Wie damit umgehen, dass Man(n) nie eine echte Frau wird?
Wie damit umgehen, dass Man(n) nie eine echte Frau wird?

Lebensplanung, Standorte
jawasdennnun

Re: Wie damit umgehen, dass Man(n) nie eine echte Frau wird?

Post 1 im Thema

Beitrag von jawasdennnun »

die gefühlswelt ist wirklich ein fass ohne boden. ich versuche einen mittelweg zu finden, was jedoch nicht immer einfach ein kann. eigentlich bin ich recht zufrieden als mann, ich liebe frauen, kraft und schnelle autos. zu bestimmten zeiten dreht sich jedoch ein schalter und ich muss die andere seite erfahren. als meine freundin mich fragte ob ich schwul sei oder warum ich das sonst tue, antwortete ich das ich das gefühl erfahren möchte wie es ist eine frau zu sein. ich weiss das ich das nie vollständig wertde erfahren können, doch die momente in denen ich en femme bin und mich so benehme reichen mir oft aus. manchmal aber eben auch nicht. eine lösung dafür habe ich nicht, ich vermute mal das die niemand hat.
ich glaube dass sich dessen bewusst zu werden ein schritt in die richtige richtung ist, vielleicht mit kommt mit gedult und einsicht der weg den man gehen kann.

schwierige frage
kopf hoch ;-)
Ulrike-Marisa
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 4817
Registriert: Mo 21. Mai 2012, 13:58
Geschlecht: transsexuell
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Region Schleswig
Hat sich bedankt: 708 Mal
Danksagung erhalten: 502 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Wie damit umgehen, dass Man(n) nie eine echte Frau wird?

Post 2 im Thema

Beitrag von Ulrike-Marisa »

Moin,

....ja echt schwierige Fragestellung auch für mich, der ich als Mann fast mein ganzes Leben mit entsprechender Sozialisation inklusive Wehrdienst und Familiengründung verbracht habe. Die andere weibliche Seite von mir war schon immer mehr oder weniger vorhanden, war aber in den früheren Jahrzehnten kein Thema, über das man gesprochen hätte. Erst in den letzten Jahren habe ich über das Internet Zugang zu den mich interessierenden Fragestellungen bekommen und erste Antworten auf meine Gefühle erhalten. Wie auch immer ich im Rahmen meiner Freiräume meine weibliche Seite als Frau leben und gestalten kann, bleibt immer der Einwand bestehen, dass ich natürlich keine biologische Frauu bin und nie sein und werden kann. Alles, was möglich ist, ist immer eine Sache des Kopfes, wie man sich fühlt und selbst eine GA und HT ist nur eine Angleichung an das gewünschte Geschlecht. Ich denke, dass man aber lernen kann, mit dem bestehenden Mangel umzugehen und sich trotzden zumindest zeitweise als Frau glücklich zu fühlen. Wir menschen sind ja mit wenig schon zufrieden: ein wenig nette Kleidung, ein schöner BH..... ne Tasse Tee oder Kaffee dazu oder ein schöner Spaziergang.. das kann alles Spass machen und zur Selbstzufriedenheit beitragen. Einfach ist das glaube ich nie, egal ob als Crossdresser oder als Transsexueller. Das Leben ist dann bestimmt immer wieder von inneren und äußeren Zerrreißproben bedroht und man muss sich für die eine oder andere Lösung oder einen Kompromiss entscheiden. Alles geht meist nicht im Leben und man muss vorsichtig sein, denn das Spiel mit der Geschlechterrolle kann viel kaputtmachen nicht nur für sich selbst, sondern auch für alle Beteiligten.
Da muss man auch ganz viele Fragen selbst beantworten, ehe man sie anderen stellen kann, denn unsere gegenwärtige Gesellschaft ist auf Fragestellungen außerhalb der normalen Lebenswelt noch nicht richtig eingestellt. CD und TS sind immer noch ein medizinisches und gesellschaftliches Randphänomen. Selbsthilfegruppen bieten da einen Rahmen, Gleichgesinnte und Betroffene zusammenzubringen und Gedanken und Informationsaustausch zu ermöglichen und zu fördern.

