RAMSCH: Grobe Sprache - gute Sprache???
RAMSCH: Grobe Sprache - gute Sprache???

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Anne-Mette
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RAMSCH: Grobe Sprache „ gute Sprache???

Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Spiegel-Online schreibt heute:

Debatte über Betreuungsgeld: Ramsch für Kinder

Ex-Schlecker-Mitarbeiterinnen als Erzieherinnen, laxere Baustandards für Kitas: Die Regierung setzt beim Ausbau der Kinderbetreuung auf Billigmodelle, statt die Qualität zu fördern.

Es ist sehr löblich, sich mit den Standards in den Kindergärten auseinanderzusetzen und Besserung zu fordern.
Die Erzieher hätten schon lange einige gewichtige Fürsprecher benötigt, ebenso wie die Kinder, die in den Kindergärten betreut werden.

... aber in der Überschrift von "Ramsch" zu sprechen und dann in der nächsten Zeile fortzusetzen mit "Ex-Schlecker-Mitarbeiterinnen", das schafft für den oberflächlich Lesenden eine zumindest unglückliche Verbindung!
kein-ramsch.jpg

http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 38091.html


Die Idee, wenn "Not am Mann (Kind)" ist, die Erzieherausbildung flexibel zu handhaben, ist nicht neu und wurde schon in den 70er Jahren in Berlin mit mehr oder weniger Erfolg praktiziert. Dort konnte man, weil Erzieher gebraucht werden, die Ausbildung in der Regel in 2 Jahren abschließen.
Die heutigen Erzieher haben es zumindest bisher und in Schleswig-Holstein nicht so einfach. Die Ausbildung kann sich bis zu 5 Jahre hinziehen.
Danach ist man zwar in der Regel recht gut ausgebildet, was sich allerdings nicht im Verdienst niederschlägt, von Ganztags-Arbeitsstellen ganz zu schweigen.

Gruß
CPG
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Bianca D.
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Re: RAMSCH: Grobe Sprache „ gute Sprache???

Post 2 im Thema

Beitrag von Bianca D. »

Moin,

Für mich ist das wieder ein Beispiel für groß angelegte Volksverdummung,dieses sogenannte Erziehungsgeld.Erst wird vollmundig jedem Kind ein Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz zugesichert,
und nun,wo die Sache aus dem Ruder läuft,kommt man mit der Herdprämie daher.Ist letztlich wohl billiger,als neue Kitas zu bauen,die benötigten Erzieherinnen zu bezahlen,und zwar angemessen
und zum Schluß wohl auch ein Schutz vor der zu erwartenden Klagewelle der Eltern.
Meine Meinung dazu.

Gruß Bianca
Ick wees nüscht,kann nüscht,hab aba jede Menge Potenzial
exuser-23-02-2013

Re: RAMSCH: Grobe Sprache „ gute Sprache???

Post 3 im Thema

Beitrag von exuser-23-02-2013 »

Ich finde die Spiegel-Überschrift sehr unglücklich, ist sie doch geeignet, zig-tausend Menschen - alle Schlecker-Beschäftigten - zu diffamieren, denn auch so kann man die Ramsch-Äußerung sehen.

Andererseits ist es ein Witz, einen solchen Vorschlag überhaupt ernsthaft zu diskutieren. Sicher mag es auch unter den Beschäftigten von Schlecker Leute geben, bei denen eine Umschulung in die Fächer Kindererziehung oder Altenpflege möglich und sinnvoll wäre. Andererseits darf man aber auch nicht verkennen, dass Verkäufer(innen) eben, so sie denn überhaupt eine Ausbildung haben und nicht als (billige) Hilfsarbeitskräfte engagiert wurden, eine komplett andere Ausbildung haben. Es darf nicht übersehen werden, dass die Ansprüche im Erziehungs- und Altenpflegebereich komplett anders sind, also auch keine "vergleichbaren Kenntnisse oder Fähigkeiten" vorliegen. Ergänzend stellt der angedachte Berufszweig zumindest im Erziehungsbereich, die Altenpflege kann ich mangels hinreichender Kenntnisse nicht einschätzen, durchaus auch an den Intellekt gewisse Ansprüche; ich will diese den Schlecker-Beschäftigten nicht pauschal absprechen, habe aber doch gewisse Zweifel, ob diese besonderen Anforderungen abgedeckt werden können.

Letztlich halte ich diesen Vorschlag für eine peinliche Schnapsidee und es für ausgesprochen fragwürdig, dass er seitens zweier Bundesministerinnen überhaupt ernsthaft öffentlich diskutiert wird, was für mich eher Zeichen für Hilflosigkeit und Aktionismus sind. Hätte der Spiegel-Artikel dies - zu recht - gegeißelt, wäre dagegen nichts einzuwenden gewesen, aber diese Sprachwahl ... passt leider zum Niveau des Vorschlages.
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