Was wird mich erwarten?
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Stephania
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Was wird mich erwarten?
Ich spiele mit dem Gedanken, bei meiner Hausärztin vorstellig zu werden um mit ihr über meine Empfindungen zu sprechen.
Ich frage mich jedoch, was mich dabei erwarten wird.
Ich kenne sie schon jahrelang und war auch schon bei ihrem Vater Patient.
Der Gedanke der mich umtreibt: wird sie es verstehen? Wird sie dem ablehnend gegenüber stehen? Wie soll ich mich verhalten?
Ist es noch zu früh? Ich war jetzt erst letzte Woche das erste Mal in der Öffentlichkeit...
Wie sind/waren eure Erfahrungen? Wie seid ihr die Sache angegangen?
Liebe Grüße
Steph
Ich frage mich jedoch, was mich dabei erwarten wird.
Ich kenne sie schon jahrelang und war auch schon bei ihrem Vater Patient.
Der Gedanke der mich umtreibt: wird sie es verstehen? Wird sie dem ablehnend gegenüber stehen? Wie soll ich mich verhalten?
Ist es noch zu früh? Ich war jetzt erst letzte Woche das erste Mal in der Öffentlichkeit...
Wie sind/waren eure Erfahrungen? Wie seid ihr die Sache angegangen?
Liebe Grüße
Steph
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Val44721
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Re: Was wird mich erwarten?
Hi Stephania,
was würdest du dir denn wünschen/was ist dein Grund dafür? Meinst du in Richtung Hormone? Oder einfach damit sie dich richtig anspricht? Oder was ganz anderes?
Ich war auch sehr nervös als ich das meiner Hausärztin gesagt hab. Im Endeffekt war das aber komplett unnötig gewesen, sie meinte direkt, ach sie haben mehrere trans Patientys und mich gefragt wie ich denn angesprochen werden mag. Und auch die Mitarbeiterinnen haben beim Blut abnehmen ein bisschen mit mir gequatscht und direkt versichert, dass das alles gar kein Problem ist und sich die Notiz für mich gemacht wie sie mich ansprechen.
Das war schon ziemlich cool, und ich hätt das gar nicht gedacht bei der doch recht kleinen Praxis, aber die sind anscheinend doch recht geübt darin. Und das lässt mich annehmen, dass das für die meisten Hausarztpraxen nichts neues ist, und wahrscheinlich hören die auch täglich viel ungewöhnlichere Sachen als Kleidungsstil oder abweichende Geschlechtsidentitäten.
Also nicht zu sehr den Kopf zerdenken.
LG
Valerie
was würdest du dir denn wünschen/was ist dein Grund dafür? Meinst du in Richtung Hormone? Oder einfach damit sie dich richtig anspricht? Oder was ganz anderes?
Ich war auch sehr nervös als ich das meiner Hausärztin gesagt hab. Im Endeffekt war das aber komplett unnötig gewesen, sie meinte direkt, ach sie haben mehrere trans Patientys und mich gefragt wie ich denn angesprochen werden mag. Und auch die Mitarbeiterinnen haben beim Blut abnehmen ein bisschen mit mir gequatscht und direkt versichert, dass das alles gar kein Problem ist und sich die Notiz für mich gemacht wie sie mich ansprechen.
Das war schon ziemlich cool, und ich hätt das gar nicht gedacht bei der doch recht kleinen Praxis, aber die sind anscheinend doch recht geübt darin. Und das lässt mich annehmen, dass das für die meisten Hausarztpraxen nichts neues ist, und wahrscheinlich hören die auch täglich viel ungewöhnlichere Sachen als Kleidungsstil oder abweichende Geschlechtsidentitäten.
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Jaddy
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Re: Was wird mich erwarten?
Mein spontaner Gedanke: Was versprichst du dir davon?
Besseres Verhältnis? Medizinische Hilfe?
Besseres Verhältnis? Medizinische Hilfe?
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Anja61
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Re: Was wird mich erwarten?
Hallo Stephania,
Ich habe mich meinem Hausarzt diesbezüglich noch nicht anvertraut Bisher hatte ich dafür kein Motiv.
Welches hast Du? Welche Art der Unterstützung möchtest Du von Deiner Hausärztin erhalten?
