Zunehmend schwierige Besetzung von Pflegestellen | Bundestag
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Anne-Mette
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Zunehmend schwierige Besetzung von Pflegestellen | Bundestag
Gesundheit/Antwort
Für Pflegeeinrichtungen wird es nach Angaben der Bundesregierung zunehmend schwieriger, offene Stellen mit Fachkräften und qualifizierten Hilfskräften zu besetzen. Infolge des demografischen Wandels werde die Zahl der Pflegebedürftigen weiter deutlich steigen, während die Zahl der zur Verfügung stehenden Pflegekräfte schrumpfe, heißt es in der Antwort (20/7861) der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage (20/7453) der AfD-Fraktion.
Deutschland brauche mehr Pflegefachkräfte und Pflegehilfskräfte, um langfristig die Versorgungssicherheit gewährleisten zu können. Die Bundesregierung habe dazu ein ganzes Bündel von Maßnahmen auf den Weg gebracht, um das inländische Potenzial zu heben. Dabei gehe es vorrangig darum, die Attraktivität der Ausbildung sowie des Arbeitsplatzes Pflege zu steigern und den Berufsverbleib zu erhöhen, heißt es in der Antwort weiter.
Zu den Initiativen zählen den Angaben zufolge die Verpflichtung zur Zahlung einer tariflichen Entlohnung durch alle zugelassenen Pflegeeinrichtungen sowie die Einführung eines bundeseinheitliches Personalbemessungsverfahrens. Zudem sei ergänzend die Fachkräfteanwerbung aus Drittstaaten notwendig. Das Ziel sei eine faire und ethische Anwerbung von Fachkräften sowie eine vereinfachte Feststellung beruflicher Kompetenzen.
Für Pflegeeinrichtungen wird es nach Angaben der Bundesregierung zunehmend schwieriger, offene Stellen mit Fachkräften und qualifizierten Hilfskräften zu besetzen. Infolge des demografischen Wandels werde die Zahl der Pflegebedürftigen weiter deutlich steigen, während die Zahl der zur Verfügung stehenden Pflegekräfte schrumpfe, heißt es in der Antwort (20/7861) der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage (20/7453) der AfD-Fraktion.
Deutschland brauche mehr Pflegefachkräfte und Pflegehilfskräfte, um langfristig die Versorgungssicherheit gewährleisten zu können. Die Bundesregierung habe dazu ein ganzes Bündel von Maßnahmen auf den Weg gebracht, um das inländische Potenzial zu heben. Dabei gehe es vorrangig darum, die Attraktivität der Ausbildung sowie des Arbeitsplatzes Pflege zu steigern und den Berufsverbleib zu erhöhen, heißt es in der Antwort weiter.
Zu den Initiativen zählen den Angaben zufolge die Verpflichtung zur Zahlung einer tariflichen Entlohnung durch alle zugelassenen Pflegeeinrichtungen sowie die Einführung eines bundeseinheitliches Personalbemessungsverfahrens. Zudem sei ergänzend die Fachkräfteanwerbung aus Drittstaaten notwendig. Das Ziel sei eine faire und ethische Anwerbung von Fachkräften sowie eine vereinfachte Feststellung beruflicher Kompetenzen.
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Franziska
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Re: Zunehmend schwierige Besetzung von Pflegestellen | Bundestag
Liebe Anne-Mette,
ich kann Deinem Beitrag, insbesondere auch dem letzten Absatz, nur zustimmen.
Die Thematik "Pflege" und die Problematik der Pflegeeinrichtungen wird ja leider von vielen in der Gesellschaft verdrängt, wenn sie selbst oder ihre Angehörigen nicht betroffen sind.
Dadurch bedingt, dass meine Frau bis zu ihrem Tod in einer Pflegeeinrichtung war, habe ich mir ein recht gutes Bild machen können. Was dort von dem Personal geleistet wird, kann man gar nicht genug würdigen und in die richtigen Worte fassen. Hier ist eine bessere Bezahlung, aber auch eine bessere Personalausstattung sicherlich wünschenswert/erforderlich, um künftig genügend Personal zu bekommen.
