queer.de | "Da ist die Tür" Kassel: Trans Mutter mit Kind aus Kindergarten geworfen
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Anne-Mette
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Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

eine Einordnung ist wohl kaum möglich, ohne andere Beteiligte gesprochen zu haben.
Eingewöhnungsphasen sind nicht so einfach zu gestalten und Einrichtungen haben ihre eigenen Regeln, um festzustellen, ob Kind und Eltern in den Kindergarten "passen".

https://www.queer.de/detail.php?article_id=44182
MiriamR
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Re: queer.de | "Da ist die Tür" Kassel: Trans Mutter mit Kind aus Kindergarten geworfen

Post 2 im Thema

Beitrag von MiriamR »

Anne-Mette hat geschrieben: Sa 24. Dez 2022, 12:34 Eingewöhnungsphasen sind nicht so einfach zu gestalten und Einrichtungen haben ihre eigenen Regeln, um festzustellen, ob Kind und Eltern in den Kindergarten "passen".
Danke Anne-Mette.

Ein jedes Mal "Queer-feindliches" Verhalten zu unterstellen und "Diskriminierung" zu schreien ist ja leider sowas wie ein Reflex.
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Michi
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Re: queer.de | "Da ist die Tür" Kassel: Trans Mutter mit Kind aus Kindergarten geworfen

Post 3 im Thema

Beitrag von Michi »

MiriamR hat geschrieben: Sa 24. Dez 2022, 14:38 Ein jedes Mal "Queer-feindliches" Verhalten zu unterstellen und "Diskriminierung" zu schreien ist ja leider sowas wie ein Reflex.
Einen derartigen Reflex zu unterstellen ist aber auch nicht besser, sondern genau so nur eine Unterstellung. Ist dir nicht klar, dass du damit Populisten nach dem Mund redest?


Und zum Artikel:

Was mich sehr irritiert ist die Tatsache, dass die Kündigung durch die Elternvertretung ausgesprochen wurde.
Wenn dir jemand auf den Fuß tritt, schreist du "Aua" und erwartest eine Entschuldigung.
Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.
MiriamR
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Re: queer.de | "Da ist die Tür" Kassel: Trans Mutter mit Kind aus Kindergarten geworfen

Post 4 im Thema

Beitrag von MiriamR »

MichiWell hat geschrieben: So 25. Dez 2022, 21:40 Ist dir nicht klar, dass du damit Populisten nach dem Mund redest?
Toleranz ist eine Münze mit zwei Seiten.

Vielleicht sollte man auch in unserer Situation einfach mal akzeptieren das es Menschen gibt, die mit unserer Art zu Leben nicht klarkommen.
Und vielleicht sollte man auf die Gefühlswelt dieser Anderen auch genau die Gleiche Rücksicht nehmen, wie man immer
uns gegenüber einfordert. Und deshalb, ohne das der Sachverhalt in dem Artikel genau dargestellt wurde, unverzüglich "Queer-Feidnlichkeit"
und "Diskriminierung" zu unterstellen, ist genauso Populistisch.

Vielleicht gab es auch völlig andere Gründe die Familie abzulehnen, die nichts damit zu tun haben das es sich um eine Transperson handelte.

Und nein, als Transfrau bin ich nicht der Nabel der Welt.
Und nicht jeder Widerstand ist in meinem Transsein begründet,
aber vielleicht in meinem Verhalten anderen Gegenüber.

weibliche Grüße )))(:

Miriam
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Michi
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Re: queer.de | "Da ist die Tür" Kassel: Trans Mutter mit Kind aus Kindergarten geworfen

Post 5 im Thema

Beitrag von Michi »

MiriamR hat geschrieben: Mo 26. Dez 2022, 15:10
MichiWell hat geschrieben: So 25. Dez 2022, 21:40 Ist dir nicht klar, dass du damit Populisten nach dem Mund redest?
Toleranz ist eine Münze mit zwei Seiten.
Das bedeutet aber nicht, der Intoleranz proaktiv und ohne jeden Grund nach dem Mund zu reden.
MiriamR hat geschrieben: Mo 26. Dez 2022, 15:10 Vielleicht ...
Darum ging es doch gar nicht, und ich habe auch nirgends bestritten, dass die Gründe nicht auch auf der Seite der Betroffenen liegen können.

ABER: Wir wissen weder das Eine noch das Andere! Und ich finde es höchst bedenklich, sich gerade mit diesem Nicht-Wissen auch noch auf die Seite unserer Gegner zu schlagen.