Liebe Grüße
Anja
Ich habe mich meinem Hausarzt diesbezüglich noch nicht anvertraut Bisher hatte ich dafür kein Motiv.
Welches hast Du? Welche Art der Unterstützung möchtest Du von Deiner Hausärztin erhalten?
Liebe Grüße
Anja
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Knäckebrötchen
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Re: Was wird mich erwarten?
Hi Steph,
ich denke die wichtigste Frage wurde schon gestellt, bzw. genannt.
Ich glaube, wenn ich so gar keine Ahnung hätte, wie ein Gegenüber reagieren wird, würde ich das vorsichtig ansprechen. Das typische "ich frag für einen Freund"(tm). Da wirst Du schon schnell merken, ob deine Hausärztin offen ist, vielleicht sogar auch Erfahrung hat oder eher nicht.
Ich meine, die wird dich mit Sicherheit ausfragen. Meine war damals total entspannt und sogar fast schon ein wenig zu enthusiastisch. Die Arzthelferin hat sich auch direkt meinen neuen Namen in die Akte geschrieben und war (ist immernoch) super nett.
Und ob Du erst letzte Woche das erste Mal draußen warst ist tatsächlich total irrelevant. Ich war zu dem Zeitpunkt noch kein einziges Mal "en femme" draußen. Ich glaube mein Werdegang ist da aber auch etwas speziell und nicht "typisch". Zumindest nicht für das Forum hier. Wichtiger ist, wie Du zu dir stehst und wie du dir deinen weiteren Weg vorstellst. Du trägst dein Empfinden ja schon lange mit dir rum und das ist eigentlich Grund genug. Das "in Frauenkleidern raus gehen" kann ein Teil einer Transition sein, ist aber kein muss. Und definitiv musst Du noch keine "Alltagserfahrung" gemacht haben!
Ich drücke Dir jedenfalls die Daumen, dass Du eine gute Erfahrung machen darfst, wenn Du es wagst
ich denke die wichtigste Frage wurde schon gestellt, bzw. genannt.
Ich glaube, wenn ich so gar keine Ahnung hätte, wie ein Gegenüber reagieren wird, würde ich das vorsichtig ansprechen. Das typische "ich frag für einen Freund"(tm). Da wirst Du schon schnell merken, ob deine Hausärztin offen ist, vielleicht sogar auch Erfahrung hat oder eher nicht.
Ich meine, die wird dich mit Sicherheit ausfragen. Meine war damals total entspannt und sogar fast schon ein wenig zu enthusiastisch. Die Arzthelferin hat sich auch direkt meinen neuen Namen in die Akte geschrieben und war (ist immernoch) super nett.
Und ob Du erst letzte Woche das erste Mal draußen warst ist tatsächlich total irrelevant. Ich war zu dem Zeitpunkt noch kein einziges Mal "en femme" draußen. Ich glaube mein Werdegang ist da aber auch etwas speziell und nicht "typisch". Zumindest nicht für das Forum hier. Wichtiger ist, wie Du zu dir stehst und wie du dir deinen weiteren Weg vorstellst. Du trägst dein Empfinden ja schon lange mit dir rum und das ist eigentlich Grund genug. Das "in Frauenkleidern raus gehen" kann ein Teil einer Transition sein, ist aber kein muss. Und definitiv musst Du noch keine "Alltagserfahrung" gemacht haben!
Ich drücke Dir jedenfalls die Daumen, dass Du eine gute Erfahrung machen darfst, wenn Du es wagst
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Malvine
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Re: Was wird mich erwarten?
Hallo Stephania,
du kannst ja mehrgleisig fahren. Frag deine Hausärztin, in wie weit sie dir bei deinen Zukunftsentscheidungen helfen kann. Und sei es nur mit einer Überweisung zu einer therapeutischen Behandlung.
Auf der anderen Seite kannst du deine weibliche Seite jetzt ausleben, so wie du es für richtig hältst.
Bis es soweit ist, dass du dich für einen neuen Lebensweg entscheiden kannst wird es noch eine gute weile Dauern als viel Zeit um auszuprobieren, was du willst.
Soweit mir bekannt, ist in unserer Region so gut wie keine ärtzliche Betreuung für Hormontherapie vorhanden. So habe ich das zumindest aus einem Gespräch im Queer Cafe in Erinnerung.
