Suizid - ein Tabuthema mal ausgesprochen
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Salmacis
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Suizid „ ein Tabuthema mal ausgesprochen
Hallo zusammen,
ich spreche hier mal ein Thema an, was vielen unangenehm ist. Selbstmord, Selbsttötung, Suizid, wie auch immer, es geht um Menschen, die sich selbst aus größter Verzweiflung aus dem Leben reißen.
Bei mir war es damals mein Onkel, der sich erhangen hat, sein bester Freund ebenso... und ein weiterer erstickte sich mit Abgasen...
Ich selbst habe auch schon oft darüber nachgedacht. Ich denke es hängt auch viel vom Crossdressing ab, diese tiefe Unzufriedenheit in mir nicht so sein zu können wie ich will. Diese Wut über unsere Gesellschaft im Allgemeinen. Das Gefühl einfach nicht in diese Welt zu passen.
Habt ihr Erfahrungen mit diesem Thema?
LG,
Salmacis
ich spreche hier mal ein Thema an, was vielen unangenehm ist. Selbstmord, Selbsttötung, Suizid, wie auch immer, es geht um Menschen, die sich selbst aus größter Verzweiflung aus dem Leben reißen.
Bei mir war es damals mein Onkel, der sich erhangen hat, sein bester Freund ebenso... und ein weiterer erstickte sich mit Abgasen...
Ich selbst habe auch schon oft darüber nachgedacht. Ich denke es hängt auch viel vom Crossdressing ab, diese tiefe Unzufriedenheit in mir nicht so sein zu können wie ich will. Diese Wut über unsere Gesellschaft im Allgemeinen. Das Gefühl einfach nicht in diese Welt zu passen.
Habt ihr Erfahrungen mit diesem Thema?
LG,
Salmacis
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exuser-23-02-2013
Re: Suizid „ ein Tabuthema mal ausgesprochen
Ich wage einmal die provokante These, dass, zumindest ab einem gewissen Alter, wohl jeder in seinem Leben schon daran gedacht hat - unterschiedlich sind aber wohl Haufigkeit und Ernsthaftigkeit. Über die Gründe lässt sich trefflich spekulieren, von enttäuschter Liebe über wirtschaftliche Not bzw. Arbeitslosigkeit bis hin zu gesundheitlichen Gründen (ich schreibe bewusst nicht Krankheit) im weitesten Sinn (und dazu zählt echte Krankheit, psychische Störungen oder eben auch normabweichendes Verhalten wie Crossdressing).
Wie immer im Leben hängt es dann sehr vom eigenen Charakter, der Lebenseinstellung, dem familiären und sozialen Umfeld, der materiellen Situation und vielen anderen Faktoren ab, wie stark der Leidensdruck wird und ob er rechtzeitig ein Ventil findet. Nebenbei: So mancher, der freiwillig den Jordan überqueren wollte, musste leidvoll feststellen, dass das gar nicht so einfach ist - weder in der Planungsphase noch in der praktischen Umsetzung, was sicher (glücklicherweise) auch manchen potenziell Betroffenen von dem Versuch abhält.
Wie immer im Leben hängt es dann sehr vom eigenen Charakter, der Lebenseinstellung, dem familiären und sozialen Umfeld, der materiellen Situation und vielen anderen Faktoren ab, wie stark der Leidensdruck wird und ob er rechtzeitig ein Ventil findet. Nebenbei: So mancher, der freiwillig den Jordan überqueren wollte, musste leidvoll feststellen, dass das gar nicht so einfach ist - weder in der Planungsphase noch in der praktischen Umsetzung, was sicher (glücklicherweise) auch manchen potenziell Betroffenen von dem Versuch abhält.
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Marielle
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Re: Suizid „ ein Tabuthema mal ausgesprochen
Guten Abend zusammen,
vermutlich sollten Blinde nicht über Farben schreiben, aber ich versuch's trotzdem.
Darüber nachgedacht habe ich zwar auch schon mal, aber nicht akut: Eher mit Blick auf vielleicht kommendes, eine fiese Krankheit zum Beispiel. Der möchte man vielleicht lieber selbst den Garaus machen, auch wenn es einen dabei selbst gleich mit hinwegrafft. Es ist für mich nicht abzustreiten, dass es Situationen gibt, in denen es soweit ist oder sein kann. Das sollte jeder für sich entscheiden können und dürfen.
