Amazon...
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Marielle
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Amazon...
Hallo, Guten Tag zusammen,
laut eines Radioberichtes des Deutschlandfunks hat sich die Inhaberin einer Leiharbeitsfirma geweigert, den ihr von diesem unsäglichen Versandhändler vorgelegten Vertragsentwurf über die Überlassung von Arbeitnehmern zu unterschreiben (Links dazu unten). Unter anderem wäre durch diesen Vertrag das Risiko kurzfristig mangelnden Arbeitskraftbedarfes, also ein nach sozialpolitischen Vorstellungen ureigenes ArbeitGEBERrisiko, auf den Arbeitnehmer, den Leiharbeiter abgewälzt worden.
Es musste also erst wieder eine Frau vorangehen, um den männlichen Vetretern ihrer Zunft einen gehörigen Umgang mit solchen asozialen*), frühkapitalistischen Methoden deutlich zu machen.
Weil ich aus dem Chat und verschiedenen Postings weiss das auch hiesige Mitglieder dort einkaufen, möchte ich zu einem kurzen Nachdenken anregen.
Muss man dort kaufen? Gäbe es nicht vielleicht Alternativen? Dieser Laden bedient sich immerhin der Bezeichnung für ein matriarchalisch organisiertes Volk, die Amazonen. Sollten wir vielleicht die dem Weiblichen zugeschriebenen Tugenden, Verantwortlichkeit, Fürsorge, Emphatie, mal auf unser Kaufverhalten anwenden?
Ich habe bei diesem (hierkönnensieeinpassendesWorteinfügen) Laden nie etwas gekauft und werde es auch weiterhin nicht tun.
Gruß
Marielle
*) "asozial" hier in der Bedeutung "schädlich für die Gesellschaft als Ganzes" bzw. "volkswirtschaftlich/gesellschaftlich von Nachteil"; M.E. ist das Verhalten von amazon auf die sukkzessive Beschränkung der Arbeitnehmerrechte durch dauernde Nutzung jedweder Möglichkeit zur Lohnkostensenkung, zur Einwerbung von Geld aus öffentlichen Kassen (siehe Amazon-Weihnachts-Beschäftigung mit ArGe-Zuschuss) und zur Minimierung der Arbeitnehmerrechte gerichtet. Daher erscheint mir die Begriffswahl "asozial" auch dann gerechtfertigt, wenn keine geltenden Rechtsnormen verletzt werden.
http://www.dradio.de/aod/html/?broadcast=233790
http://ondemand-mp3.dradio.de/file/drad ... cf35eb.mp3
laut eines Radioberichtes des Deutschlandfunks hat sich die Inhaberin einer Leiharbeitsfirma geweigert, den ihr von diesem unsäglichen Versandhändler vorgelegten Vertragsentwurf über die Überlassung von Arbeitnehmern zu unterschreiben (Links dazu unten). Unter anderem wäre durch diesen Vertrag das Risiko kurzfristig mangelnden Arbeitskraftbedarfes, also ein nach sozialpolitischen Vorstellungen ureigenes ArbeitGEBERrisiko, auf den Arbeitnehmer, den Leiharbeiter abgewälzt worden.
Es musste also erst wieder eine Frau vorangehen, um den männlichen Vetretern ihrer Zunft einen gehörigen Umgang mit solchen asozialen*), frühkapitalistischen Methoden deutlich zu machen.
Weil ich aus dem Chat und verschiedenen Postings weiss das auch hiesige Mitglieder dort einkaufen, möchte ich zu einem kurzen Nachdenken anregen.
Muss man dort kaufen? Gäbe es nicht vielleicht Alternativen? Dieser Laden bedient sich immerhin der Bezeichnung für ein matriarchalisch organisiertes Volk, die Amazonen. Sollten wir vielleicht die dem Weiblichen zugeschriebenen Tugenden, Verantwortlichkeit, Fürsorge, Emphatie, mal auf unser Kaufverhalten anwenden?
Ich habe bei diesem (hierkönnensieeinpassendesWorteinfügen) Laden nie etwas gekauft und werde es auch weiterhin nicht tun.
Gruß
Marielle
*) "asozial" hier in der Bedeutung "schädlich für die Gesellschaft als Ganzes" bzw. "volkswirtschaftlich/gesellschaftlich von Nachteil"; M.E. ist das Verhalten von amazon auf die sukkzessive Beschränkung der Arbeitnehmerrechte durch dauernde Nutzung jedweder Möglichkeit zur Lohnkostensenkung, zur Einwerbung von Geld aus öffentlichen Kassen (siehe Amazon-Weihnachts-Beschäftigung mit ArGe-Zuschuss) und zur Minimierung der Arbeitnehmerrechte gerichtet. Daher erscheint mir die Begriffswahl "asozial" auch dann gerechtfertigt, wenn keine geltenden Rechtsnormen verletzt werden.
http://www.dradio.de/aod/html/?broadcast=233790
http://ondemand-mp3.dradio.de/file/drad ... cf35eb.mp3
As we go marching, marching, we bring the greater days
For the rising of the women, means the rising of the race
No more the drudge and idler ten that toil where one reposes
But the sharing of life's glories, Bread and Roses, Bread and Roses.
