohlwollende Feedback. In der Tat habe ich bereits zahlreiche Erfahrungen als Crossdresser gesammelt. Von tollen Erlebnissen, hin zum Erkanntwerden (weniger schön, aber lehrreich) bis hin zur sexuellen Belästigung (weil manche Männer glauben, dass ein Minirock und Heels eine Einladung zum saudoofen Angraben sei). Das ist aber schon mehr als zehn Jahre her. Und da solches Wissen in Grenzsituationen gelernt wird, bleibt es auch lange haften. Außerdem tut sich ja in zehn Jahren bei einigen auch reicht viel, was Persönlichkeit, Reife und Intellekt angeht. Somit hatte ich auch keine Angst, dass ich auf "ungewohnte Situationen" treffe.
Da es einige direkte Anmerkungen zu meinen Thread gab, gehe ich auch kurz darauf ein:
@Julia65: Du willst deine Beziehung nicht gefährden und daher die Kontrolle behalten? Nun, wenn du dich damit wohlfühlst, ist das ja auch prima. Was mich nur dann wunderte: Nun willst du sogar logopädische Übungen machen???
Hui, also, ich denke, sowas macht man doch nur dann, wenn man beabsichtigt, immer, oder zumindest sehr sehr häufig als Frau aufzutreten UND vor allem auch möglichst zweifelsfrei als Frau wahrgenommen zu werden.
Und das will man, wenn einem die Endorphine längst durchgegangen sind, oder nicht?

Die Argumentation mag soweit nachvollziehbar und logisch auch richtig sein. Ich schließe mich ihr trotzdem nicht an, weil unser Handeln in der Summe dann doch mehr sein sollte, als die Ausschüttung von Glückshormonen. Vorsicht: Normativ!

@Julia65: Bilder. Ja/Vielleicht aber noch etwas Geduld. Fahre sie nächste Woche Donnerstag abholen. Bilder unterwegs habe ich nicht gemacht. Ich bin einfach überfordert, in 10 sec. nach Drücken des Timers wieder ungefähr da hin zu kommen, wo ich vorher stand und dann auch noch entspannt auszusehen.

@Inga: Ich staune auch, wie du da zehn Jahre ganz ohne ausgekommen bist.
Was zeitlich begrenzt geht, ist Sublimierung. Kostet aber woanders viel Kraft, bringt aber auch viel"¦. Außerdem hatte ich still und heimlich die Hoffnung, dass es doch irgendwie weggeht oder therapierbar wird, wobei ich diesen Standpunkt heute nicht mehr ganz teile.
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