Wie ich in den Rock geriet und was ich so erlebt habe
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robotobo
Wie ich in den Rock geriet und was ich so erlebt habe
Wie alles anfing
Es war ein Tag im Februar; Regen und nochmals Regen. Ich bummelte unter den Arkaden an Schaufenstern vorbei. Da fiel mein Blick auf einen schicken Rock, von dem ich mir spontan vorstellen konnte, dass ich den tragen würde.
Doch wie stelle ich fest, welche Grösse ich wohl brauchen würde? Männergrößen fangen ja nun mal bei 46 an. Aber 46 in Frauengrösse, da ertrinke ich drin. Was soll dass? Wird allein schon mit den Kleidergrössen demonstriert, dass die Herren so sehr viel grösser sind als die Damen? Stimmt doch gar nicht.
So bin ich also erstmal wieder nach Hause gefahren und habe gegoogelt, einen Umrechner gefunden. Ermittelt dass ich mit Gr. 40 zurecht komme, mensch bin ich geschrumpft. Der Gedanke hat mich weiter beschäftigt. Soll ich mir meinen ersten Rock kaufen oder nicht? Werde ich zu Frau, wenn ich den anziehe? Und wo kommt der Gedanke her, einen Rock zu tragen? Liegt es daran, dass ich ein Jahr zuvor begonnen hatte, meine Gesichtspflege aus der Damenabteilung zu bedienen, weil mich die Technologie für das Selbst von ihrer Substanz, ihrem Geruch nicht so begeistern konnte. Die seidige Natur und die schönen Düfte von Cremes und Fluids haben mich vielleicht so betört, dass meine Gedanken weit vom Weg abgekommen sind. Weit weg von dem Weg auf dem Männer sonst dahinwandern.
An einem anderen Tag im Februar war ich dann im Geschäft, suchte den Rock, ging mit ihm in eine Umkleide. Als ich anprobte, öffnete sich der Vorhang. Eine Frau so Anfang 50 stand vor mir, säuselte oh, 'tschulidigung, und ich hatte meine Ruhe. Ich stand vor dem Spiegel, drehte und schaute. Was ich sah, gefiel mir gut.
Also nahm ich ihn mit und freute mich erstmal darüber.
Wie hat meine Frau darauf reagiert? Wann war ich erstmals in der Öffentlichkeit. Wie hat sich meine Schuhwahl entwickelt, seitdem ich gelegentlich und immer öfter Röcke trage? Wie reagiert meine Umwelt darauf? Wie ändere ich mich dadurch? Dazu später mehr.
Erste Reaktionen
Marcel Proust schreibt in seiner Suche nach der verlorenen Zeit, Veränderungen an einer bekannten Person werden so schnell nicht wahrgenommen. Als eine junge Dame im vorletzten Jahrhundert anfing, roten Lippenstrich zu tragen, bemerkte das ihre Tante lange Zeit gar nicht. Als sie dann aber doch der Veränderung gewahr wurde, fand sie das so schamlos, dass sie den Kontakt zu ihrer Nichte absolut abbrach.
Meine Frau war nun nicht so brachial. Im Grunde war sie dem Wandel freundlich zugewandt. Als sie mich erstmals sah, war sie ein wenig unfroh. "Oh, ich hätte gedacht, er wäre etwas schwungvoller. Steht dir aber wohl gut." Dabei blieb es aber nicht.
Ich selbst nahm die Reaktion zum Anlass, mir einen zweiten Rock zuzulegen, schwarz, assymetrisch geschnitten, mit tüllig unterscheinendem Unterrock. Als meine Frau diesen sah, war sie auch gut zufrieden mit meiner Entscheidung.
Die nächste Frage war, welche Schuhe passen denn gut dazu. Wir schauten uns im Internet um. Ich hatte bereits einige Bilder von anderen Männern gegoogelt, die zu ihren Röcken meist Herrschuhe tragen: Wanderstiefel, Sandalen, Turnschuhe etc.
Mir gefiel das nicht immer so gut. Ich wollte eine andere Lösung.