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Exuser-2014-02-18
Re: Amazon...
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Obs viel nützt..?...aber es ist ein kleines Steinchen....
LG Tina
Genau aus den von Dir genannten Gründen hab ich auch noch nie, und werde auch nie....Marielle hat geschrieben: Ich habe bei diesem (hierkönnensieeinpassendesWorteinfügen) Laden nie etwas gekauft und werde es auch weiterhin nicht tun.
Obs viel nützt..?...aber es ist ein kleines Steinchen....
LG Tina
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Sabrina Verena
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Re: Amazon...
Hallo!
Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich dort zweimal etwas gekauft hatte.
Das erste mal war Amazon aber nur Vermittler, die eigentliche Leistung wurde von einem anderen Unternehmen erbracht, die Übermittlung des Schlüssels für MS- Access, der funktionierte aber nur einmal.
Nach einer Neuinstallation war er nicht mehr zu gebrauchen, ich bin also gestraft.
Das zweite mal war es das Buch "Frauensachen", welches ich dort kaufte.
LG
Verena
Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich dort zweimal etwas gekauft hatte.
Das erste mal war Amazon aber nur Vermittler, die eigentliche Leistung wurde von einem anderen Unternehmen erbracht, die Übermittlung des Schlüssels für MS- Access, der funktionierte aber nur einmal.
Nach einer Neuinstallation war er nicht mehr zu gebrauchen, ich bin also gestraft.
Das zweite mal war es das Buch "Frauensachen", welches ich dort kaufte.
LG
Verena
Zuletzt geändert von Sabrina Verena am Mo 4. Mär 2013, 16:50, insgesamt 1-mal geändert.
Solange Du in Dir selber nicht zuhause bist, bist Du nirgendwo zu Haus.
Die Natur ist Wakan Tanka. Leider haben das nur Wenige verstanden.
Maka Ke Wakan Die Erde ist heilig
Lakota Sioux
Die Natur ist Wakan Tanka. Leider haben das nur Wenige verstanden.
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Sarah Bishop
Re: Amazon...
wer sagt das die alternativen besser sind und nicht vielleicht sogar noch schlimmer weil man halt nicht alles weis
das ändert meine meinung über amazon nicht
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Marielle
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Re: Amazon...
u.A. von einer besseren Welt, du nicht?aber wovon träumst Du nachts?
Gruß
Marielle
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Marlene
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Re: Amazon...
Eine bessere Welt...schön wär's. Aber das Problem ist ja wirklich, die Geiz-ist-geil-Mentalität, hat erst letztlich solche schweinischen Bedingungen geschaffen, die wir jetzt allerorten vorfinden. Und da müssen wir uns alle die Frage gefallen lassen, ob das in Ordnung ist. Aber das ist zu kurz gegriffen, denn das derzeitige System ist krautfaul bis in die Knochen. Daran dürfte wohl kein Zweifel bestehen. Sozial und christlich ist was anderes! Davon sind wir mittlerweile Lichtjahre entfernt.
Man kann hier her nehmen was man will, man wird immer wieder sich im Kreise drehen und die meisten sind aber leider auch zu bequem mal genauer nachzudenken und lassen sich immer wieder den Kopf verkleistern.
Was Amazon betrfft, ich habe anfangs dort auch mal was bestellt. Es waren Bücher. Nur Bücher, nichts anderes. Als ich aber dann im Verwandenkreis selbst erfahren mußte was dort in dem Laden abgeht und wer hinter Amazon noch steckt... (!) war mir schlagartig klar, daß es sich für mich da ein für allemal erledigt hat. Meine privaten Daten, Vorlieben, Neigungen und weiß der Teufel noch alles, muß ich denen (und das gilt auch für alles andere, was ich irgendwo bestelle) nicht noch gratis weiterhin liefern. Wenn ich was kaufe, dann erschließe ich mir andere Möglichkeiten. Sicher, viele von uns hier haben das Problem, anonym bestellen zu müssen. Das ist vollkommen klar, aber gleichzeitig ist's mit der Anonymität auch schon wieder vorbei, denn bei solchen Banausen lege ich alles auf den Tisch!! D a s sollte man sich auch mal überlegen, wenn man wieder im Versandhandel bestellt, weil es gerade so "günstig" ist.
L.G. Marlene
Man kann hier her nehmen was man will, man wird immer wieder sich im Kreise drehen und die meisten sind aber leider auch zu bequem mal genauer nachzudenken und lassen sich immer wieder den Kopf verkleistern.
Was Amazon betrfft, ich habe anfangs dort auch mal was bestellt. Es waren Bücher. Nur Bücher, nichts anderes. Als ich aber dann im Verwandenkreis selbst erfahren mußte was dort in dem Laden abgeht und wer hinter Amazon noch steckt... (!) war mir schlagartig klar, daß es sich für mich da ein für allemal erledigt hat. Meine privaten Daten, Vorlieben, Neigungen und weiß der Teufel noch alles, muß ich denen (und das gilt auch für alles andere, was ich irgendwo bestelle) nicht noch gratis weiterhin liefern. Wenn ich was kaufe, dann erschließe ich mir andere Möglichkeiten. Sicher, viele von uns hier haben das Problem, anonym bestellen zu müssen. Das ist vollkommen klar, aber gleichzeitig ist's mit der Anonymität auch schon wieder vorbei, denn bei solchen Banausen lege ich alles auf den Tisch!! D a s sollte man sich auch mal überlegen, wenn man wieder im Versandhandel bestellt, weil es gerade so "günstig" ist.
