An Grenzen kommen
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Intergeschlechtliche Menschen, Crossdresser, Transgender, Transidente: Diskussionen über partnerschaftliche Aspekte, Rat und Tat für PartnerInnen und Familie
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Anne-Mette
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An Grenzen kommen

Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

ich beschreibe es mal so:

"Ich habe gebohrt - und genau einen
Nerv getroffen!
- Crossdressing - an Grenzen kommen"

Ein heutiges Ereignis hat mich dazu gebracht, einen kleinen Artikel zu schreiben:

Ich habe natürlich nicht gebohrt - und bin trotzdem auf einen Nerv gestoßen und es gab erst einmal ein laut und vernehmliches "AUA!"

Alles entstand aus einem Scherz. Meine Frau sagte mir heute am Strand, sie möchte etwas weniger Bauch. Zuhause wieder angekommen streichelte ich über ihren Bauch und sagte im Scherz: "Ich nehme Dir etwas Bauch ab, aber dann möchte ich auch etwas Busen!"
Oha, ihre Blicke verfinsterten sich und sie sagte: "Ich habe ja nun einiges hingenommen, aber das muss es doch nun wirklich nicht sein. ... dann musst Du dich entscheiden!"
Später hat sie einiges relativiert und nach etwas Überlegung und darüber sprechen "akzeptiert" sie meine Röcke, Kleider, Schuhe, Unterwäsche - aber mehr sollte es nun doch nicht sein; das möchte sie nicht.

weiter (wird ergänzt):

http://www.crossdresser-forum.de/crossd ... ommen.html
Anne-Mette
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Re: An Grenzen kommen

Post 2 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

vielen Dank für die Rückmeldung.

Hormone will ich aber selbst nicht nehmen; ich will auch Mann bleiben. Ich habe es so beschrieben: ich wünsche mir schon Busen, möchte aber alle meine Körperteile behalten. Ich drückte es so aus: manche Mädchen wünschen sich, Prinzessin zu sein oder Tänzerin oder...
Es ist ein "geheimer Wunsch". Das konnte sie nicht nachvollziehen; leider wollte sie auch nie Prinzessin sein ;-)

Ich denke, mit diesem Wunsch bin ich nicht so ganz alleine.
Sicherlich gibt es diejenigen, die sich selten und dann nur für einen begrenzten Zeitraum - ich sage das jetzt mal so, ohne es negativ zu bewerten - ALS FRAU VERKLEIDEN.
Bei mir ist es schon sehr lange das "Crossdressing" im Alltag - also fast "Vollzeit".
Dass das Tragen bestimmter weiblicher Anziehsachen ohne die "richtigen" Formen relativ unbefriedigend ist, hatten wir schon mal besprochen; einige verwenden dann ja auch Selbstbaulösungen oder erwerben sich die passenden Formen im Versandhandel :)

Wie gesagt - es ist ein geheimer und unrealistischer Wunsch.

Gruß
CPG
Anne-Mette
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Re: An Grenzen kommen

Post 3 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

es ist auch mehr die Auseinandersetzung mit der eigenen Fantasie und eine innerliche Beschäftigung mit der Frage "was wäre wenn?".
Natürlich hat das keinen Praxisbezug, wenn man weiterhin ein "normales Leben" führen möchte. Ich bin z.B. ein Anhänger von Stränden und von FKK.
Wird ein Rock manchmal - selbst von den angeblich so freien und freiheitsliebenden FKK-Leuten - lediglich belächelt, so würde ein Mann mit Brüsten sicherlich vom Strand gejagt (?)
Damenbademode kann mich ebenso wenig reizen wie eine modische Herrenbadehose.
Und allein schon auf das schöne Gefühl, "ohne" am Strand zu sitzen, möchte ich ungern missen.

Es war ja auch nur ein Gedankengang, der aus einem Scherz entstand. Ich bin recht gern ein "Grenzgänger", der sich manchmal auch mit der Frage beschäftigt: "...was mag hinter dem nächsten Hügel liegen...".

Gruß
CPG
Bianca D.
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Re: An Grenzen kommen

Post 4 im Thema

Beitrag von Bianca D. »

Hallöche Angel,

Puh-Langer Text,das mußte ich erstmal durch denken.Wenn ich dich richtig verstanden habe,fühlst du dich z.Zt. etwas genervt von seinen Bemühungen,einen Frauenkörper nachzuahmen.
Hast du ihm deine Gefühle und Gedanken mitgeteilt?Wie reagiert er darauf?
individual.angel hat geschrieben: Und habe nur ich das Gefühl, das je größer der Wunsch nach dem perfekten Frauenkörper wird auch die Anforderungen an den Männerkörper (flacher Bauch, gepflegte Haare, enthaarte glatte Haut...) steigen? Das die Frustration vorprogrammiert ist, die schon uns Frauen versklavt hat
Nein,damit stehst du nun wirkich nicht allein da.Das habe ich auch schon durch,aber ich habe mit den Unzulänglichkeiten,die mir meine männl. Hülle beschert,gelernt zu leben.Weil jeden Tag mir
Gedanken über stoppelige Beine oder Arme zu machen,da würde ich auf Dauer wohl durchdrehen.Einmal die Woche rasieren muß reichen.
Was macht man wenn man an so eine Grenze kommt, wo es keine Kompromisse gibt?Solche "Eingriffe", egal in welcher Größenordnung, finde ich ziemlich abstoßend,

Hm-Sehr schwierig! Du kommst an deine Grenze,er überschreitet sie?!Du sagst,da gibt es keine Kompromisse und doch muß einer gefunden werden!Entweder findest du einen für dich,womit du seine
Grenzen akzeptieren kannst,besser noch ihr findet gemeinsam eine Lösung.Häufige Grenzverletzungen und steigende Unzufriedenheit bei dir,führt trotz deines offenen Umgangs mit seiner Leiden-
schaft eure Beziehung in schwieriges Fahrwasser.Wenn das Boot stabil gebaut ist- kein Problem!
Ich hoffe,ich habe das so richtig interpretiert und wünsche euch viel Erfolg bei der Umschiffung der Klippen.