Für mich war allein schon das Leben meiner weiblichen Seite eine Befreiung und es haben sich so manche von meinen Ansichten und Wünsche geändert.
Mach einfach die ersten Schritte und entscheide dann mit jeden Schritt, wohin dein Weg dich führen soll.
LG
Malvine
du kannst ja mehrgleisig fahren. Frag deine Hausärztin, in wie weit sie dir bei deinen Zukunftsentscheidungen helfen kann. Und sei es nur mit einer Überweisung zu einer therapeutischen Behandlung.
Auf der anderen Seite kannst du deine weibliche Seite jetzt ausleben, so wie du es für richtig hältst.
Bis es soweit ist, dass du dich für einen neuen Lebensweg entscheiden kannst wird es noch eine gute weile Dauern als viel Zeit um auszuprobieren, was du willst.
Soweit mir bekannt, ist in unserer Region so gut wie keine ärtzliche Betreuung für Hormontherapie vorhanden. So habe ich das zumindest aus einem Gespräch im Queer Cafe in Erinnerung.
Für mich war allein schon das Leben meiner weiblichen Seite eine Befreiung und es haben sich so manche von meinen Ansichten und Wünsche geändert.
Mach einfach die ersten Schritte und entscheide dann mit jeden Schritt, wohin dein Weg dich führen soll.
LG
Malvine
Nicht das schwarze Schaf ist anders, die Weißen sind alle gleich
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Stephania
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Re: Was wird mich erwarten?
Ich danke euch für eure Antworten.
Ich weiß, dass sie sehr auf das Seelenheil ihrer Patienten bedacht ist und auch gerne nur mal zuhört. Nur wie sie zu diesem Thema steht, kann ich nicht sagen. Aber wenn es einmal raus ist, dann kann man es nicht mehr zurück nehmen.
LG Steph
Meine Idee war, dass ich das Gespräch so anfange: "Nur mal hypothetisch, was wäre wenn ich mich völlig Fehl am Platz fühlen würde?" - oder so ähnlich.Knäckebrötchen hat geschrieben: Mo 28. Apr 2025, 22:29 Ich glaube, wenn ich so gar keine Ahnung hätte, wie ein Gegenüber reagieren wird, würde ich das vorsichtig ansprechen. Das typische "ich frag für einen Freund"(tm). Da wirst Du schon schnell merken, ob deine Hausärztin offen ist, vielleicht sogar auch Erfahrung hat oder eher nicht.
Ich weiß, dass sie sehr auf das Seelenheil ihrer Patienten bedacht ist und auch gerne nur mal zuhört. Nur wie sie zu diesem Thema steht, kann ich nicht sagen. Aber wenn es einmal raus ist, dann kann man es nicht mehr zurück nehmen.
Das war so meine Intension dabei.Malvine hat geschrieben: Mo 28. Apr 2025, 23:14 Frag deine Hausärztin, in wie weit sie dir bei deinen Zukunftsentscheidungen helfen kann. Und sei es nur mit einer Überweisung zu einer therapeutischen Behandlung.
Das hab ich letzte Woche auch mitbekommen. man muss da richtig weit fahren...Malvine hat geschrieben: Mo 28. Apr 2025, 23:14 Soweit mir bekannt, ist in unserer Region so gut wie keine ärtzliche Betreuung für Hormontherapie vorhanden. So habe ich das zumindest aus einem Gespräch im Queer Cafe in Erinnerung.
Ich habe am Wochenende richtig viel darüber nachgedacht. Ich glaube, das reicht mir nicht mehr. Vermutlich habe ich es schon viel zu lange in mich rein gefressen.Malvine hat geschrieben: Mo 28. Apr 2025, 23:14 Für mich war allein schon das Leben meiner weiblichen Seite eine Befreiung und es haben sich so manche von meinen Ansichten und Wünsche geändert.
LG Steph
Zuletzt geändert von Stephania am Di 29. Apr 2025, 05:57, insgesamt 1-mal geändert.
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Violetta-TransFlower
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Re: Was wird mich erwarten?
Hallo liebe Stephania,
Die meisten Fragen, die Dein neues Thema hier aufwirft, haben meine Vorrednerinnen schon gestellt.
Mir ist noch dazu eingefallen: Möchtest du als Mann oder als Frau dort erscheinen ?
