Lehrer müssen Transschüler in Großbritannien nicht mit anderen Pronomen anreden
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Anne-Mette
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Lehrer müssen Transschüler in Großbritannien nicht mit anderen Pronomen anreden

Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

DerStandard:

Einer Richtlinie der britischen Regierung zufolge dürfen Schulen Eltern außerdem künftig auch gegen den Willen der Kinder über den beabsichtigten Wechsel der Geschlechtsidentität informieren

https://www.derstandard.de/story/300000 ... en-anreden
Blossom
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Re: Lehrer müssen Transschüler in Großbritannien nicht mit anderen Pronomen anreden

Post 2 im Thema

Beitrag von Blossom »

Bedauerlich, denn man war in England bereits weiter. Diesbezüglich hatte ich vor vielen Jahren intensivist die Rechtslage für trans Kinder an Schulen recherchiert. Ich benötigte dieses Wissen für einen meiner Romane - es wurde der, dem auch mein Mädchename entsprungen ist, denn meine fiktive Figur Elijah wählte Blossom für sich. Damals galt, dass das entsperechende Kind im Sekretariat die Namensänderung formlos vornehmen konnte, ohne ein Einbeziehen der Eltern - und auch, dass Mitschüler, die trans Mitschüler wegen ihrer Geschlechtsidentität mobbten bis hin zum Schulverweis getadelt werden konnten. Bedauerlich, dass es nun unter "rechtskonsverativen" Stimmen wieder zum Rückschritt kommt. Und ich bin sicher, es wird nicht der letzte sein ... Was mich wieder einmal besonders trifft, sind die transfeindlichen Kommentare diverser Mitmenschen. Dergleichen zu lesen macht mir Sorge, wenn nicht sogar Angst vor der Zukunft.

Als ausgebildete Lehrkraft, aber als Krankenschwester (wenngleich ich seit Jahren nun in der Heilerziehungspflege arbeite) verlangt es mein Beruf mich in die Lage von Kindern, aber auch behinderten Menschen zu versetzen und eine Beziehung zu ihnen aufzubauen - dies inkludiert für mich, sie so anzunehmen wie sie sind, wie auch sie so anzusprechen und zu behandeln wie sie es wünschen!
Jeder hat in seinem Leben Menschen um sich, die schwul, lesbisch, transgender oder bisexuell sind.
Sie wollen es vielleicht nicht zugeben, aber ich garantiere, sie kennen jemanden.
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Anne-Mette
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Re: Lehrer müssen Transschüler in Großbritannien nicht mit anderen Pronomen anreden

Post 3 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Hier kommt noch ein Artikel
Neue Zürcher Zeitung:

Neue Gender-Regeln in Grossbritannien: Schulen haben keine Pflicht, -«soziale Transition-» von Kindern zu akzeptieren

https://www.nzz.ch/international/grossb ... ld.1771203
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Re: Lehrer müssen Transschüler in Großbritannien nicht mit anderen Pronomen anreden

Post 4 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-01-22 »

Blossom hat geschrieben: Di 19. Dez 2023, 22:57 Als ausgebildete Lehrkraft, aber als Krankenschwester (wenngleich ich seit Jahren nun in der Heilerziehungspflege arbeite) verlangt es mein Beruf mich in die Lage von Kindern, aber auch behinderten Menschen zu versetzen und eine Beziehung zu ihnen aufzubauen - dies inkludiert für mich, sie so anzunehmen wie sie sind, wie auch sie so anzusprechen und zu behandeln wie sie es wünschen!
Ich glaube in der heutigen Zeit ist der Beruf einer Lehrkraft der undankbarste. Gegenüber den Schülern*innen darf man im Prinzip nicht mehr "laut" werden, im Gegensatz zu den Schülern die ausfällig werden können. Dann bekommen die Lehrkräfte gleichzeitig noch Druck von den Eltern - wehe man sagt etwas gegen die Kinder... :shock: Ich wäre sehr dafür, wenn Lehrer*innen viel mehr Rechte hätten und sich gegenüber Eltern auch mal behaupten dürften - bevor diese wieder mit ihren Anwälten auf der Matte stehen. Wenn ich da an meine Schulzeit zurückdenke, da hatten wir noch Respekt vor dem Lehrpersonal, vor allem wurden die Lehrer auch mal ausfällig gegenüber uns Schülern. Dabei ist mir eine Entgleisung eine Lehrerin noch gut in Erinnerung geblieben - das sagt sie mal zu einem Schüler: "Du Prolet aus der Gosse...". Damals haben wir uns alle darüber amüsiert und niemand wäre auf die Idee gekommen sich deswegen im Direktorium über die Lehrerin zu beschweren - heute wäre sie direkt entlassen wurden.

Zum eigentlichen Thema habe ich mal folgende Zeile aus dem Arikel zitiert:
"Zudem müssen Lehrerinnen und Lehrer Transschülerinnen und -schüler nicht mit den von ihnen gewählten Pronomen ansprechen, sondern dürfen weiter die bisherigen Formen nutzen."

Persönlich finde ich es sehr gut, daß es dazu keine behördlichen Vorgaben gibt. Ich bin der Meinung, daß sollte jede Lehrkraft für sich entscheiden, wie sie mit dem Thema umgeht und quasi nicht von Regierungsseite dazu gezwungen wird. Es sollte doch kein Problem sein, diesbezüglich sich mit dem Kind und dessen Eltern zusammenzusetzen und darüber zu sprechen. So etwas sollte keine Behörde bestimmen, sondern einfach der menschliche Umgang untereinander - warum sollten Dritte darüber bestimmen?