LG Bianca
Ick wees nüscht,kann nüscht,hab aba jede Menge Potenzial
Anne-Mette
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Re: An Grenzen kommen

Post 5 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Guten Abend,
Ich weiß das dieses Thema bald 2 Jahre alt wird
In zwei Jahren passiert viel, so ist auch hier im Forum viel passiert und bei mir zuhause auch (smili)
Ich kann immer nur für mich schreiben; andere Männer und Frauen werden vieles ganz anders sehen.
Für mich gibt es kein "perfektes Frauen(ab)bild", das ich erreichen möchte. Ich möchte und kann nicht perfekt sein. So weiß ich, dass ich durchaus Stärken habe, aber auch Schwächen.
Neben meinen körperlichen Beschränkungen kommt eine weitere Komponente hinzu: das Alter spielt auch eine Rolle.
Ich träume gern, aber ich bin auch Realist. Manches gibt es einfach nicht. Nie werde ich eine Frau sein; (nur) ein Mann bin ich wohl auch nicht. Deshalb habe ich aufgegeben, mich einzuteilen. Vor ein paar Tagen sollte ich auf einem amtlichen Formular eintragen: männlich/weiblich. Ich musste lange überlegen (smili)
Manche Kleidungsstücke machen nur Spaß, wenn sie etwas ausgefüllt sind. Eine Tunika, bei der die abgenähten Rundungen schlaff herunterhängen sieht aus wie ein Blumengarten nach einem Sturm: nicht schön (flo)
Ich habe nicht die Fantasie, die Rundungen größtmöglich auszufüllen, sondern "etwas". So wie manche (Bio)Frau die Form durch geschickte Kleidung etwas verkleinert oder vergrößert, so verwende ich gern einen kleinen Schalen-BH, bei denen ich sowieso den Eindruck habe, die sind für Crossdresser gemacht, weil ich keine Biofrau kenne, die welche tragen würde (smili)
Ich habe manchmal schon die Fantasie, ich hätte "echte", aber das wird eine Fantasie bleiben, genau so eine, wie manche glauben, zwei Penisse wären nicht schlecht - oder was einem noch so einfallen mag.

Meine Frau mochte es zuerst überhaupt nicht, dass ich einen BH anzog. Sie sagte: "das gehört nicht zu Dir, das ist nicht echt!" Alles Andere hat sie ertragen oder erduldet, manches findet sie sogar schön und sagt: "das steht Dir und passt zu Dir!"
Ich habe mich trotzdem nicht von den BHs abbringen lassen.
Sie nimmt es inzwischen gelassener.
Wir können für unser Anders-Sein keine Begeisterungsstürme erwarten. Das mag manchen enttäuschen, ganz egal, ob er Crossdresser ist oder transsexuell und sich als Frau fühlt.
Aber ich erlebe, dass es inzwischen "normal" bei mir/uns ist. Es ist Alltag und gehört zu uns wie eine kaputte Waschmaschine oder ein schöner Sonntagsausflug. Es gehört zu uns.

Der "Busenwunsch" entstand bei mir auch nicht aus einem Gefühl ein "perfektes Passing" zu erreichen, sondern ich stell(t)e mit es einfach sehr schön vor, Brüste zu haben.

Gruß
CPG
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Re: An Grenzen kommen

Post 6 im Thema

Beitrag von conny »

hallo,

bei aller diskussion um details seines crossdressings, geht es den partnerinnen nicht im grunde darum, dass sie die sicherheit brauchen, dass da nicht mehr ist?

auf meinen weg vom "einfachen" damenwäscheträger zur möglichst perfekten frau ging es in unseren diskussionen immer wieder um diesen punkt bis ich ihn endlich ausräumen konnte. und das geht eben nicht mit 24 stunden/365 tage perfekte "frau", dazu gehört auch mal ein paar tage der männliche freizeitlook mit dreitagebart.

lg
conny
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Re: An Grenzen kommen

Post 7 im Thema

Beitrag von conny »

@individual.angel

damit meinte ich, dass er nicht nur mehr oder weniger oft die frauenrolle spielt, die auch der männlichen seite noch raum läßt, sondern eine frau werden will. das hieße für die partnerin ja, dass sie ihren MANN verliert.

lg
conny
Bianca D.
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Re: An Grenzen kommen

Post 8 im Thema

Beitrag von Bianca D. »

individual.angel hat geschrieben: Danke ihr zwei fürs lesen und antworten! Meistens hilft es schon einfach darüber zu schreiben und die Gedanken klären sich.
Hi Angel,

Na dafür sind wir doch da. (smili)

LG Bianca
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