Das macht ja einen großen Unterschied, aber das ist Dir mit Sicherheit bewußt.
hat eine Frage
Deine Violetta
Die meisten Fragen, die Dein neues Thema hier aufwirft, haben meine Vorrednerinnen schon gestellt.
Mir ist noch dazu eingefallen: Möchtest du als Mann oder als Frau dort erscheinen ?
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hat eine Frage
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ChristinaF
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Re: Was wird mich erwarten?
Liebe Stephania,
ich finde es toll, dass du mit deiner Hausärztin über deine Empfindungen sprechen willst.
Und es ist ganz normal, dass du diesbezüglich nervös bist. Geh das Gespräch ganz locker an und rede nicht lange um "den heißen Brei". Erkläre ihr ruhig deine Situation und frage sie ob und wie sie dir helfen kann. Du wirst sehen wie leicht all das ist.
Beim ersten Gespräch würde ich nicht komplett als Frau gehen. Aber gegen Hose, einer schicken Bluse und flachen Damenschuhe spricht doch nichts.
Bei mir wars in meiner Anfangszeit ähnlich. Auch ich suchte zuerst bei meiner Hausärztin Hilfe und bekam sie ohne wenn und aber. Selbst die Hormontherapie war dann bei ihr kein Problem.
Ich wünsche dir dabei alles Gute und würde es toll finden, hier in diesem Forum zu berichten, wies denn so gelaufen ist. Nur Mut!
Liebe Grüße
Christina
ich finde es toll, dass du mit deiner Hausärztin über deine Empfindungen sprechen willst.
Beim ersten Gespräch würde ich nicht komplett als Frau gehen. Aber gegen Hose, einer schicken Bluse und flachen Damenschuhe spricht doch nichts.
Bei mir wars in meiner Anfangszeit ähnlich. Auch ich suchte zuerst bei meiner Hausärztin Hilfe und bekam sie ohne wenn und aber. Selbst die Hormontherapie war dann bei ihr kein Problem.
Ich wünsche dir dabei alles Gute und würde es toll finden, hier in diesem Forum zu berichten, wies denn so gelaufen ist. Nur Mut!
Liebe Grüße
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Knäckebrötchen
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Re: Was wird mich erwarten?
Hey,Stephania hat geschrieben: Di 29. Apr 2025, 04:57 Meine Idee war, dass ich das Gespräch so anfange: "Nur mal hypothetisch, was wäre wenn ich mich völlig Fehl am Platz fühlen würde?" - oder so ähnlich.
Ich weiß, dass sie sehr auf das Seelenheil ihrer Patienten bedacht ist und auch gerne nur mal zuhört. Nur wie sie zu diesem Thema steht, kann ich nicht sagen. Aber wenn es einmal raus ist, dann kann man es nicht mehr zurück nehmen.
finde ich ehrlich gesagt keinen guten Einstieg. Sich "völlig fehl am Platz fühlen" kann viele Ursachen haben und weckt vielleicht falsche Assoziationen. Dann vermutet sie vielleicht eine Depression, und nimmt dein Anliegen, Unterstützung für deine mögliche Transidentität zu erhalten, gar nicht mehr richtig wahr. Und es ist schon ein so direkter Einstieg ins Thema, "nur mal hypothetisch" ist de facto reine Augenwischerei. Damit "täuschst" Du niemanden. Mit täuschen meine ich hier nicht, dass Du deine Ärztin hinters Licht führen willst, sondern ihr das nur als theoretisches Konstrukt anbieten möchtest.
Ich meine, was wäre denn deine Antwort, wenn sie sagt "also wenn das so wäre, dann würde ich Sie nicht mehr behandeln wollen. So rein hypothetisch."?
Ich bin den Weg damals andersrum gegangen. Erstmal eine Therapeutin gesucht, die Probatorik genutzt um mir über meine Transidentität klarer zu werden und dann bin ich zu meiner Hausärztin für eine Überweisung. Die ist ja nur 1 Quartal gültig und wenn Du in der Zeit niemanden findest, ist das doof. Ich verstehe dich da so, dass Du jemanden suchst. Und dann hast Du eben die Probatorik, also ~5h Kennenlernen ohne Überweisung auf KK-Kosten. Bei theoretisch so vielen Therapeutys wie Du willst oder findest.
