Der 9.November ist ein denkwürdiger Tag
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Violetta-TransFlower
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Der 9.November ist ein denkwürdiger Tag

Post 1 im Thema

Beitrag von Violetta-TransFlower »

Der 9. November ist für unser Land und damit auch für Uns ein wichtiger und erinnerungswürdiger Tag.

Zuerst möchte ich da die Grenzöffnung und den Mauerfall in Berlin 1989 nennen.
Ein sehr wichtiges Ereignis der jüngeren Geschichte Deutschlands.
Wenn das nicht passiert wäre, wer weiß wie es heute mit unserem Land aussehen würde.
Ich mag mir das gar nicht ausmalen, die DDR mit den ganzen digitalen Möglichkeiten der Überwachung, wie das heute eventuell sein könnte, seht Ihr in China.
Auch wenn heutzutage nicht alles in Ordnung ist in diesem Land, so dürfen Wir doch in Freiheit leben.
Dessen sollten Wir Uns Alle immer bewußt sein. Das ist wertvoll.

Ich selbst war 19 Jahre alt und habe es an diesem Abend im TV mitbekommen, was da gerade geschieht.
Ich wohnte auch damals schon im Osten von Thüringen.
Mir fehlte aber der fahrbare Untersatz um da irgendwie in Grenznähe zu kommen, da sah ja in Berlin damals schon etwas anders aus.

Erzählt doch mal, wie Ihr diesen Tag erlebt habt.


Ein zweites wichtiges und zugleich schreckliches Ereignis ist die Reichpogromnacht im Jahre 1938.
Anne-Mette hat ja schonmal zu einem arte TV Beitrag einen link gepostet, das habe ich mir gestern teilweise angeschaut und war wieder einmal entsetzt und traurig. (cry)
Hoffentlich kommt es NIE WIEDER ! so weit. Ich möchte so etwas Schlimmes nicht erleben müssen.

https://www.arte.tv/de/videos/117734-00 ... -1938-1-2/

Es gab noch mehr Ereignisse in der Geschichte an diesem Tag, auf die ich jetzt aber nicht näher eingehen möchte.
Wen es interessiert, hier zum Nachlesen.
https://de.wikipedia.org/wiki/9._November_(Deutschland)

Ich wünsche trotzdem einen schönen Sonntag
Eure Violetta💜
🌺 Das Glück 🍀 wohnt wieder in meinem Herzen 💜🙏
Stefanie
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Re: Der 9.November ist ein denkwürdiger Tag

Post 2 im Thema

Beitrag von Stefanie »

An diesem 09.11.1989 lief abends auf RTL einer dieser "Dudu"-Filme (mit dem verrückten gelben VW-Käfer). Plötzlich ein Laufband am unteren Bildrand: "DDR öffnet Grenze - Sondersendung im Anschluss". Habe den Film damals auf VHS aufgenommen und den Recorder hernach einfach weiterlaufen lassen. Die Kassette (und auch den Videorecorder) habe ich heute noch.
Am nächsten Tag im Vormittagsprogramm gegen 9 Uhr (Frühstücksfernsehen gab es damals im Öffentlich-Rechtlichen Fernsehen noch nicht) eine Sondersendung der Berliner Abendschau zur Grenzöffnung mit Bildern vom Vorabend und der Nacht. Auch diese Sendung schlummert noch in meinem Videokassetten-Regal.
Lea Michele
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Re: Der 9.November ist ein denkwürdiger Tag

Post 3 im Thema

Beitrag von Lea Michele »

Violetta CD hat geschrieben: So 9. Nov 2025, 09:38 Ein zweites wichtiges und zugleich schreckliches Ereignis ist die Reichpogromnacht im Jahre 1938.
Anne-Mette hat ja schonmal zu einem arte TV Beitrag einen link gepostet, das habe ich mir gestern teilweise angeschaut und war wieder einmal entsetzt und traurig. (cry)
Hoffentlich kommt es NIE WIEDER ! so weit. Ich möchte so etwas Schlimmes nicht erleben müssen.
Liebe Violetta,

du hast so recht, solche Menschen missachteten Zeiten darf es nicht mehr geben, aber sie finden trotzdem statt!
Der Mensch kann ein grausames Tier sein, da er "Denken" kann!