Nicht mehr und nicht weniger wollte ich zum Ausdruck bringen. )))(:
Wenn dir jemand auf den Fuß tritt, schreist du "Aua" und erwartest eine Entschuldigung.
Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.
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Re: queer.de | "Da ist die Tür" Kassel: Trans Mutter mit Kind aus Kindergarten geworfen

Post 6 im Thema

Beitrag von Maxine »

Hallo, ich bin gerade erst auf diesen Artikel gestoßen, was mich dabei nachdenklich macht, ist die angebliche Leichtigkeit, mit der hier offenbar ein Betreuungsvertrag wieder aufgekündigt werden konnte. Also entweder gibt es in Kassel andere rechtliche Grundlagen als in Schleswig Holstein, was sehr gut möglich ist, da das Kitagesetz unter die Kultushoheit der Länder fällt oder jemand kennt sich da mit der gängigen Rechtslage nicht aus. Ich bin selber in einer Kita tätig und soviel weiß ich, einen geschlossenen Vertrag über die Betreuung eines Kindes kannst Du nur sehr schwer wieder aufkündigen. Denn die Kinder haben einen Rechtsanspruch auf Betreuung. Da musst Du schon sehr sauber und stichhaltig argumentieren. Auch scheint es sich hier um eine Elterninitiative zu handeln, wenn die Fachkräfte die Kündigung über die Elternschaft aussprechen lassen, mit "nicht behebbare Auffassungsunterschiede". Was soll das denn sein? Noch schwammiger geht es wohl kaum. Elterninitiativen werden, wie es schon der Name sagt durch einen Vorstand aus der Elternschaft als Träger geleitet, dass sind in der Regel Laien, was gerade solche rechtlichen Belange betrifft. Da kann man schnell aufs falsche Gleis geraten und sich selbst ins juristische Abseits stellen. Auch reißt man kein Kind aus der Gruppe und schmeißt Eltern mit Worten wie "da ist die Tür" raus. Viel mehr scheinen hier Emotionen hoch zu kochen und der Artikel bewusst "reißerisch" gestaltet zu sein. Das Problem ist man kennt hier nur die eine Seite und die stellt es "transfeindlich" dar. Daher rate ich zur Vorsicht, was die Glaubwürdigkeit dieser Geschichte betrifft. Besonders das dramatische Ende drückt noch einmal mächtig auf die Tränendrüse und betont die "Opferrolle" der Familie als Ganzes und der Transperson im besonderen, muss sie doch deswegen in Therapie. Sollte dies auch nur annähernd so passiert sein, ist es eine riesen Sauerei, gegen die man den Klageweg beschreiten sollte, mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln, damit diesen Menschen ihre Grenzen aufgezeigt werden. Aber zumindest bei mir bleiben gewisse Zweifel, dass es sich wirklich so abgespielt hat. Daher bleibe ich vorsichtig, bevor ich die Diskriminierungskeule auspacke und meine Fahne in diesen Wind hänge.
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Re: queer.de | "Da ist die Tür" Kassel: Trans Mutter mit Kind aus Kindergarten geworfen

Post 7 im Thema

Beitrag von Helga »

Zwei Punkte finde ich hier bedenklich:
1. Eine Transfrau kann Großmutter oder meinetwegen auch Stiefmutter sein, aber ganz bestimmt nicht Mutter. Sie hat das Kind gezeugt und nicht geboren. Wir wissen nicht, ob der Begriff "Mutter" von der schreibenden Zunft dazugedichtet wurde oder ob die beschriebene Person sich selbst so bezeichnet hat. Letzteres könnte bei biologischen Müttern sehr anmaßend rübergekommen.
2. "Fremde" Kinder ungefragt mit Kinderbüchern zu versorgen, deren Inhalt von den Eltern kritisch gesehen werden könnte ist ein absolutes no- go. Auch wenn die Absichten noch so gut und ehrlich waren, dies berechtigt m. E. bereits den Rauswurf. Wir möchten ja auch nicht, dass unsere Kinder oder Enkelkinder ohne unser Wissen über die Errungenschaften des Korans, über die großdeutsche Rasse oder über die Zeugen Jehovas informiert werden. Auch wenn diejenigen, die entsprechende Kinderbücher machen oder verteilen aus tiefster Überzeugung handeln.
Was bin ich?- Zunächst einmal bin ich ein Mensch!
Meistens bin ich ein Mann.
Wenn mir danach ist bin ich eine Frau.
Ich muss mich nicht festlegen.
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Post 8 im Thema

Beitrag von Lina »

Man kann ja viel sagen - bla. bla. es gibt immer zwei seiten bla. bla.

