Frust über die gesamte Situation
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Sabine64
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Frust über die gesamte Situation
Hallo ihr Frauen,
ich bin noch relativ neu hier im Forum, aber nicht neu im Thema Crossdressing. Das begleitet mich schon fast mein ganzes Leben mal mehr, mal weniger, je nach Gelegenheit, Lebensumständen und Möglichkeiten. Teilweise war es dann wieder vermeintlich ganz verschwunden (Familiengründung, Kinder...), aber es brach sich dann doch immer wieder Bahn, was dann aber nur im verborgenen stattfand und immer verbunden war mit riesengroßer Angst, erwischt zu werden. Diese Zeiten waren auch geprägt von Improvisationsaktionen (Perücke in zeitaufwendiger Weise aus einem Stück Stoff geschnitten, usw usw). Heute lebe ich wieder alleine, die Kinder sind erwachsen, und ich bin jetzt etwas besser ausgestattet. Aber im verborgenen findet es bis auf 4 nächtliche Spaziergänge, die allen Mut erforderten, auch heute noch statt.
Ich muß sagen, dass ich es genieße, zu Hause in Frauen-Outfit zu sein, ich liebe es und bin zu Hause eigentlich nur noch Frau. Aber, und jetzt kommt mein Frustthema: Ich kann mich bemühen wie ich will, ich kann mich fühlen wie ich will, immer sehe ich jedoch da im Spiegel oder an mir herunterschauend diesen Mann. Gut, ich bin eher klein als Mann, was mir als Frau natürlich sehr willkommen ist, ich bin jetzt auch nicht sooo der Mann vom Gesicht her usw. Alles Dinge, über die sich die Frau in mir eher freut. Trotzdem, es ist nicht, wie es sein soll. Ich hadere mit der Realität. Ich bin halt ein Mann und leider leider leider KEINE Frau. Irgendwie hindert dieser Umstand mich auch daran, mich mit dem Thema Outing ernsthaft zu befassen, weil ich für mich, und das betone ich, also für mich das Thema nicht erledigt wäre. Selbst, wenn alles gut ginge, volle Akzeptanz, kein Ansehensverlust, vor allem in punkto Kinder, ich bin und bleibe ein Mann. Das kann man am Körperbau, an der Stimme, an der Mimik und Gestik, dem Gang und und und, festmachen. Da komme ich nicht daran vorbei. Vielleicht bin ja zu perfektionistisch, habe ein überzogenes Wunschdenken, bestimmt. Aber ich wäre gerne eine Frau. Das ist mir nach all den Jahren, die ich dieses Thema in mir trage und mit dem ich viele Kämpfe ausgefochten habe, dem ich viele Probleme mit mir selbst zu 'verdanken' habe, klar geworden.
Ich denke auch nicht, dass es darauf eine zufriedenstellende Antwort gibt. Ich werde wohl so weiterleben wie bisher, fühle mich als weibliches Wesen, laufe aber in der Öffentlichkeit als der Mann rum, der ich seit Geburt nunmal bin. Ich muss wohl auf ein nächstes Leben hoffen, wenn es denn eins geben wird und wenn ich mir dann in diesem vermeintlichen Leben als Mädchen/Frau auch hoffentlich dessen bewusst sein werde, weiblich zu sein und es genießen können werde.
Bestimmt geht es ganz vielen von euch ähnlich, aber ich, die es jetzt doch auch mal gefälligst hochgradig genießen sollte, wenigstens zu Hause, wo ich natürlich deshalb jetzt auch viel Zeit verbringe, was ja auch nicht so gut ist, ich werde zusehends frustrierter.
Ganz liebe Grüße an euch alle, ich bin froh, damit nicht alleine zu sein!
