Barockes Weib im barocken Ambiente
Barockes Weib im barocken Ambiente

Crossdressing und selbst Erlebtes... Erdachtes
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ExuserIn-2015-02-14

Barockes Weib im barocken Ambiente

Post 1 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2015-02-14 »

Eine kleine Reise ins Barock und Rokkoko von Deborah LL.

Unerbittlich klingelt mein Wecker um 5.00 h in aller Frühe. Als Feldlerche fällt es mir nach kurzem Räkeln nicht schwer aus dem Bett zu springen, zumal ich heute einen lang geplanten Ausflug in die Tat umsetzen möchte. Eine Besichtigung der barocken Residenz in Würzburg, mit anschließendem Stadtrundgang ist angesagt, nach diversen mißglückten Anläufen soll es heute definitiv gelingen.
Die Nacht verbrachte ich als kleine Lady im kompletten femininen Outfit. Fein lackierte Fuss- und Fingernägel in dunkelrot, rotes Spitzenhöschen mit passendem BH und gefüllt mit meinen prachtvollen Jugs, dazu schwarze, halterlose Strapsstrümpe, und das Ganze umhüllt von einem seidigen, dunkelroten Nachthemd. So ließ es sich traumhaft und sehr erholsam Schlafen, könnten doch alle Nächte so zauberhaft feminin sein, denke ich mir.
Das morgendliche Duschen, Stylen und Schminken ist jetzt angesagt, es wird heute etwas kürzer sein, da ich schon lackiert und epiliert bin. Nach einer gründlichen Rasur entscheide ich mich für ein dezentes und zartes Make-up, aber die dunkelroten Lippen passend zum Nagellack sind ein absolutes Muss.
Laut Wetterbericht soll es heute zwar sonnig sein, aber bei einem scharfen Ostwind doch recht kühl werden. Also, was werde ich heute als Kleidung so anziehen, diese schwerwiegende Frage gilt es jetzt zu beantworten. Doppelte, glänzende Strumphosen in 15den, in einer Kombination aus amber und schwarzen werden meine Beine hoffentlich angenehm wärmen. Ein gepunkteter schwarzer, verspielter Rock umschließt meine Hüften, entsprechend wähle ich als Kontrast eine bunte Bluse in pastellorange-roten Farben. Die dazu passende Strickjacke in schwarz und orange-rot darf da auf keinen Fall fehlen. Ein wärmender Schal, schwarze Stiefel und hellgrauer Mantel ergeben den Rest meines Outfits. So darf Ladylike das Haus verlassen.
Gegen halb acht setze ich mich ins Auto, die meisten meiner Nachbarn sind schon auf dem Weg zur Arbeit, so kann ich relativ ungesehen den geschützten Carport mit dem Auto verlassen.
Die nächsten 300 Meter bis zur Hauptstraße sind zwar noch etwas risikoreich zu überwinden, aber es begegnet mir dabei kein Nachbar.
Die anderthalbstündige Autofahrt nach Würzburg ist entspannend und die Verkehrsdichte auf der Autobahn mittelmäßig, so genieße ich Landschaft und Frausein. Gerne würde ich noch vor Würzburg einen Autohof zum Tanken und Frühstücken aufsuchen. Gedacht, getan! Als erstes bekommt mein kleines Frauenauto sein Frühstück, es verputzt eben mal 40 l Diesel. Beim Tanken werde ich von einer maskulin erscheinenden Biofrau interessiert beobachtet, die gerade ihren Transporter hinter mit betankt und lächelnd zu mir herüberschaut. Sollte sie oder sollte sie nicht, oder doch!?! Wie auch immer, für solche Spielchen habe ich heute keine Zeit, außerdem signalisiert mir mein Hungergefühl ich sollte etwas gegen meinen Unterzucker unternehmen.
Nach dem Bezahlen der Tankrechnung steuer ich den nächsten freien Parkplatz vor dem Restaurant an. Gehe hinein, orientiere mich ein wenig, schreite gelassen zur Frühstückstheke, nehme mir 2 belegte Brötchen und dazu einen großen Kaffee. An der Kasse werde ich lächelnd von der Kassiererin um 6,60 Euro erleichtert. Jetzt benötige ich einen schönen Sitzplatz mit Sicht ins Freie. Mit dem Tablett gehe ich gezielt auf den angepeilten Tisch zu, doch in dem Moment kommt mir ein Mann zuvor. Er sieht wohl meine Enttäuschung und bittet mich doch auch Platz zu nehmen. Da ich schon in einer ähnlichen Situation mal gewesen bin (älterer Herr lud mich ins Cafe'ein), kann ich mit solchen Situationen sehr gelassen umgehen. Also setze ich mich einfach dazu, schlage meine dunkelbestrumpften Beine übereinander, zupfe mir den Rock sittsam ubers Knie und bin ganz gelassen ladylike.
Jetzt geniesse ich mein erstes Frühstück, und spüre wie ein entspannendes Gefühl meinen Magen besänftigt. Mein Gegenüber schaut ab und zu auf meine Beine und meinen barocken Oberbau, wie schön kann doch so ein Frühstück sein. Auf ein Gespräch hatte er es nicht angelegt, wäre auch nicht daran interessiert gewesen.