Aber wenn dieses korrekt zitiert ist, - "dass die Person mit meiner trans* Weiblichkeit überfordert war", dann sagt es doch eigentlich alles. Weil der Satz nämlich gar nichts sagt, womit man rationell anfangen kann. A ist mit einer Eigenschaft von B überfordert. Wie kann A mit einer Eigenschaft von B überfordert sein, wenn das eine Eigenschaft, mit der A sich gar nicht befassen muss? Ich vill nicht mal fragen, ob man das von A verlangt hat, denn wenn das so wäre, sollten sie doch selber im Stande sein dies zu Artikulieren.
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Re: queer.de | "Da ist die Tür" Kassel: Trans Mutter mit Kind aus Kindergarten geworfen

Post 9 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Wer nicht dabei war, sollte sich mit Einordnungen zurückhalten
heike65
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Re: queer.de | "Da ist die Tür" Kassel: Trans Mutter mit Kind aus Kindergarten geworfen

Post 10 im Thema

Beitrag von heike65 »

Helga hat geschrieben: Do 5. Jan 2023, 21:02 Zwei Punkte finde ich hier bedenklich:
1. Eine Transfrau kann Großmutter oder meinetwegen auch Stiefmutter sein, aber ganz bestimmt nicht Mutter. Sie hat das Kind gezeugt und nicht geboren. Wir wissen nicht, ob der Begriff "Mutter" von der schreibenden Zunft dazugedichtet wurde oder ob die beschriebene Person sich selbst so bezeichnet hat. Letzteres könnte bei biologischen Müttern sehr anmaßend rübergekommen.
2. "Fremde" Kinder ungefragt mit Kinderbüchern zu versorgen, deren Inhalt von den Eltern kritisch gesehen werden könnte ist ein absolutes no- go. Auch wenn die Absichten noch so gut und ehrlich waren, dies berechtigt m. E. bereits den Rauswurf. Wir möchten ja auch nicht, dass unsere Kinder oder Enkelkinder ohne unser Wissen über die Errungenschaften des Korans, über die großdeutsche Rasse oder über die Zeugen Jehovas informiert werden. Auch wenn diejenigen, die entsprechende Kinderbücher machen oder verteilen aus tiefster Überzeugung handeln.
Danke @ Helga. Väterin oder ähnliche Konstrukte finde ich ok, aber Transmutter, irgendwie hört bei mir das Verständnis auf. Und Zustimmung auch zu Punkt 2.
Salmacis
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Re: queer.de | "Da ist die Tür" Kassel: Trans Mutter mit Kind aus Kindergarten geworfen

Post 11 im Thema

Beitrag von Salmacis »

Helga hat geschrieben: Do 5. Jan 2023, 21:02 1. Eine Transfrau kann Großmutter oder meinetwegen auch Stiefmutter sein, aber ganz bestimmt nicht Mutter. Sie hat das Kind gezeugt und nicht geboren. Wir wissen nicht, ob der Begriff "Mutter" von der schreibenden Zunft dazugedichtet wurde oder ob die beschriebene Person sich selbst so bezeichnet hat. Letzteres könnte bei biologischen Müttern sehr anmaßend rübergekommen.
Also meine Tochter nennt mich Mutti und meine Frau Mama. Wir sind beides Mütter. Die "biologischen Mütter" in meinem Umfeld finden es nicht anmaßend sondern passend.

Nach deiner Begründung gibt es bei cis-geschlechtlichen lesbischen Paaren auch nur eine Mutter. Oder wie sieht es bei Eltern von Adoptivkinder aus? Da ist die Mutter dann auch nicht richtig Mutter weil sie es ja nicht geboren hat?
Ich habe selten so einen cisheteronormativierten BS gelesen. Da könnte ich fast meinen ich wäre wieder im Jahr 1995 angenommen.

Aber mal zum Thema:
Ich selbst habe als Mutter die Eingewöhnung meiner Tochter in der Kita begleitet - und oh Schreck, ich bin trans Es gab da nie Probleme. Weder die Leitung noch die 5 Betreuer:innen in der Gruppe haben ein Problem mit mir. Ich habe aber auch nicht versucht Kinderbücher da "rein zu schmuggeln".

Solche Sachen sollten immer mit der Gruppe und der Elternvertretung abgesprochen werden. Es ist nun mal so, dass manche Eltern nicht wollen, dass ihre Kinder mit bestimmten Themen in Kontakt kommen. Das mag sich doof anfühlen aber ist eben so.