Meine Frau bot mir Stiefeletten an, aus denen sie herausgewachsen war. Ich entschied, die passen schon besser zu meinen Röcken. Ich blieb aber auf der Suche nach Alternativen.
Ich legte mir ein paar schwarze, flache Pumps zu, knallrote Ballerinas mit Schleife und fand noch Mary Janes in anthrazit. Die Schuhe variierte ich zu Rock und Hose.
Eine andere Frage stieg in mir empor. "Soll ich mir die Beine rasieren?" Kurzentschlossen handelte ich in meiner experimentellen Stimmung. Bis heute habe ich es nicht bereut. Gerade abends schimmern die Beine im Licht, ein völlig neuer Effekt an mir.
Meine Frau war nicht so amüsiert. Da blättert ja immer mehr Maskulinität von meinen Mann ab. Jetzt zieht der auch noch Feinstrumpfhosen an. Alles, was ich an mir selbst nicht so mag. Und diese Schuhe! Sie dachte auch darüber nach, welche Konsequenzen aus öffentlichen Auftritten in solcher Gewandung erwachsen könnten. Wie wirkt sich das für unsere drei Kinder aus? Werden die in Kita und Schule gemobbt, weil ihr Vater sich weiblich kleidet?
Dazu später mehr.
Wie es weiter ging
Bislang habe ich nicht gehört, dass meine Kinder gemobbt werden, weil ihre Mitschüler gesehen oder gehört haben, dass der Vater gelegentlich feminine Kleidung trägt. Dennoch denke ich, dass sie ausflippen werden, wenn ich mal so über den Schulhof laufen würde. Als ich erstmals im Rock und mit Damenschuhe in der Kita meines jüngsten Sohn auftauchte, krähte vor allem die kleinen Mädchen herum, hihi der hat ja einen Rock an. Die Erzieherinnen lächelten milde. Bei Gelegenheit sprach ich eine an, die fand das dann ganz in Ordnung.
Nach den ersten Rasuren der Beine liess sich der Brand nicht vermeiden, besonders das Tragen von FSH war dann am nächsten Tag nicht so angenehm. Daher habe ich mir dann ein Epliliergerät besorgt und das mal ausprobiert. Das Zippen war nicht so angenehm, und hinterher wie ein gerupftes Huhn auszusehen auch nicht. Doch am nächsten Morgen war dann immer wieder alles gut. Nur besonders lange vorgehalten hat das bisher nicht. Mindestens einmal pro Woche muss ich ran und das dauert im Vgl. zur Rasur wirklich furchtbar lang.
Nun gut daran werde ich mich wohl noch gewöhnen.
Wie ist das nun mit den Damenschuhen? Passen die gut an meine Füsse? Nun das ist so unterschiedlich von Modell zu Modell. An die Pumps mußten sich meine Füsse erst gewöhnen. Seit ich selbst solche Modelle tragen, schaue ich auch öfter auf die Füsse der Damen, denen ich in der Stadt begegne. Rötungen, Abschürfungen, Pflästerchen zeigten mir, dass Damenschuhe nun auch nicht für die Bequemlichkeit der Frauenfüsse entwickelt werden. Schöne Schuhe sind nicht immer schmerzfrei zu haben. Schade.
Besonders bequem finde ich die Ballerinas. Leicht am Fuß und so luftig am Spann. Die trage ich ganz gern. Vor kurzem habe ich mir auch ein Paar Stiefel gekauft. Das war wie ein Aschenputteleffekt. Die passen mir wie angegossen, sind superbequem am Fuß, solch tolle Schuhe hatte ich noch nie.
Reaktionen in der Öffentlichkeit erlebe ich selten persönlich. Aus dritter Hand habe ich nun schon zweimal erfahren, dass doch ganz ordentlich geschaut wird, wenn ich so gewandtet flaniere oder shoppen gehe. So den einen oder anderen Menschen habe ich schon mal direkt gefragt, unmittelbare Ablehnung habe ich noch nicht gehört, wohl schon Skepsis aber auch schon Ermunterung.
Bislang bereue ich meine Schritte in keiner Weise.