Grüße von streitbarer Ulrike-Marisa ))):s

Nur ein Stein, der durch die Sohle piekst, wird entsprechend wahrgenommen.
Anni
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 816
Registriert: Mo 20. Jul 2009, 20:09
Pronomen:
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Kontaktdaten:

Re: Wie damit umgehen, dass Man(n) nie eine echte Frau wird?

Post 3 im Thema

Beitrag von Anni »

Hallo Ulrike-Marisa )))(:

Hast Du sehr schön formuliert (flo)

Ich denke auch , das wir am ehesten unsere Erfüllung finden , wenn wir "einfach" so sind , wie wir eben sind , und nicht so , wie andere meinen , das wir sein sollten.

In den letzten Jahren habe ich gelernt , das es nicht das Entscheidende ist , mit allen möglichen äußeren Reizen ( Kleidung , Sprache , Gestik ... etc. )
meine feminine Seite zu zeigen oder zu betonen , sondern einfach DAS zu machen , wobei ich mich gerade als Frau glücklich fühle .
Mal frech , mal burschikos , mal mondän , mal einfach nur fraulich ... :wink:
Was nicht heißen soll , das ich nicht gern die Möglichkeiten nutze , die Frau da so hat - aber eben nicht mehr um jeden Preis :!:
Wenn die Normalität und das Selbstvertrauen einen bestimmten Punkt erreicht haben , ist vieles leichter zu händeln .

LG Anni
Der einzige Mensch, der sich vernünftig benimmt, ist mein Schneider. Er nimmt jedesmal neu Maß, wenn er mich trifft, während alle anderen immer die alten Maßstäbe anlegen in der Meinung, sie paßten auch heute noch. George Bernard Shaw
exuserin-2014-05-17

Re: Wie damit umgehen, dass Man(n) nie eine echte Frau wird?

Post 4 im Thema

Beitrag von exuserin-2014-05-17 »

Huhu,

was ist eine echte Frau? Eine die durch Zufall körperlich eine Frau geworden ist weil Spermie und Eizelle zufällig so zueinander gefunden haben? Oder eine die im Kopf und ihrem Herzen sich danach sehnt eine Frau zu sein, obwohl leider die Gene einen männlichen Körper vorgeben?

Was ist im sozialen Leben eine Frau? Eine die weiblich aussieht, eine weibliche Stimme hat und sich so verhält, in gewissen Maße auch so gekleidet ist. Punkte 2,3 und 4 lassen sich lernen bzw. umsetzen, Punkt 1 lässt sich meistens durch Hormone, Diät, Frisur, Sport, Bartepilation erreichen, öfters auch nur durch FFS und Haartransplantation. Die letzten beiden Punkte bedeuten Verzicht auf ein neues Auto und sind dann für viele erreichbar.

Liebe Grüße

Lara

PS: Wenn ich in den Spiegel sehe, sehe ich leider auch keine Frau.
Bianca D.
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 3048
Registriert: Fr 1. Mai 2009, 18:02
Geschlecht: weibl.
Pronomen:
Wohnort (Name): Schacht Audorf
Hat sich bedankt: 6 Mal
Danksagung erhalten: 8 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Wie damit umgehen, dass Man(n) nie eine echte Frau wird?

Post 5 im Thema

Beitrag von Bianca D. »

Anni hat geschrieben:Hallo Ulrike-Marisa )))(:
Hast Du sehr schön formuliert (flo)
Moin,

Dem kann ich nur zustimmen.Für mich stellte sich in der Vergangenheit eher die umgekehrte Frage: Wie kann Frau damit umgehen,nie ein richtiger Mann zu sein,auch wenn das äußere Erscheinungsbild männlich ist?Was ich damit sagen will:man ist das,was man fühlt und ich fühlte halt immer die Frau in mir.Dementsprechend mußte ich bei zeiten nur lernen,daß ich eben keine Laufstegschönheit mehr werde.Und die wiederum gibt es auch unter den Bio-Frauen.Von daher also kein Grund zur Unzufriedenheit.

LG Bianca
Ick wees nüscht,kann nüscht,hab aba jede Menge Potenzial
xeni

Re: Wie damit umgehen, dass Man(n) nie eine echte Frau wird?