Bei dem Rauswurf liest es sich eher so als hätte die Mutter versucht mit der Brechstange für Toleranz und Aufklärung zu sorgen und das mehrfach gegen den Willen der Kita. Dann wurde von der Mutter behauptet es läge an ihrer Transidentität.
Ich will jetzt nicht sagen, dass sie hier die Opferkarte rausholt aber ich glaube hier haben die eventuellen Ressentiments der Kita und die Sturheit der Mutter so lange abwechselten bis die Kita eben diesen Weg gewählt hat.
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Re: queer.de | "Da ist die Tür" Kassel: Trans Mutter mit Kind aus Kindergarten geworfen

Post 12 im Thema

Beitrag von Karla »

Sowie ein Kind einen LGBT*-Hintergrund hat, MUSS der thematisiert werden: LGBTIQ* darf sein, cis-hetero ist für >95% der Bevölkerung genau so zu akzeptieren!
Mütter, deren Männer den Krieg nicht überlebt haben, gab es zu hauf!
...Kinder mit einem Elternteil haben meist überlebt...- aus den meisten "ist etwas geworden" - auch wenn der Vater nicht mehr präsent war / oder sein konnte!
...mit 2 Müttern - oder anderen Konstellationen - hat ein Kind noch mehr Möglichkeiten...
...ich hatte mehrere Paten: Onkel und Tanten: ...auch bei Ausfall eines Elternteils bleibt eine Bezugsperson passenden Geschlechts!
...und wenn die bei der Geburt zugewiesene Rolle absolut nicht paßt, dann muß eine neue gefunden werden!!!
Helga hat geschrieben: Do 5. Jan 2023, 21:02 Zwei Punkte finde ich hier bedenklich:
1. Eine Transfrau kann Großmutter oder meinetwegen auch Stiefmutter sein, aber ganz bestimmt nicht Mutter. Sie hat das Kind gezeugt und nicht geboren. Wir wissen nicht, ob der Begriff "Mutter" von der schreibenden Zunft dazugedichtet wurde oder ob die beschriebene Person sich selbst so bezeichnet hat. Letzteres könnte bei biologischen Müttern sehr anmaßend rübergekommen.
2. "Fremde" Kinder ungefragt mit Kinderbüchern zu versorgen, deren Inhalt von den Eltern kritisch gesehen werden könnte ist ein absolutes no- go. Auch wenn die Absichten noch so gut und ehrlich waren, dies berechtigt m. E. bereits den Rauswurf. Wir möchten ja auch nicht, dass unsere Kinder oder Enkelkinder ohne unser Wissen über die Errungenschaften des Korans, über die großdeutsche Rasse oder über die Zeugen Jehovas informiert werden. Auch wenn diejenigen, die entsprechende Kinderbücher machen oder verteilen aus tiefster Überzeugung handeln.
..eine transfrau kann "die Papa/Baba"sein...

...ein trans-Mann hat mir geschrieben: "bin Ompa geworden!" - GLÜCKWUNSCH!!!
(ich selbst warte da noch drauf - drückt mir die Daumen!)

LG Karla
Ein Leben ohne Möps(chen) ist möglich, aber sinnlos. (frei nach Loriot)
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Re: queer.de | "Da ist die Tür" Kassel: Trans Mutter mit Kind aus Kindergarten geworfen

Post 13 im Thema

Beitrag von Aria »

Salmacis hat geschrieben: Fr 6. Jan 2023, 00:11
Helga hat geschrieben: Do 5. Jan 2023, 21:02 1. Eine Transfrau kann Großmutter oder meinetwegen auch Stiefmutter sein, aber ganz bestimmt nicht Mutter. Sie hat das Kind gezeugt und nicht geboren. Wir wissen nicht, ob der Begriff "Mutter" von der schreibenden Zunft dazugedichtet wurde oder ob die beschriebene Person sich selbst so bezeichnet hat. Letzteres könnte bei biologischen Müttern sehr anmaßend rübergekommen.
Also meine Tochter nennt mich Mutti und meine Frau Mama. Wir sind beides Mütter. Die "biologischen Mütter" in meinem Umfeld finden es nicht anmaßend sondern passend.

Nach deiner Begründung gibt es bei cis-geschlechtlichen lesbischen Paaren auch nur eine Mutter. Oder wie sieht es bei Eltern von Adoptivkinder aus? Da ist die Mutter dann auch nicht richtig Mutter weil sie es ja nicht geboren hat?
Ich habe selten so einen cisheteronormativierten BS gelesen. Da könnte ich fast meinen ich wäre wieder im Jahr 1995 angenommen.
Zum Thema sage ich hier nix, denn ich denke, dass es schwierig ist, wenn man nicht direkt dabei war. Diesen Kampf können nur die beiden Parteien für sich austragen. Schade nur, dass es an die Medien kommt. Das hat für mich dann immer einen bitteren Beigeschmack, dass eine betroffene Partei das für sich ausnutzen will.

