Über Selbstzweifel und Unsicherheit
Über Selbstzweifel und Unsicherheit

Lebensplanung, Standorte
Antworten
.Lena

Über Selbstzweifel und Unsicherheit

Post 1 im Thema

Beitrag von .Lena »

Hallöchen,
Ich weiß, Schubladendenken ist blödsinnig. Nur weil es Menschen gab die bestimmt haben, dass es CD und TS gibt, bin ich nicht gezwungen
mich in eine dieser Richtungen einzuordnen. Man is eben was man ist.
Aber was ist, wenn ich vielleicht doch nicht transexuell bin, wobei ich mir meiner Sache ziemlich sicher war?
Wer sagt mir das meine Transexualität nich lediglich eine mir selbst vorgespielte rationale Erklärung für mein Verhalten ist,
um mich leichter Rechtfertigen zu können? Bei einem Outing könnte ich sagen "Hey ich bin TS, das ist angeboren, dafür kann ich nichts"
Könnte ich das als CD tun? In meinen Augen muss sich ein Vorliebe entwickeln. Von angeboren kann man da nicht reden? Oder?
Ist meine Gewissheit über TS vielleicht vorgespielt damit ich bei einem Outing nich als "unnormal" abgestempelt werde?
Und meine Aussage "Lieber würde ich sterben, als ein Mann zu bleiben" ... Nunja das kann ich nicht mehr 100% bestätigen. Zumal
ich die Frauenklamotten eben doch manchmal gerne ablege. Doch lege ich dann wirklich die Frauenklamotten ab, oder vielmehr die
unvollkommen eines Zugehörigkeitsgefühls, als Mann in Frauenklamotten. Ich denke als vollwertige Bio-Frau würde ich die Klamotten nicht
ablegen wollen. Weil ich TS bin oder vllt doch nur weil die Gesellschaft sagt: "Als Frau hast du das zu tragen"?
Die Selbstzweifel zerfressen mich allmählich. Mal mehr mal weniger. Eigentlich will ich TS sein. Aber welche Betroffenen können das schon
von sich behaupten? Ich möchte kein CD sein. Ich möchte eine Frau sein, mit Brüsten und allem was dazu gehört.
Liebe Grüße Lena
Anne-Mette
Administratorin
Beiträge: 27031
Registriert: Sa 24. Nov 2007, 18:19
Geschlecht: W
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Ringsberg
Forum-Galerie: gallery/album/1
Hat sich bedankt: 183 Mal
Danksagung erhalten: 2025 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Über Selbstzweifel und Unsicherheit

Post 2 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

Du solltest Dir vielleicht mal anhören, was Mari Günther zu dem Thema sagt in einem Deutschlandradio-Gespräch.
Das hatte ich in einem anderen Thema schon einmal gepostet:

Wenn Kinder sich fremd im eigenen Körper fühlen, können sie gemeinsam mit ihren Eltern bei der Berliner Familientherapeutin und Spezialistin für Transsexualität Mari Günther in Berlin Rat bekommen. Sie plädiert dafür, ihnen große Spielräume einzuräumen, um sich bezüglich ihres Geschlechts auszuprobieren.

http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/thema/1751780/
Natascha

Re: Über Selbstzweifel und Unsicherheit

Post 3 im Thema

Beitrag von Natascha »

.Lena hat geschrieben:Hallöchen,
Ich weiß, Schubladendenken ist blödsinnig. Nur weil es Menschen gab die bestimmt haben, dass es CD und TS gibt, bin ich nicht gezwungen
mich in eine dieser Richtungen einzuordnen. Man is eben was man ist.
Aber was ist, wenn ich vielleicht doch nicht transexuell bin, wobei ich mir meiner Sache ziemlich sicher war?
Wer sagt mir das meine Transexualität nich lediglich eine mir selbst vorgespielte rationale Erklärung für mein Verhalten ist,
um mich leichter Rechtfertigen zu können? Bei einem Outing könnte ich sagen "Hey ich bin TS, das ist angeboren, dafür kann ich nichts"
Könnte ich das als CD tun? In meinen Augen muss sich ein Vorliebe entwickeln. Von angeboren kann man da nicht reden? Oder?
Wenn Du CD bist/wärst, dann müßte es Dir ja mehr um die klamotten gehen als um's Frau sein als Solches. Für uns TS sind die Klamotten ja nur ein Aspekt, ein Ausdruck um uns wohlzufühlen und uns zu zeigen als das was wir sind. Ich glaub für die meisten CDs sind die Klamotten ja eher so Selbstzweck, evtl. mit erotischer Komponente.
Ist meine Gewissheit über TS vielleicht vorgespielt damit ich bei einem Outing nich als "unnormal" abgestempelt werde?
Das wäre reichlich sinnlos. Als TS wirst Du von den Normalos sowieso als "unnormal gestempelt.
Und meine Aussage "Lieber würde ich sterben, als ein Mann zu bleiben" ... Nunja das kann ich nicht mehr 100% bestätigen.
Ich würde es einfach anders formulieren. Ich könnte nicht das Leben eines Mannes leben.
Zumal
ich die Frauenklamotten eben doch manchmal gerne ablege. Doch lege ich dann wirklich die Frauenklamotten ab, oder vielmehr die
unvollkommen eines Zugehörigkeitsgefühls, als Mann in Frauenklamotten. Ich denke als vollwertige Bio-Frau würde ich die Klamotten nicht
ablegen wollen. Weil ich TS bin oder vllt doch nur weil die Gesellschaft sagt: "Als Frau hast du das zu tragen"?
Die Selbstzweifel zerfressen mich allmählich. Mal mehr mal weniger. Eigentlich will ich TS sein. Aber welche Betroffenen können das schon
von sich behaupten? Ich möchte kein CD sein. Ich möchte eine Frau sein, mit Brüsten und allem was dazu gehört.
Damit hast Du Deine Frage doch schon selbst beantwortet. Du bist eine von uns TS. Willkommen im 'Team Pink'. :wink:


LG,

Tasha
Antworten

Zurück zu „Körper - Gefühle - Empfindungen“