Auf der anderen Seite sind aber auch die Kosten für die Heimbewohner bzw. deren Angehörige enorme finanzielle Belastungen. Nur in den wenigsten Fällen springen dann die Sozialkassen ein.
Insofern ist eine Pflegereform dringend erforderlich. Dies auch vor dem Hintergrund, dass bereits viele Heime aus unterschiedlichen Gründen schließen mussten.
Als relativ neues Mitglied hier im Forum finde ich es gut, dass auch solche sensiblen Themen hier behandelt werden.
ich kann Deinem Beitrag, insbesondere auch dem letzten Absatz, nur zustimmen.
Die Thematik "Pflege" und die Problematik der Pflegeeinrichtungen wird ja leider von vielen in der Gesellschaft verdrängt, wenn sie selbst oder ihre Angehörigen nicht betroffen sind.
Dadurch bedingt, dass meine Frau bis zu ihrem Tod in einer Pflegeeinrichtung war, habe ich mir ein recht gutes Bild machen können. Was dort von dem Personal geleistet wird, kann man gar nicht genug würdigen und in die richtigen Worte fassen. Hier ist eine bessere Bezahlung, aber auch eine bessere Personalausstattung sicherlich wünschenswert/erforderlich, um künftig genügend Personal zu bekommen.
Auf der anderen Seite sind aber auch die Kosten für die Heimbewohner bzw. deren Angehörige enorme finanzielle Belastungen. Nur in den wenigsten Fällen springen dann die Sozialkassen ein.
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Und später kommt früher als Du denkst.
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Re: Zunehmend schwierige Besetzung von Pflegestellen | Bundestag
Verständlich, da wir ja auch unser kommendes Ableben in aller Regel verdrängen ... Aber es wurde auch von der Politik verdrängt. Hier wurde und wird offensichtlich erst reagiert, nachdem das Wasser nicht nur bis zum Hals, sondern vielmehr bereits bis zu Unterlippe angestiegen ist!Franziska hat geschrieben: Mo 21. Aug 2023, 20:00 Die Thematik "Pflege" und die Problematik der Pflegeeinrichtungen wird ja leider von vielen in der Gesellschaft verdrängt, wenn sie selbst oder ihre Angehörigen nicht betroffen sind.
Zunächst einmal Danke! Ich habe heute einen Frühdienst absolviert, als alleinverantwortliche Fachkraft auf 4 Wohnebenen. 9 Stunden ohne jede gesetzlich vorgesehene Pause! Das mitgebrachte Frühstück habe ich im Auto auf der Heimfahrt gegessen. Und davon stehen mir noch weitere Dienste ins Haus. Es fehlt bei uns personaltechnisch an allen Ecken!Franziska hat geschrieben: Mo 21. Aug 2023, 20:00 Was dort von dem Personal geleistet wird, kann man gar nicht genug würdigen und in die richtigen Worte fassen. Hier ist eine bessere Bezahlung, aber auch eine bessere Personalausstattung sicherlich wünschenswert/erforderlich, um künftig genügend Personal zu bekommen.
Bessere Bezahlung? Definitiv nein. Darum geht es weder meinen Kolleginnen oder Kolleginnen ... Uns geht es um Sicherstellen des Personalschlüssels, der uns ein auf Bewohner orientiertes Arbeiten ermöglicht, uns nicht in die Überstunden oder den Burn-Out treibt und eine Planung unseres Privatlebens ermöglicht - mit einfachen Worten: Wir wünschen uns eine ausgewogene Work-Life-Balance.
Stimmt, damit macht gerade jeder Politiker auf sich aufmerksam ... Aber sollten wir uns nicht auch ehrlich machen? Fachpersonal aus Ländern abzuwerben, die deren Ausbildungskosten getragen haben und sich einen Nutzen fürs eigene Land erwarten, ist nichts weiter wie das Ausbeuten der Rohstoffe während der Kolonialzeiten! Und gab es da nicht mal die Sklaverei?Anne-Mette hat geschrieben: Mi 2. Aug 2023, 12:29 Zudem sei ergänzend die Fachkräfteanwerbung aus Drittstaaten notwendig. Das Ziel sei eine faire und ethische Anwerbung von Fachkräften sowie eine vereinfachte Feststellung beruflicher Kompetenzen.
