Wieder Zoff in Hamburg.
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Lina
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Wieder Zoff in Hamburg.

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Beitrag von Lina »

In Hamburg, wo es die Hell's Angels eigentlich gar nicht gibt oder geben darf, gibt es wieder Streit zwischen den Hell's Angels und einem anderen Rocker. Ja, richtig - nicht mit einer kompletten Gang sondern EINEM anderen Rocker. Dieser hat seinen Wohnsitz mit Plakaten dekoriert worauf die äußerst un-netten Worte "Fuck the Angels" und ähnliche Sprüche stehen. Obwohl es sicherlich andere Engel gibt fühlen sich die HA, in diesem Fall durch ein Charter von Außerhalb Hamburgs vertreten, offensichtlich angesprochen und wollen sich dies nicht gefallen lassen.
Laut "BILD" - eine Zeitung des ASV - wenden sich die HA in gepflegter hanseatischer Weise an einen Anwalt und lassen die Möglichkeiten rechtlicher Schritte prüfen.

Ich finde das klingt alles ganz nett, aber wie war das noch - haben Rocker früher nicht etwas anders auf so was reagiert? Mir schwebt vor, etwas von Prügel mit Fahrradketten, Baseballschlägern u.ä. gehört zu haben. Vielleicht habe ich mich verhört. Vielleicht sind die HA hier anders als die in Amerika, Kopenhagen oder die rauhen Typen in dem Klaus Lemke Film.

Oder IST es vielleicht weil die Gesetze, die Maßnahmen der Behörden und Gerichte tatsächlich funktionieren? Dass die Angst haben, dass noch eine ihrer Zweigstellen und "Jugendabteilungen" *81 geschlossen wird, Räumlichkeiten, Mobiliar und Vermögen beschlagnahmt werden usw.?

Ich frage mich nur, wie die ausländischen Kollegen, die die Rechtslage in Deutschland nicht verstehen, reagieren werden: Sind die jetzt völlig ... die rennen zum ANWALT?
Anne-Mette
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Re: Wieder Zoff in Hamburg.

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Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

ich denke, dass man mit einem Verbot ein Vakuum schafft, das andere Gruppierungen zu füllen wissen.

Gruß
CPG
Lina
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Re: Wieder Zoff in Hamburg.

Post 3 im Thema

Beitrag von Lina »

katja78 hat geschrieben:es wird die ha immer geben auch wenn sie verboten werden .man kann ihnen die kutten verbieten aber es ist eine lebenseinstellung und sowas kann man ein nicht ausradieren aus der gesellschaft.das ist meine meinung und dazu steh ich

Sicher, du muss aber bedenken, wenn so ein Charter verboten wird, dann werden die Besitztümer des Clubs auch vom Staat einkassiert. Weiterhin steht es unter Strafe, wenn die Personen sich wieder in derselben Konstellation treffen. Das Zwingt also dazu, dass die viel weniger hi-profile agieren. Schau mal nach Dänemark rüber. Dann weißt du, wie es hier sein könnte.

Das hat dann auch wieder nach ein paar Jahrzehnte Chaos und Gang-Kriege die Regierungen zu Desperationsakten verleitet, die auf längere Sicht betrachtet Demokratievernichtend sind. Da denke ich z.B. an die sog. "Visitationszonen". Die Behörden können bestimmte Gebiete der Stadt zu "Visitationszonen" erklären. Das bedeutet, dass die Polizei jeden ohne besondern Anlass stoppen und filzen kann. Dazu kommt noch ein Gesetz, dass der Polizei berechtigt, jeden festzunehmen, der durch seine Kleidung oder sonstiges Aussehen den Eindruck erweckt, dass er Gewaltbereit ist. Genauer formuliert ist das Gesetz nicht. Da bedeutet also in Praxis, dass ein Polizist eigentlich jeden Festnehmen kann ohne anderen Grund als, dass er sein Aussehen nicht mag (und deshalb "natürlich" als Gewaltbereit einstuft.)

Sag mir nicht, dass es den Rechten gelungen wäre, solche Gesetze verabschiedet zu bekommen, wenn nicht eine gewisse Desperation und Ratlosigkeit, was das Gang-Problem betrifft, herrschen würde.

Früher haben die sich immer hinter der laschen Haltung, "solange die sich nur gegenseitig Bekämpfen ist ja alles gut" und "es wird die sowieso immer geben nur unter einem anderen Namen" versteckt. Letztere stimmte übrigens auch. Nach wenigen Jahren hießen die Hells Angels. Es hat aber längst den Ausmß, dass sie eigene "Gesetze" durchsetzen und "Geldstrafen" verhängen, die sie natürlich selber eintreiben. So sind sogar auch Politiker aus dem nationalen Parlament um fünfstellige Beträge erpresst worden.


Und hier: Wenn genügend Kriminalität im Umfeld eines Clubs statt gefunden hat, wenn z.B. genügend illegale Waffen in den Klubräumlichkeiten gefunden wurden - Waffen, die natürlich "niemandem" gehören, aber von denen so gut wie alle von gewusst haben müssen, dann gibt es rechtliche Möglichkeiten, die man in Dänemark und Schweden nicht rechtzeitig eingeführt hat, vielleicht auch nicht einführen kann.

Schon die Tatsache, dass sie in Hamburg die Kutte nicht tragen dürfen beeinträchtigt das Machtpotential. Warum glaubst du, dass Polizei oder Armeen in Uniform auftreten? Ich habe oft Motorradclubs reingelassen als ich früher TürsteherIn war. Die Regel lautete immer: Alles OK, wenn ihr die Kutten, Waffen und waffenähnliche Gegenstände in der Garderobe lässt. Alle außer HA und teilweise auch Bullshit (eine Gang, die von den HA ausgerottet wurde) weigerten sich dies zu tun. (Einmal, weil die nur zu zweit waren, haben wir keine große Nummer daraus gemacht, ein anderes Mal haben wir prophylaktisch hilfe von der Bravo-Patruille angefordert). Aber warum denkst du, dass dies genau für DIE so wichtig ist?

Unter dem Strich gesehen: In Deutschland bekämpfen sich die Gangs vermehrt mittls Anwalt und in Dänemark wird immer noch fast täglich auf der Straße entweder geballert oder irgendwelche Rockertypen werden mit Material für Bomben im Auto erwischt und so ...

Das macht doch irgendwie einen Unterschied, oder?
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