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ChristinaF
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Re: Amazon...
Hab bei denen nicht mal ein Konto; demnach auch noch nie was bestellt. Warum auch? Alles was ich benötige, ob nun Bücher, Klamotten oder sonst was, bekomme ich auch in den Städten hier. Dazu unterstütze ich noch, wenn auch nur klitzeklein, diese Geschäfte. Berührungsängste habe ich keine mehr und der Spaß mit meiner Frau shoppen zu gehen, kommt zusätzlich dazu.
Also Mädels, raus mit euch.
Ich weiß aber auch, dass es viele Schwestern gibt, die sich noch nicht so sicher mit dem "Rausgehen" sind, das evt. gar nicht wollen und deshalb in der Anonymität bleiben. Das verstehe ich und aktzeptiere es.
LG
Chrissie
Also Mädels, raus mit euch.
Ich weiß aber auch, dass es viele Schwestern gibt, die sich noch nicht so sicher mit dem "Rausgehen" sind, das evt. gar nicht wollen und deshalb in der Anonymität bleiben. Das verstehe ich und aktzeptiere es.
LG
Chrissie
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Marielle
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Re: Amazon...
Hallo Maria, Guten Tag zusammen,
ich verstehe dein Posting nicht.
Meine Ansicht ist, dass wohlmeinende Vorträge über ethisches Konsum-, Handels- und Produktionsverhalten absolut nichts nutzen. Der einzige Ansatz, der sich den Aufrechten im derzeitigen Wirtschaftsgeschehen bietet, ist die Umsatzkeule. Und wer meint, dass das Arbeitsplätze bei solchen Firmen gefährdet, möge bitte über die anderenfalls folgende, weitere Entwicklung nachdenken. Ich bin absolut sicher, dass den Kostenrechnern bei den betreffenden Firmen noch einiges einfallen wird. Da ist noch reichlich Luft nach unten bei Löhnen und Arbeitsbedingungen.
Wer heute die Augen vor dieser Entwicklung verschliesst, soll bitte in Zukunft nicht über die Folgen lamentieren. Unsere Gesellschaft lebt(e) als Folge einer relativ gleichmässigen Wohlstandsentwicklung seit '45 in quasi paradiesischen Zuständen. Wie eine Gesellschaft mit extremen Wohlstandsdifferenzen aussieht, kann man sich z.B. schon in der "Dritten Welt", also in Paris ansehen; Im Zentrum alles schön und reich, daneben Aussenbezirke die letztlich nichts anderes als Slums mit Betonbaracken sind. Schöne Aussichten für Berlin, Hamburg, Köln und München.
Übertrieben? Schwarzmalerei? Ich fürchte nicht. Es sind nur leider sehr viele Leute durch das jahrelange, marktliberale Gequatsche dermassen verblödet, dass sie wirklich glauben diese Entwicklungen seien "alternativlos".
Wir haben die Wahl zwischen dem "Tittytainment"-Konzept *) und einem mässigen Wohlstand für alle. Ersters bekommen wir von allein, da reicht es zu konsumieren solange es geht und weiter auf der Couch zu liegen, lezteres ist anstrengender...
Einen sonnigen Tag wünscht
Marielle
*) Diese Konzept sieht ungefähr so aus: Maximal 20% der Menschheit nimmt am Wirtschaftsleben teil und stopft den übrigen 80% solange Chips und Hamburger ins Gesicht, bis sie ruhig vor dem Fernseher liegen bleiben.
PS: Nein, ich bin NICHT Mitglied einer Partei, schon gar nicht der LINKEN, ich beziehe keine Staatsknete, sondern bin Unternehmer und ich bin nicht naiv, sondern nur nicht willens sehenden Auges in die Sch.... zu latschen
ich verstehe dein Posting nicht.
Eben! Genau darum geht es doch, um diese Art von "Arbeitsbedingungen". Das ich die Discounter nicht extra erwähnt habe, heisst ja nun nicht das es dort besser wäre. Und mal im Ernst: Soll ich den Discounter auch noch mit meinem Geld dafür belohnen, dass er deine Mutter schlecht behandelt? Findest du es OK, dass die bei Amazon arbeitenden Mütter so behandelt werden?So weiß ich von meiner Mutter die einmal in einem der größten Lebensmitteldiscounter....
....
Jeden Tag 2 Stunden unentgeldlich ehr anfangen oder länger arbeiten, bei Bedarf auf Abruf bereit stehen oder eben auch mal heimgeschickt werden und Stundenlöhne bei denen man nur den Kopf schüttelt.
