Letzte Woche war ich mal wieder im Krankenhaus, das ist nunmal leider ein vertrauter Ort geworden. Aber auch ein Ort, an dem man mit vielen Menschen ins Gespräch kommen kann. Weniger auf der Station oder in der Behandlung, aber schon auf den Gängen, in der Cafeteria oder der Raucherecke. Ja, ist schädlich, aber zur Entspannung einfach hilfreich.
Da man dort immer wieder die gleichen Leute trifft, wird man auch mal konkret angesprochen. Warum zeigt mein Profilbild doch deutlich und die Stimme tut ein Übriges. Auf die Frage "Was bist du?" gibt es die klare Antwort "eine Frau". Häufig kommt dann die nächste Frage: "Aber du warst mal ein Mann?". Meine Antwort: "Biologisch schon, gefühlt nicht!"
Diese Fragen kommen nach meiner Erfahrung mit zunehmendem Alter häufiger, aber sie sind mir ehrlich gesagt egal. Vielleicht braucht es ein bisschen Selbstbewusstsein, so offen damit umzugehen, aber das habe ich inzwischen. Und solche Gespräche haben den Vorteil, anderen ein wenig zu vermitteln, was so in uns trans-Menschen vorgeht. Vor allem, aber, dass wir uns das nicht ausgesucht haben, sondern dass es ein intensives inneres Bedürfnis ist.
Bei allen, was derzeit so negativ über queeres oder trans*-Leben berichtet wird, kann ich hier nur sagen, dass ich das nicht erlebt habe. Die Reaktionen waren eher positiv mit Worten "mutig", "interessant", "das habe ich nicht gewusst". Nichts von diesen Hass-Kommentaren, wie sie durch die Medien fliegen. Persönliche Gespräche können da viel bewirken, man muss sich nur darauf einlassen.
Nicht
Vielleicht ist es auch nur, dass wir hier im Norden, in Schleswig-Holstein etwas offener mit solcher Lebensführung umgehen. Oder es ist die Offenheit im Gespräch, keine Anhnung. Auf jeden Fall hatte ich den Eindruck, einigen Menschen etwas Einblick in unsere/meine Art zu leben gegeben zu haben. Und wenn sie dann selbst freundlicher damit umgehen, hat es sich gelohnt.
Soviel zu meinen Erfahrungen als trans* im Krankenhaus.
LG Claudia