Ich persönlich würde mir wünschen die Ausbildung zu einem Studienfach zu machen, Schwestern das Erreichen eines Doktortitels zu ermöglichen (wie es das in England schon seit etwa 1920 gibt - siehe Studium der Pflegewissenschaften). Das würde zu deutlich mehr Anerkennung in der Bevölkerung führen und uns Gehaltsverhandlungen erleichtern. Abgesehen davon, dass der Beruf deutlich attraktiver würde. Mir persönlich wird immer wieder zugetragen, dass mein Können und Wissen (bezogen auf meine Fachgebiete) mit denen eines Arztes gleichziehen kann - und ich bringe es ein! Von Seiten der Ärzteschaft erfahre ich diesbezüglich aber nur äußerst selten Anerkennung ... Und da wären wir wieder ... Wie können wir als Schwesternschaft Anerkennung für unsere täglichen 24-7 Leistungen von stinknormalen Bürgern erfahren, wenn dies nicht einmal in der eigenen Hierarchie möglich ist?
Und nur mal so nebenbei zu meiner Ausbildung und meiner Bezahlung:
Ausbildung zu Krankenschwester
Ausbildung zur Rettungssanitäterin
Weiterbildung zur Fachkrankenschwester: OP/Anaesthesie/Beatmung
Weiterbildung zur Fachkrankenschwester: Geronto-Psychiatrie
Weiterbildung zur Fachkrankenschwester: Ambulante Pflege
Weiterbildung zur Wundmanagerin
Weiterbildung zur PDL
Weiterbildung zur Heimleitung
Weiterbildung zur Heilerziehungspflegerin
Obendrein habe ich studiert und einen akademinschen Titel. Dr.phil.Dipl.päd.
Ich arbeite als Hausleitung (kann dem aber nur selten gerecht werden, da ich laufend in der Versorgung einspringen muss)
Und nun dürft ihr euch fragen, wie viele Stunden ich arbeite, wie oft ich frei habe, wie ich dafür entlohnt werde und ob ich in den letzten drei Jahren auch nur einen Tag Urlaub habe nehmen können!
Aber ich nehme euch das mal ab: Ich habe aktuell 398 Überstunden, kann meine Freizeit nicht planen, werden nach Standard einer normalem Krankenschwester entlohnt (die Hausleitung bringt nur unerheblich etwas mehr) und Urlaub kenne ich nicht. Der wurde letztlich ausgezahlt. Gesetzliche Pausen während der Arbeit sind nicht drin. Und das alles, obwohl ich im Hinblick auf meine Ausbildung vergleichbar in der Industrie gleich mehrfach einen Meistertitel besitze. Desweiteren sind wir gesetzlich verpflichtet uns stets auf dem aktuellen Stand der Medizin zu halten!
Und all das, weiß man bereits den 1970er Jahren! Getan wurde nichts. Man hat sich darauf ausgeruht, dass Menschen wie ich niemals Bewohner, Patienten etc. im Stich lassen würden, weil wir das mit unserem Berugsethos nicht vereinbaren können.
Danke, dass ich mich an dieser Stelle mal "auskotzen" konnte.
Jeder hat in seinem Leben Menschen um sich, die schwul, lesbisch, transgender oder bisexuell sind.
Sie wollen es vielleicht nicht zugeben, aber ich garantiere, sie kennen jemanden.
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Re: Zunehmend schwierige Besetzung von Pflegestellen | Bundestag
Gerne! Und mangelt es Dir dazu an anderer Stelle? Schlimm, wenn das bei denen, die die Verhältnisse ändern könnten, anscheinend nicht wirklich ankommt.Blossom hat geschrieben: Di 22. Aug 2023, 21:37 Danke, dass ich mich an dieser Stelle mal "auskotzen" konnte.