Was mich motiviert hat, dass hier zu schreiben, ist aber anderer Natur als z.B. eine unheilbare Krankheit. Salmacis schreibt, dass sie das Gefühl hat "nicht in diese Welt zu passen". Das mag auch "unheilbar" scheinen, aber ist es das wirklich? Ist die Meinung uninformierter, engstirniger, gedankenloser, vielleicht auch dummer Zeitgenossen ein solches Opfer wert? Dazu ist meine klare Meinung. NEIN! Das ist es nicht wert, dazu sind wir zu wertvoll.
Neulich habe ich hier einen Thread angefangen, der sensibilisieren sollte. Sensibilisieren für die kleinen und großen Ausgrenzungen die täglich vorkommen. Ich hatte dabei ein paar Beispiele vor Augen. Unter anderem den Fussballer R. Enke, der sich womöglich selbst umbrachte, weil er glaubte, nicht in diese Welt zu passen. Er war "oben", ein Vorbild für manche vielleicht. Wie bitter muss dieser Mann gelitten haben? Ich kann, will und werde nicht über ihn richten, dass steht mir nicht ein bisschen zu. Aber eine Frage will ich stellen: Was hätte dieser Mann bewegen können, wenn er ein wenig mehr Kraft gehabt hätte? Vielleicht hätte er die Welt ein bisschen besser machen können. Ja, vielleicht. Ich glaube, dass hätte er gekonnt. Ich wünschte, er hätte die Kraft dazu gehabt.
Wir haben Erfahrungen, Kenntnisse, die andere nicht haben, die andere nie haben werden. Viele von uns mussten sich selbst in Frage stellen, um zu sich selbst zu finden. Was bin ich? Wer bin ich? Kann man näher zu sich selbst kommen, als mit diesen Fragen? Ich denke nicht. Und deswegen sage ich: Wir sind zu wichtig, zu bunt, zu wertvoll, zu schön, um uns von den "anderen" soweit bringen zu lassen.
Ich wünsche und hoffe, dass alle die Kraft finden die sie brauchen, um die Welt bunter und besser zu machen.
Marielle
vermutlich sollten Blinde nicht über Farben schreiben, aber ich versuch's trotzdem.
Darüber nachgedacht habe ich zwar auch schon mal, aber nicht akut: Eher mit Blick auf vielleicht kommendes, eine fiese Krankheit zum Beispiel. Der möchte man vielleicht lieber selbst den Garaus machen, auch wenn es einen dabei selbst gleich mit hinwegrafft. Es ist für mich nicht abzustreiten, dass es Situationen gibt, in denen es soweit ist oder sein kann. Das sollte jeder für sich entscheiden können und dürfen.
Was mich motiviert hat, dass hier zu schreiben, ist aber anderer Natur als z.B. eine unheilbare Krankheit. Salmacis schreibt, dass sie das Gefühl hat "nicht in diese Welt zu passen". Das mag auch "unheilbar" scheinen, aber ist es das wirklich? Ist die Meinung uninformierter, engstirniger, gedankenloser, vielleicht auch dummer Zeitgenossen ein solches Opfer wert? Dazu ist meine klare Meinung. NEIN! Das ist es nicht wert, dazu sind wir zu wertvoll.
Neulich habe ich hier einen Thread angefangen, der sensibilisieren sollte. Sensibilisieren für die kleinen und großen Ausgrenzungen die täglich vorkommen. Ich hatte dabei ein paar Beispiele vor Augen. Unter anderem den Fussballer R. Enke, der sich womöglich selbst umbrachte, weil er glaubte, nicht in diese Welt zu passen. Er war "oben", ein Vorbild für manche vielleicht. Wie bitter muss dieser Mann gelitten haben? Ich kann, will und werde nicht über ihn richten, dass steht mir nicht ein bisschen zu. Aber eine Frage will ich stellen: Was hätte dieser Mann bewegen können, wenn er ein wenig mehr Kraft gehabt hätte? Vielleicht hätte er die Welt ein bisschen besser machen können. Ja, vielleicht. Ich glaube, dass hätte er gekonnt. Ich wünschte, er hätte die Kraft dazu gehabt.
Wir haben Erfahrungen, Kenntnisse, die andere nicht haben, die andere nie haben werden. Viele von uns mussten sich selbst in Frage stellen, um zu sich selbst zu finden. Was bin ich? Wer bin ich? Kann man näher zu sich selbst kommen, als mit diesen Fragen? Ich denke nicht. Und deswegen sage ich: Wir sind zu wichtig, zu bunt, zu wertvoll, zu schön, um uns von den "anderen" soweit bringen zu lassen.