Blossom hat geschrieben: Di 19. Dez 2023, 22:57 Was mich wieder einmal besonders trifft, sind die transfeindlichen Kommentare diverser Mitmenschen. Dergleichen zu lesen macht mir Sorge, wenn nicht sogar Angst vor der Zukunft.
Das sehe ich anders - warum sollte denn nicht jede*r frei seine Meinung äußern dürfen? Wenn jemand etwas gegen Trans* hat, dann soll man das auch frei äußern können. Unsere Medienlandschaft ist heutzutage so weichgespült, wo sich kaum mehr einer wagt etwas zu sagen - es könnte sich ja wieder irgendeine "Minderheit" beleidigt fühlen. Ich habe nichts dagegen, wenn Menschen offen für ihre Meinung einstehen - warum sollen wir denn ständig JEDEM gefallen müssen?

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Re: Lehrer müssen Transschüler in Großbritannien nicht mit anderen Pronomen anreden

Post 5 im Thema

Beitrag von Laila-Sarah »

Lady Jennifer hat geschrieben: Mi 20. Dez 2023, 12:55 Das sehe ich anders - warum sollte denn nicht jede*r frei seine Meinung äußern dürfen? Wenn jemand etwas gegen Trans* hat, dann soll man das auch frei äußern können. Unsere Medienlandschaft ist heutzutage so weichgespült, wo sich kaum mehr einer wagt etwas zu sagen - es könnte sich ja wieder irgendeine "Minderheit" beleidigt fühlen. Ich habe nichts dagegen, wenn Menschen offen für ihre Meinung einstehen - warum sollen wir denn ständig JEDEM gefallen müssen?

Jennifer
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Kurz und knapp: weil Menschenrechte nicht debattierbar sind.

Es sind keine Meinungen zu Hobbies oder Vorlieben oder politische Meinungen obwohl es meistens versucht wird sie so darzustellen.

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Re: Lehrer müssen Transschüler in Großbritannien nicht mit anderen Pronomen anreden

Post 6 im Thema

Beitrag von Blossom »

Lady Jennifer hat geschrieben: Mi 20. Dez 2023, 12:55 warum sollen wir denn ständig JEDEM gefallen müssen?
Zunächst einmal "sollen" "müssen"? Auch cis Personen müssen und sollten das nicht - unsere Verschiedenheit zeichnet uns aus. Dennoch sollten wir uns mit einem gewissen Anstand und zumindest Respekt begegnen - von Akzeptanz spreche ich wohlweißlich nicht. Es ist jener Respekt, den ich in sehr vielen der Kommentare vermisse - es ist nicht die Ansicht des Einzelnen, die ich anprangere.

Aus dem Gedächtnis heraus gibt es dort einen sehr aggressiven Kommentar, auf den jemand antwortete: Das würde zur Folge haben, dass gäbe es nur 5 Rollstuhlfahrer in Deutschland, für diese auch keine Rampen gebaut werden müssten!

Niemandem muss alles gefallen, aber man muss hinnehmen, dass Menschen divers sind und dies zulassen. Seltsamerweise genießen diese Menschen es, beim Griechen zu speisen, ihr Eis beim Italiener zu holen, sich einen Döner zu gönnen oder in einem islamischen Land Urlaub zu machen ... All das funktioniert offensichtlich gut, aber hier soll das gehen? Da frage ich mich halt oft, an welchen Schaltstellen im Hirn es bei manchen Mitmenschen holpert ... Letzten Sommer z.B. selbst gesehen, wie (T-Shirts, Springerstiefel, Tattoos und Haarschnitt waren eindeutig) Rechtsradikale Döner essend vor einem arabischen Imbiss futtern und gleichzeitig über Menschen aus diesem Kulturkreis lästern! Für sich selbst aber auf die Barrikade gehen, wenn man sie "in ihren Augen" respektlos behandelt.

Ja, man kann niemanden "zwingen" - so etwas muss/sollte schon von allein durch die Hirnschale einsickern.

Und abweichend: Mich nevt es ungemein, wenn ich in den Nachrichten erfahre, dass sich Bayern in Frage eines Kreuzes im Eingangsbereich öffentlicher Gebäude durchgesetzt hat! Darauf zu verzichten oder aber alle religiösen Zeichen zuzulassen wäre der richtige Weg gewesen. So werden schon wieder Spannungen aufgebaut.

Und nur so nebenbei: Als Lehrkraft habe ich mich neutral zu verhalten, keine offensichtlichen Tattoos zu zeigen, die eine politische Ausrichtung aufzeigen, keine diesbezüglichen Äußerungen und auch ein Kreuz an der Halskette sollte verdeckt sein!

Desweiteren: Ich persönlich fühle mich nicht beleidigt, wenn mich mal jemand falsch gendert. Insbesondere am Telefon kann das schnell passieren, wenn mich jemand nicht kennt. Oft gehe ich darauf gar nicht erst ein ... doch wenn ich es tue, dann erwarte ich von der anderen Seite, den mir gebührenden Respekt, den gewähre ich meinem Gesprächspartner ja auch.
Jeder hat in seinem Leben Menschen um sich, die schwul, lesbisch, transgender oder bisexuell sind.
Sie wollen es vielleicht nicht zugeben, aber ich garantiere, sie kennen jemanden.
Billie Jean King (*1943)
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