Post 6 im Thema

Beitrag von xeni »

Es ist schön so ein Frauenleben - einfach alles was war - hinter sich lassen und ein neues Leben in einer anderen Stadt bginnen.
sorry ich weiß es ist nicht jeder gegeben. wenn keiner was von deinem vorleben weiß - also ( kein kopfkino ) lebt es sich mit neuen papieren ganz angenehm. es zählt dann nur noch was in deinen papieren steht - schon ulkig. ob arbeitsstelle - neuer verein - neue freundinnen alles ganz normal. mein weg hört sich brutal an - einfach sein altes leben so hinter sich zu lassen. heute bin ich froh diesen weg gewählt zu haben , mein umfeld weiß nichts von meiner vergangenheit , und so soll es auch bleiben.
es gibt viele wege sein ziel zu ereichen - wenn man denn will. wen sollte ich danken ??? vielleicht auch das es noch keine gesetze für TS gegeben hat. heute ist ja alles geregelt. ich kann nur allen die diesen weg gehen wollen viel glück und gesundheit wünschen
Becky
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 626
Registriert: Do 25. Okt 2012, 12:57
Geschlecht: Weiblich
Pronomen:
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Kontaktdaten:

Re: Wie damit umgehen, dass Man(n) nie eine echte Frau wird?

Post 7 im Thema

Beitrag von Becky »

Mein neues Leben braucht kein neues Umfeld, und die Umgebung ist lange nicht so feindlich wie mein Kopfkino immer annahm... (nachzulesen in Elenas Tagebuch)
Also Frau sein und es auch für andere glaubhaft werden, hängt von vielen Dingen ab, nicht aber davon ob Eierstöcke da sind oder nicht. Einiges sollte/kann man üben, vieles kommt (zumindest bei mir) aber auch von innen wenn man es denn zulässt.
Oft hatte ich früher Fotos gemacht und gefrustet wieder gelöscht, weil das nicht so aussah wie ich mir als Frau das so vorstelle, allerdings war das innere Gefühl auch da nicht so stimmig wie jetzt. Ich rate Dir nehm Kontakt zu einer SHG in deiner Nähe auf, ich habe da unglaublich nette Leute aus allen unseren Bereichen Kennengelernt: reine CD's und TI die am Anfang stehen, auf dem Weg weiter sind, oder den ganzen Weg hinter sich haben. Ausserdem hat mich immer Fasziniert auf U-tube Filmchen mit dem Weg der Transition zu sehen und lies Svenja and the City ( http://mysvenja.blogspot.de/ ). hier daraus ein kleiner Auszug:
Herr Junge erklärt mir auf seine ruhige, freundliche Art ein paar grundlegende Wahrheiten über meine Andersartigkeit, die ich vorher nicht gewusst habe:

es ist keine Krankheit,
es ist nicht heilbar, aber
man MUSS es leben, sonst geht man kaputt. Nur durch das Leben und Nachgeben
diesem Verlangen kann es überhaupt eine Entwicklung geben.

Na, wenn das so ist: der Doc hat gesagt ich soll :-)

Dann höre ich den wichtigsten Satz überhaupt, der für die nächsten Jahre zu meiner Leitlinie werden soll:

"Leben Sie es, ohne sich wehzutun."
Also nicht den Kopf hängen lassen und höre auf dein Herz...

LG Becky

@ Lara auf deinem Avatar sehe ich deutlich eine Frau... Dein Spiegel ist wohl kaputt :roll:
In der Rocky Horror Show gibt es ein Lied "Don't dream it, be it"
In diesem Motto steckt so viel Weisheit und womöglich auch der Schlüssel zum Glück?
Marielle
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 1857
Registriert: Do 11. Aug 2011, 10:52
Geschlecht: Mensch
Pronomen: ikke
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Kontaktdaten:

Re: Wie damit umgehen, dass Man(n) nie eine echte Frau wird?

Post 8 im Thema

Beitrag von Marielle »

Hallo Konstanze, Guten Tag zusammen,

ich hab die Fragestellung von Konstanze eine Weile im Kopf hin und her gedreht, nachdem ich erst dachte, dass das gar nicht mein Thema ist und ich dazu nichts sagen kann, weil ich seit langem weiss, dass ich keine Frau bin und auch nie eine werden werde. Jetzt schreib' ich aber doch noch was dazu. Das Dilemma auflösen kann ich damit leider auch nicht, eine Lösung habe ich nicht im Angebot, eine (meine) Sichtweise will ich aber gerne beisteuern.