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Re: Zunehmend schwierige Besetzung von Pflegestellen | Bundestag
Nein, mangelt es nicht. Ich kämpfe tatsächlich jeden Tag für die mir unterstellten Kollegen und Kolleginnen. Aber es kommt mir oft schon sinnlos vor - nahezu als würde ich gegen die Hydra antreten ... kaum habe ich etwas erreicht, tun sich neue Abgründe auf. Das braucht unendlich viel Kraft, die ich sehr viel lieber an anderer Stelle einsetzen würde.
Und nur mal noch als weiteren Einschub: Nicht nur in der Einrichtung für die ich tätig bin, werden Überlastungsanzeigen unterdrückt! Mitarbeitern die eine solche vorbringen, werden eingeschüchtert, bis dahin, dass man ihnen mit Kündigung droht!
Da frage ich mich doch letztlich, wofür dieses gesetzlich vorgesehene Mittel überhaupt da ist ... ein stumpfes Schwert, mehr nicht, auf dem sich die Politik ausruhen kann, da sie uns das Werkzeug ja an die Hand gegeben hat ... entschuldigt, wenn ich da nur noch verbittert lachen kann.
Und jetzt heißt für mich ins Bett zu gehen, denn meine Nacht endet um 3:45 ... fertigmachen und Trip über die Autobahn, um meinen Job zu machen.
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Anne-Mette
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Re: Zunehmend schwierige Besetzung von Pflegestellen | Bundestag
Moin,
Es führte dazu, dass ich eingesehen habe, dass nicht nur die "Arbeit an den Mitmenschen" wichtig ist, sondern auch die politische Arbeit, um möglichst an den schlechten Verhältnissen etwas zu ändern.
Doch das ist nicht so einfach, wenn Arbeitskräfte schon durch die vertragliche Arbeitszeit so aus- und überbelastet sind, dass ein Engagement in politischen Gremien kaum möglich ist - und Menschen, die sich "hauptamtlich" vollzeit um solche Belange kümmern, verlieren oftmals den Kontakt zur Basis.
Wir haben damals erreichen können, dass für die bezirklichen Vertreter eine Vertretungszeit für die Stunden besetzt wurde, in denen sie durch die regelmäßigen Sitzungen dem Arbeitsplatz fern blieben.
Die Erfolge waren klein, überwiegend ging es um "Sicherung des bisherigen Standards" (
)
Verbesserungen waren oft nicht möglich - und in kirchlichen Einrichtungen wurde eigentlich "davon ausgegangen", dass unentgeltlich Mehrarbeit geleistet wurde.
Gerade Frauen wurden, so muss ich ungeschminkt sagen, besonders ausgenutzt, weil bei ihnen die "natürlich gegebene Bereitschaft zur Pflege und Betreuung" praktisch als Grundbegabung angenommen wurde.
@ Blossom:
In der Wochenendausgabe unserer Zeitung stand ein längerer Artikel über "Überstunden". Da habe ich gleich an dich gedacht
Dir ist nicht genug zu danken für deinen Einsatz; ABER Mitarbeitende, die über ihre Kräfte gehen, stützen letztendlich das System der Ausbeutung - und es ändert sich NICHTS.
Allerdings habe auch ich keine Lösung. Es sind einfach zu wenige qualifizerite Fachkräfte vorhanden oder bereit, für das angebotene Gehalt und zu den herrschenden Bedingungen zu arbeiten.
Herzliche Grüße
Anne-Mette
das sei dir gerne gewährt; denn dafür ist das Forum auch da und dafür gibt es hier auch solche Hinweise und Artikel.Blossom hat geschrieben: Di 22. Aug 2023, 21:37 Danke, dass ich mich an dieser Stelle mal "auskotzen" konnte.
Das war der Zeitraum, in dem ich zuerst mit der Problematik "bekannt gemacht" wurde
Es führte dazu, dass ich eingesehen habe, dass nicht nur die "Arbeit an den Mitmenschen" wichtig ist, sondern auch die politische Arbeit, um möglichst an den schlechten Verhältnissen etwas zu ändern.