Liebe traurige Grüße Lea Michele❣️
Auf dem Weg endlich so zu sein wie ich mich fühle❣️
Jaddy
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Re: Der 9.November ist ein denkwürdiger Tag

Post 4 im Thema

Beitrag von Jaddy »

9. November 1989. Ich hab ihn in meiner ersten Wohnung erlebt. Vor Internet. Ich kam mir vor wie "Der Zeitreisende" in der Story von Spider Robinson. Dort kommt ein Priester im Sommer 1963 aus den USA als Missionar in ein mittelamerikanisches Land und wird nach einem Militärputsch für zehn Jahre eingeknastet. Ohne Kontakt zur Aussenwelt. 1973 kommt er zurück in die USA und alles hat sich verändert. Kennedys Ermordung, Vietnamkrieg, Mondlandung, Nixon come and gone, Hippies, Woodstock, die Beatles und die Stones, LSD und so weiter.

Bei mir waren es nur neun Wochen und eine Tour mit drei Freunden im Wohnmobil durch die USA. Mitte Juli bis Mitte Oktober. Nur National Parks und Campgrounds. Keine internationalen Medien, kein Internet, kein Fernsehen. Wir sind vor den Montagsdemos gestartet, vor der ungarisch-österreichischen Grenzöffnung, vor den Botschaftsflüchtlingen. Als wir im Oktober bei Freunden ankamen, lag eine L.A.Times auf dem Tisch: "Honnecker Resigned". WTF?

Wir sind im kalten Krieg in den Urlaub gefahren und kurz vor der Maueröffnung wieder gelandet. Vier Wochen später... Ich hab mich nie so von der Realität überrumpelt gefühlt wie da, und nie vorher so gut verstanden, weshalb wir so wenig über andere Länder wissen. Gerade in den USA kannst du dein ganzes Leben verbringen, ohne jemals was von ausserhalb deines Bundesstaats mitzukriegen.

Anyway, ich hab am 9. November 1989 Tagesthemen gesehen und geflennt. Das Gefühl hält bis heute an.
Inga
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Re: Der 9.November ist ein denkwürdiger Tag

Post 5 im Thema

Beitrag von Inga »

Hallo,

In der Zeit habe ich in Berlin gelebt, Berlin (West), im Wedding, ein paar hundert Meter von der Mauer entfernt mit Blick auf den Ostberliner Fernsehturm, nicht weit vom Grenzübergang Chausseestr. Von den Besuchen bei Freunden und Bekannten in der DDR war uns klar, dass da einiges im Lande vorging. Honneckers Rücktritt war nur ein Detail. Die Demos in Leipzig und anderswo, die Flüchtende über Ungarn und CSSR, die Demo wenige Tage vorher auf dem Alexanderplatz, die Aufhebung der Zensur von Presse, Radio und Fernsehen, da war einiges im Gange. Uns war klar, dass Erleichterungen der Reisen in den Westen ein Ventil waren, das Volk in der DDR zu beruhigen. Schon einen Monat im Oktober diskutierten wir mit Bezirkspolitikern, was wohl passiere, wenn auf einmal tausende Bürger von jenseits der Mauer den Westteil Berlins angucken wollten. Kurz: Es lag etwas in der Luft. Die berühmte Pressekonferenz verkündete freizügiges Reisen. Da wenige Ost-Berliner für die schnelle Kommunikation Telefon o.ä. hatten, verhielten sie sich wie von uns erwartet: Sie gingen zu den Grenzübergängen, um zu gucken. Und dann waren es bald so viele, dass die Grenzbeanten letztendlich die Schlagbäume öffneten. Massen strömten in der Nacht in den Westteil und so auch an unserem Haus vorbei: Die meisten zu fuss, doch die Strasse verstopt mit Trabbies Richtung Westen, der bei uns Richtung Norden ging. Plötzlich, endlich im unerreichbaren Westen! U-Bahn, Busse fuhren die Nacht durch in dichten Abständen. Kuhdamm war meist das Ziel. Nach einigen Stunden ging es für viele zurück, um in den nächsten Tagen wiederzukommen und mit Familie und Freunden den Westen ausführlicher zu entdecken.
Aufstehen, auf die Straße gehen, auch an der Mauer gucken und die überraschten nächtlichen Besucher begrüssen oder zuhause bleiben, falls "die Freunde von drüben" klingelten? Bei den Nachbarn klingelte es um 3 Uhr nachts und lebhaftes Hallo im Flur. Ich machte Radio an, Deutschlandfunk, dann zu BBC mit deutschem Programm aus dem Berliner Studio: Sie sendeten noch etwas anderes als Berlin. Die meisten Sender brachten nur stundenlange Livereportagen von Berlin, unterbrochen von Nachrichten, dass die Mauer gefallen ist.

Klar: Die Tage werde ich nicht so leicht vergessen.

Liebe Grüße
Inga
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