Und das ist bestimmt so. Du musst Dich aber zu nichts verpflichtet fühlen. Es gibt da kein richtig oder falsch. Ob Du da nun voll en femme aufschlägst (dann brauchst Du sowie so keine rhetorischen Tricks mehr), in Teilen mit weiblicher Garderobe oder komplett männlich... am Ende würde ich mich für den Modus entscheiden, in dem ich mich in dieser Situation am wohlsten fühle (soll heißen: hab ich damals so gemacht). Oft wird geschrieben, dass der erste Auftritt bei Arzty oder Therapeuty ganz "als Frau" als besonders authentisch oder überzeugend wirken soll - das ist aber imho nicht notwendig. Du stehst am Anfang einer Reise und da ist es vollkommen normal, unsicher, zweifelnd zu sein.Stephania hat geschrieben: Di 29. Apr 2025, 04:57 Ich habe am Wochenende richtig viel darüber nachgedacht. Ich glaube, das reicht mir nicht mehr. Vermutlich habe ich es schon viel zu lange in mich rein gefressen.
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Lana
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Re: Was wird mich erwarten?
Ich habe in letzter Zeit reichlich neue Ärzte gesehen. Dabei war schon äußerlich klar, was bei mir Sache ist. Niemand hat da ein Problem daraus gemacht. Im Gegenteil, es wurde zur Kenntnis genommen, in der Regel gefragt, wie ich angesprochen werden möchte und ansonsten professionell damit umgegangen. Das bedeutet, es hat im weiteren Verlauf keine Rolle gespielt, weil es nicht der Anlass meines Besuchs war.
Damit will ich sagen:
Unabhängig davon, wie die persönliche Einstellung der Ärzte zum Thema trans war, haben mich alle mindestens korrekt und höflich behandelt, die meisten sehr freundlich.
Man sollte in heutiger Zeit erwarten können, dass sie in der Lage sind, Persönliches und Fachliches voneinander zu trennen. Zudem ist das Thema trans nicht mehr neu, und es wäre wohl eher unwahrscheinlich, dass du die erste Person bist, die deine Hausärztin damit konfrontiert.
Überleg dir also nicht, was für die Ärztin am einfachsten wäre, sondern für dich. Sei ehrlich mit dir und geh offen und direkt in das Gespräch, am besten in Kleiderung, mit der du dich richtig wohlfühlst und damit nicht noch einen zusätzlichen Stressfaktor hast.
LGL
Damit will ich sagen:
Unabhängig davon, wie die persönliche Einstellung der Ärzte zum Thema trans war, haben mich alle mindestens korrekt und höflich behandelt, die meisten sehr freundlich.
Man sollte in heutiger Zeit erwarten können, dass sie in der Lage sind, Persönliches und Fachliches voneinander zu trennen. Zudem ist das Thema trans nicht mehr neu, und es wäre wohl eher unwahrscheinlich, dass du die erste Person bist, die deine Hausärztin damit konfrontiert.
Überleg dir also nicht, was für die Ärztin am einfachsten wäre, sondern für dich. Sei ehrlich mit dir und geh offen und direkt in das Gespräch, am besten in Kleiderung, mit der du dich richtig wohlfühlst und damit nicht noch einen zusätzlichen Stressfaktor hast.
LGL
Das Herz hat seine Gründe, die der Verstand nicht kennt.
Blaise Pascal
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Magdalena
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Re: Was wird mich erwarten?
Hallo
ich kann nur schreiben wie es bei mir war. Ein Routinetermin bei meiner Hausärztin stand an. Durch persönliche Umstände, der Tod meiner Eltern, war ich emotional sehr am Boden. Gleichzeitig war ich mir noch nicht sicher, ob der jetzt hinter mir liegende Prozess der Transition für mich richtig ist. Androgyn mit Damenwäsche, -hosen und mit Shirt bin ich in die Sprechstunde gegangen. Das Herzklopfen war kostenlos.
Meine Hausärztin wollte mit mir das Ergebnis aus dem Labor auswerten. Ich nahm meinen Mut zusammen. Dann erklärte ich, ich muss ihnen etwas sagen. Damit lenkte ich die Aufmerksamkeit auf mich. Und ich begann zu erzählen, was mich bewegt. Hier muss ich anmerken, schon viele Jahre bin ich bei der Ärztin in Behandlung. Sie kannte meine Eltern. Nach und nach wurde das Herzklopfen ruhiger, und ich entspannter. Das war vor über dreieinhalb Jahren.