Nach der kulinarischen Stärkung fuhr ich schnurstracks bis zum Parkplatz vor dem Residenzgelände. Ein imposantes barockes Bauwerk erwartete mich in gleisendem Licht der morgendlichen Sonne.. Bis zur Öffnung, um 10.00 h, blieben mir noch knappe 10 min. Zeit. Der Wind fuhr mir kalt und heftig unter mein sommerliches Röckchen, ich schloß meinen Mantel noch enger und hörte das klackende Geräusch meiner Stiefel auf dem Pflaster laut und deutlich klingen. Eine große Gruppe wartender chinesischer Besucher vertrieb sich die Zeit mit Fotografieren und Erzählen. Sie nahmen keinerlei Notiz von mir, aber ich wollte vor der großen Gruppe in die Residenz eintreten, um ungestört als Erste durch die schönsten Räume der Residenz beschaulich gehen zu können. Was mir nach dem Eintritt und dem bezahlen von 7,50€ auch gelang.
Der junge Kontolleur ließ sich meine Eintrittskarte zeigen und schenkte mir ein feines Lächeln.
Jetzt trat ich ein in die Welt des Barocks, er umfasst die Epoche von 1570-1770, die Würzburger Residenz wird zum Spätbarock gerechnet, da die Fertigstellung auf etwa 1750 datiert, sie ist Weltkulturerbe und in vielen Dingen einzigartig. Im Barock sind die Linien und Übergänge der künstlerischen und architektonischen Gestaltung fließend und verspielt, prunkvoll und üppig, lebenslustig und froh. Genau so sehe ich mich auch als barockes Weibsbild, diese Zeit wäre gewiss meine Zeit gewesen, wenn ich die Wahl gehabt hätte. Die wundervollen, prachtvollen Kleider und Gewänder der Damenwelt ist in dieser Epoche einfach berauschend.
Die unteren Säale sind beeindruckend an Wänden und Decken , besonders das 3D-Deckenfresko ist eine optische Herausforderung. Mir wird bewusst, dass 3D-Bilder keine Erfindung der Neuzeit sind. Der florentinische Künstler war ein Meister seines Fachs und beherrschte diese Technik virtuos. WAs er noch eindrucksvoller auf dem 700 qm großen Fresko über der riesigen, 30m hohen Eingangshalle bewiesen hat. Auch hier sind wieder raffinierte 3D-Elemente im Fresko zu sehen. Die Stufen der Treppe haben nur eine Höhe von 11cm, dabei ich schreite wie eine barocke Dame klackend die Treppe in die obere Etage hinauf. Ein tolles Treppengefühl, nicht anstrengend und doch anmutig. Zwischendurch bestaune ich immer wieder innehaltend das imposante Deckengemälde. Studiere dabei das gängige Weltbild des Barocks und Rokkokos. Alles sehr interessant!
Im oberen Bereich erwartet mich als erstes der Weisse Saal. Ein Traum in weissem Stuck, Muschelverzierungen, Fabelwesen, das Ganze in einer Vielfalt so das einem schwindelig wird. Mittlerweile habe ich mich einer etwa 30köpfigen Gruppe mit erklärender Führung angeschlossen. Bin leider die einzige Frau in Rock und langen Stiefeln. Ansonsten sehe ich nur langweilige Jeans und grau in graue Jacken und Mäntel bei der Damenwelt.
Was ist Bekleidungstechnisch nur mit unseren Mädels los, alles so farblos und konform. Zumindestens bin ich ein gewisser Lichtblick in dieser wunderschönen barocken Umgebung. Weiter geht's mit der Gruppe durch diverse fantastische Räume, bis zum absoluten Highlight, das Spiegelkabinett. Es ist nicht zu beschreiben, man muss es einfach gesehen haben. Da das ursprüngliche Kabinett durch Luftangriffe zerstört wurde, haben es geniale Würzburger Handwerker in den Sechzigern anhand von Fotos wieder nachgebaut.
Die vielen noch Original erhaltenen Möbel, Bilder, Gobbelains, 3D-Holzfussböden zu beschreiben, wäre einfach zu viel des Guten. Nach fast 2stündigem Rundgang besuchte ich den angrenzenden Hofgarten. Leider gab es noch keine Frühblüher, aber im Frühjahr bzw. Sommer muss der Garten eine Pracht sein.
Anschließend stattete ich dem sehenswerten Würzburger Dom noch einen Besuch ab und erkundete die schöne Innenstadt. Mittags setzte ich mich in eine nettes Gasthaus und versuchte die schmackhaft fränkische Küche.
Überall begegneten mir die Menschen nett und höflich, ich war einfach ganz und gar Frau, mit all meinen Sinnen. Rundherum ein gelungener und wunderschöner, barocker Deborah-Tag. Könnten nicht alle Tage so feminin beschwingt und elegant sein, denke ich mir. Meine Deborah-Ausflüge werden mir immer selbstverständlicher und ich fühle mich dabei durch und durch als Weib. Wie man(n) sich so im Laufe der Zeit verändert ist bemerkenswert, in meiner großen Brust schlagen nun einmal zwei verwandte Seelen, dabei möchte ich keine missen. Mit Sicherheit war nicht zum letzten mal im schönen Würzburg, und trete wehmütig die Rückfahrt an.