Ich wünsche und hoffe, dass alle die Kraft finden die sie brauchen, um die Welt bunter und besser zu machen.
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As we go marching, marching, we bring the greater days
For the rising of the women, means the rising of the race
No more the drudge and idler ten that toil where one reposes
But the sharing of life's glories, Bread and Roses, Bread and Roses.
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Anjali-Sophie
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Re: Suizid „ ein Tabuthema mal ausgesprochen
Hallo ich schließe mich meinen vorrednern an, habe schon mehrmals davor gestanden und wurde schon daran gehintert
Heijo
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Caira
Re: Suizid „ ein Tabuthema mal ausgesprochen
Das Thema ist extrem schwierig. Ich kann hier nur an dieser Stelle den Vergleich zwischen einer psychischen Störung und dem CD (welches ja auch eine Störung sein soll) ziehen. Allerdings kann ich für ich absolut keine Grund finden, sogar Suizid zu begehen. Das Wesen des CD ist für meine Begriffe recht oft von einer bleiernden Unzufriedenheit umgeben. Ich kann verstehen, dass durch diese Sehnsucht ein großer Konflikt entsteht, der einem im Leben aus der Bahn wirft. Dies tut es aktuell mit mir, aber ich fühle mich dabei nicht unwohl. CD ist für mich eine Bereicherung des Lebens, auch wenn damit immer eine Art Versteckspiel zusammen hängt.
Ich habe die letzten Jahre wirklich unter der und anderen Störung gelitten (aktuell wieder alles gut) und kann nur berichten, dass wenn man diese Erfahrung gemacht hat, CD eher eine neue Farbnuance darstellt. Oder anders: wer glaubt CD kann das Maximale an schlechten Gefühlen implizieren kann, der irrt gewaltig. Lasst euch nicht klein kriegen. Ich sehe hier immer, dass wir Mädels keine "dummen Schwuchteln" sind, sondern wirklich Persönlichkeiten mit Verstand und ehrlich gesagt macht mich das etwas stolz!
Ich habe die letzten Jahre wirklich unter der und anderen Störung gelitten (aktuell wieder alles gut) und kann nur berichten, dass wenn man diese Erfahrung gemacht hat, CD eher eine neue Farbnuance darstellt. Oder anders: wer glaubt CD kann das Maximale an schlechten Gefühlen implizieren kann, der irrt gewaltig. Lasst euch nicht klein kriegen. Ich sehe hier immer, dass wir Mädels keine "dummen Schwuchteln" sind, sondern wirklich Persönlichkeiten mit Verstand und ehrlich gesagt macht mich das etwas stolz!
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Bianca D.
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Re: Suizid „ ein Tabuthema mal ausgesprochen
Moin,Salmacis hat geschrieben: Habt ihr Erfahrungen mit diesem Thema?
Nun,ich habe zwar mit Nein auf die Frage geantwortet,ganz fremd sind mir solche Gedanken aber nicht.Es war für mich nur niemals eine gangbare Alternative zum Leben.Vor meiner Transition
dachte ich schon mal,jetzt vom Balkon hüpfen und du bist deine Sorgen los.Da ich aber auch Verantwortung für meinen Sohn habe und ich mir selbst letzlich auch nicht die Chance nehmen wollte,in
meinem Leben was zu ändern,konnten diese Gedanken sich nie bei mir festsetzen und zu einer echten Depression führen.
Gruß Bianca
Ick wees nüscht,kann nüscht,hab aba jede Menge Potenzial
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Salmacis
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Re: Suizid „ ein Tabuthema mal ausgesprochen
Das Thema Verantwortung und Mitmenschen sind natürlich wichtig. Ich glaube, dass derzeit meine Mutter, die jetzt in ein Alter kommt, in der sie vermehrt meine Hilfe braucht und meine Freundin, für die ich der starke Pol bin, mich an so etwas hindern.Bianca D. hat geschrieben:Da ich aber auch Verantwortung für meinen Sohn habe und ich mir selbst letzlich auch nicht die Chance nehmen wollte,in
meinem Leben was zu ändern,konnten diese Gedanken sich nie bei mir festsetzen und zu einer echten Depression führen.
