Basler Parlament verabschiedet umstrittenes Gleichstellungsgesetz
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Anne-Mette
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Basler Parlament verabschiedet umstrittenes Gleichstellungsgesetz
SRF
Der Basler Grosse Rat hat ein neues Gleichstellungsgesetz verabschiedet. Dieses war im Vorfeld umstritten. Frauenrechtlerinnen befürchten, mit dem neuen Gesetz gehe die Gleichstellung der Frau vergessen.
https://www.srf.ch/news/schweiz/gleichs ... ungsgesetz
Der Basler Grosse Rat hat ein neues Gleichstellungsgesetz verabschiedet. Dieses war im Vorfeld umstritten. Frauenrechtlerinnen befürchten, mit dem neuen Gesetz gehe die Gleichstellung der Frau vergessen.
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Re: Basler Parlament verabschiedet umstrittenes Gleichstellungsgesetz
Klingt für mich wie ein Verteilungskampf. Besser gefällt mir die Position von Fleur Weibel (GAB) Sie :Anne-Mette hat geschrieben: Fr 12. Jan 2024, 09:18 Frauenrechtlerinnen befürchten, mit dem neuen Gesetz gehe die Gleichstellung der Frau vergessen.
Das ist für mich der Punkt: Kooperation statt Machtkampf Beim Machtkampf verlieren alle, auch die "Gewinner". Bei der Kooperation gewinnen alle. Die Emanzipation der Frau ist auch ein Gewinn für die Männer. Bei Trans* ist das nicht anders.betonte, das Gesetz würde keine Verliererinnen hinterlassen. Alle profitierten davon, auch Mann und Frau.
Viele Grüße
Vicky
Respekt ist nicht teilbar.
Vicky
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Anne-Mette
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Re: Basler Parlament verabschiedet umstrittenes Gleichstellungsgesetz
Moin,
ich denke, dass Frauen eher neue Mitstreiterinnen hinzugewinnen können, wenn sie andere Frauen aufnehmen statt abzulehnen.
Insofern ist eine Panikmache überhaupt nicht zu verstehen.
Gruß
Anne-Mette
ich denke, dass Frauen eher neue Mitstreiterinnen hinzugewinnen können, wenn sie andere Frauen aufnehmen statt abzulehnen.
Insofern ist eine Panikmache überhaupt nicht zu verstehen.
Gruß
Anne-Mette
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Re: Basler Parlament verabschiedet umstrittenes Gleichstellungsgesetz
Der Psychologe Leon Windscheid hat das einmal thematisiert. (Hier ab ca. 8:38): https://www.zdf.de/dokumentation/terra- ... t-100.html Die Sendung ist mMn überhaupt großes Klasse.Anne-Mette hat geschrieben: Fr 12. Jan 2024, 09:47 Insofern ist eine Panikmache überhaupt nicht zu verstehen.
Davon ausgehend sollten wir uns der ablehnenden Haltung einmal selber stellen. Es gibt in Transkreisen eine ähnliche Diskussion, obwohl ich den Eindruck habe, dass das weniger wird. Bei Trans-Frauen (sorry, wenn ich das hier so schreibe), die den ganzen Weg mitHET und GaOp gehen oder gehen wollen, gibt oder gab es die Abgrenzung von anderen Transfrauen, die nicht den ganzen Weg gehen. Man kann das Wort "fetischistisch" oder "man sei gar nicht "richtig" Trans". Ich sehe hier ähnliche Befürchtungen, wie bei Feministinnen, die sich uns gegenüber abgrenzen.
Ich denke, ein Weg ist, sich mit den Menschen, die uns gegenüber Vorbehalte haben, zu konfrontieren und um uns werben. Wie Leon Windscheid beschreibt, kommt es dann zu Veränderungen in der Bewertung und Wahrnehmung. Ich selbst habe vor 10 oder 20 Jahren noch eine andere Sicht auf homosexuelle Männer gehabt, was sich total gewandelt hat, da ich mehrere Menschen als solche wahrgenommen habe. Auch eine Alice Schwarzer kommt noch umhin, Transmenschen zu respektieren, wie sie schon früher zeigte.
