Tage wie dieser ...
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Caira

Tage wie dieser ...

Post 1 im Thema

Beitrag von Caira »

Hallo Mädels,

heute ist wieder mal so ein Tag, an dem gar nichts geht. Ich dachte, ich schreibs mal runter. Vielleicht hilft mir das.
Trotz toller und schneller Fortschritte wird man diese verdammte dunkle Wolke nicht los, die ständig über einen herschwebt. Immerzu diese Dauermelancholie und permanente Traurigkeit. Es macht einen wirklich fertig. Der Kopf läuft 24h nur in einer Schleife und alle Dinge im Leben werden plötzlich nur noch im Kleinhirn verarbeitet, verlieren an Bedeutung und Relevanz. Frohsinn und Humor gibt es selbstverständlich noch, aber irgendwie ist das ein Riegel, der einen verbietet wirklich glücklich zu sein, herzlich zu lachen oder einfach nur froh zu sein. Man schaut auf der Straße in einer Mischung aus Sehnsucht und Neid jeder Frau hinter und würde sogar mit der Putzfrau tauschen, die draußen vorm Büro sauber macht. So weit ist es schon und generell ist man plötzlich sowieso bereit ausnahmlos alles dafür zu geben, um anders zu sein. Opferbereitschaft mit jeder Zelle.

Ich weiß, dass ich so auf keinen Fall weiter leben möchte oder kann. Man wird regelrecht gezwungen was zu unternehmen, wird regelrecht in die Behandlung hineingedrängt. So kommt es mir jedenfalls vor - man handelt wie ferngesteuert. Mein Kopf sagt ständig, warte ab, überlege noch mal und instinktiv tut man einen Schritt nach dem anderen und steuert geradewegs auf die Transition zu. Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich gar keine Wahl habe. Welche wäre es denn? In eine ungewisse TS-Zukunft schauen oder als Mann vor sich hinvegetieren? Wie war das mit alternativlos?? Ich bin mir auch sicher, dass ich bei sämtlichen Ärzten keine Ausreden, Auflagen oder sonst was gelten lassen werde. Ich gehe mit der Bitte um Hilfe zu denen und nicht damit ich neue Zerreißproben auf mich nehmen muss. Nicht unüberlegt, aber doch bestimmend!

Tja, manchmal gibts so Tage, wo einem alles tonnenschwer auf dem Gemüt lastet und man jeden beneidet, der das Problem nicht hat. Ich verfluche meine TS nicht und sehe das für mich als große Chance etwas im Leben zu erreichen, was anderen vielleicht verwährt ist. Neu anzufangen. Aber man muss da schon unheimlich stark bleiben ... an Tagen wie diesem!

Weiß nicht, wer das von Euch kennt oder ähnliche Gedanken hat.
Austausch ist natürlich erwünscht.

LG Nika (Caira werde ich ändern ...)
Bianca D.
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Re: Tage wie dieser ...

Post 2 im Thema

Beitrag von Bianca D. »

Moin Nika (ok?),

Soll das dein Name werden,der mal im Paß steht?

Tage wie dieser!Was du da so treffend beschreibst,ist wohl das,was man allgemein als den Leidensdruck empfindet,der nahezu 100% der TS in die Transition treibt.Also alles normal,aber höre auf dein Herz
und nutze deinen Verstand,diesen schwierigen Weg erfolgreich zu meistern.
Mein Kopf sagt ständig, warte ab, überlege noch mal und instinktiv tut man einen Schritt nach dem anderen und steuert geradewegs auf die Transition zu. Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich gar keine Wahl habe.
Logisch,die Frau in dir will nun endlich zu ihrem Recht kommen.Du hast sie nun frei gelassen und nun ist es an dir,sie soweit im Zaum zu halten,daß der Kopf der Wandlung noch hinterher kommt.Und eine Wahl,hast du meiner Meinung nach nicht,wenn du nicht den Rest deiner Tage unglücklich und depressiv sein willst und wohl möglich noch von der Brücke hoppst.