Wären diese beiden Menschen nicht, wären die Gründe weiter zu machen schon deutlich weniger.
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Salmacis
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Re: Suizid „ ein Tabuthema mal ausgesprochen
Ich möchte hier mal ein Zitat anbringen, was auf der Beerdigung meines Onkels gesagt wurde
Und das ist richtig. Solche "Lösungen" sind meist für den Betroffenen keine Hilfe, egal wie toll der Dritte seine Lösung sieht.Kein Mensch kann wissen wann das Maß des ertragbaren für einen anderen überschritten wurde.
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Marlene
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Re: Suizid „ ein Tabuthema mal ausgesprochen
Moin, moin,
auch ich hatte schon einmal so eine Phase, als alles auf einmal auf mich einstürmte und nach Lösungen schrie, die nicht parat waren. Verlust der angestammten Arbeit, die auch Spaß machte, die Sache mit dem CD und auch gesundheitliche Probleme. Dann noch der Verlust des Partners und damit es auch komplett wird, Mobbing und Rausschmiß aus der neuen Arbeit. Burnout und Absturz... Hab ich was vergessen?...
Das ist jetzt etwa 8-9 Jahre her. Damals habe ich mehrmals Anfälle gehabt, wo ich wirklich ganz knapp an der Kante stand. Es war alles so sinnlos geworden über Nacht. Vor allem, es war für mich keine Lösung erkennbar.
Ich war dann ein Jahr arbeitslos und erst mal zu einer Kur, wo ich ebenso belastete Menschen traf und merkte, daß ich nicht allein mit meinen Problemen war und das hat mir schon mal ungemein geholfen. Ich habe dann Schritt für Schritt, unterbrochen von Rückschlägen, einen Neuanfang gewagt und mich abgelenkt. Heute muß ich sagen, es war mein eigener Wille, eisern durchzuhalten, entgegen anderen Behauptungen von Leuten, die mich schon in der Gosse gesehen hatten...
Ich habe letztlich die Kurve gekriegt und einen Neubeginn gestartet, was ich nicht einmal im Traum vermutet hätte. Mein Traum war schon seit jeher Lokführer zu werden und damals vor 30 Jahren ging das aus gesundheitlichen Gründen nicht. Vor 6 Jahren habe ich mir diesen Wunsch nach meiner bisher tiefsten Krise selbst ermöglicht. Es geschehen vielleicht doch ab und zu noch Wunder.
Allerdings damit verbunden war wiederum ein Problem, was den Beruf des Lokführers unter anderem ausmacht: Diejenigen, die vor deiner Lok plötzlich auftauchen und die für sich b e s c h l o s s e n haben "Schluß zu machen"...
Damit war ich in den letzten 5 Jahren zweimal konfrontiert.... Ein 19- jähriger Türke und ein 21- jähriger Deutscher.
Ich weiß nicht, wie lange ich noch fahren werde, aber es werden sicher nicht weniger. Du kannst eben nicht einfach ausweichen...
Was kommt dann?
Als Alternative habe ich noch eine Arbeit auf dem Stellwerk. Mal sehen wie lange noch... Wir sind alle nur noch Kostenfaktoren, keine Menschen.
Aber daran denke ich jetzt nicht.
Mein größtes Glück nach all den Tiefschlägen ist meine jetzige Lebenspartnerin, die mich nimmt wie ich bin und das ist mein Ein und Alles, egal was kommt!
L.G. Marlene
auch ich hatte schon einmal so eine Phase, als alles auf einmal auf mich einstürmte und nach Lösungen schrie, die nicht parat waren. Verlust der angestammten Arbeit, die auch Spaß machte, die Sache mit dem CD und auch gesundheitliche Probleme. Dann noch der Verlust des Partners und damit es auch komplett wird, Mobbing und Rausschmiß aus der neuen Arbeit. Burnout und Absturz... Hab ich was vergessen?...
Das ist jetzt etwa 8-9 Jahre her. Damals habe ich mehrmals Anfälle gehabt, wo ich wirklich ganz knapp an der Kante stand. Es war alles so sinnlos geworden über Nacht. Vor allem, es war für mich keine Lösung erkennbar.