Quelle: https://www.aliceschwarzer.de/artikel/t ... ion-340581Schon 1984 habe ich gegen einige rigidere Schwestern dafür gekämpft, dass trans Frauen ins Frauenzentrum gehen dürfen. Weil ich es bemerkenswert fand, dass die Psyche den Körper sticht. Ich fand es allerdings gleichzeitig tragisch, dass Transsexuelle sich mit ihrem Körper nicht einfach alle Freiheiten auch des anderen Geschlechts nehmen können. Denn das ist die Kernaussage des feministischen Projekts: Der biologische Körper bedingt nicht die kulturelle Rolle. Die ist ein Konstrukt. Aber als Mensch war ich mit Transsexuellen immer schon solidarisch. Wer so einen steinigen Weg geht, der hat einen tiefen Schmerz.
oder
Quelle: ebendortWas sind denn für Sie -»echte Transsexuelle-«?
So nenne ich Menschen, deren Geschlechtsidentität so tief verstört ist, dass sie alles geben würden, um ins andere Geschlecht wechseln zu können. Das kann bis zur Selbstverstümmelung gehen. Aber rein körperlich geht das natürlich nicht, das ist nur Maskerade. Der Mensch bleibt auch nach einer sogenannten geschlechtsangleichenden Operation biologisch männlich oder weiblich. Dem Körper kann man nicht entfliehen, nur der Geschlechterrolle.
Welches ist denn ihre Haltung beim SBGG ?
Quelle: auch dortAber heute suggeriert man diesen Mädchen, wenn sie keine richtige Frau sein wollten, seien sie eben ein Mann. Statt der Befreiung von der Geschlechterrolle nun das totale Gegenteil: zwei Schubladen und nichts dazwischen. Binärer geht nicht. Das hat durch Corona geboomt. Die Mädchen sind in Internetcommunitys und beeinflussen sich gegenseitig.
Hier stehen Sorgen um Jugendliche im Vordergrund.
Ich will nicht ihre Meinung gut heißen und sie hat auch andere Meinungen von sich gegeben, aber das Beispiel soll zeigen, wenn wir uns gegenseitig ernst nehmen und auch die Beweggründe respektieren, können wir uns auch als Personen, selbst mit unterschiedlichen Meinungen respektieren. In der öffentlichen Diskussion gibt es aber sehr häufig ein Beharren auf der eigenen Sichtweise, die die Spirale der Konfrontation weiter treiben.
Ich bin mit Frau Schwarzer durchaus konform, dass ich niemal eine biologische Frau sein werde. Auch wenn ich operiert und hormonbehndelt wäre. Aber es geht ja um mehr als die soziale Rolle. Es geht darum, dass ich in mir ein Spüren habe, dem ich auch Ausdruck verleihen will und das orientiert sich am Frausein. Ich glaube, dass Frau Schwarzer damit kein grundsätzliches Problem hätte und mich auch in Frauenräumen "steinigen" würde, wenn ich mich dort wie eine Frau verhalten würde. Ich würde mich gerne mit ihr darüber unterhalten, wie wir Transfrauen Biofrauen auf ihrem Weg der Gleichberechtigung helfen (können).
Auf der anderen Seite müssen wir uns auch die Argumente von Frau Schwarzer zu Herzen nehmen. Was passiert denn da in der Jugendszene ? Wieweit sind ihre Befürchtungen gerechtfertigt ? Für mich sind das ernst zu nehmende Punkte.
Ohne die Begegnung schaffen wir keine Annäherung. Dabei müssen auch unsere Perspektiven auf den Prüfstand. Es geht aus meiner Sicht darum, konstruktive Lösungen zu finden und nicht die andere Meinung und damit den anderen Menschen nieder zu kämpfen. Mein altes Credo: Kooperation statt Machtkampf. Wir sollten diese Chance ergreifen, denn dadurch können wir auch Unterstützer für uns gewinnen oder zumindest relativiert sich die Gegnerschaft.