Sabine
Noch ein Zusatz von mir: Ich habe gerade ein furchtbar schlechtes Gewissen, dass ich so einen negativ behafteten Text eingestellt habe. Ich hoffe, ihr seid mir nicht böse oder von mir runtergezogen. Das wollte ich nicht. Ich kann darüber ja mit niemandem sonst reden...
ich bin noch relativ neu hier im Forum, aber nicht neu im Thema Crossdressing. Das begleitet mich schon fast mein ganzes Leben mal mehr, mal weniger, je nach Gelegenheit, Lebensumständen und Möglichkeiten. Teilweise war es dann wieder vermeintlich ganz verschwunden (Familiengründung, Kinder...), aber es brach sich dann doch immer wieder Bahn, was dann aber nur im verborgenen stattfand und immer verbunden war mit riesengroßer Angst, erwischt zu werden. Diese Zeiten waren auch geprägt von Improvisationsaktionen (Perücke in zeitaufwendiger Weise aus einem Stück Stoff geschnitten, usw usw). Heute lebe ich wieder alleine, die Kinder sind erwachsen, und ich bin jetzt etwas besser ausgestattet. Aber im verborgenen findet es bis auf 4 nächtliche Spaziergänge, die allen Mut erforderten, auch heute noch statt.
Ich muß sagen, dass ich es genieße, zu Hause in Frauen-Outfit zu sein, ich liebe es und bin zu Hause eigentlich nur noch Frau. Aber, und jetzt kommt mein Frustthema: Ich kann mich bemühen wie ich will, ich kann mich fühlen wie ich will, immer sehe ich jedoch da im Spiegel oder an mir herunterschauend diesen Mann. Gut, ich bin eher klein als Mann, was mir als Frau natürlich sehr willkommen ist, ich bin jetzt auch nicht sooo der Mann vom Gesicht her usw. Alles Dinge, über die sich die Frau in mir eher freut. Trotzdem, es ist nicht, wie es sein soll. Ich hadere mit der Realität. Ich bin halt ein Mann und leider leider leider KEINE Frau. Irgendwie hindert dieser Umstand mich auch daran, mich mit dem Thema Outing ernsthaft zu befassen, weil ich für mich, und das betone ich, also für mich das Thema nicht erledigt wäre. Selbst, wenn alles gut ginge, volle Akzeptanz, kein Ansehensverlust, vor allem in punkto Kinder, ich bin und bleibe ein Mann. Das kann man am Körperbau, an der Stimme, an der Mimik und Gestik, dem Gang und und und, festmachen. Da komme ich nicht daran vorbei. Vielleicht bin ja zu perfektionistisch, habe ein überzogenes Wunschdenken, bestimmt. Aber ich wäre gerne eine Frau. Das ist mir nach all den Jahren, die ich dieses Thema in mir trage und mit dem ich viele Kämpfe ausgefochten habe, dem ich viele Probleme mit mir selbst zu 'verdanken' habe, klar geworden.
Ich denke auch nicht, dass es darauf eine zufriedenstellende Antwort gibt. Ich werde wohl so weiterleben wie bisher, fühle mich als weibliches Wesen, laufe aber in der Öffentlichkeit als der Mann rum, der ich seit Geburt nunmal bin. Ich muss wohl auf ein nächstes Leben hoffen, wenn es denn eins geben wird und wenn ich mir dann in diesem vermeintlichen Leben als Mädchen/Frau auch hoffentlich dessen bewusst sein werde, weiblich zu sein und es genießen können werde.
Bestimmt geht es ganz vielen von euch ähnlich, aber ich, die es jetzt doch auch mal gefälligst hochgradig genießen sollte, wenigstens zu Hause, wo ich natürlich deshalb jetzt auch viel Zeit verbringe, was ja auch nicht so gut ist, ich werde zusehends frustrierter.
Ganz liebe Grüße an euch alle, ich bin froh, damit nicht alleine zu sein!
Sabine
Noch ein Zusatz von mir: Ich habe gerade ein furchtbar schlechtes Gewissen, dass ich so einen negativ behafteten Text eingestellt habe. Ich hoffe, ihr seid mir nicht böse oder von mir runtergezogen. Das wollte ich nicht. Ich kann darüber ja mit niemandem sonst reden...
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sbsr
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Re: Frust über die gesamte Situation
Damit bist Du absolut nicht alleine.Sabine64 hat geschrieben: Mo 11. Mär 2024, 22:49 mein Frustthema: Ich kann mich bemühen wie ich will, ich kann mich fühlen wie ich will, immer sehe ich jedoch da im Spiegel oder an mir herunterschauend diesen Mann. [...] Ich bin halt ein Mann und leider leider leider KEINE Frau.
Zum einen sind wir selbst wahrscheinlich unsere kritischsten Kritiker. Vermeintliche Makel, die sonst niemandem auffallen, springen uns selbst direkt ins Auge, weil wir regelrecht danach suchen.