Ich war dann ein Jahr arbeitslos und erst mal zu einer Kur, wo ich ebenso belastete Menschen traf und merkte, daß ich nicht allein mit meinen Problemen war und das hat mir schon mal ungemein geholfen. Ich habe dann Schritt für Schritt, unterbrochen von Rückschlägen, einen Neuanfang gewagt und mich abgelenkt. Heute muß ich sagen, es war mein eigener Wille, eisern durchzuhalten, entgegen anderen Behauptungen von Leuten, die mich schon in der Gosse gesehen hatten...
Ich habe letztlich die Kurve gekriegt und einen Neubeginn gestartet, was ich nicht einmal im Traum vermutet hätte. Mein Traum war schon seit jeher Lokführer zu werden und damals vor 30 Jahren ging das aus gesundheitlichen Gründen nicht. Vor 6 Jahren habe ich mir diesen Wunsch nach meiner bisher tiefsten Krise selbst ermöglicht. Es geschehen vielleicht doch ab und zu noch Wunder.
Allerdings damit verbunden war wiederum ein Problem, was den Beruf des Lokführers unter anderem ausmacht: Diejenigen, die vor deiner Lok plötzlich auftauchen und die für sich b e s c h l o s s e n haben "Schluß zu machen"...
Damit war ich in den letzten 5 Jahren zweimal konfrontiert.... Ein 19- jähriger Türke und ein 21- jähriger Deutscher.
Ich weiß nicht, wie lange ich noch fahren werde, aber es werden sicher nicht weniger. Du kannst eben nicht einfach ausweichen...
Was kommt dann?
Als Alternative habe ich noch eine Arbeit auf dem Stellwerk. Mal sehen wie lange noch... Wir sind alle nur noch Kostenfaktoren, keine Menschen.
Aber daran denke ich jetzt nicht.
Mein größtes Glück nach all den Tiefschlägen ist meine jetzige Lebenspartnerin, die mich nimmt wie ich bin und das ist mein Ein und Alles, egal was kommt!
L.G. Marlene
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Anne-Mette
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Re: Suizid „ ein Tabuthema mal ausgesprochen
Moin,
Ist das Crossdressing so ein Hemmschuh? Was erwartest Du, wenn es besser passt? Ist es vielleicht doch mehr als bloßes Crossdressing?
Es könnte sein, dass das Gefühl "in die Welt zu passen" ein wenig davon abhängig ist, Anerkennung und Zuspruch zu bekommen.
Da sehe ich einige Probleme; darauf kann man lange warten
Aber andererseits: "einer Minderheit anzugehören kann einen Menschen auch adeln" - schrieb ich einer Frau, die allerdings einer anderen Minderheit angehört.
Nicht mehr Weiterlebenkönnen verschließt den Blick auf Lösungen, die in vielen Fällen möglich wären. Wenn man die Karte "ich mache sowieso Schluss" im Ärmel hat, verlässt man sich u.U. darauf und sucht nicht mit vollem Elan nach anderen möglichen Lösungen.
Für die Menschen, die uns umgeben, ist ein Suizid u.U. ein so starker Eingriff, dass sie daran zerbrechen könnten, die "Schuld" bei sich suchen und für immer die Frage aufgeben: hätte ich es nicht verhindern können/müssen.
Die Frage ist auch: "was erreiche ich, dadurch, wenn ich Suizid begehe? Ist es wirklich so, dass ich nicht mehr leben will?
Oder will ich eigentlich, dass Schmerzen aufhören, meine Mitmenschen mich (mehr) lieben und akzeptieren?
Oder fühle ich mich nutzlos und so, dass Andere ohne mich besser dran sind?
Ein ernstes Thema.
Gruß
Anne-Mette
Wie erlebst Du das "nicht in diese Welt zu passen" ?Ich selbst habe auch schon oft darüber nachgedacht. Ich denke es hängt auch viel vom Crossdressing ab, diese tiefe Unzufriedenheit in mir nicht so sein zu können wie ich will. Diese Wut über unsere Gesellschaft im Allgemeinen. Das Gefühl einfach nicht in diese Welt zu passen.
Ist das Crossdressing so ein Hemmschuh? Was erwartest Du, wenn es besser passt? Ist es vielleicht doch mehr als bloßes Crossdressing?
Es könnte sein, dass das Gefühl "in die Welt zu passen" ein wenig davon abhängig ist, Anerkennung und Zuspruch zu bekommen.
Da sehe ich einige Probleme; darauf kann man lange warten
Aber andererseits: "einer Minderheit anzugehören kann einen Menschen auch adeln" - schrieb ich einer Frau, die allerdings einer anderen Minderheit angehört.