Doch das ist nicht so einfach, wenn Arbeitskräfte schon durch die vertragliche Arbeitszeit so aus- und überbelastet sind, dass ein Engagement in politischen Gremien kaum möglich ist - und Menschen, die sich "hauptamtlich" vollzeit um solche Belange kümmern, verlieren oftmals den Kontakt zur Basis.
Wir haben damals erreichen können, dass für die bezirklichen Vertreter eine Vertretungszeit für die Stunden besetzt wurde, in denen sie durch die regelmäßigen Sitzungen dem Arbeitsplatz fern blieben.
Die Erfolge waren klein, überwiegend ging es um "Sicherung des bisherigen Standards" (
Verbesserungen waren oft nicht möglich - und in kirchlichen Einrichtungen wurde eigentlich "davon ausgegangen", dass unentgeltlich Mehrarbeit geleistet wurde.
Gerade Frauen wurden, so muss ich ungeschminkt sagen, besonders ausgenutzt, weil bei ihnen die "natürlich gegebene Bereitschaft zur Pflege und Betreuung" praktisch als Grundbegabung angenommen wurde.
@ Blossom:
In der Wochenendausgabe unserer Zeitung stand ein längerer Artikel über "Überstunden". Da habe ich gleich an dich gedacht
Dir ist nicht genug zu danken für deinen Einsatz; ABER Mitarbeitende, die über ihre Kräfte gehen, stützen letztendlich das System der Ausbeutung - und es ändert sich NICHTS.
Allerdings habe auch ich keine Lösung. Es sind einfach zu wenige qualifizerite Fachkräfte vorhanden oder bereit, für das angebotene Gehalt und zu den herrschenden Bedingungen zu arbeiten.
Herzliche Grüße
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Re: Zunehmend schwierige Besetzung von Pflegestellen | Bundestag
Und das kann sich ein Arbeitgeber bei der bekannten Personalknappheit leisten?Blossom hat geschrieben: Di 22. Aug 2023, 22:14 Mitarbeitern....werden eingeschüchtert, bis dahin, dass man ihnen mit Kündigung droht!
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Re: Zunehmend schwierige Besetzung von Pflegestellen | Bundestag
Nein, kann er sich im Prinzip nicht. Entsprechend kommen ja auch genug Kündigungen. Dann allerdings seitens der Beschäftigten. Doch bei sehr vielen fruchtet die Drohung - und dies zumeist im Zusammenhang mit der in der Belegschaft allgemein vertretenen Auffassung: Woanders ist es auch nicht besser.conny hat geschrieben: Mi 23. Aug 2023, 09:55 Und das kann sich ein Arbeitgeber bei der bekannten Personalknappheit leisten?
Und leider muss ich ihnen sogar recht geben, Als Dozentin im Gesundheitswesen komme ich reichlich rum, höre Vieles von Teilnehmern und mache selbstverständlich die Ohren auf, wenn diese sich in einer Pause untereinander über ihre Arbeitsstellen auskotzen. Allein aus dem Stehgreif würden mir mindestens ein Dutzend Einrichtungen, Heime und Pflegedienste in den Sinn kommen, die ihr Personal "gängeln" - um es einmal gelinde auszudrücken. Von den mir bekannten Heimen und Einrichtungen hält keine den erforderlichen Personalschlüssel in Bezug auf Fachkräfte ein. Allein dieser Fakt, in Verbindung mit den von mir oben bereits ausgeführten Anmerkungen, treibt gut qualifizierte Menschen noch zusätzlich aus der Pflege! Und die verabschieden sich für immer, sind mit Nichts zurückzugewinnen. Da kann die Politik noch so viele Angebote planen - Wir in der Pflege haben leidvoll erfahren dürfen, dass immer alles nur Gerede ist.