Viele hier, ich auch, haben sich irgendwann ein paar Fragen gestellt oder sie aus irgendeinem Teil ihrer Persönlichkeit heraus gestellt bekommen: "Was bin ich?", "Was will ich sein?". Man kann diese Fragen auch andersherum stellen: Was bin ich nicht?, Was will ich nicht sein? Meiner Ansicht nach sind die Antworten auf die umgekehrte Fragestellung viel indifferenter, ungenauer, als diejenigen, die man auf die direkte Fragen geben könnte bzw. müsste. Für mich war und ist diese Unschärfe, die Ungenauigkeit aber sehr wichtig. Sie eröffnet (mir) in gewisser Weise das ganze Spektrum zwischen den Polen "Frau" und "Mann". Es ist viel leichter sich darin wiederzufinden, als ein klar definiertes Ziel anstreben zu müssen (wollen).

Eine ganz wesentliche Rolle spielt dabei (für mich) das binäre Geschlechtermodell, dass imho nur in einem einzigen Bereich wirklich zutreffend ist: Frauen können Kinder gebären, Männer nicht; Frauenkörper sind mit den dazu wichtigen Merkmalen versehen, Männerkörper nicht.

Diejenigen, die eben diesen Unterschied als Mangel fühlen, dürfen und sollen diesen Text jetzt vergessen, nicht weiterlesen. Zu diesem Empfinden kann und will ich nichts sagen, davon verstehe ich überhaupt nichts. Ich kann es mir selbst nur begrenzt vorstellen, wie es ist, dies zu empfinden.

Wenn man es aber als unabänderlich hinnehmen kann, dass ein biologischer Mann keine Kinder gebären kann und eine biologische Frau (allein) keine Kinder zeugen kann: Was bleibt dann noch an "echten" Unterschieden? Meiner Meinung nach: Nichts. Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich kritischen Kommentaren aussetze (gegen die ich nichts habe): Eine grosse Schwierigkeit bereitet man sich selbst, wenn man von dem binären Geschlechtermodell als allumfassend und allein gültig ausgeht.

Wenn man sagt (empfindet) "Ich bin kein Mann", dann führt das in einem binären Geschlechter-Modell zu der Feststellung "Ich bin eine Frau". Umgekehrt natürlich genauso. Darin eingeschlossen ist für "Nicht-Mann" dann aber sofort das Problem eben keine Kinder gebären zu können, keine "echte" Frau zu sein. Ohne das binäre Geschlechterverständnis und mit der "umgedrehten" Fragestellung "Was will ich nicht sein?" stellt sich die Sache wesentlich offener dar. "Nie eine echte Frau werden" zu können bedeutet dann nicht gleichzeitig "immer ein echter Mann bleiben" zu müssen.

Meine ganz persönliche Meinung: Das binäre Modell taugt grade noch zur Beschreibung der oben schon genannten biologischen Unterschiede betreffend die Fortpflanzung. Alles andere, einschliesslich diverser körperlicher Äusserlichkeiten wie lange oder kurze Haare, weiche oder harte Gesichtszüge, kleine oder grosse Füsse, sind Statistik, Durchschnittswerte, nichts weiter. Daraus eine Geschlechtsdefinition ableiten zu wollen, halte ich für unsinnig*. Gleiches gilt m.E. für die zugeschriebenen Eigenschaften im jeweiligen Sozialverhalten. Spätestens dann, wenn daraus ein Frauenbild abgeleitet wird, das ein (entschuldigung) blondes Dummchen, das zu unselbständig ist um allein eine Tütensuppe über die Strasse zu tragen, als anzustrebendes Ideal abgebildet wird, wird die Unsinnigkeit doch sehr deutlich.