Dazu kommt, wir kennen den Anblick des Mannes im Spiegel seit Jahrzehnten. Deshalb tun wir uns hart, etwas anderes zu sehen.
Aber man muss auch ganz realistisch einsehen, die wenigsten von uns haben das große Glück, dass die Gene ihnen ein mehr oder weniger weibliches Aussehen gegönnt haben. Unser Körper ist männlich geprägt und an manchen Stellen bringt die größte Anstrengung und das beste Makeup nichts.
Bei mir mehren sich zur Zeit auch wieder die Tage, an denen ich in den Spiegel schaue und mein Körper mir DU BIST EIN MANN entgegen schreit. Die Stoppel am ganzen Körper sprießen schneller als ich Rasieren sagen kann, der Bauchansatz wächst unaufhaltsam. Manchmal denke ich, ein wenig Makeup könnte es zumindest etwas besser machen, doch das Ergebnis sieht einfach nur albern aus. In solchen Phasen wünsche ich mir einfach nur ein Pille, die mich zu einem normalen Mann macht, weil ich diese Zerrissenheit nicht mehr aushalte.
Doch alles Grämen nützt nichts, am Ende müssen wir durch und das beste aus dem machen, was wir haben. Oft sind es genau die Tage, an denen ich mich selbst nicht ertragen kann, an denen ich ins Büro komme und völlig unerwartet ein Kompliment von einer Kollegin für mein Outfit bekomme. Dann wird mir schlagartig wieder bewusst, ich werde akzeptiert, egal ob ich wie ein Mann oder eine Frau aussehe, und schon sind die körperlichen Fehler gar nicht mehr so schlimm.
LG, Svenja
Erinnerungen sind das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.
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Shoshana
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Re: Frust über die gesamte Situation
Hallo Sabine,
Alleine bist du mit dem Problem sicher nicht.
Einerseits bist du dir selbst sicher der härteste Kritiker. Du weist nach was du schauen mußt und wirst dann natürlich fündig. Außerdem hat dein Gehirn die Zuordnung Mann eingespeichert und läßt sich davon kaum abbringen.
Aber andere Menschen habe diese Voreingenommenheit nicht und zumeist muß ein flüchtiger Blick zur Einordnung reichen. Da gibt es hier irgendwo einen älteren Faden zu. Am Besten fand ich die Analogie mit der Kugelbahn - 100% ist nicht erforderlich, es reicht wenn die Kugel in die richtige Richtung rollt. Dafür reicht dann schon relativ wenig solange man keine groben Schnitzer macht. Denke dabei daran, dass auch 99,9% der cis-Frauen nicht perfekt sind.
Um da ein Gefühl für zu bekommen hilft es die Reaktion der Umgebung bei en femme Ausflügen zu beobachten. Noch besser ist es natürlich, wenn sich jemand unvoreingenommenes findet der ehrlich und konstruktiv Rückmeldung gibt.
LG, Shoshana
Alleine bist du mit dem Problem sicher nicht.
Einerseits bist du dir selbst sicher der härteste Kritiker. Du weist nach was du schauen mußt und wirst dann natürlich fündig. Außerdem hat dein Gehirn die Zuordnung Mann eingespeichert und läßt sich davon kaum abbringen.
Aber andere Menschen habe diese Voreingenommenheit nicht und zumeist muß ein flüchtiger Blick zur Einordnung reichen. Da gibt es hier irgendwo einen älteren Faden zu. Am Besten fand ich die Analogie mit der Kugelbahn - 100% ist nicht erforderlich, es reicht wenn die Kugel in die richtige Richtung rollt. Dafür reicht dann schon relativ wenig solange man keine groben Schnitzer macht. Denke dabei daran, dass auch 99,9% der cis-Frauen nicht perfekt sind.
Um da ein Gefühl für zu bekommen hilft es die Reaktion der Umgebung bei en femme Ausflügen zu beobachten. Noch besser ist es natürlich, wenn sich jemand unvoreingenommenes findet der ehrlich und konstruktiv Rückmeldung gibt.