Meine Ansicht ist, dass wohlmeinende Vorträge über ethisches Konsum-, Handels- und Produktionsverhalten absolut nichts nutzen. Der einzige Ansatz, der sich den Aufrechten im derzeitigen Wirtschaftsgeschehen bietet, ist die Umsatzkeule. Und wer meint, dass das Arbeitsplätze bei solchen Firmen gefährdet, möge bitte über die anderenfalls folgende, weitere Entwicklung nachdenken. Ich bin absolut sicher, dass den Kostenrechnern bei den betreffenden Firmen noch einiges einfallen wird. Da ist noch reichlich Luft nach unten bei Löhnen und Arbeitsbedingungen.
Wer heute die Augen vor dieser Entwicklung verschliesst, soll bitte in Zukunft nicht über die Folgen lamentieren. Unsere Gesellschaft lebt(e) als Folge einer relativ gleichmässigen Wohlstandsentwicklung seit '45 in quasi paradiesischen Zuständen. Wie eine Gesellschaft mit extremen Wohlstandsdifferenzen aussieht, kann man sich z.B. schon in der "Dritten Welt", also in Paris ansehen; Im Zentrum alles schön und reich, daneben Aussenbezirke die letztlich nichts anderes als Slums mit Betonbaracken sind. Schöne Aussichten für Berlin, Hamburg, Köln und München.
Übertrieben? Schwarzmalerei? Ich fürchte nicht. Es sind nur leider sehr viele Leute durch das jahrelange, marktliberale Gequatsche dermassen verblödet, dass sie wirklich glauben diese Entwicklungen seien "alternativlos".
Wir haben die Wahl zwischen dem "Tittytainment"-Konzept *) und einem mässigen Wohlstand für alle. Ersters bekommen wir von allein, da reicht es zu konsumieren solange es geht und weiter auf der Couch zu liegen, lezteres ist anstrengender...
Einen sonnigen Tag wünscht
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*) Diese Konzept sieht ungefähr so aus: Maximal 20% der Menschheit nimmt am Wirtschaftsleben teil und stopft den übrigen 80% solange Chips und Hamburger ins Gesicht, bis sie ruhig vor dem Fernseher liegen bleiben.
PS: Nein, ich bin NICHT Mitglied einer Partei, schon gar nicht der LINKEN, ich beziehe keine Staatsknete, sondern bin Unternehmer und ich bin nicht naiv, sondern nur nicht willens sehenden Auges in die Sch.... zu latschen
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For the rising of the women, means the rising of the race
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But the sharing of life's glories, Bread and Roses, Bread and Roses.
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Sabrina Verena
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Re: Amazon...
Hallo Carat!
Habe ich Dich richtig verstanden?
Die deutschen Arbeitnehmer, die früher in Fabriken gearbeitet hatten waren schlecht oder gar nicht ausgebildet und sind deshalb heute erwerbslos oder im Billiglohnsektor tätig.
Bei allem Respekt, aber das ist ja mal wieder so ein typisches Vorurteil.
Das Problem liegt doch viel eher darin das Strukturwandel (Automatisierung) zum Verlust von Arbeitsplätzen und Unstimmigkeiten im Lohn - Preis- System, zu Lohndumping und Konsumeinbußen, und somit zu Geschäftsaufgaben geführt haben.
Und wenn an Ausbildung beim Nachwuchs gespart wurde, muss man sich doch nicht bei den Entlassenen beschweren, sondern bei den Managern, welche die Zeichen der Zeit auf Grund ihrer "Nickelsucht" nicht wahr haben wollen.
LG
Verena
Habe ich Dich richtig verstanden?
Die deutschen Arbeitnehmer, die früher in Fabriken gearbeitet hatten waren schlecht oder gar nicht ausgebildet und sind deshalb heute erwerbslos oder im Billiglohnsektor tätig.
Bei allem Respekt, aber das ist ja mal wieder so ein typisches Vorurteil.
Das Problem liegt doch viel eher darin das Strukturwandel (Automatisierung) zum Verlust von Arbeitsplätzen und Unstimmigkeiten im Lohn - Preis- System, zu Lohndumping und Konsumeinbußen, und somit zu Geschäftsaufgaben geführt haben.
Und wenn an Ausbildung beim Nachwuchs gespart wurde, muss man sich doch nicht bei den Entlassenen beschweren, sondern bei den Managern, welche die Zeichen der Zeit auf Grund ihrer "Nickelsucht" nicht wahr haben wollen.
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Die Natur ist Wakan Tanka. Leider haben das nur Wenige verstanden.
Maka Ke Wakan Die Erde ist heilig
Lakota Sioux
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Marielle
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Re: Amazon...
Guten Abend,
Ich habe einen Thread angefangen, der sich mit den Arbeitsbedingungen bei Amazon beschäftigt. Warum du den jetzt "umdrehst", indem du auf solche Beispiele kommst, hätte ich auch gern erklärt. Ich erkenne darin erstmal nur das üblich platte, markt-liberale BILD-Beispiel-Argumentationsmuster, nach dem solange alles gut ist, wie ein einziger Niedriglöhner blöd genug ist, seine Kohle für Telefone oder Autos auszugeben. Keine Frage, es IST dämlich mit einem Niedriglohn ein teures Auto zu finanzieren. Aber nochmal: Was hat das mit den Zuständen bei Amazon und anderen zu tun?