Episoden
Eines morgens in einer Schwimmschule, in welcher mein jüngster schwimmen lernt, fragte ein etwa 5-jähriges Mädchen, das mich dort im Rock sah, Papa ist das eine Frau oder ein Mann? Da sage doch noch eine/r fünfjährige könnten das Geschlecht eines Menschen ohne Schwierigkeiten identifizieren.
Unterwegs mit einem anderen Mann im Rock suchten wir am Rande eines Volksfestes öffentliche Toiletten auf. An deren Eingang waren zwei Reinemachfrauen postiert. Eine der beiden mochte nicht an sich halten. Die andere fuhr ihr dazwischen. "Lass die beiden in Frieden. Das muss es doch auch geben. Jedem das Seine."
Beim Einkauf eines neuen Rocks stehe ich zum Bezahlen an der Kasse an. Vor mir wird eine etwa spät Vierzigerin bedient. "Na", fragt die Kassiererin, "doch keinen Rock, wieder eine Hose?" "Ja, ich habe leider keinen Rock gefunden, der mir gepasst hätte." Dabei hatte die Dame so gar keine schlechte Figur. Ich schmunzelte, schliesslich hatte ich als Mann, so gar keine Schwierigkeit einen passenden Rock zu finden. Die Kassiererin entgegnete: "Ja, so gut uns das doch allen." Passen Röcke nun nur zu Frauen, oder nicht auch am Mann?
Männer mutig ran an die Röcke! Und passt auf, demnächst dürft ihr kein Holzfällerhemd mehr anziehen. Das ist in diesem Herbst bei Frauen angesagt. Im nächsten Frühjahr heisst es dann, ist doch kein Mann da, der hat ja ein Holzfällerinhemd an.
Ein Jahr später
Kamen keine neuen Nachrichten, weil die Reise ins andere Geschlecht Schiffbruch erlitten hat? Mitnichten. Ich fühle mich in femininer Kleidung wohl und trete regelmäßig öffentlich so auf und bin stets auch als Mann erkennbar. Männlichkeit muss sich ändern. Männlichkeit muss den Körper anders präsentieren. Das forderte der australische Männerforscher Robert W. Connell schon vor 15 Jahren. Die Feminität, die in jedem Mann steckt, kann gezeigt werden. Das x kommt vor dem Y auf jedem männlichen Chromosom. Röcke und Kleider passen auch zum Mann.
Jetzt noch ein Erlebnis, das ähnlich dem ist, was ich vor einem Jahr beschrieben hatte. Diesmal in einem Supermarkt: "Mutti, ist das da ein Mann oder eine Frau?" - fragte ein vielleicht 6jähriges Mädchen ihre Mutter. Ich trug Sandalen von ecco, Jeanrock und pinkes T-Shirt. Mit hoher Stirn locker als Mann erkennbar. Hier zeigte es sich wieder, Geschlechtssicherheit müssen Kinder lange erwerben.
Oder, ich ging in einem Biomarkt an die Fleischtheke, dahinter stand eine Verkäuferin und sie sprach mich lächelnd an, der Rock ist aber schön, den würde ich auch gern tragen. Obwohl ich Röcke eigentlich gar nicht mag. So kann's gehen.
Ach ja, in diesem Herbst wird der Boyfriend-Look in der Frauenmode propagiert, incl. dem Zugriff auf männliche Accesoires wie grosse Uhren oder After Shave. Wo bleibt der Girlfriend-Look für Männer? Ich stelle mir den selbst zusammen.
Es war ein Tag im Februar; Regen und nochmals Regen. Ich bummelte unter den Arkaden an Schaufenstern vorbei. Da fiel mein Blick auf einen schicken Rock, von dem ich mir spontan vorstellen konnte, dass ich den tragen würde.
Doch wie stelle ich fest, welche Grösse ich wohl brauchen würde? Männergrößen fangen ja nun mal bei 46 an. Aber 46 in Frauengrösse, da ertrinke ich drin. Was soll dass? Wird allein schon mit den Kleidergrössen demonstriert, dass die Herren so sehr viel grösser sind als die Damen? Stimmt doch gar nicht.