Denke da machst du dir selbst zu viel und unnötigen Druck. Versuche einfach das zu machen was sich für dich in dem Moment gut anfühlt und genieße es, egal wie viel oder wenig es ist.Sabine64 hat geschrieben: Mo 11. Mär 2024, 22:49 aber ich, die es jetzt doch auch mal gefälligst hochgradig genießen sollte, wenigstens zu Hause, wo ich natürlich deshalb jetzt auch viel Zeit verbringe, was ja auch nicht so gut ist, ich werde zusehends frustrierter.
LG, Shoshana
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Sabine64
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Re: Frust über die gesamte Situation
Vielen Dank für tröstenden Worte. Wahrscheinlich fange ich mich irgendwann wieder ein. Ich sage mir dann, dass ich zwar biologisch zweifelsfrei ein Mann bin, aber dennoch auch sehr viel Frau in mir ist, vermutlich sogar der weitaus größte Teil. Das ist ja auch schon etwas ganz besonderes, für das ich in guten Momenten wiederum sehr dankbar bin. Ich liebe diesen Zustand des Frauseins, nicht nur vom äußerlichen her, sondern natürlich auch weiblich zu denken und sich einfach auch weiblich zu fühlen, Spiegel hin, Spiegel her (manchmal gefalle ich mir ja sogar auch recht gut als Frau). Das klingt jetzt vielleicht etwas vermessen, wenn ich schreibe 'weiblich fühlen und denken', das kann man schließlich nicht verallgemeinern, aber ich denke, ihr wisst, was ich meine.
Ich muss mich bemühen, mich in Zeiten des Zweifelns und Haderns an das eben geschriebene zu erinnern und die Dinge so anzunehmen, wie sie nunmal sind.
Vielleicht schaffe ich es ja demnächst mal, ein Bild von mir einzustellen.
LG, Sabine
Ich muss mich bemühen, mich in Zeiten des Zweifelns und Haderns an das eben geschriebene zu erinnern und die Dinge so anzunehmen, wie sie nunmal sind.
Vielleicht schaffe ich es ja demnächst mal, ein Bild von mir einzustellen.
LG, Sabine
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Christiane
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Re: Frust über die gesamte Situation
Oder eine Pille, die mich zu einer normalen Frau macht.sbsr hat geschrieben: Di 12. Mär 2024, 11:36Bei mir mehren sich zur Zeit auch wieder die Tage, an denen ich in den Spiegel schaue und mein Körper mir DU BIST EIN MANN entgegen schreit. Die Stoppel am ganzen Körper sprießen schneller als ich Rasieren sagen kann, der Bauchansatz wächst unaufhaltsam. Manchmal denke ich, ein wenig Makeup könnte es zumindest etwas besser machen, doch das Ergebnis sieht einfach nur albern aus. In solchen Phasen wünsche ich mir einfach nur ein Pille, die mich zu einem normalen Mann macht, weil ich diese Zerrissenheit nicht mehr aushalte.Sabine64 hat geschrieben: Mo 11. Mär 2024, 22:49 mein Frustthema: Ich kann mich bemühen wie ich will, ich kann mich fühlen wie ich will, immer sehe ich jedoch da im Spiegel oder an mir herunterschauend diesen Mann. [...] Ich bin halt ein Mann und leider leider leider KEINE Frau.
Wäre doch mal ein Auftrag an die allmächtige Pharmaindustrie. Ich hab nur das blöde Gefühl, dass mir die Sponsoren dafür nicht gefallen würden.
Einen kleinen Tipp an Dich, Sabine. Hab ich damals zufällig bei Aubergine entdeckt.
Aubergine hat noch Jennifer für den Stammi vorbereitet, während ich schon startklar war.
Ich lehnte in ca. 3-4 Meter Abstand von einem großen Spiegel an einem Türrahmen und hab Aubergine beim arbeiten zugesehen. Das Licht war nicht so grell und ich hab im Spiegel nur eine zierliche Frau in Bluse, Rock und schicken Pumps gesehen.
Von dem Anblick konnte ich mich fast nicht losreißen. Musste mir immer wieder sagen: "Das bist DU!!! So sehen Dich auch die Anderen!!"
Dieses Bild rufe ich mir immer in Erinnerung, wenn mich wieder diese Selbstzweifel überrennen.
Und dann nehme ich die Sense - mache mich haarlos und anschließend hübsch. Und schon ist das gute Gefühl eine Zeit lang wieder da.