Ich persönlich habe keine Corona-Pauschale bekommen! Dies nur als Beispiel für eine dieser Lügen! Mir dreht sich heute noch der Magen um, wenn ich an all die politische Werbung im TV denke, in denen zu Hauf erklärt wurde, wie dankbar man uns ist, dass wir das Risiko eingehen als auch die Überlastung tragen!
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Franziska
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Re: Zunehmend schwierige Besetzung von Pflegestellen | Bundestag
Danke für Deine umfänglichen Darstellungen über die Probleme im Pflegebereich. Und dass Du Dich damit einmal so richtig "auskotzen" konntest, finde ich völlig ok.
Das Problem liegt doch nicht erst seit Jahren, sondern ich möchte behaupten, seit Jahrzehnten auf dem Tisch. Und egal, wer in Berlin am "Ruder war oder ist",
man hat das vielfach heruntergespielt oder schlimmer noch, teilweise negiert.
Jetzt reist man um die Welt, um u.a. Pflegekräfte zu gewinnen. Ich bin da ganz bei dir. Wir ziehen dort die Kräfte ab zur Lösung unserer Probleme und schaffen dann
dort neue Probleme. Ich möchte zwar nicht von Kolonialismus sprechen, aber weit entfernt sind wir davon nicht. Und wenn man dann noch die bürokratischen Hürden
hier vor Ort betrachtet, die diese abgeworbenen Fachkräfte überwinden müssen, dann ist das für diese Kräfte auch nicht hilfreich, sondern eher abschreckend.
Ich könnte noch mehr schreiben, aber ich will es erstmal dabei belassen. Ja, es gibt viel zu tun in unserem Land.
Ich wünsche Dir trotz allem ganz viel Kraft.
Ganz liebe Grüße
Franziska
Das Problem liegt doch nicht erst seit Jahren, sondern ich möchte behaupten, seit Jahrzehnten auf dem Tisch. Und egal, wer in Berlin am "Ruder war oder ist",
man hat das vielfach heruntergespielt oder schlimmer noch, teilweise negiert.
Jetzt reist man um die Welt, um u.a. Pflegekräfte zu gewinnen. Ich bin da ganz bei dir. Wir ziehen dort die Kräfte ab zur Lösung unserer Probleme und schaffen dann
dort neue Probleme. Ich möchte zwar nicht von Kolonialismus sprechen, aber weit entfernt sind wir davon nicht. Und wenn man dann noch die bürokratischen Hürden
hier vor Ort betrachtet, die diese abgeworbenen Fachkräfte überwinden müssen, dann ist das für diese Kräfte auch nicht hilfreich, sondern eher abschreckend.
Ich könnte noch mehr schreiben, aber ich will es erstmal dabei belassen. Ja, es gibt viel zu tun in unserem Land.
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Re: Zunehmend schwierige Besetzung von Pflegestellen | Bundestag
Hallo,
bis vor eine. Jahr war die Pflege auch bei mir ein tägliches Thema. Und ich bekam mit wie der Druck auf die Pflegerrinnen immer stärker wurde. War anfangs noch Zeit für ein kleines Gespräch, rückte immer mehr die Uhr in den Vordergrund. Ich schreibe hier von der mobilen Pflege, welche ein möglichst langes Leben in der eigenen Wohnung ermöglichen soll. Angehörige leisten da sehr viel unentgeltlich. Wegen mangelnder Heimplätze bleibt nichts anderes übrig. Und wer einmal gepflegt hat, der weiß, wie körperlich anstrengend Pflege ist. Und bei Bedingungen wie von Dir Blümchen beschrieben, wundert es mich nicht, wenn gute Fachkräfte das Handtuch schmeißen.
Die andere Seite, es kostet Geld. Geld, welches die zu Pflegenden mit kleiner Rente nicht haben. Auch der Staat zahlt nicht gerne. Da wird dann an anderer Stelle zu Lasten der Mitarbeiter in den Pflegediensten und -heimen gespart.
Mit der Folge, weitere Fachkräfte wandern ab.