Gruß Bianca
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ab08
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Re: Tage wie dieser ...

Post 3 im Thema

Beitrag von ab08 »

Nika hat geschrieben:.... Man schaut auf der Straße in einer Mischung aus Sehnsucht und Neid jeder Frau hinter und würde sogar mit der Putzfrau tauschen, die draußen vorm Büro sauber macht. So weit ist es schon und generell ist man plötzlich sowieso bereit ausnahmlos alles dafür zu geben, um anders zu sein. Opferbereitschaft mit jeder Zelle.

.... Man wird regelrecht gezwungen was zu unternehmen, wird regelrecht in die Behandlung hineingedrängt. So kommt es mir jedenfalls vor - man handelt wie ferngesteuert.

LG Nika (Caira werde ich ändern ...)
Liebe Nika,

einen hübschen Namen hast Du Dir ausgesucht... - Das ist ein schöner Aspekt der Sache, wir dürfen den Namen, der später in unserem Pass steht, selber wählen... :wink:

Zum ersten Punkt:
An diese Gefühle, die auch mich mein ganzes früheres Leben begleiteten, erinnere ich mich nur zu gut. Gern hätte mit jeder Frau getauscht, ein normales, einfaches Leben gelebt. Alles was ich z.B. beruflich im Leben erreichte, zählte eigentlich nicht und hatte für mich wenig Wert.
Aber seit ich zu mir fand und akzeptierte, dass ich eben T-Frau bin, sehe ich auch Vorteile, da mir Erfahrungen zuteil wurden, die normale Frauen sicher nicht haben...

Zum zweiten Punkt:
Die Normierung ist ein Problem, das leider gerade in unserer Gesellschaft überhand nimmt.
Wenn Du nicht Acht gibst, wirst Du wirklich oft durch wohlmeinende 'Vorbilder' mehr oder deutlich zu Dingen gedrängt und überredet...
Hier kommt es darauf an, dass Du einen klaren Kurs fährst. Ab und zu sind das Wörtchen nein und Sätze wie "Das gilt für Dich, aber nicht für mich!" empfehlenswert.

Persönlich hatte ich das Glück, dass "Unabhängigkeit" ein wesentlicher Teil meiner Erziehung war und ich eigene Entscheidungen begründen, aber nie rechtfertigen musste.
Bzgl. TI kam dazu, dass ich verschiedenste Alternativen kennenlernte: Von Charlotte von Mahlsdorf über Intersexuelle gibt es viele Möglichkeiten. Es gibt T-Frauen, die zahllose Operationen (GaOp, Brust, Gesicht, Adamsapfel, Stimmbänder...) auf sich nehmen, aber es gibt auch welche, die Operationen ganz ablehnen. Da für mich, als Anhängerin der Gedanken von Harry Benjamin (vgl. Wiki bzw. ATME), die Persönlichkeit eines Menschen im Gehirn verankert ist, sind dies in meinen Augen ganz persönliche Entscheidungen, die im Grunde nix mit TI zu tun haben und ich würde mir nie anmaßen, darüber zu urteilen...

Du hast Recht, der Anpassungsdruck (bzw. der Versuch der 'Fernsteuerung') besteht. Diverse Vereinigungen versuchen, Betroffenen einzureden, was normal ist und was sie zu tun hätten. Leider gilt das auch bei TI. Es bedarf starker Persönlichkeiten, trotzdem eigene Wege zu gehen. Die Begegnung mit einigen dieser Persönlichkeiten half mir, meinen Weg zu finden.

Menschen sind verschieden! Normierung wird dem Einzelnen nie gerecht und ist daher ein schlimmes Unrecht!
In all den Jahrzehnten lernte ich nie zwei Menschen kennen, die gleiche Vorlieben/Abneigungen etc. hatten. :wink:

Ich wünsche Dir von ganzem Herzen, dass Du die Kraft findest, genau Deinen Weg zu gehen.
Alles Gute, liebe Grüße
ab )))(:
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Caira

Ach, diese Zweifel ...