Ich will hier keine Rezepte angeben, das kann ich auch gar nicht. Ich glaube nur, dass es für viele etwas leichter wäre, wenn das ganze weite Feld zwischen "Frau" und "Mann" als Standort des eigenen Ichs zugelassen werden könnte. Und ich glaube, das wir aufpassen sollten, nicht hinter den "Stand der Dinge" zurückzufallen. Emphatiefähige "nichtgebärende Menschen" und zupackende "gebärende Menschen" (jaja, ich weiss, die Stereotypen ;-) ) sind was tolles!



einen Gruß von der Ostsee schickt

Marielle


*) unsinnig in der Bedeutung von "nicht sinnvoll" (nicht von "blöd")

Disclaimer: Das vorstehend Geschriebene beruht auf meinen Erfahrungen; Mit mir selbst und ein paar Leuten die kennengelernt habe. Es ist kein Fachaufsatz, sondern nur die Beschreibung meiner beschränkten, empirisch gewonnenen Eindrücke und Ansichten.
As we go marching, marching, we bring the greater days
For the rising of the women, means the rising of the race
No more the drudge and idler ten that toil where one reposes
But the sharing of life's glories, Bread and Roses, Bread and Roses.
Joe95
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 3423
Registriert: Fr 22. Jan 2010, 14:27
Geschlecht: Frau
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Gummersbach - Niederseßmar
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 3 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Wie damit umgehen, dass Man(n) nie eine echte Frau wird?

Post 9 im Thema

Beitrag von Joe95 »

ich finde marielle hat es recht gut erklärt, dieses binäre system funktioniert doch schon lange nicht mehr... (hat es überhaupt jemals funktioniert?)

wo wäre denn da die grenze ab wann eine frau eine frau ist?
100% frau geht eh nicht, selbst der gebärfreudigste vamp braucht testosteron um leben zu können...
Sei vorsichtig mit deinen Wünschen, sie könnten in Erfüllung gehen.
Natürlich ist das wahr, es steht doch im Internet!

Du hast ne Frage, brauchst Rat oder Hilfe?
Ohren verleih ich nicht, aber anschreiben darfst du mich jederzeit...
biene38
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 390
Registriert: Di 12. Feb 2013, 13:18
Geschlecht: Individualist
Pronomen: egal
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Kontaktdaten:

Re: Wie damit umgehen, dass Man(n) nie eine echte Frau wird?

Post 10 im Thema

Beitrag von biene38 »

Ich sehe es genau so wie Marielle.
Schade, dass auf diesen Beitrag so wenig Ressonance erfolgt ist, aber dies trifft genau des Pudels Kern.
Wie oft lese ich hier von weiblicher Seite, oder weibliche Seite ausleben.
Was ist denn die weibliche Seite?
Etwa der Wunsch sich zu schminken und zu pflegen?
Der Wusch sich sexy anzuziehen?
Schöne Schuhe zu tragen?
Gefühle zu zeigen?
usw.
Frauen haben sich mittlerweile aus dieser dualen Welt verabschiedet. Sie haben sich emanzipiert und erreicht, sich aus dem über Jahrhunderte vorgelebte Rollenbild zu verabschieden. Weiblichkeit ist vielseitig, und diese leben sie aus.
Die Männer haben das (hoffentlich) noch vor sich. Gefangen in dem veralteten Rollenbild kommt dann diese Aussage und auch vermeindliche Ausweg mit dem Ausleben der weiblichen Seite.
Aber was hat das mit weiblicher Seite zu tun? Männlichkeit ist eben wesentlich vielseitiger als sie heute gelebt und geprägt wird.

Hat sich schon mal jemand gefragt, warum es wesentlich mehr Mann zu Frau Verwandlungen (CD,TS etc.) gibt als umgekehrt?
Man muss nicht zwingend eine Frau sein, um die Vielfältig- und Vielseitigkeit der Männlichkeit ausleben zu können.
Einfach wird es allerdings heutzutage (noch) nicht sein, der gesellschaftliche Widerstand wird imens sein, wenn man als Mann das gewohnte Rollenbild verlässt, wie man hier auch immer wieder lesen kann und wie ich auch selbst immer wieder erfahren muss.
Und genau dieser gesellschaftliche Widerstand und die Konsequenzen daraus nötigen vermutlich viele zu weiteren Schritten...Tarnung und Anpassung.
Ausdrücklich möchte ich noch mal erwähnen, dass dies nicht auf alle hier anwendbar ist.
Grüße von der Biene, die etwas für die Emanzipation des Mannes kämpfen möchte
ab08
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 2160
Registriert: So 12. Feb 2012, 14:43
Geschlecht: Frau (TS bzw. IS)
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Nürnberg
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Wie damit umgehen, dass Man(n) nie eine echte Frau wird?