So bin ich also erstmal wieder nach Hause gefahren und habe gegoogelt, einen Umrechner gefunden. Ermittelt dass ich mit Gr. 40 zurecht komme, mensch bin ich geschrumpft. Der Gedanke hat mich weiter beschäftigt. Soll ich mir meinen ersten Rock kaufen oder nicht? Werde ich zu Frau, wenn ich den anziehe? Und wo kommt der Gedanke her, einen Rock zu tragen? Liegt es daran, dass ich ein Jahr zuvor begonnen hatte, meine Gesichtspflege aus der Damenabteilung zu bedienen, weil mich die Technologie für das Selbst von ihrer Substanz, ihrem Geruch nicht so begeistern konnte. Die seidige Natur und die schönen Düfte von Cremes und Fluids haben mich vielleicht so betört, dass meine Gedanken weit vom Weg abgekommen sind. Weit weg von dem Weg auf dem Männer sonst dahinwandern.
An einem anderen Tag im Februar war ich dann im Geschäft, suchte den Rock, ging mit ihm in eine Umkleide. Als ich anprobte, öffnete sich der Vorhang. Eine Frau so Anfang 50 stand vor mir, säuselte oh, 'tschulidigung, und ich hatte meine Ruhe. Ich stand vor dem Spiegel, drehte und schaute. Was ich sah, gefiel mir gut.
Also nahm ich ihn mit und freute mich erstmal darüber.
Wie hat meine Frau darauf reagiert? Wann war ich erstmals in der Öffentlichkeit. Wie hat sich meine Schuhwahl entwickelt, seitdem ich gelegentlich und immer öfter Röcke trage? Wie reagiert meine Umwelt darauf? Wie ändere ich mich dadurch? Dazu später mehr.
Erste Reaktionen
Marcel Proust schreibt in seiner Suche nach der verlorenen Zeit, Veränderungen an einer bekannten Person werden so schnell nicht wahrgenommen. Als eine junge Dame im vorletzten Jahrhundert anfing, roten Lippenstrich zu tragen, bemerkte das ihre Tante lange Zeit gar nicht. Als sie dann aber doch der Veränderung gewahr wurde, fand sie das so schamlos, dass sie den Kontakt zu ihrer Nichte absolut abbrach.
Meine Frau war nun nicht so brachial. Im Grunde war sie dem Wandel freundlich zugewandt. Als sie mich erstmals sah, war sie ein wenig unfroh. "Oh, ich hätte gedacht, er wäre etwas schwungvoller. Steht dir aber wohl gut." Dabei blieb es aber nicht.
Ich selbst nahm die Reaktion zum Anlass, mir einen zweiten Rock zuzulegen, schwarz, assymetrisch geschnitten, mit tüllig unterscheinendem Unterrock. Als meine Frau diesen sah, war sie auch gut zufrieden mit meiner Entscheidung.
Die nächste Frage war, welche Schuhe passen denn gut dazu. Wir schauten uns im Internet um. Ich hatte bereits einige Bilder von anderen Männern gegoogelt, die zu ihren Röcken meist Herrschuhe tragen: Wanderstiefel, Sandalen, Turnschuhe etc.
Mir gefiel das nicht immer so gut. Ich wollte eine andere Lösung.
Meine Frau bot mir Stiefeletten an, aus denen sie herausgewachsen war. Ich entschied, die passen schon besser zu meinen Röcken. Ich blieb aber auf der Suche nach Alternativen.
Ich legte mir ein paar schwarze, flache Pumps zu, knallrote Ballerinas mit Schleife und fand noch Mary Janes in anthrazit. Die Schuhe variierte ich zu Rock und Hose.
Eine andere Frage stieg in mir empor. "Soll ich mir die Beine rasieren?" Kurzentschlossen handelte ich in meiner experimentellen Stimmung. Bis heute habe ich es nicht bereut. Gerade abends schimmern die Beine im Licht, ein völlig neuer Effekt an mir.
Meine Frau war nicht so amüsiert. Da blättert ja immer mehr Maskulinität von meinen Mann ab. Jetzt zieht der auch noch Feinstrumpfhosen an. Alles, was ich an mir selbst nicht so mag. Und diese Schuhe! Sie dachte auch darüber nach, welche Konsequenzen aus öffentlichen Auftritten in solcher Gewandung erwachsen könnten. Wie wirkt sich das für unsere drei Kinder aus? Werden die in Kita und Schule gemobbt, weil ihr Vater sich weiblich kleidet?