Marielle
Ach übrigens: Euer Strassenkehrer bekommt siebenfünfzig? Unter uns: Eure Personalleute sind echt nicht auf Zack, das geht auch für vierdreissig, wenn man sich mal ein bisschen anstrengt.
Der Spruch ist heute so unsinnig wie er damals war. Lies einfach nochmal nach, ob ich an irgendeiner Stelle etwas darüber geschrieben habe das es dort besser wäre."Geh doch in die Ostzone oder nach Somalia"
Luxusproblem? Würdest du das bitte am Beispiel der von Maria beschriebenen Zustände beim (Ex-)Arbeitgeber ihrer Mutter nachvollziehbar erklären? Wenn möglich bitte ohne Vergleich mit einer arbeitslosen, alleinerziehenden, somalischen Mutter von sieben Kindern.Du prangerst ein Luxusproblem an.
Was kann ich denn dafür, das euer Personalchef eine solche Birne als Pförtner angestellt hat?Der Pförtner hat einen neuen 3er BMW ...
Ich habe einen Thread angefangen, der sich mit den Arbeitsbedingungen bei Amazon beschäftigt. Warum du den jetzt "umdrehst", indem du auf solche Beispiele kommst, hätte ich auch gern erklärt. Ich erkenne darin erstmal nur das üblich platte, markt-liberale BILD-Beispiel-Argumentationsmuster, nach dem solange alles gut ist, wie ein einziger Niedriglöhner blöd genug ist, seine Kohle für Telefone oder Autos auszugeben. Keine Frage, es IST dämlich mit einem Niedriglohn ein teures Auto zu finanzieren. Aber nochmal: Was hat das mit den Zuständen bei Amazon und anderen zu tun?
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Ach übrigens: Euer Strassenkehrer bekommt siebenfünfzig? Unter uns: Eure Personalleute sind echt nicht auf Zack, das geht auch für vierdreissig, wenn man sich mal ein bisschen anstrengt.
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Marlene
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Re: Amazon...
Hallo Marielle,
deinen Ausführungen gibt es nichts hinzuzufügen und was Carat hier geschrieben hat, ist gelinde gesagt Müll. Weder das Gequatsche von der "Ostzone", noch daß unser Geld jetzt anderen in Asien zu einem besseren Lebensstandart verhilft, kann man wohl wirklich ernst nehmen. Der Kern der Sache liegt ganz simpel und einfach in der Struktur des Menschen selbst: in seiner Bereicherungs- und Geltungssucht. Wo kommt denn sonst das "Geiz ist geil"- Gesülze her? Braucht man das wirklich? Braucht man jede Woche 3 Paar neue Schuhe für 19,90, das zweite Paar zum halben Preis, das Dritte geschenkt... oder anderen Firlefanz? Wie wäre es, wenn man sich mal auf seinen eigenen Grips besinnt und was selbst näht, anstelle paar Klicks im Internet bei solchen Flachzangen wie oben erwähnt zu machen, ohne sich der Folgen bewußt zu werden? Mal nachdenken hat noch keinem geschadet, aber ich sehe es ja tagtäglich, wie bescheuert alles geworden ist, aufgrund der Gehirnwäsche, die planmäßig betrieben wird und der wohl die wenigsten entgehen können. Und genau diese Gehirnwäsche ist Sinn und Zweck dieser Leute bei "A..." Gehirnwäsche und die absolute Kontrolle über alles.
L.G. Marlene
deinen Ausführungen gibt es nichts hinzuzufügen und was Carat hier geschrieben hat, ist gelinde gesagt Müll. Weder das Gequatsche von der "Ostzone", noch daß unser Geld jetzt anderen in Asien zu einem besseren Lebensstandart verhilft, kann man wohl wirklich ernst nehmen. Der Kern der Sache liegt ganz simpel und einfach in der Struktur des Menschen selbst: in seiner Bereicherungs- und Geltungssucht. Wo kommt denn sonst das "Geiz ist geil"- Gesülze her? Braucht man das wirklich? Braucht man jede Woche 3 Paar neue Schuhe für 19,90, das zweite Paar zum halben Preis, das Dritte geschenkt... oder anderen Firlefanz? Wie wäre es, wenn man sich mal auf seinen eigenen Grips besinnt und was selbst näht, anstelle paar Klicks im Internet bei solchen Flachzangen wie oben erwähnt zu machen, ohne sich der Folgen bewußt zu werden? Mal nachdenken hat noch keinem geschadet, aber ich sehe es ja tagtäglich, wie bescheuert alles geworden ist, aufgrund der Gehirnwäsche, die planmäßig betrieben wird und der wohl die wenigsten entgehen können. Und genau diese Gehirnwäsche ist Sinn und Zweck dieser Leute bei "A..." Gehirnwäsche und die absolute Kontrolle über alles.
L.G. Marlene
Zuletzt geändert von Marlene am Do 7. Mär 2013, 00:59, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Amazon...