Sie hat ihr Wort von damals gehalten und mich auf meinen Weg begleitet. Ohne zu wissen, wohin der Weg mich führt.
Nun kenne ich Deine Hausärztin nicht. Doch die meisten Ärzte und Ärztinnen sind sehr aufgeschlossen. Vielleicht ist aber besser im androgynen Modus zu erscheinen. Zumindest ich bin damit gut gefahren. Die weiteren Termine nahm ich dann komplett als Frau gestylt war. Und ich wurde seit dem als Frau angesprochen.
Viele liebe Grüße von Magdalena
ich kann nur schreiben wie es bei mir war. Ein Routinetermin bei meiner Hausärztin stand an. Durch persönliche Umstände, der Tod meiner Eltern, war ich emotional sehr am Boden. Gleichzeitig war ich mir noch nicht sicher, ob der jetzt hinter mir liegende Prozess der Transition für mich richtig ist. Androgyn mit Damenwäsche, -hosen und mit Shirt bin ich in die Sprechstunde gegangen. Das Herzklopfen war kostenlos.
Meine Hausärztin wollte mit mir das Ergebnis aus dem Labor auswerten. Ich nahm meinen Mut zusammen. Dann erklärte ich, ich muss ihnen etwas sagen. Damit lenkte ich die Aufmerksamkeit auf mich. Und ich begann zu erzählen, was mich bewegt. Hier muss ich anmerken, schon viele Jahre bin ich bei der Ärztin in Behandlung. Sie kannte meine Eltern. Nach und nach wurde das Herzklopfen ruhiger, und ich entspannter. Das war vor über dreieinhalb Jahren.
Sie hat ihr Wort von damals gehalten und mich auf meinen Weg begleitet. Ohne zu wissen, wohin der Weg mich führt.
Nun kenne ich Deine Hausärztin nicht. Doch die meisten Ärzte und Ärztinnen sind sehr aufgeschlossen. Vielleicht ist aber besser im androgynen Modus zu erscheinen. Zumindest ich bin damit gut gefahren. Die weiteren Termine nahm ich dann komplett als Frau gestylt war. Und ich wurde seit dem als Frau angesprochen.
Viele liebe Grüße von Magdalena
Lebe jeden Tag.
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Lavendellöwin
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Re: Was wird mich erwarten?
Violetta CD hat geschrieben: Di 29. Apr 2025, 06:29 Mir ist noch dazu eingefallen: Möchtest du als Mann oder als Frau dort erscheinen ?
Das macht ja einen großen Unterschied, aber das ist Dir mit Sicherheit bewußt.
Liebe Violetta, liebe Steph,
ich bin da tatsächlich sehr bei Knäckebrötchen
das ist wirklich nicht notwendig, denn es geht darum was du spürst, womit du beschäftigt bist,Knäckebrötchen hat geschrieben: Di 29. Apr 2025, 19:22 Oft wird geschrieben, dass der erste Auftritt bei Arzty oder Therapeuty ganz "als Frau" als besonders authentisch oder überzeugend wirken soll - das ist aber imho nicht notwendig. Du stehst am Anfang einer Reise und da ist es vollkommen normal, unsicher, zweifelnd zu sein.
wer du bist, was dich bewegt wenn du deinen Körper betrachtest.
Weniger darum was du an hast, was du trägst ist zum Abrunden deiner Persönlichkeit da,
es ist aber nicht deine Persönlichkeit.
Es geht darum, wenn du mit jemand sprichst, dich nicht durch komische Stereotype die du grade nicht erfüllen
kannst oder möchtest noch zusätzlich belasten.
Wenn es dir "nur" darum geht "weibliche Kleidung" tragen zu dürfen, ist eine körperliche Transition
kein guter Weg. Kannst du aber nicht mehr mit deinem Körper, ist es fast völlig egal was du trägst.
Das eine erfordert eine "Behandlung", das andere nicht..oder nicht wirklich..
Aber ich finde es super gut, das du deine Hausarztpraxis sehr früh einbinden möchtest.
Das habe ich tatsächlich auch getan, du wirst Überweisungen (zu Facharztpraxen) brauchen und ich habe alle
Befunde bei meiner Hausarztpraxis sammeln lassen.