Post 4 im Thema

Beitrag von Caira »

Ach, klasse. Genau eine Woche später - wieder mal Sonntag und wieder ein komischer Tag!! :-(

Heute ist es weniger die Traurigkeit, sondern wieder mal so ein Zweifler-Tag. Tue ich das richtige? Möchtest Du das wirklich? Manchmal schwankt das sogar im Laufe des Tages. Früh stehe ich auf und denke: "was fürn Unsinn ... du als Frau" und 2h später sitze ich in meinen Frauenklamotten im Büro und denke "was heißt hier Unsinn, bist doch bei Verstand?". Dann frage ich mich immer wieder: "bist wirklich TS? Stell Dir mal, dass das nur eine Phase ist und du hinterher alles bereust?" ... Mal ehrlich? Darf man sich diese Fragen stellen oder hat man die sich nicht zu stellen?

Ich fange eben an androgyn meine Frau zu leben und fühle mich damit sehr, sehr wohl - aber irgendwie ist da immer dieser kleine Teufel, der immer wieder stänkern und alles in Frage stellen will. Das sind meist nur kleine Anflüge und ich nehme das weniger ernst, aber diese Zweifel sind sehr kontraproduktiv. Es wäre einfacher, wenn das alles 100% klar ist ... aber ich stelle einfach mal in den Raum, dass sich niemand da zu 100% sicher war/ist. Zweifel werden wahrscheinlich immer vorhanden sein - selbst hinterher.

Auf der anderen Seite stelle ich mich mal vor die Wahl wieder "zurück ins Mann-Leben" zu gehen und da muss ich ehrlich sein: No way. In die Klamotten kriegt mich keiner mehr und ich wil schon gar nicht in meinem Umfeld als solcher weiter wahrgenommen werden. Aus dieser Sichtweise wird dann mein Wunsch indirekt deutlich, wenn auch mit diesen quälenden Zweifeln ... vielleicht kennt Ihr das ja auch.

LG Nika
Sabrina Verena
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Re: Tage wie dieser ...

Post 5 im Thema

Beitrag von Sabrina Verena »

Hallo Nika!
Genau wegen solcher Zweifel ist es wichtig mit der Psychologin in Kontakt zu bleiben. Der Weg MzF ist steinig und lang, und sollte nur gegangen werden, wenn alle Zweifel bereinigt sind. Was nutzt es wenn Du den Weg MzF gehst und mit GaOP, VÄ und PÄ abschließt, und dann feststelltst Das ist es nicht? Auch deshalb die psychologische Betreuung und die Alltagserprobung, um wirklich sicher zu sein, dass Du TS bist, und Dir mit der Angleichung geholfen ist. Dazu musst Du mit Dir selbst im Reinem sein und nicht zweifeln.
Liebe Grüße
Verena
Solange Du in Dir selber nicht zuhause bist, bist Du nirgendwo zu Haus.

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Re: Tage wie dieser ...

Post 6 im Thema

Beitrag von Becky »

Hi Nika
was ich da von Dir lese denke ich hat jede die nicht nur reine CD ist schon gedacht, mir ist jetzt klar, eigentlich will ich schon sehr lange sehr viel mehr.
Darum hab ich endlich um eine Termin beim Psy gebeten. Hoffentlich muss ich nicht so lange warten.........

Wird mir mit Sicherheit ähnlich gehen...
überprüfe mal dein bisheriges Leben und deine Wünsche, nach dem was ich von Dir bisher gelesen hab denke ich ist das "NO WAY!" schon ein sehr festes Fundament, sonst wärst Du bestimmt nicht da, wo Du jetzt bist. Deine Psy Betreung sollte Dich ja auch genug Durchleuchtet haben, wenn Du alles ehrlich erzählt hast.