Post 11 im Thema

Beitrag von ab08 »

Joe95 hat geschrieben:ich finde marielle hat es recht gut erklärt, dieses binäre system funktioniert doch schon lange nicht mehr... (hat es überhaupt jemals funktioniert?)
Das ist ich auch meine Meinung, danke marielle, danke joe, danke Biene,

Das entscheidene Problem ist eben, dass die binäre Vorstellung im Grunde falsch ist und nur im engen Rahmen nicht zu Problemen führt.

Beispiel:
Solange es keine Fernrohre gab, hatte die Vorstellung der ruhenden Erde in der Mitte des Universums durchaus ihre logische Berechtigung.
Nachdem man aber beobachten konnte, dass sich der Mars kurzzeitig zurück und dann wieder vor bewegte, bekam man Probleme.

Wenn die Menschheit Intersexualität als Faktum akzeptiert, Geschlecht als ein Kontinuum ansieht und sich auf den Aufbau des Gehirns konzentriert, dann ist es eigentlich klar.
Trotz Kirche (Nur Männer als Priester), Patriarchat etc. sind die Fortpflanzungsorgane kein besonders wichtiger Teil unser Persönlichkeit.
Wer beobachtet und nachdenkt, merkt das schnell. Leider läßt sich die Mehrheit durch Aberglauben / Dogmen / Denkverbote etc. verwirren.
Naja... Es geht natürlich um Herrschaftsstrukuren, d.h. Macht.

Rein psychisch kann ich mich selber ganz gut einordnen. Seit 2008 lebe ich ja im richtigen Geschlecht. Seitdem stelle öfter fest, dass sich in meinen Augen einige Kolleginnen bei weitem 'zu männlich' benehmen. Dass jemand für mich zu weiblich agiert, kommt kaum vor. Auch Vorlieben zeigen, dass mein Gehirn weit auf der weiblichen Seite des Spekturm ist.

Da ich mein Gehirn als den wesentlichsten Teil meines Körpers betrachte,
muss ich mit den entsprechenden Einschränkungen halt leben, aber wer ist schon perfekt :wink:

Liebe Grüße
ab
FÜR: Respekt, Menschenrechte und eine gelebte, demokratische Zivilgesellschaft, die Minderheiten schützt
ERGO: Umfassende Bildung für alle, effektive Regeln in Alltag und Netz, eine gut ausgestattete Polizei/Justiz
Marielle
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 1857
Registriert: Do 11. Aug 2011, 10:52
Geschlecht: Mensch
Pronomen: ikke
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Kontaktdaten:

Re: Wie damit umgehen, dass Man(n) nie eine echte Frau wird?

Post 12 im Thema

Beitrag von Marielle »

Hallo AB, Biene, Joe; Guten zusammen,

vielen Dank für euer Lob und eure Zustimmung.

Schade, dass auf diesen Beitrag so wenig Ressonance erfolgt ist,....
Das passiert mir bei Beiträgen zu solcherlei Themen öfter mal, Biene. Ich hab' ein paar Ideen warum das so ist, aber es ist nicht wichtig das VIEL Resonanz kommt. Wenn einer/einem der Text hilft oder er/sie ihn nutzen kann, dann ist es gut.

Wenn die Menschheit Intersexualität als Faktum akzeptiert, Geschlecht als ein Kontinuum ansieht .....
Ja, das wäre was! Andererseits denke ich manchmal, dass selbst die Trans-Inter-X Community das noch nicht wirklich geschafft hat. Das auszudrücken war eines der Anliegen, die ich mit dem Text oben hatte. Selbstverständlich respektiere ich diejenigen, die möglichst weit auf die "andere Seite" wollen bzw. sich dort fühlen. Sie sind ein Teil des Spektrums. Das es aber auch ein "mitten drin" gibt, eben ein Kontinuum, das scheint mir leider (noch) nicht umfassender Konsens zu sein.


Gruss von der endlich mal wieder sonnigen Ostsee


Marielle
As we go marching, marching, we bring the greater days
For the rising of the women, means the rising of the race
No more the drudge and idler ten that toil where one reposes
But the sharing of life's glories, Bread and Roses, Bread and Roses.
ab08
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 2160
Registriert: So 12. Feb 2012, 14:43
Geschlecht: Frau (TS bzw. IS)
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Nürnberg
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Wie damit umgehen, dass Man(n) nie eine echte Frau wird?