Das ist nicht verwechseln mit Menschen, die uns persönlich angreifen. Ich denke da z.B. an die Pläne, die etliche Rechtsradikale ausbrüten. Hier müssen wir eine klare Kante zeigen.
Viele Grüße
Vicky
Respekt ist nicht teilbar.
Vicky
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Re: Basler Parlament verabschiedet umstrittenes Gleichstellungsgesetz
Sorry, nope.Vicky_Rose hat geschrieben: Fr 12. Jan 2024, 10:45Auch eine Alice Schwarzer kommt noch umhin, Transmenschen zu respektieren, wie sie schon früher zeigte.
Diese Zitate von Schwarzer sind schon für sich ziemlich heftig und keineswegs akzeptierend. Was sie im Kern sagt: Nur wer sich durch ausreichend Leiden beweist, an den transfeindlichen Geschlechternormen, den medizinischen und juristischen Hürden, die ja auch finanzielle und psychologische sind, darf zur Belohnung eine Transition machen - und danach als ewiges Token, als markierte Ausnahme gnadenhalber existieren.
Damit widerspricht sie zum einen ihrer eigenen Definition des feministischen Projekts. Zum anderen ist diese Art von Fremdbestimmung und bewusst aufgezwungenem Leiden eine absolut menschenfeindliche Idee. Wer würde einen Menschen mit einem körperlichen Geburtsdefekt, sagen wir: nur einem Bein, zwingen, erst einen Berg zu besteigen, um Gehhilfen o.ä. bekommen zu dürfen? Wie viele werden das aus unterschiedlichsten Gründen nicht schaffen? Warum dürfen die kein selbstbestimmtes Leben führen? Wer hat das Recht, so eine Hürde aufzustellen?
Das "biologisch männlich oder weiblich" ist, wie wir wissen, auch Quatsch. Es gibt mehr biologische Marker als Chromosomen. Ich muss die Paper hier sicher nicht wiederholen. Es geht uns doch nicht um eine Maskerade. Maskerade ist sowieso eine ganz hinterfotzige Wortwahl. Sie entwertet mal eben nebenbei alle trans Personen: "Sie sind ja nur maskiert und eigentlich sind sie ja noch...". Das zeigt deutlich ihre Sichtweise auf trans Personen: Sie sind alle nicht "echt", aber die starken, durchsetzungsfähigen dürfen eine Art Ehren-Mitgliedschaft erwerben, ohne je als vollwertig anerkannt zu werden.
Es geht um Selbstwahrnehmung und die körperlichen Eigenschaften, die wir für uns brauchen. Auch für unsere Sexualität. Und es geht um die Wahrnehmung durch andere. "Geschlecht wird an der Backtheke konstruiert", nämlich ob wir da einfach normal behandelt werden oder markiert und wieder gestresst werden. Also wieder Formen von Gewalt und Leid erfahren.
Die ganzen Scharzer-Statements gehen so entlang von "Trans als (Leidens)Schicksal". Pseudo-christlicher Kram a'la "Dieses Leiden hat dir Gott aufgegeben. Beweise deine Größe im Leiden". Alles Unfug. Das ganze Leid ist künstlich und basiert auf einer überholten biologistischen Geschlechter-Normativität. Wir könnten - und müssen - das einfach rückstandsfrei entsorgen, weil es für absolut nichts gut ist.
Trans ist eine natürliche Variante. Keine Krankheit, kein göttliches Schicksal.