Viele liebe Grüße von Magdalena
bis vor eine. Jahr war die Pflege auch bei mir ein tägliches Thema. Und ich bekam mit wie der Druck auf die Pflegerrinnen immer stärker wurde. War anfangs noch Zeit für ein kleines Gespräch, rückte immer mehr die Uhr in den Vordergrund. Ich schreibe hier von der mobilen Pflege, welche ein möglichst langes Leben in der eigenen Wohnung ermöglichen soll. Angehörige leisten da sehr viel unentgeltlich. Wegen mangelnder Heimplätze bleibt nichts anderes übrig. Und wer einmal gepflegt hat, der weiß, wie körperlich anstrengend Pflege ist. Und bei Bedingungen wie von Dir Blümchen beschrieben, wundert es mich nicht, wenn gute Fachkräfte das Handtuch schmeißen.
Die andere Seite, es kostet Geld. Geld, welches die zu Pflegenden mit kleiner Rente nicht haben. Auch der Staat zahlt nicht gerne. Da wird dann an anderer Stelle zu Lasten der Mitarbeiter in den Pflegediensten und -heimen gespart.
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Viele liebe Grüße von Magdalena
Lebe jeden Tag.
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Re: Zunehmend schwierige Besetzung von Pflegestellen | Bundestag
Dann frage ich mich, warum die Beschäftigten nicht massiver auf die Barrikaden gehen. Die Macht der Argumente ist doch auf ihrer Seite. Dass extrem gefragtes Personal sich derart drangsalieren lässt, ist doch absurd.Blossom hat geschrieben: Mi 23. Aug 2023, 17:45 Nein, kann er sich im Prinzip nicht. Entsprechend kommen ja auch genug Kündigungen. Dann allerdings seitens der Beschäftigten. Doch bei sehr vielen fruchtet die Drohung - und dies zumeist im Zusammenhang mit der in der Belegschaft allgemein vertretenen Auffassung: Woanders ist es auch nicht besser.
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Re: Zunehmend schwierige Besetzung von Pflegestellen | Bundestag
Die Leidensfähigkeit ist in den Berufsgruppen besonders stark ausgeprägt.
Außerdem sind viele Einrichtungen aus christlichen Versorgungseinrichtungen gewachsen, wo es ganz zuerst üblich war, aus Barmherzigkeit zu arbeiten und sich erst nach und nach eine Arbeitnehmer-Arbeitgeber-Kultur entwickelt hat.
Auch will die Belegschaft die zu Versorgenden "nicht hängen lassen".
Außerdem sind viele Einrichtungen aus christlichen Versorgungseinrichtungen gewachsen, wo es ganz zuerst üblich war, aus Barmherzigkeit zu arbeiten und sich erst nach und nach eine Arbeitnehmer-Arbeitgeber-Kultur entwickelt hat.
Auch will die Belegschaft die zu Versorgenden "nicht hängen lassen".
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Re: Zunehmend schwierige Besetzung von Pflegestellen | Bundestag
Darauf möchte ich mit einem meiner Lieblingszitate unsere ehemaligen Bundespräsidenten Gustav Heinemann antworten: "Mann erkennt den Wert einer Gesellschaft daran, wie sie mit den Schwächsten ihrer Glieder verfährt." und direkt mit Warren Buffet, einem US-amerikanischen Investor, Unternehmer und Philanthrop, antworten: "Der Preis ist, was wir bezahlen. Der Wert ist, was wir bekommen." Nichts, aber auch gar nichts darf uns diesbezüglich zu teuer sein, wollen wir unsere Gesellschaft und unseren Staat weiterhin als sozial ansehen - schließlich haben wir uns doch auf die Fahne geschrieben, soziale Sicherheit und Gerechtigkeit anzustreben!Magdalena hat geschrieben: Mi 23. Aug 2023, 19:54 Die andere Seite, es kostet Geld. Geld, welches die zu Pflegenden mit kleiner Rente nicht haben. Auch der Staat zahlt nicht gerne. Da wird dann an anderer Stelle zu Lasten der Mitarbeiter in den Pflegediensten und -heimen gespart.