Kopf hoch
LG
Elena
In der Rocky Horror Show gibt es ein Lied "Don't dream it, be it"
In diesem Motto steckt so viel Weisheit und womöglich auch der Schlüssel zum Glück?
Bianca D.
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Re: Tage wie dieser ...

Post 7 im Thema

Beitrag von Bianca D. »

Moin Nika,

Das ist völlig ok,wenn dich ab und an Selbstzweifel quälen,ich habe die heute noch manchmal.Diese Reflektion auf das eigene Sein,die Vergangenheit und auch der Blick in die Zukunft sind unabdingbar für Dich!Damit du nicht eines Tages da stehst und dich verzweifelt fragst: "Was habe ich da gemacht?" So kannst du dir nahe zu sicher sein,den richtigen Weg zu gehen.Ist schließlich kein Spaziergang...

LG Bianca
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Caira

Re: Tage wie dieser ...

Post 8 im Thema

Beitrag von Caira »

Hallo Bianca,

ja, das sage ich mir auch. Wenn ich rückblickend ins Leben schaue, dann kann ich nicht behaupten je eine Entscheidung getroffen zu haben, ide völlig zweifelsfrei war. Es wird immer Zweifel geben und vielleicht müssen die auch sein, um einen vor Dummheiten zu bewahren. Ich kann mir schlecht vorstellen von meinem Weg abzukommen, denn ich handle ja teils instinktiv und lass mich von dem leiten, was mir mein Bauch und meine Gefühle sagen. Es geht ja darum sich wohl zu fühlen und herauszufinden, ob man sich "so" wohl fühlt und sowas kann kann einem irgendwie nicht der Kopf sagen. Man versucht dann immer logisch abzuwägen, aber das bringt in meinen Augen nichts. Versuche doch mal Emotionen in irgend einer Form abzuwägen - Pro und Kontras zu finden.

Welches Gefühl ist richtig, welches gut? Wie fühlt es sich an, wenn man zB in der Öffentlichkeit zum Spot wird, wird man es überhaupt? Wenn man das "Ergebnis" kennen würde, wäre das sicherlich einfacher. So ist es eine Gleichung mit vielen Unbekannten und man wägt lediglich ab, ob man pokert oder auf Nummer sicher geht. Ich bin leider immer so ein Typ, der lieber eben sicher geht. Aber genau das wird mir oft zum Verhängnis und meine Erfahrungen sind nicht selten, dass man mit entsprechender Überwindung und Engagement eben Schritte im Leben geht, die man so nicht gegangen wäre. Heute bin ich über jeden dieser Schritt froh und mein Gefühl sagt mir, dass es jetzt nicht anders ist. Wer nichts riskiert, wird nicht gewinnen.

LG Nika
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Re: Tage wie dieser ...

Post 9 im Thema

Beitrag von Bianca D. »

Nika hat geschrieben: Welches Gefühl ist richtig, welches gut? Wie fühlt es sich an, wenn man zB in der Öffentlichkeit zum Spot wird, wird man es überhaupt? Wer nichts riskiert, wird nicht gewinnen.
Das,liebe Nika,wird dir nur das Leben beantworten.Kleidest und gibst du dich unauffällig,so wie die meisten anderen Frauen,wirst du auch nicht den Spot deiner Mitmenschen auf dich ziehen.Aber,du mußt eben nach dem letzten Satz handeln,auch wenn beim ersten Mal ein mulmiges Gefühl dabei ist,das gibt sich.

Gruß Bianca
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Re: Tage wie dieser ...

Post 10 im Thema

Beitrag von Caira »

Hallo Bianca,

meine Kleidung ist ganz normal (siehe Bild). Hatte da nicht vor irgend ein "Karnevals-Outfit" aufzulegen. Es meinten ja schon viele, dass ich nicht auffallen würde. Die Zweifel räume ich auch mehr und mehr aus Weg. Aber ich weiß zB heute noch nicht, wie meine Haare "werden". Eigentlich schaut das vom Ansatz nicht so schlecht aus, aber wie sie wirklich lang wirken weiß ich nicht. Vor allem der typisch Mann kurzgeschnittene Pony muss erstmal raus!