Klappt nicht immer - aber oft.
LG
Christiane
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Momo58
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Re: Frust über die gesamte Situation
Hey Sabine,
Ich finde das alles ist eher ein Schubladen-Denken. Es gibt mehr als Mann und Frau, mehr als schwarz und weiß. Die Welt ist bunt und das ist gut so. Ich bin kein Crossdresser mehr. Heute bin ich eine transidente Frau mit männlichem Migrationshintergrund. Mit dem ewigen Versteckspiel, mit der ewigen Angst "erwischt" zu werden ist bei mir Schluß. Ich bin keine Cis-Frau, denn bei mir fehlt nun mal die Gebärmutter, aber mein fefühltes Geschlecht ist nun mal weiblich.
LG Manuela
Ich finde das alles ist eher ein Schubladen-Denken. Es gibt mehr als Mann und Frau, mehr als schwarz und weiß. Die Welt ist bunt und das ist gut so. Ich bin kein Crossdresser mehr. Heute bin ich eine transidente Frau mit männlichem Migrationshintergrund. Mit dem ewigen Versteckspiel, mit der ewigen Angst "erwischt" zu werden ist bei mir Schluß. Ich bin keine Cis-Frau, denn bei mir fehlt nun mal die Gebärmutter, aber mein fefühltes Geschlecht ist nun mal weiblich.
LG Manuela
Wir alle sind nur ein unbedeutendes Staubkorn im Universum
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Vesta
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Re: Frust über die gesamte Situation
Hallo Sabine,
in deiner mentalen Situation waren wir wohl alle schon einmal.
Auch das Coming-Out ist eine Mutfrage.
in deiner mentalen Situation waren wir wohl alle schon einmal.
Gerade zu Anfang braucht es viel Mut. Was meinst du wohl, wie hoch mir das Herz schlug, als ich beim allerersten Ausgang mit dem Fahrstuhl vom 16ten Stock runter in die Lobby fuhr.
Auch das Coming-Out ist eine Mutfrage.
Ob wir weiblich oder männlich aussehen, können wir selbst am schlechtesten beurteilen. Wenn du in den Spiegel schaust, siehst du keinen Mann und keine Frau, sondern du siehst dich selbst. Und dein Gehirn hat die Information gespeichert, du bist ein Mann.Aber, und jetzt kommt mein Frustthema: Ich kann mich bemühen wie ich will, ich kann mich fühlen wie ich will, immer sehe ich jedoch da im Spiegel oder an mir herunterschauend diesen Mann.
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Inga
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Re: Frust über die gesamte Situation
Hallo, Vesta,
du triffst es so treffend. Das Gehirn macht es. Es erfordert Einsicht und Mut, damit das Gehirn umschaltet.
Einsicht, sich als Frau zu fühlen,
Gelegenheit, es zeigen zu können,
und Mut es auch zeigen zu wollen.
Liebe Grüße
Inga
du triffst es so treffend. Das Gehirn macht es. Es erfordert Einsicht und Mut, damit das Gehirn umschaltet.
Einsicht, sich als Frau zu fühlen,
Gelegenheit, es zeigen zu können,
und Mut es auch zeigen zu wollen.
Liebe Grüße
Inga
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missy
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Re: Frust über die gesamte Situation
Liebe Sabine,
streiche bitte "ein furchtbar schlechtes Gewissen". Brauchst du in keiner Weise zu haben.
Du sprichst ganz vielen von uns aus der Seele.
Du sprichst einfach unglaublich viele Themen an, die wir alle kennen.
"fast mein ganzes Leben ...",
"aber nur im verborgenen stattfand und immer verbunden war mit riesengroßer Angst...",
"bis auf 4 nächtliche Spaziergänge ..." (Bewunderung, da bist du mir 4 voraus),
"genieße, zu Hause in Frauen-Outfit zu sein ...",
"immer sehe ich jedoch da im Spiegel oder an mir herunterschauend diesen Mann ...",
"Ich hadere mit der Realität...",
"volle Akzeptanz, kein Ansehensverlust, vor allem in punkto Kinder ...",
"am Körperbau, an der Stimme, an der Mimik und Gestik, dem Gang ...",
"laufe aber in der Öffentlichkeit als der Mann rum ..." ...