Nicht mehr Weiterlebenkönnen verschließt den Blick auf Lösungen, die in vielen Fällen möglich wären. Wenn man die Karte "ich mache sowieso Schluss" im Ärmel hat, verlässt man sich u.U. darauf und sucht nicht mit vollem Elan nach anderen möglichen Lösungen.
Für die Menschen, die uns umgeben, ist ein Suizid u.U. ein so starker Eingriff, dass sie daran zerbrechen könnten, die "Schuld" bei sich suchen und für immer die Frage aufgeben: hätte ich es nicht verhindern können/müssen.
Die Frage ist auch: "was erreiche ich, dadurch, wenn ich Suizid begehe? Ist es wirklich so, dass ich nicht mehr leben will?
Oder will ich eigentlich, dass Schmerzen aufhören, meine Mitmenschen mich (mehr) lieben und akzeptieren?
Oder fühle ich mich nutzlos und so, dass Andere ohne mich besser dran sind?
Ein ernstes Thema.
Gruß
Anne-Mette
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Salmacis
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Re: Suizid „ ein Tabuthema mal ausgesprochen
Hallo Peter,
ich bin etwas, sagen wir bipolar. Teilweise sehe ich mich selbst als Abschaum, Dreck unterm Nagel der Gesellschaft.
Im nächsten Moment bin ich wieder ganz oben, erlaube mir über andere zu urteilen und zu richten.
Es geht ständig auf und ab. Das Crossdressing ist nur ein Faktor. Aber da spielt viel rein.
Anerkennung und Lob bekomme ich genug.
Meine Mitmenschen loben mich für soziale Kompetenz und auf ARbeit bin ich unverzichtbar. Und das mit gerade mal 28.
Ich habe seit 7 Jahren eine liebevolle Partnerin, die mich unterstützut und alles über mich weiß.
Wie du siehst, habe ich eigentlich keinen Grund zu klagen, warum tu ich es dann?
ich bin etwas, sagen wir bipolar. Teilweise sehe ich mich selbst als Abschaum, Dreck unterm Nagel der Gesellschaft.
Im nächsten Moment bin ich wieder ganz oben, erlaube mir über andere zu urteilen und zu richten.
Es geht ständig auf und ab. Das Crossdressing ist nur ein Faktor. Aber da spielt viel rein.
Anerkennung und Lob bekomme ich genug.
Meine Mitmenschen loben mich für soziale Kompetenz und auf ARbeit bin ich unverzichtbar. Und das mit gerade mal 28.
Ich habe seit 7 Jahren eine liebevolle Partnerin, die mich unterstützut und alles über mich weiß.
Wie du siehst, habe ich eigentlich keinen Grund zu klagen, warum tu ich es dann?
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Anne-Mette
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Re: Suizid „ ein Tabuthema mal ausgesprochen
Moin,
Das habe ich immer meinen Neffen gefragt, wenn er mir auf meine Frage nach seinem Befinden "eigentlich gut" sagte.
Ich habe gerade einen Artikel in "Psychologie heute" gelesen. Da ging es um Depressionen bei Kindern und Jugendlichen. Das Thema "Suizid" wurde auch angesprochen. Kann es sein, dass Du gerade in einer depressiven Phase bist?
Gruß
Anne-Mette
... und "uneigentlich" ???Wie du siehst, habe ich eigentlich keinen Grund zu klagen, warum tu ich es dann?
Das habe ich immer meinen Neffen gefragt, wenn er mir auf meine Frage nach seinem Befinden "eigentlich gut" sagte.
Ich habe gerade einen Artikel in "Psychologie heute" gelesen. Da ging es um Depressionen bei Kindern und Jugendlichen. Das Thema "Suizid" wurde auch angesprochen. Kann es sein, dass Du gerade in einer depressiven Phase bist?
Kannst Du das selbst irgendwie erklären?Teilweise sehe ich mich selbst als Abschaum, Dreck unterm Nagel der Gesellschaft.
Gruß
Anne-Mette
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Julia
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Re: Suizid „ ein Tabuthema mal ausgesprochen
Hallo zusammen,
meine Einstellung zum Thema ist daß, das Leben teilweise eh schon zu schnell vergeht ( die schönsten Momente vergehen gefühlt im Zeitraffer).