So, all Ihr lieben Mädels mit den zwei Herzen, ich hoffe, beim Lesen habt Geschmack bekommen aufs Barock und die schönen Dinge des Seins, bis zum nächsten Erlebnisbericht alles Gute von Deborah LL.
geraldine
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Re: Barockes Weib im barocken Ambiente

Post 2 im Thema

Beitrag von geraldine »

Liebe Deborah !
Ich bin stark beeindruckt von Deinem wunderbaren Erlebnisbericht.
Du beschreibst ja alles so schön. Man /Frau fühlt sich richtig mit einbezogen.
Auch ein Kompliment von meiner Frau, sie gibt Dir recht die "Damenwelt"
ist doch momentan ziemlich "Grau".
Wünschen Dir noch eine schöne Zeit.
L G Geraldine
Lea Michele
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Re: Barockes Weib im barocken Ambiente

Post 3 im Thema

Beitrag von Lea Michele »

Hallo Deborah
Ein wunderschöner Erlebnissbericht zum Mitfühlen.
Finde auch das die Mädels (Frauen), was die Kleidung betrifft, fantasielos geworden sind.
LG Lea Michele
Auf dem Weg endlich so zu sein wie ich mich fühle❣️
Andrea aus Sachsen
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Re: Barockes Weib im barocken Ambiente

Post 4 im Thema

Beitrag von Andrea aus Sachsen »

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Hallo Deborah,
ich liebe deine lebendigen und anschaulichen Berichte. Mir kam es vor, als wäre ich direkt dabei, saß aber, als ich aufwachte, doch nur zu Hause vor dem Computer.
Du hast mir richtig Lust gemacht, mir dieses barocke Juwel auch einmal anzusehen, natürlich nur im fraulich eleganten Outfit. Ja, wenn es nur nicht so weit weg wäre! Ähnlich prachtvolle Einrichtungen kenne ich bisher nur aus Dresden. Dort würde es dir bestimmt auch gefallen, aber da hättest du das Anreiseproblem.
Nochmals vielen Dank für deinen Bericht! Vielleicht klappt es ja doch einmal mit einem Besuch.
Viele Grüße
Andrea aus Sachsen
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