Habe heute wieder festgestellt, dass die "Mähne" da schon entscheidend bei der Optik mitspielt. Mit den kurzen Haaren schaut das irgendwie immer aus, wie diesen typischen 20er-Jahre-Fotos wenn Frauen mal so angeklatschte Gelhaaren haben und da kommt natürlich der "Kerl" schon durch. Irgendwie mit Makeup durchaus auch fraulich, aber für mich (absolut) nicht akzeptabel so schon rauszugehen.

6205

LG Nika
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Re: Tage wie dieser ...

Post 11 im Thema

Beitrag von Bianca D. »

Moin,

na das sieht doch schick aus!Und was die Haare angeht,da muß eben deine Perücke solange herhalten.Ne Freundin von mir hatte auch das Problem,die ist mit einem Mecki in die Transition gestartet,mittlerweile sind die eigenen Haare schulterlang und die Perücke kam auf 's Altenteil.Das ganze ist übrigens in 1,5 Jahren so geworden,damit du mal eine Vorstellung hast,wie schnell das gehen kann...

LG Bianca
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Re: Ach, diese Zweifel ...

Post 12 im Thema

Beitrag von ab08 »

Nika hat geschrieben:So 28. Okt 2012, 13:03 ...Früh stehe ich auf und denke: "was fürn Unsinn ... du als Frau" und 2h später sitze ich in meinen Frauenklamotten im Büro und denke "was heißt hier Unsinn, bist doch bei Verstand?". Dann frage ich mich immer wieder: "bist wirklich TS? Stell Dir mal, dass das nur eine Phase ist und du hinterher alles bereust?" ... Mal ehrlich? Darf man sich diese Fragen stellen oder hat man die sich nicht zu stellen?
Liebe Nika,

natürlich darf man/frau sich diese Fragen stellen! - Mehr noch, gerade hier halte ich Zweifel für völlig normal!
Bis zur schweren Erkrankung 2003 zweifelte ich die Sache in all den Jahrzehnten zwischendurch öfter an. Dabei bin ich wirklich eindeutig TI, das merkte ich im letzten Jahrzehnt! - Denn so wurde ich schließlich erst wieder ganz gesund... :wink: Aber ich zweifelte oft...Wahrscheinlich hätte ich alles ohne die Erkrankung bis zur Pensionierung verschoben...

Andererseits gibt es viele, das lernte ich nicht nur in diesem Forum, die wirklich nur von Zeit zu Zeit ihre weibliche Seite zeigen wollen.
Jeder Mensch unterscheidet sich ein wenig von allen seinen Mitmenschen und das finde ich sehr schön.

Bitte lass Dir soviel Zeit wie Du brauchst - und versuche herauszufinden, was Dir gut tut.
Eigentlich kannst Du das nur selber herausfinden... andere können zwar helfen... aber Entscheidungen kannst nur Du ganz allein treffen.
Dabei möchte ich hier nur daran erinnern, dass es viele ganz verschiedene Wege gibt.
Das macht es zwar für Dich, gerade anfangs, nicht leichter, gibt Dir aber später die Möglichkeit, Deinen ganz persönlichen Weg zu gehen. (flo)

Liebe Grüße
ab )))(:

P.S. Danke für Deine Beiträge, die sicher einigen helfen. Aus Begegnungen im RL weiß ich nämlich, dass es vielen Betroffenen ähnlich geht. :wink:
FÜR: Respekt, Menschenrechte und eine gelebte, demokratische Zivilgesellschaft, die Minderheiten schützt
ERGO: Umfassende Bildung für alle, effektive Regeln in Alltag und Netz, eine gut ausgestattete Polizei/Justiz
Caira

Re: Tage wie dieser ...