Ach so ehe ich es vergesse: Die Kleidung, die ich trage, kommt mindestens zur Hälfte aus Second- Hand- Läden und ich habe damit überhaupt kein Problem, gestricktes macht meine Frau oder die Schwiegermutter mit Hingabe und ich habe seit vielen Jahren eine Nähmaschine (gebraucht gekauft!) und es macht Spaß!
Schuhe kaufe ich natürlich, die lassen sich nun mal nicht selbst herstellen, aber dann welche aus Leder und nicht solche, die man nach fünf Mal tragen wegschmeißen kann, nur weil sie gerade "angesagt" sind.
Marlene
Schuhe kaufe ich natürlich, die lassen sich nun mal nicht selbst herstellen, aber dann welche aus Leder und nicht solche, die man nach fünf Mal tragen wegschmeißen kann, nur weil sie gerade "angesagt" sind.
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Sabrina Verena
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Re: Amazon...
Hallo Carat!Carat hat geschrieben:Hallo Verena,Sabrina Verena hat geschrieben:Hallo Carat!
Habe ich Dich richtig verstanden?
Die deutschen Arbeitnehmer, die früher in Fabriken gearbeitet hatten waren schlecht oder gar nicht ausgebildet und sind deshalb heute erwerbslos oder im Billiglohnsektor tätig.
Bei allem Respekt, aber das ist ja mal wieder so ein typisches Vorurteil........
LG
Verena
Also ich kenne niemanden der freiwillig in der PRODUKTION einer Fabrik malocht, wenn er etwas besseres machen könnte. Es ist das größte gesellschaftliche Problem unserer Zeit, daß wir für Heerscharen von schlecht ausgebildeten Arbeitnehmern einfach keine Jobs mehr in Deutschland haben. Diese Arbeitsplätze sind jetzt in China. Allein bei Foxconn arbeiten 1.000.000 Mitarbeiter an den Produktionsbändern. Die Anlernphase für diese Jobs dauert selten länger als 4 Stunden. Der Grund für die Auslagerungen ist evident: Der Deutsche kaufte nicht mehr seine im Land produzierten Erzeugnisse sondern die Eingeführten, weil sie billiger waren. Das ist der Preis der Globalisierung.
Der Strukturwandel ist nicht für den Verlust von Arbeitsplätzen verantwortlich. Das Gegenteil ist der Fall. Es wurden dadurch viele neue, allerdings höher qualifizierte Arbeitsplätze geschaffen.
Wir haben aktuell zwei Lehrstellen aus dem gewerblichen Bereich im letzten Jahr nicht besetzen können weil die Bewerber einfach nicht den (geringen) Anforderungen entsprachen. Das solltest Du wohl eher den Eltern als den Managern anlasten. Die innerbetrieblichen Weiterbildungen sind im internationalen Vergleich in Deutschland auch sehr gut.
Liebe Grüße
Carat
Menetwegen können wir gern in einem eigenen Thread weiter diskuttieren, da diese Diskussion dann nichts mehr mit dem Ausgangsthema zu tun hat.
Zu Deiner Information, soweit noch in Deutschland produziert wird, sind dort auch Beschäftigte, die eine schlecht bezahlte Tätigkeit mangels Alternativen der Erwerbslosigkeit vorziehen.
Ob dieses Verhalten richtig ist, darüber kann man auch streiten.
Leider ist ews diesen Leuten nicht möglich zu streiken oder den Arbeitgeber zu wechseln.
LG
Verena
Solange Du in Dir selber nicht zuhause bist, bist Du nirgendwo zu Haus.
Die Natur ist Wakan Tanka. Leider haben das nur Wenige verstanden.
Maka Ke Wakan Die Erde ist heilig
Lakota Sioux
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Sabrina Verena
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Re: Amazon...
Guten Tag zusammen, Hallo Anja,
ich bin weit davon entfernt dir oder anderen vorschreiben zu wollen, was zu tun oder zu lassen ist. Im Eingangsposting habe ich deswegen auch "möchte ich zu einem kurzen Nachdenken anregen." geschrieben.
Die Aspekte die du anführst sind richtig. Eigeninitiative ist wichtig und notwendig, da bin ich deiner Meinung. Ich kenne auch solche Leute, wie du sie beschreibst. Krass formuliert "dick, dumm und gefrässig". Um die geht es mir nicht. Ich bin kein naiver Gutmensch, der für jede Dummheit zwanghaft Verständnis aufbringt. Ich glaube nur, dass erstens bei weitem nicht alle der Betroffenen in diese Kategorie fallen und zweitens, dass die Sache komplexer ist.
Solange der Wettbewerb im "Markt" nur über den Preis von Waren und Dienstleistungen stattfindet, weil der Kunde den Preis als einziges Kaufkriterium heranzieht, solange werden sich Unternehmen finden, die bereit sind Löhne noch weiter runterzuschrauben und Arbeitsbedingungen noch weiter zu verschlechtern. Weiter oben wurde die Firma Foxconn angesprochen; Ein schönes Beispiel für gelungenen Kapitalismus. Dort mussten erst Arbeiter aus den Fenstern ihrer Lagerbaracken springen, bevor der allseits hochgelobte Herr Jobs auch nur einmal kurz hingesehen hat, unter welchen Bedingungen die Glitzer-Händis zusammengeschraubt werden. Weil er sein Herz für kleine gelbe Arbeiter entdeckt hat? Oder doch eher, weil er sich um das "Image" und damit den Umsatz seines Fernsprechervertriebs gesorgt hat?