Post 13 im Thema

Beitrag von ab08 »

Marielle hat geschrieben: Andererseits denke ich manchmal, dass selbst die Trans-Inter-X Community das noch nicht wirklich geschafft hat. Das auszudrücken war ...
Hallo Marielle,

deshalb auch mein Beitrag und ein ganz herzliches Danke, genau das denke ich nämlich auch.
Will mir bloß nicht heftige Kritik einfangen, weil ich das zuuu laut sage... :oops:

In der 'Trans-Inter-X Community' gibt es natürlich genauso dogmatische Ansichten und Engstirnigkeit wie in der übrigen Bevölkerung.
Und gerade dort sind viele in der Binarität gefangen... das zeigt sich z.B. daran, dass die GA-Op oder andere Operationen oft als 'ultima ratio' gesehen werden.
TS kann sehr belastend sein - vielleicht einer der Gründe, den konventionellen Weg zu gehen. Nur wenige schaffen es jedenfalls, die üblichen Denkvorschriften abzulegen.
'Mensch sein' hat viele Aspekte - Für mich ist z.B. wichtig, wie mein Kontakt zur Familie, zu Schülern, zu Kollegen und Kolleginnen... ist.
Innere Zufriedenheit, seelische und körperliche Gesundheit nehme ich auch ernst. Allerdings hab ich einige Prioritäten (Frauen denken/handeln vielschichtig.)
Mit kleinen oder größeren körperlichen Unzulänglichkeiten müssen wir leben, besonders, wenn wir älter werden.

Liebe Grüße
ab )))(:
FÜR: Respekt, Menschenrechte und eine gelebte, demokratische Zivilgesellschaft, die Minderheiten schützt
ERGO: Umfassende Bildung für alle, effektive Regeln in Alltag und Netz, eine gut ausgestattete Polizei/Justiz
biene38
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 390
Registriert: Di 12. Feb 2013, 13:18
Geschlecht: Individualist
Pronomen: egal
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Kontaktdaten:

Re: Wie damit umgehen, dass Man(n) nie eine echte Frau wird?

Post 14 im Thema

Beitrag von biene38 »

Marielle hat geschrieben: Selbstverständlich respektiere ich diejenigen, die möglichst weit auf die "andere Seite" wollen bzw. sich dort fühlen. Sie sind ein Teil des Spektrums. Das es aber auch ein "mitten drin" gibt, eben ein Kontinuum, das scheint mir leider (noch) nicht umfassender Konsens zu sein.
Du bringst es genau auf den Punkt.
Schade, dass dieser Konsens nicht besteht.
So gibt es eben immer wieder dieses Hickhack, da sich jeder vom anderen irgendwie abgrenzen möchte, und so kocht eben jeder sein eigenes Süppchen.
Ich nenne sie mal die streitlustigen Männerrocker gegen die TS, und die gegen die CD und TV und umgekehrt und gegenseitig usw.
Und im Grunde wollen sie doch eigentlich alle das gleiche: Sich frei in diesem Kontinuum bewegen dürfen, ohne dass ihnen irgendwer Vorschriften macht.
Grüße von der Biene
Exuser-2014-02-18

Re: Wie damit umgehen, dass Man(n) nie eine echte Frau wird?

Post 15 im Thema

Beitrag von Exuser-2014-02-18 »

.
Hallo Ihr drei oder vier über mir.
Ich möchte mich dem anschliessen, ohne jetzt noch groß was zu zitieren, nur soviel:
ab08 hat geschrieben:
In der 'Trans-Inter-X Community' gibt es natürlich genauso dogmatische Ansichten und Engstirnigkeit wie in der übrigen Bevölkerung.
Bevor jetzt irgend jemand laut los schreit, ich interpretiere das so...."es gibt"....

...und so hat es "ab" sicherlich auch gemeint. Das heißt nicht ....."alle wären so".

Mit etwas mehr Einfühlungsvermögen, mit etwas meht Respekt gegenüber der Meinung des jeweils anderen ....müsste dieser Konsens eigentlich zu schaffen sein.

Liebe Grüße Tina ))):s
Antworten

Zurück zu „Körper - Gefühle - Empfindungen“