Dazu später mehr.
Wie es weiter ging
Bislang habe ich nicht gehört, dass meine Kinder gemobbt werden, weil ihre Mitschüler gesehen oder gehört haben, dass der Vater gelegentlich feminine Kleidung trägt. Dennoch denke ich, dass sie ausflippen werden, wenn ich mal so über den Schulhof laufen würde. Als ich erstmals im Rock und mit Damenschuhe in der Kita meines jüngsten Sohn auftauchte, krähte vor allem die kleinen Mädchen herum, hihi der hat ja einen Rock an. Die Erzieherinnen lächelten milde. Bei Gelegenheit sprach ich eine an, die fand das dann ganz in Ordnung.
Nach den ersten Rasuren der Beine liess sich der Brand nicht vermeiden, besonders das Tragen von FSH war dann am nächsten Tag nicht so angenehm. Daher habe ich mir dann ein Epliliergerät besorgt und das mal ausprobiert. Das Zippen war nicht so angenehm, und hinterher wie ein gerupftes Huhn auszusehen auch nicht. Doch am nächsten Morgen war dann immer wieder alles gut. Nur besonders lange vorgehalten hat das bisher nicht. Mindestens einmal pro Woche muss ich ran und das dauert im Vgl. zur Rasur wirklich furchtbar lang.
Nun gut daran werde ich mich wohl noch gewöhnen.
Wie ist das nun mit den Damenschuhen? Passen die gut an meine Füsse? Nun das ist so unterschiedlich von Modell zu Modell. An die Pumps mußten sich meine Füsse erst gewöhnen. Seit ich selbst solche Modelle tragen, schaue ich auch öfter auf die Füsse der Damen, denen ich in der Stadt begegne. Rötungen, Abschürfungen, Pflästerchen zeigten mir, dass Damenschuhe nun auch nicht für die Bequemlichkeit der Frauenfüsse entwickelt werden. Schöne Schuhe sind nicht immer schmerzfrei zu haben. Schade.
Besonders bequem finde ich die Ballerinas. Leicht am Fuß und so luftig am Spann. Die trage ich ganz gern. Vor kurzem habe ich mir auch ein Paar Stiefel gekauft. Das war wie ein Aschenputteleffekt. Die passen mir wie angegossen, sind superbequem am Fuß, solch tolle Schuhe hatte ich noch nie.
Reaktionen in der Öffentlichkeit erlebe ich selten persönlich. Aus dritter Hand habe ich nun schon zweimal erfahren, dass doch ganz ordentlich geschaut wird, wenn ich so gewandtet flaniere oder shoppen gehe. So den einen oder anderen Menschen habe ich schon mal direkt gefragt, unmittelbare Ablehnung habe ich noch nicht gehört, wohl schon Skepsis aber auch schon Ermunterung.
Bislang bereue ich meine Schritte in keiner Weise.
Episoden
Eines morgens in einer Schwimmschule, in welcher mein jüngster schwimmen lernt, fragte ein etwa 5-jähriges Mädchen, das mich dort im Rock sah, Papa ist das eine Frau oder ein Mann? Da sage doch noch eine/r fünfjährige könnten das Geschlecht eines Menschen ohne Schwierigkeiten identifizieren.
Unterwegs mit einem anderen Mann im Rock suchten wir am Rande eines Volksfestes öffentliche Toiletten auf. An deren Eingang waren zwei Reinemachfrauen postiert. Eine der beiden mochte nicht an sich halten. Die andere fuhr ihr dazwischen. "Lass die beiden in Frieden. Das muss es doch auch geben. Jedem das Seine."