Da nach zuhelfen um noch weniger das Leben genießen zu können, kommt für mich nur beim totalen verlust der körperlichen und geistigen Eigenständigkeit
im Betracht sprich Alzheimer oder Pflegefall. Da geh ich lieber Vorher. Hatte schon persönliche Tiefschläge und Depressive Phasen aber auch eine liebe Tochter und ein paar gute Freunde, die mir zeigten es gibt noch einiges zu Unternehmen und Erleben. Der Sensenmann kommt noch früh genug.
Gruß Julia
meine Einstellung zum Thema ist daß, das Leben teilweise eh schon zu schnell vergeht ( die schönsten Momente vergehen gefühlt im Zeitraffer).
Da nach zuhelfen um noch weniger das Leben genießen zu können, kommt für mich nur beim totalen verlust der körperlichen und geistigen Eigenständigkeit
im Betracht sprich Alzheimer oder Pflegefall. Da geh ich lieber Vorher. Hatte schon persönliche Tiefschläge und Depressive Phasen aber auch eine liebe Tochter und ein paar gute Freunde, die mir zeigten es gibt noch einiges zu Unternehmen und Erleben. Der Sensenmann kommt noch früh genug.
Gruß Julia
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exuser-12-02-2013
Re: Suizid „ ein Tabuthema mal ausgesprochen
Hallo
ihr geht doch davon aus, das es keine ausweglose Situation gibt. Aber was, wenn doch? Wenn es keine Lösung gibt, weder vor noch zurück? Wenn das Leben selbst einem Schmerzen bereitet?
Ich finde es falsch, jemandem deswegen ein eingeschränktes Urteilsvermögen zu bescheinigen. Man kann versuchen die Situaion und Gefühle eines anderen Menschen nachzuvollziehen, aber wirklich verstehen wird man es nie.
ihr geht doch davon aus, das es keine ausweglose Situation gibt. Aber was, wenn doch? Wenn es keine Lösung gibt, weder vor noch zurück? Wenn das Leben selbst einem Schmerzen bereitet?
Ich finde es falsch, jemandem deswegen ein eingeschränktes Urteilsvermögen zu bescheinigen. Man kann versuchen die Situaion und Gefühle eines anderen Menschen nachzuvollziehen, aber wirklich verstehen wird man es nie.
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Natascha
Re: Suizid „ ein Tabuthema mal ausgesprochen
Ich weiß nicht, aber ich denke in Lebenssituationen wie Denen, in Denen sich Leute wie wir befinden, denkt wohl Jede im Laufe ihres Lebens mal an sowas. Auch ich hatte vor dem Outing solche Phasen ab und an. Es scheint oft Alles sinnlos, man fühlt sich von der Gesellschaft weggestoßen und alle Ziele scheinen siriusfern. Da ist es leicht mal in ein emotionales Loch zu fallen.Salmacis hat geschrieben:Hallo zusammen,
ich spreche hier mal ein Thema an, was vielen unangenehm ist. Selbstmord, Selbsttötung, Suizid, wie auch immer, es geht um Menschen, die sich selbst aus größter Verzweiflung aus dem Leben reißen.
Bei mir war es damals mein Onkel, der sich erhangen hat, sein bester Freund ebenso... und ein weiterer erstickte sich mit Abgasen...
Ich selbst habe auch schon oft darüber nachgedacht. Ich denke es hängt auch viel vom Crossdressing ab, diese tiefe Unzufriedenheit in mir nicht so sein zu können wie ich will. Diese Wut über unsere Gesellschaft im Allgemeinen. Das Gefühl einfach nicht in diese Welt zu passen.
Habt ihr Erfahrungen mit diesem Thema?
LG,
Salmacis
Auch ich hatte früher mal solche Gedanken, aber ernstlich in Erwägung gezogen habe ich es glaube ich nie. Ich sehe einfach keinen Sinn darin. Sicher. Alles wäre vorbei... - Ja, alles wäre vorbei. Für immer... Nichtexistenz. Für mich ist das keine Alternative. - Ich hatte weiß Gott kein leichtes Leben, aber wenn ich so zurückschaue auf die letzten sagen wir zehn Jahre, dann fallen mir auch so viele schöne Erlebnisse und Erfahrungen ein. Alleine das letzte Jahr wiegt für mich persönlich Alles vorher Durchgehaltene auf. Das Leben ist kein Ponyhof, absolut nicht. Aber es ist doch der Mühe wert denke ich.
Also haltet die Ohren steif, Schwestern.
Gruß,
Tasha