Wulf-Hinnerk Vauk, Betriebswirt, sagte einmal: "Werte schreibt man mit dem Füller, Bilanzen mit dem Bleistift. Und nicht umgekehrt." Oh ja, denn es geht den Pflegekräften gar nicht so wirklich um mehr Geld, wenn sich die Bedingungen ändern. Es würde bereits ausreichen unsere Leistung in der Gesellschaft anzuerkennen und Wert zu schätzen, anstatt weiterhin nur den spitzen Bleistift anzusetzen und zu erklären, was alles nicht finanzierbar ist. Was da alles geht und wo das Geld voll in den Sand gesetzt wird, zeigt das "Jahrbuch der Steuerzahler" - und ich persönlich nenne die völlig überflüssige Hamburger Philarmonie oder das Berliner-Flugplatz-Debakel, die ewig irren langen Feststellungsverfahren für irgendwas, weil jedes "dämliche" Amt noch etwas auszusetzen und zu ändern hat, bis ein Bahnhof in Stuttgart zu Euro-Grab wird ... Alles Gelder, die vernünftig eingesetzt, sehr viel Soziales hätten leisten können! So aber sind es wertlose Denkmäler Derjenigen, die sich darüber profilieren wollten!
Richard von Weizäcker sagte: "Es wäre keine menschlich überzeugende Gesellschaft, der alles wertlos ist, was nicht bezahlt wird." Und auch er hat ja so recht, denn würde jeder von uns für jede Inanspruchnahme eines Arztes, eines Krankenhauses oder Heimes, eine detaillierte Aufrechnung der Kosten bekommen - bis hin zum Anteil, den die Krankenschwester dabei hatte - so würde er sehen, wie dieser prozentual ausfällt. Aber da wir in der Regel indirekt mit der Versicherungskarte zahlen, wissen wir gar nicht um die Abrechnungshöhe - und haben obendrein das Gefühl, es kostet ja nichts. Ist doch egal, wie oft ich zum Arzt laufe, auch für Überflüssiges! Es hat also keinen Wert. Wir in der Gesundheitsversorgung - abgesehen der studierten Ärzteschaft, allein schon wegen des wohlklingenden Titels Doktor - haben keinen Wert. Und wir sind zudem immer da, stets verfügbar! Zurück zu Weizäcker: Wir sind in der Tat keine menschlich überzeugende Gesellschaft mehr!
Ich hoffe, ich habe euch nicht überfordert mit meinem Frust.
Noch als Nebensatz: Ich bin finanziell so gut aufgestellt, dass ich schon längst zu Hause sitzen und Däumchen drehen könnte. Ich gehe noch arbeiten, weil ich Menschen und meine Arbeit liebe! Ginge es mir ums Geld, würde ich es lassen!
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Re: Zunehmend schwierige Besetzung von Pflegestellen | Bundestag
Danke, Anne-Mette ... Du bist mir zuvorgekommen, weil ich noch am Post 13 geschrieben habe.Anne-Mette hat geschrieben: Mi 23. Aug 2023, 20:53 Die Leidensfähigkeit ist in den Berufsgruppen besonders stark ausgeprägt.
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Re: Zunehmend schwierige Besetzung von Pflegestellen | Bundestag
Die "Pflegebranche" hat natürlich in einem christlichen Umfeld ihren Ursprung, aber wir haben doch seit langem viele privat geführte renditeorientierte Einrichtungen mit Beschäftigten, die nur diese kennen. Zu Deinem letzten Satz: würde es sich nicht lohnen, in der Freizeit auf die Barrikaden zu gehen?Anne-Mette hat geschrieben: Mi 23. Aug 2023, 20:53 Die Leidensfähigkeit ist in den Berufsgruppen besonders stark ausgeprägt.
Außerdem sind viele Einrichtungen aus christlichen Versorgungseinrichtungen gewachsen, wo es ganz zuerst üblich war, aus Barmherzigkeit zu arbeiten und sich erst nach und nach eine Arbeitnehmer-Arbeitgeber-Kultur entwickelt hat.
Auch will die Belegschaft die zu Versorgenden "nicht hängen lassen".