Ich bin der Ansicht, und deswegen habe ich diesen Thread gestartet, dass man rechtzeitig über die Regeln diskutieren muss, nach denen die ganze Sache funktioniert. Wenn diese Debatte nämlich nicht in gesamter Breite und durch die gesamte Gesellschaft geführt wird, machen "interessierte Stellen" die Regeln. Amazon hat sich, wie zuvor Lidl, Apple, Kik und andere, durch sein Verhalten selbst exponiert, bietet sich also als Debattier-Grundlage und eben auch als Exempel an.
Das Wirtschaftsleben wird schon lange globalisiert und es wird noch sehr lange weiter globalisiert werden*). Wir müssten daher vielleicht mal überlegen, welche Standards dabei gelten sollen. Für Umweltschutz, Arbeitsrecht und ein paar andere Bereiche. Wenn die Standards langfristig durch die weltweit tätigen Unternehmen festgelegt werden, ist das Ziel m.E. klar: 72-Stunden-Woche, Niedrigstlöhne, keine Umweltauflagen, keine Sozialsystemkosten. Wer möchte in so einem System leben? **) Es mag ja sein, das 70 Cent für die Lieferung eines Paketes als angemessene Bezahlung angesehen werden können (was ich persönlich allerdings nicht so sehe), nur wo ist das Ende? 50 Cent, 30, 10?
Mich wundert ein wenig mit welcher Ruhe der noch vorhandene europäische Mittelstand diese Erosion am unteren Rand beobachtet und kommentiert. Glaubt jemand, dass das ganze langfristig nur Strassenkehrer und Kurierfahrer betrifft? Das wäre m.E. ein klarer Fall von Hybris. Es wird nicht mehr lange dauern bis in China, Indien und sonstwo hochqualitative Autos, Flugzeuge und anderes gebaut werden, z.T. ist es schon so. Und zwar von Facharbeitern die vielleicht 300 oder 400 Euro im Monat verdienen und in Fabriken deren Abwässer ungeklärt ins Meer laufen. Passen wir uns dann auch an, weil der "Markt" es so will?
Und was den anderweitig angesprochenen Luxus angeht, in dem wir in Mitteleuropa leben (der unbestreitbar tatsächlich Luxus ist): Viele von uns haben NOCH die Wahl, was wir wo kaufen. Übrigens als Ergebnis einer Zeit mit einer leidlich gut funktionierenden, sozialen Marktwirtschaft. Das was aus dieser Zeit entstanden ist, ist Luxus, den wir allerdings nutzen sollten. Diese Diskussion und das Gegenhalten gegen Fehlentwicklungen den Niedriglöhnern im Versandhandel oder bei den Discountern zuzuschieben ist doch ein bisschen einfach. Oder nicht?
mit freundlichen Grüssen von
Marielle
PS: Ich schlafe übrigens auch nicht auf dem Boden, bin mir darüber bewusst das ein paar meiner Schuhe unter ungeklärten Umständen in China gemacht wurden und bekomme gelegentlich Pakete geliefert. Aber wie schrieb Anja:
*) Das muss auch nicht zwangsläufig schlecht sein. Verbünde wie die USA oder die EU sind ja recht erfolgreiche Beispiele für ein friedliches Zusammenleben in einem gewissen Wohlstand. Auf ganz lange Sicht kann das eventuell auch weltweit funktionieren.
**) Machen wir uns nichts vor, die Erfindung der Sozialsysteme geht nicht auf übermässig mitarbeiterfreundliche Stahlbarone, sondern auf deren Interesse an damals knappen Arbeitskräften zurück. Die relative Gleichverteilung des Wohlstands nach '45 ist auch nicht das Ergebnis wohltätiger Unternehmer, sondern dem Umstand geschuldet, dass ein Facharbeiter dem Unternehmer damals schlicht mit Kündigung DROHEN konnte, weil er am nächsten Tag den nächsten Job gehabt hätte.
ich bin weit davon entfernt dir oder anderen vorschreiben zu wollen, was zu tun oder zu lassen ist. Im Eingangsposting habe ich deswegen auch "möchte ich zu einem kurzen Nachdenken anregen." geschrieben.
Die Aspekte die du anführst sind richtig. Eigeninitiative ist wichtig und notwendig, da bin ich deiner Meinung. Ich kenne auch solche Leute, wie du sie beschreibst. Krass formuliert "dick, dumm und gefrässig". Um die geht es mir nicht. Ich bin kein naiver Gutmensch, der für jede Dummheit zwanghaft Verständnis aufbringt. Ich glaube nur, dass erstens bei weitem nicht alle der Betroffenen in diese Kategorie fallen und zweitens, dass die Sache komplexer ist.