Post 13 im Thema

Beitrag von Caira »

Hallo ab,

das Dankeschön geht an Dich und natürlich alle hier zurück. Ohne Euch wäre ich halb so weit. So viel ist klar!

Und was die Auslebung meiner weiblichen Seite angeht: Das ist ja eben der Indiz für mich. Ich habe gar keine Lust irgend eine Seite auszuleben. Da gibt es ja keine weibliche Seite. Das bin ja alles ich und ich fühle mich als Frau schlichtweg in dem was, ich bin und wie ich wahrgenommen werden möchte. Klar, ich ziehe und style mich dann und wann, zB heute wieder, um - aber das hat nichts mit Ausleben zu tun, sondern eher mal damit in die zukünftigen Rolle zu schlüpfen, die ich event. in 1-2 Jahren leben darf - könnte so aussehen, das tragen. So, als spielt man von einem Kinofilm einen Trailer, Ausschnitte. Man sieht sich im Spiegel und sagt: Wenn es doch schon so sein könnte, einfach nur so. Klar, ich könnte jetzt so morgen rauslaufen und wäre genau das - aber damit würde ich und meine auch Umwelt nicht klarkommen. Zumindest die Haare sollten echt sein, weil ich sonst absolut das Faschingsgefühl hätte und das will ich um keinen Preis. Und dann gibts da ja noch etliche andere Baustellen ... in Geduld muss ich mich üben und auch auf meine Umwelt Rücksicht nehmen. Ganz klar.

Ich brauche diese Auslebung nicht, weil ich versuche das im Alltag zu tun, eben indem ich immer mehr weibliche Dinge mit aufnehme und quasi den Regler mehr und mehr von Mann nach Frau verschiebe. Allein mich 1-2 die Woche umzuziehen wäre mir nicht genug, das würde mich nicht im Ansatz befriedigen. Ich will mit jeder Zelle Frau sein - keine Frage. Oder besser, ich will auf keinen Fall irgendwie wieder meinen Mann stehen. Nie und nimmer, das wäre eine absolute Katastrophe. Das macht mich kaputt und darum glaube ich, dass es besser ist den begonnen Weg weiter zu gehen. Ich habe mich emotional selten im Leben so klar und eindeutig erlebt, und vor allem so entspannt.

Aber Zweifel sind halt da und die wirds auch bis zum 1mg Östrogen geben. Morgen ist es vielleicht schon wieder anders, übermorgen bin ich wieder traurig. Die Gefühl fahren komplett Achterbahn und mit einer Phase hat das lange nichts mehr zu tun.

LG Nika
Kerstin
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Re: Tage wie dieser ...

Post 14 im Thema

Beitrag von Kerstin »

Hallo Nika

Deine Zweifel kenne ich gut. Habe mir vor Jahren auch die Frage gestellt. Was bin ich und wo ist mein Platz. Was würde sich ändern wenn ich den Weg auf der anderen Seite des Flußes gehen würde.

Ich habe keine befridigente Antwort darauf gefunden. Dazu kommt, das ich mit dem "kleinen Elefanten" keinen Krieg führe. Er ist aber auch nicht mein bester Freund.

Zu deinem Foto. Wo ist da das Problem? Du siehst gut und stimmig aus.


Liebe Grüße
Kerstin
Ich brauche Informationen - eine Meinung bilde ich mir selbst.
Caira

Re: Tage wie dieser ...

Post 15 im Thema

Beitrag von Caira »

Ich zitiere mich mal selbst:
Morgen ist es vielleicht schon wieder anders, übermorgen bin ich wieder traurig. Die Gefühl fahren komplett Achterbahn und mit einer Phase hat das lange nichts mehr zu tun.
Ja, heute ist anders: Ich bin wieder traurig und habe das Gefühl nur Zeit zu verplämpern.
Kann bitte mal jemand machen, dass es aufhört? :cry:

Gibts irgendwas, was man gegen diese Achterbahnfahrten machen kann ???

LG Nika
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