Beim Einkauf eines neuen Rocks stehe ich zum Bezahlen an der Kasse an. Vor mir wird eine etwa spät Vierzigerin bedient. "Na", fragt die Kassiererin, "doch keinen Rock, wieder eine Hose?" "Ja, ich habe leider keinen Rock gefunden, der mir gepasst hätte." Dabei hatte die Dame so gar keine schlechte Figur. Ich schmunzelte, schliesslich hatte ich als Mann, so gar keine Schwierigkeit einen passenden Rock zu finden. Die Kassiererin entgegnete: "Ja, so gut uns das doch allen." Passen Röcke nun nur zu Frauen, oder nicht auch am Mann?
Männer mutig ran an die Röcke! Und passt auf, demnächst dürft ihr kein Holzfällerhemd mehr anziehen. Das ist in diesem Herbst bei Frauen angesagt. Im nächsten Frühjahr heisst es dann, ist doch kein Mann da, der hat ja ein Holzfällerinhemd an.
Ein Jahr später
Kamen keine neuen Nachrichten, weil die Reise ins andere Geschlecht Schiffbruch erlitten hat? Mitnichten. Ich fühle mich in femininer Kleidung wohl und trete regelmäßig öffentlich so auf und bin stets auch als Mann erkennbar. Männlichkeit muss sich ändern. Männlichkeit muss den Körper anders präsentieren. Das forderte der australische Männerforscher Robert W. Connell schon vor 15 Jahren. Die Feminität, die in jedem Mann steckt, kann gezeigt werden. Das x kommt vor dem Y auf jedem männlichen Chromosom. Röcke und Kleider passen auch zum Mann.
Jetzt noch ein Erlebnis, das ähnlich dem ist, was ich vor einem Jahr beschrieben hatte. Diesmal in einem Supermarkt: "Mutti, ist das da ein Mann oder eine Frau?" - fragte ein vielleicht 6jähriges Mädchen ihre Mutter. Ich trug Sandalen von ecco, Jeanrock und pinkes T-Shirt. Mit hoher Stirn locker als Mann erkennbar. Hier zeigte es sich wieder, Geschlechtssicherheit müssen Kinder lange erwerben.
Oder, ich ging in einem Biomarkt an die Fleischtheke, dahinter stand eine Verkäuferin und sie sprach mich lächelnd an, der Rock ist aber schön, den würde ich auch gern tragen. Obwohl ich Röcke eigentlich gar nicht mag. So kann's gehen.
Ach ja, in diesem Herbst wird der Boyfriend-Look in der Frauenmode propagiert, incl. dem Zugriff auf männliche Accesoires wie grosse Uhren oder After Shave. Wo bleibt der Girlfriend-Look für Männer? Ich stelle mir den selbst zusammen.
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Anne-Mette
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Re: Wie ich in den Rock geriet und was ich so erlebt habe
Moin,
toller Bericht
Kann ich auch alles so unterschreiben
Nur, dass ich zwar auch "öffentlich" bin, aber wenn ich in die Schule muss, dann ziehe ich ausnahmsweise auch mal eine Hose an.
Gruß
CPG
toller Bericht
Kann ich auch alles so unterschreiben
Nur, dass ich zwar auch "öffentlich" bin, aber wenn ich in die Schule muss, dann ziehe ich ausnahmsweise auch mal eine Hose an.
Gruß
CPG
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robotobo
Re: Wie ich in den Rock geriet und was ich so erlebt habe
Hi cpg,
im Berufsalltag geht es mir ähnlich. Nur, ich trage dann Damenjeans, die mir besser gefallen. In den Hüften passen die zwar nicht optimal, nur Herrenhosen schlabbern dort rum, Damenjeans nicht, gewisse Faltungen sind gelegentlich zu sehen. Sieht an schmalhüftigen Frauen aber auch nicht anders aus. Dazu stets Damenschuhe, die passen schlichtweg bequemer an meine Füsse und sind schicker.
LG Robotobo
im Berufsalltag geht es mir ähnlich. Nur, ich trage dann Damenjeans, die mir besser gefallen. In den Hüften passen die zwar nicht optimal, nur Herrenhosen schlabbern dort rum, Damenjeans nicht, gewisse Faltungen sind gelegentlich zu sehen. Sieht an schmalhüftigen Frauen aber auch nicht anders aus. Dazu stets Damenschuhe, die passen schlichtweg bequemer an meine Füsse und sind schicker.
LG Robotobo