Solange der Wettbewerb im "Markt" nur über den Preis von Waren und Dienstleistungen stattfindet, weil der Kunde den Preis als einziges Kaufkriterium heranzieht, solange werden sich Unternehmen finden, die bereit sind Löhne noch weiter runterzuschrauben und Arbeitsbedingungen noch weiter zu verschlechtern. Weiter oben wurde die Firma Foxconn angesprochen; Ein schönes Beispiel für gelungenen Kapitalismus. Dort mussten erst Arbeiter aus den Fenstern ihrer Lagerbaracken springen, bevor der allseits hochgelobte Herr Jobs auch nur einmal kurz hingesehen hat, unter welchen Bedingungen die Glitzer-Händis zusammengeschraubt werden. Weil er sein Herz für kleine gelbe Arbeiter entdeckt hat? Oder doch eher, weil er sich um das "Image" und damit den Umsatz seines Fernsprechervertriebs gesorgt hat?
Ich bin der Ansicht, und deswegen habe ich diesen Thread gestartet, dass man rechtzeitig über die Regeln diskutieren muss, nach denen die ganze Sache funktioniert. Wenn diese Debatte nämlich nicht in gesamter Breite und durch die gesamte Gesellschaft geführt wird, machen "interessierte Stellen" die Regeln. Amazon hat sich, wie zuvor Lidl, Apple, Kik und andere, durch sein Verhalten selbst exponiert, bietet sich also als Debattier-Grundlage und eben auch als Exempel an.
Das Wirtschaftsleben wird schon lange globalisiert und es wird noch sehr lange weiter globalisiert werden*). Wir müssten daher vielleicht mal überlegen, welche Standards dabei gelten sollen. Für Umweltschutz, Arbeitsrecht und ein paar andere Bereiche. Wenn die Standards langfristig durch die weltweit tätigen Unternehmen festgelegt werden, ist das Ziel m.E. klar: 72-Stunden-Woche, Niedrigstlöhne, keine Umweltauflagen, keine Sozialsystemkosten. Wer möchte in so einem System leben? **) Es mag ja sein, das 70 Cent für die Lieferung eines Paketes als angemessene Bezahlung angesehen werden können (was ich persönlich allerdings nicht so sehe), nur wo ist das Ende? 50 Cent, 30, 10?
Mich wundert ein wenig mit welcher Ruhe der noch vorhandene europäische Mittelstand diese Erosion am unteren Rand beobachtet und kommentiert. Glaubt jemand, dass das ganze langfristig nur Strassenkehrer und Kurierfahrer betrifft? Das wäre m.E. ein klarer Fall von Hybris. Es wird nicht mehr lange dauern bis in China, Indien und sonstwo hochqualitative Autos, Flugzeuge und anderes gebaut werden, z.T. ist es schon so. Und zwar von Facharbeitern die vielleicht 300 oder 400 Euro im Monat verdienen und in Fabriken deren Abwässer ungeklärt ins Meer laufen. Passen wir uns dann auch an, weil der "Markt" es so will?
Und was den anderweitig angesprochenen Luxus angeht, in dem wir in Mitteleuropa leben (der unbestreitbar tatsächlich Luxus ist): Viele von uns haben NOCH die Wahl, was wir wo kaufen. Übrigens als Ergebnis einer Zeit mit einer leidlich gut funktionierenden, sozialen Marktwirtschaft. Das was aus dieser Zeit entstanden ist, ist Luxus, den wir allerdings nutzen sollten. Diese Diskussion und das Gegenhalten gegen Fehlentwicklungen den Niedriglöhnern im Versandhandel oder bei den Discountern zuzuschieben ist doch ein bisschen einfach. Oder nicht?
mit freundlichen Grüssen von
Marielle
PS: Ich schlafe übrigens auch nicht auf dem Boden, bin mir darüber bewusst das ein paar meiner Schuhe unter ungeklärten Umständen in China gemacht wurden und bekomme gelegentlich Pakete geliefert. Aber wie schrieb Anja:
Nix tun, den Kopf in den Sand stecken und rumjammern machts nicht besser.
*) Das muss auch nicht zwangsläufig schlecht sein. Verbünde wie die USA oder die EU sind ja recht erfolgreiche Beispiele für ein friedliches Zusammenleben in einem gewissen Wohlstand. Auf ganz lange Sicht kann das eventuell auch weltweit funktionieren.
**) Machen wir uns nichts vor, die Erfindung der Sozialsysteme geht nicht auf übermässig mitarbeiterfreundliche Stahlbarone, sondern auf deren Interesse an damals knappen Arbeitskräften zurück. Die relative Gleichverteilung des Wohlstands nach '45 ist auch nicht das Ergebnis wohltätiger Unternehmer, sondern dem Umstand geschuldet, dass ein Facharbeiter dem Unternehmer damals schlicht mit Kündigung DROHEN konnte, weil er am nächsten Tag den nächsten Job gehabt hätte.
As we go marching, marching, we bring the greater days
For the rising of the women, means the rising of the race
No more the drudge and idler ten that toil where one reposes
But the sharing of life's glories, Bread and Roses, Bread and Roses.
For the rising of the women, means the rising of the race
No more the drudge and idler ten that toil where one reposes
But the sharing of life's glories, Bread and Roses, Bread and Roses.