Auch längst überholter Unfug. Gerade in den letzten Jahren ist klar belegt worden, dass sich weltweit ca ein Drittel aller trans Personen nichtbinär verortet. Wenn die Begleitpersonen, Therapeutys und Ärztys dies auf dem Schirm haben und diese Möglichkeit auch erklären, entspannt sich genau diese binäre Sache. Bis auf Foren wie Amelungs Facebook Community sind in allen trans Bereichen auch immer nichtbinäre trans Personen dabei.Vicky_Rose hat geschrieben: Fr 12. Jan 2024, 10:45Aber heute suggeriert man diesen Mädchen, wenn sie keine richtige Frau sein wollten, seien sie eben ein Mann. Statt der Befreiung von der Geschlechterrolle nun das totale Gegenteil: zwei Schubladen und nichts dazwischen. Binärer geht nicht. Das hat durch Corona geboomt. Die Mädchen sind in Internetcommunitys und beeinflussen sich gegenseitig.
Falls du dich damit noch nicht beschäftigt hast, kann ich die Fragen verstehen. Der Konsens der Fachleute ist jedoch: Da ist nichts dran. Nichts an der "Flucht ins männliche Geschlecht", nichts an social contagion, nichts an ROGD, nichts am "Trans Hype". Der einzige Unterschied ist, dass trans und nichtbinäre Menschen heute schon sehr viel früher erfahren, dass es anderen ähnlich ging und geht, und was da getan werden kann. Das erspart ihnen unter guten Umständen viele Jahre Leid.Vicky_Rose hat geschrieben: Fr 12. Jan 2024, 10:45 Auf der anderen Seite müssen wir uns auch die Argumente von Frau Schwarzer zu Herzen nehmen. Was passiert denn da in der Jugendszene ? Wieweit sind ihre Befürchtungen gerechtfertigt ? Für mich sind das ernst zu nehmende Punkte.
Auch der angeblich überproportionale Boom der trans Jungs ist Unfug. Sie kommen einige Jahre vor den trans Mädchen raus, nämlich zu dem Zeitpunkt, wo sie zunehmend von ihrer Umwelt vergeschlechtlich und in die weibliche Rolle gedrängt werden. Heisst: Die Gendernormen geben den Anstoss. Bei Jungs überwiegen die Privilegien noch ein paar Jahre, bis sie feststellen, dass sie das wirklich nicht leben wollen. Ende 20 sind die Quoten dann wieder ausgeglichen.
In Schweden flacht sich die Kurve inzwischen ab. Es wird vermutet, dass durch die trans positive Haltung inzwischen die meisten trans Personen tatsächlich rauskommen. So wie bei der Linkshändigkeit. Da "explodierte" die Zahl, nachdem die Zwangsumstellung und die Verteufelung weg waren. Von 2% auf 12%! Hilfe! Links-Hype, soziale Ansteckung, Jugend-Trend! Alles Quatsch. Linkshändigkeit hat eine natürliche Quote von ~12% und kein Hype wird da mehr draus machen.
Die haargenau gleichen Argumente gab es schon in den 50ern bzgl Homosexualität. Von der sozialen Ansteckung über "plötzliche Homosexualität" bis zum "grooming". Anita Bryant in den USA, gleichlautende, meist "christliche" Gruppen hier.
Also: Nein. Mit diesen "Argumenten" muss sich wirklich nicht mehr einzeln auseinander gesetzt werden, weil sie so klar widerlegt wurden wie die flache Erde.
Thematisiert werden muss hingegen, was Menschen wie Schwarzer, die sich der Gleichstellung und Selbstbestimmung derart widersetzen, gesellschaftlich anrichten. Das ist nichts anderes als Hassprediger tun. Sie predigen Ausgrenzung, Unterdrückung, willkürliches Leid und sie haben nur längst überholte Falschbehauptungen und Gerüchte als Basis.
Tragisch dabei ist, dass sich gerade wegen der jahrzehntelangen Hürden und Ausgrenzung unser Vorgänger*innen so unsichtbar waren, dass sich die unbedarfte Mehrheit nicht daran gewöhnen und lernen konnte. Deshalb kommen jetzt diese längst geklärten Fragen und obwohl wir eigentlich längst weiter sind müssen wir uns damit beschäftigen, ob wir uns den Unfug von Schwarzer und anderen "nicht doch zu Herzen nehmen" sollten usw.
Nein.