trans* im Krankenhaus
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Crossdressing und selbst Erlebtes... Erdachtes
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Claudia
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trans* im Krankenhaus

Post 1 im Thema

Beitrag von Claudia »

Moin! (moin)

Letzte Woche war ich mal wieder im Krankenhaus, das ist nunmal leider ein vertrauter Ort geworden. Aber auch ein Ort, an dem man mit vielen Menschen ins Gespräch kommen kann. Weniger auf der Station oder in der Behandlung, aber schon auf den Gängen, in der Cafeteria oder der Raucherecke. Ja, ist schädlich, aber zur Entspannung einfach hilfreich.

Da man dort immer wieder die gleichen Leute trifft, wird man auch mal konkret angesprochen. Warum zeigt mein Profilbild doch deutlich und die Stimme tut ein Übriges. Auf die Frage "Was bist du?" gibt es die klare Antwort "eine Frau". Häufig kommt dann die nächste Frage: "Aber du warst mal ein Mann?". Meine Antwort: "Biologisch schon, gefühlt nicht!"

Diese Fragen kommen nach meiner Erfahrung mit zunehmendem Alter häufiger, aber sie sind mir ehrlich gesagt egal. Vielleicht braucht es ein bisschen Selbstbewusstsein, so offen damit umzugehen, aber das habe ich inzwischen. Und solche Gespräche haben den Vorteil, anderen ein wenig zu vermitteln, was so in uns trans-Menschen vorgeht. Vor allem, aber, dass wir uns das nicht ausgesucht haben, sondern dass es ein intensives inneres Bedürfnis ist.

Bei allen, was derzeit so negativ über queeres oder trans*-Leben berichtet wird, kann ich hier nur sagen, dass ich das nicht erlebt habe. Die Reaktionen waren eher positiv mit Worten "mutig", "interessant", "das habe ich nicht gewusst". Nichts von diesen Hass-Kommentaren, wie sie durch die Medien fliegen. Persönliche Gespräche können da viel bewirken, man muss sich nur darauf einlassen.
Nicht (arg) sondern (hs)

Vielleicht ist es auch nur, dass wir hier im Norden, in Schleswig-Holstein etwas offener mit solcher Lebensführung umgehen. Oder es ist die Offenheit im Gespräch, keine Anhnung. Auf jeden Fall hatte ich den Eindruck, einigen Menschen etwas Einblick in unsere/meine Art zu leben gegeben zu haben. Und wenn sie dann selbst freundlicher damit umgehen, hat es sich gelohnt.

Soviel zu meinen Erfahrungen als trans* im Krankenhaus.

LG Claudia
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girlnamedliz
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Re: trans* im Krankenhaus

Post 2 im Thema

Beitrag von girlnamedliz »

Wie es so schoen heisst: "It's hard to hate up close."

Das entspricht genau meinen Erfahrungen. Die Welt in Nachrichten und Politik ist anonym, kalt, und gefuehllos. Dagegen sind die direkten Interaktionen mit den meisten Menschen sehr viel waermer. Natuerlich gibt es die Idoten - aber es gibt vor allem sehr viele Leute, die sich grosse Muehe geben, das Leben ein kleines bischen einfacher und netter zu machen. Ja, viele Fragen sind doof - aber es ist oft eher Unwissenheit, als Bosheit dahinter. Und genau das gibt mir Mut: Je mehr wir da draussen mit Leuten direkt in Kontakt treten, desto groesser die Chance, dass die Zeiten mal wieder etwas besser werden.

Gute Besserung!

LG, Liz
Magdalena
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Re: trans* im Krankenhaus

Post 3 im Thema

Beitrag von Magdalena »

Hallo,

auch ich erlebe es so, je offener ich meinen Gegenüber auftrete, um so eher werde ich ernst genommen. Es gibt noch viel Unwissenheit bei vielen Menschen zum Thema Transgender. Falsche Informationen aus den Medien tun ihr übriges. Da ist noch viel Aufklärung zu leisten. Im persönlichen Gespräch besteht die Chance aus eigener Erfahrung ohne zu belehren anderen Menschen die Vorurteile gegenüber Transgendern abzubauen. Oft ist dann die Antwort, "Das wusste ich nicht.", und "Dasist ganz schön mutig!" Wobei ich meistens den Einwand bringe, dasd es weniger etwas mit Mut zu tu hat. Sondern eher mit der Notwendigkeit anders nicht mehr leben zu können. Und ich es mir nicht so zum Spaß ausgedacht habe, den langen steinigen Weg der Transition zu gehen. Dafür erntete ich meistens eine positive Reaktion meiner Gesprächspartner.

Viele liebe Grüße von Magdalena
Lebe jeden Tag.
Violetta-TransFlower
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Re: trans* im Krankenhaus

Post 4 im Thema

Beitrag von Violetta-TransFlower »

Vielen Dank an Euch Drei 💜

Ihr leistet Pionierarbeit, genau wie ich es mache.
Immer schön den unwissenden Leuten in Gesprächen vermitteln, was Wir sind und was Uns ausmacht.
Persönliche Gespräche sind sowieso das beste Mittel der Kommunikation. (yes)

Führt sehr gerne persönliche Gespräche
Eure Violetta 💜
Ich lebe jetzt meine Träume und rufe Euch deshalb zu:
Macht, was Euch glücklich macht !
💜ICH BIN SEHR GLÜCKLICH !🍀
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Queer erlebst Du MEHR... Wann, wenn nicht jetzt ?!
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