Ich könnte weiter machen, höre aber jetzt mal auf mit den Zitaten. -
Ja, wir sind anders als die meisten. Und das ist ganz bestimmt nicht immer leicht. Aber uns bleiben die leichten Momente.
Wind unter einem kurzen Röckchen, feine Strümpfe, manchmal auch Mieder, völlig neue Erfahrungen mit Schminke, Schuhen, verschiedene Perücken und wie sie sich anfühlen, extravagante Wäsche, ...
Und auch hier könnte ich locker weiter machen
Du weißt es: DAS erleben (geschätzt) 99 % aller Männer NICHT.
Und daraus können wir unsere Kraft ziehen, selbst wenn wir manchmal das Gefühl haben, es geht nicht mehr.
Glaub mir, es geht.
Ganz liebe Grüße, missy
streiche bitte "ein furchtbar schlechtes Gewissen". Brauchst du in keiner Weise zu haben.
Du sprichst ganz vielen von uns aus der Seele.
Du sprichst einfach unglaublich viele Themen an, die wir alle kennen.
"fast mein ganzes Leben ...",
"aber nur im verborgenen stattfand und immer verbunden war mit riesengroßer Angst...",
"bis auf 4 nächtliche Spaziergänge ..." (Bewunderung, da bist du mir 4 voraus),
"genieße, zu Hause in Frauen-Outfit zu sein ...",
"immer sehe ich jedoch da im Spiegel oder an mir herunterschauend diesen Mann ...",
"Ich hadere mit der Realität...",
"volle Akzeptanz, kein Ansehensverlust, vor allem in punkto Kinder ...",
"am Körperbau, an der Stimme, an der Mimik und Gestik, dem Gang ...",
"laufe aber in der Öffentlichkeit als der Mann rum ..." ...
Ich könnte weiter machen, höre aber jetzt mal auf mit den Zitaten. -
Ja, wir sind anders als die meisten. Und das ist ganz bestimmt nicht immer leicht. Aber uns bleiben die leichten Momente.
Wind unter einem kurzen Röckchen, feine Strümpfe, manchmal auch Mieder, völlig neue Erfahrungen mit Schminke, Schuhen, verschiedene Perücken und wie sie sich anfühlen, extravagante Wäsche, ...
Und auch hier könnte ich locker weiter machen
Du weißt es: DAS erleben (geschätzt) 99 % aller Männer NICHT.
Und daraus können wir unsere Kraft ziehen, selbst wenn wir manchmal das Gefühl haben, es geht nicht mehr.
Glaub mir, es geht.
Ganz liebe Grüße, missy
Zuletzt geändert von missy am Fr 26. Apr 2024, 16:56, insgesamt 1-mal geändert.
Toleranz ist lernbar, zu viel Toleranz ist heilbar.
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Annette
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Re: Frust über die gesamte Situation
Hallo SabineSabine64 hat geschrieben: Mo 11. Mär 2024, 22:49 Ich muss wohl auf ein nächstes Leben hoffen, wenn es denn eins geben wird...
ich werde zusehends frustrierter.
Ich habe gerade ein furchtbar schlechtes Gewissen, dass ich so einen negativ behafteten Text eingestellt habe.
Dass du zusehends frustierter wirst, kann ich nachvollziehen, das ging mir einst nicht anders, und das während vielen Jahren.
Du sagst, du hättest ein schlechtes Gewissen? Lass diesen Gedanken, denn es ist völlig in Ordnung deine Empfindungen hier zu teilen. Wie du siehst, hast du ja bereits einiges an Feedback erhalten.
Und lege deine Hoffnung nicht in ein neues Leben, denn das kommt nicht... Was ich damit sagen möchte ist: Du lebst jetzt, und du hast dein Schicksal zu großem Teil selbst deiner Hand! Such dir psychologische Hilfe wenn nötig, informiere dich über alle zur Verfügung stehenden Möglichkeiten, auch über die Option einer Transition mit geschlechtsangleichender OP. Ich hab mich einst für genau diesen Weg entschieden, und wenn ich eines in meinem Leben richtig gemacht habe, dann das.
Ich möchte dich ja nicht zu irgendwas animieren, doch denk darüber nach, es gibt Hilfe, es gibt Möglichkeiten!
Alles Gute,
Annette