Mein Lieblingsmensch ist dort in der gleichen Praxis und wir können dort auch wechselseitig
persönliche Themen mit den Fachpersonen klären. Machen wir tatsächlich auch sehr oft,
je nachdem wer von uns grade Zeit hat. Ich hab da tiefstes Vertrauen, weil wir dort auch gefühlt eine
Ewigkeit sind. Als ich mich öffnete hat der Praxischef gesagt, das es ihm eine Ehre ist meinen Weg
zu begleiten, aber auch klar gesagt das Hormone nicht sein Themengebiet sind. Er hat mir versichert, das ich alle
Unterstützung bekomme die ich brauche. Und das ist auch so, immer noch.
Ich habe mir vorher keinen Einstieg zurecht gelegt, das ist nicht meine Art, sondern
das Ganze eingeflochten als eine Kreuzung kam, ich war eh wegen was anderem da. Das Einzige
was mir klar war, war das ich ihn bald "einweihen" werde...
also..fühl dich frei zu tun was du magst, am Besten ohne zusätzlichen Druck, so wie du grade
gut mit dir sein kannst..
habs gut, Marie
Fang an. Schritt für Schritt. Denn Mut wächst im Tun. Jeder kleine Schritt zählt – auch der unperfekte.
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Val44721
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Re: Was wird mich erwarten?
Seh ich auch so, das ist nur Kleidung, und sollte das in keiner Weise beeinflussen. Bei mir war das auch nie ein Problem was ich anhatte.Lavendellöwin hat geschrieben: Mi 30. Apr 2025, 08:48 das ist wirklich nicht notwendig, denn es geht darum was du spürst, womit du beschäftigt bist,
wer du bist, was dich bewegt wenn du deinen Körper betrachtest.
Weniger darum was du an hast, was du trägst ist zum Abrunden deiner Persönlichkeit da,
es ist aber nicht deine Persönlichkeit.
Ich hab bis jetzt tatsächlich noch keine einzige Überweisung gebraucht, das wird meines Wissens auch nur unbedingt bei so manchen Hausarztverträgen benötigt mein ich.Lavendellöwin hat geschrieben: Mi 30. Apr 2025, 08:48 Aber ich finde es super gut, das du deine Hausarztpraxis sehr früh einbinden möchtest.
Das habe ich tatsächlich auch getan, du wirst Überweisungen (zu Facharztpraxen) brauchen und ich habe alle
Befunde bei meiner Hausarztpraxis sammeln lassen.
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Lavendellöwin
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Re: Was wird mich erwarten?
Hey Val..Val44721 hat geschrieben: Mi 30. Apr 2025, 11:30 Ich hab bis jetzt tatsächlich noch keine einzige Überweisung gebraucht, das wird meines Wissens auch nur unbedingt bei so manchen Hausarztverträgen benötigt mein ich.
Nach oben
ich habe auch keinen fixen Hausarztvertrag. Tatsächlich weiss ich nicht mal wofür
das eigentlich gedacht ist...
Wenn ich ein Anliegen habe, frage ich aber immer nach was die so haben wollen,
vorher und nicht erst wenn ich dort stehe. Und in 90% der Fälle wollen die Facharztpraxen
eine Überweisung. Obs notwendig ist oder nicht frage ich an der Stelle auch nicht.
Nur beim Zahnarzt und bei der Praxis wo ich zum lasern gehe brauche ich keine.
Das ist aber eine Privatarztpraxis und da hab ich die Kostenzusage von meiner Krankenkasse.
Und ich glaub, weiss ich aber nicht mehr, ganz am Anfang bei meiner Thera..
Ah und bei der Logopädin, das war aber eine Verordnung wie bei Physiotherapie quasi.
Ich glaub das kommt auch ein wenig drauf an, bist du privat oder gesetzlich versichert.
Wie auch immer, hier in der Uniklinik kommst du ohne Überweisung in keiner Abteilung weiter,
es sei denn man kommt über die Notfallpraxis oder Notaufnahme dort.
Keine Ahnung was bei dir anders ist...
Habs fein Marie
Fang an. Schritt für Schritt. Denn Mut wächst im Tun. Jeder kleine Schritt zählt – auch der unperfekte.