Beim Herstellen einer weiblichen Figur war es mir schon immer besonders wichtig, dass die Brüste nicht nur eine schöne, natürliche, glaubhaft wirkende Form haben, sondern dass sie sich vor allem auch wie echte, weibliche Brüste bewegen, dass sie bei Körperbewegungen mitschwingen und lasziv nachzittern - wie es die englische Sprache so schön lautmalerisch mit "jiggle" und "bounce" beschreibt. Im Deutschen gibt es dafür gar keine wirklich passenden Worte; "schwabbeln" käme noch am ehesten heran, klingt aber schon wieder etwas übertrieben und dadurch abwertend.
Das ist zum Einen ein optischer Effekt, ein Blickfänger. Bewegte Gegenstände erregen ungleich mehr Aufsehen als ruhende; durch ihre typischen Bewegungen ziehen Brüste erst so richtig die Blicke der Mitmenschen auf sich, machen auf sich aufmerksam. Aber auch für die Trägerin selber ist das wichtig, für ihr Körper- und Selbstwertgefühl: sich da bei jedem einzelnen Schritt deutlich zu spüren und zu wissen, welche Botschaft das zu anderen Menschen aussendet, das ist ein Stück Lebensqualität für sich - ganz unabhängig davon, ob sich konkret ein wohlwollender Empfänger dieser Botschaft findet
Aber wie bringt man die Silis dazu, sich in dem verdammten BH auch wirklich sichtbar und spürbar zu bewegen - und nicht bloß wie steinhart einbetoniert drin zu liegen? Dass sie sich nicht bloß im Griff weich anfühlen (was ja durchaus auch wichtig ist), sondern dank entsprechender Beweglichkeit auch weich aussehen?
Die Silis auf die Haut zu kleben hat sich für mich nicht bewährt: das ist auf Dauer nicht gut für die Haut (ich trag's ja wirklich ständig), es hält zudem ohne BH drüber nicht zuverlässig, und auch die Bewegungen halten sich in dem - dann doch notwendigen - BH in sehr bescheidenen Grenzen.
Ich habe das Problem dadurch gelöst, dass ich die Silis nicht einfach in die BH-Körbchen lege, sondern an eigenen, elastischen BH-Trägern in den Körbchen aufhänge. Die BH-Körbchen tragen also die Silis nicht mehr in der Vertikalen, sondern halten sie nur noch von außen her am Körper. Ich verwende dazu ausschließlich BHs (bzw. Bustiers) mit vollelastischen, doppelt gemoldeten Körbchen. Da kann ich die Silis wie in eine Tasche zwischen die beiden Stoffschichten stecken; sie liegen da sicher drin und können selbst bei extremen Bewegungen nicht herausfallen. Und da zwischen Haut und Silikon noch eine Stoffschicht ist, könne die Silis an den elastischen Trägern auch innerhalb der Körbchen noch ein wenig auf- und abrutschen und schön frei schwingen. Dem Tragegefühl tut das keinen Abbruch, im Gegenteil: da die Silis dabei vom BH konstant an den Brustkorb gedrückt werden, fühlt sich dieses Schwingen verblüffend echt an, wie das freie Schwingen einer natürlich gewachsenen Brust.
So weit die Theorie. Wie ich das im Einzelnen mache, habe ich hier im vergangenen Februar unter "Re: Selbsthaftende Brüste wieder klebend machen" schon mal ausführlich mit Bildern beschrieben.
Ein praktisches Problem war dabei die Auswahl des Materials für die extra-BH-Träger: damit das Ganze schön schwingt, müssen die Träger sehr weich und dehnfähig sein; das klappt nur mit relativ schmalen Bändern, und die wiederum schneiden speziell bei schwereren Silis an den Schultern schmerzhaft ein und machten nach ein paar Stunden Tragezeit den Genuss zur Qual.
Durch einen Zufall kam ich jetzt auf eine ziemlich perfekte Lösung - was denn auch der konkrete Anlass für dieses Posting ist: elastisches Fingerpflaster eignet sich ideal für diesen Zweck! Das ist eine Art Heftpflaster wie Leukoplast, aber hochelastisch - und es klebt nicht auf der Haut, sondern nur durch eine Art mechanischen Verzahnungseffekt an sich selbst, wenn man zwei Schichten davon aufeinander drückt. Man kriegt es in 2,5 cm Breite - somit ideal für BH-Träger, die auch mit schweren Brüsten noch angenehm zu tragen sind. Man kriegt sie wahlweise hautfarben, weiß oder schwarz (plus noch ein paar andere Farben) - somit auch farblich passend zu den den allermeisten BHs. Den je nach Gewicht der Silis gewünschten Elastizitätsgrad kann man einfach durch die Anzahl der Schichten einstellen, die man übereinanderlegt und zu einem Band zusammendrückt: bei meinen meist zwischen 300 und 700g (pro Seite) schweren Silis erweisen sich 4 bis 5 Schichten als optimal. Eine sinnvolle Länge für die Träger sind je nach Körpergröße und Gewicht der Silis (je schwerer, desto kürzer!) 30-35 Zentimeter. Eine 4,5-Meter-Rolle reicht also für 2 bis 3 Paar Träger.
Diese neuen Träger bewähren sich bei mir inzwischen so gut, dass ich in den letzten Tagen alle meine BHs (das sind einige...) darauf umgestellt habe. Etliche BHs habe ich zudem nicht nur durch die zusätzlichen Träger ergänzt, sondern stattdessen die originalen BH-Träger komplett durch meine selbstgemachten, hochelastischen Träger mit BH-Haken für die Silis ersetzt. Oft sind die originalen BH-Träger ja wenig bis gar nicht elastisch und damit einem schönen Schwingen der Brüste immer noch im Weg.
Der einzige Nachteil, den ich bisher festgestellt habe: eine Maschinenwäsche traue ich diesem Material nicht unbeschadet zu, allenfalls eine vorsichtige Handwäsche. Um die BHs weiter in der Maschine waschen zu können (und auch, um mir mühsame Näharbeit zu sparen), befestige ich die Träger mit nähfreien Prym-Druckknöpfen an den BHs.
Ansonsten kann man "jiggle & bounce" auch durch sonstige Kleidung betonen: durch enganliegende, elastische Oberteile, oder durch locker darüber fallenden, gemusterten oder irisierenden Stoff, den dann die schwingenden Brüste insgesamt in Bewegung versetzen, oder mit sich sichtbar durch den Stoff drückenden Brustwarzen (der berüchtigte "Nippel-Alarm