Zum Nebenthema Papa oder Mama bei Transpersonen: Ich finde, das ist so individuell wie es Familienkonstellationen und daraus resultierende Regeln gibt.Wenn eine Familie das so handhabt, wie ihr das macht, ist das ihr ganz eigenes Ding. Muss ich mit meiner pers. Einstellung dazu nicht gut finden aber muss diejenigen dann auch nicht verurteilen. Denn es geht eben nur die Eltern und das Kind was an.

Wir handhaben es so, dass meine Kinder weiterhin Papa zu mir sagen dürfen. Wir haben es mit dem jüngsten ausprobiert und offen gestellt, welche Version für ihn am besten passt. Papa, Mapa, Pama.....Mama kam für uns alle sofort nicht in Betracht. Er hat sich recht schnell für Papa entschieden. Und das, obwohl er erst fünf war als ich in Transition ging. Meine Tochter war 13 und für sie ging quasi eine Vaterrolle verloren. Deswegen ist es für sie sehr wichtig, sich wenigstens noch an das Wort Papa halten zu können. Aus diesem Grund würde ich meinen Kindern niemals vorschreiben, wie die mich zu nennen haben. Denn das finde ich das allerschlimmste, wenn Kinder unter den Befindlichkeiten ihrer Eltern leiden müssen - egal ob Trans* oder den vielen anderen Problemen, die in einer Familie auftreten können. Kinder sollen Kinder bleiben dürfen und sich nicht mit den Problemen der Eltern herumschlagen müssen.
¡no lamento nada!
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Re: queer.de | "Da ist die Tür" Kassel: Trans Mutter mit Kind aus Kindergarten geworfen

Post 14 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2023-01-07 »

Die Eingewöhnungsphase ist dazu da, dem eigenen Kind das Ankommen im Kindergarten und das Überwinden von Trennungsängsten zu ermöglichen. Bei fremden Kindern missionarisch aktiv zu werden im Rahmen dessen halte ich für höchst übergriffig und grenzüberschreitend.

Der Rauswurf ist für mich dann gerechtfertigt, wenn dieses elterliche Verhalten der Grund ist und sich die Erziehungsperson (ob Mutter, Vater, Mapa"¦) auch nach einem Klärungsversuch nicht einsichtig zeigt.

Allein dieser Sachverhalt ist absolut ausreichend für die Kündigung. Ob hier zusätzlich transphobe oder queerfeindliche Motive eine Rolle gespielt haben könnten, kann niemand sagen.

Aber wenn man auch noch die letzten wohlwollenden Mitmenschen gegen sich aufbringen will, dann macht man es natürlich genau so: Unsensibel agieren und bei Kritik die Opfer- und Ausgrenzungskarte spielen.
Eigentlich bin ich ganz anders, ich komm nur viel zu selten dazu ...

By the way: ehemals Juna33
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Re: queer.de | "Da ist die Tür" Kassel: Trans Mutter mit Kind aus Kindergarten geworfen

Post 15 im Thema

Beitrag von Salmacis »

Aria hat geschrieben: Fr 6. Jan 2023, 09:36 Zum Nebenthema Papa oder Mama bei Transpersonen: Ich finde, das ist so individuell wie es Familienkonstellationen und daraus resultierende Regeln gibt.Wenn eine Familie das so handhabt, wie ihr das macht, ist das ihr ganz eigenes Ding. Muss ich mit meiner pers. Einstellung dazu nicht gut finden aber muss diejenigen dann auch nicht verurteilen. Denn es geht eben nur die Eltern und das Kind was an.
Absolut, da muss jede Familie ihren eigenen Weg finden und wenn ihr euch da einig seid sehe ich gar kein Problem.
Ich finde es nur kritisch, gerade von nicht transidenten Personen, gesagt zu bekommen, dass trans Frauen nicht als Mutter bezeichnet werden dürften.
Leah hat geschrieben: Fr 6. Jan 2023, 10:09 Der Rauswurf ist für mich dann gerechtfertigt, wenn dieses elterliche Verhalten der Grund ist und sich die Erziehungsperson (ob Mutter, Vater, Mapa"¦) auch nach einem Klärungsversuch nicht einsichtig zeigt.
Allein dieser Sachverhalt ist absolut ausreichend für die Kündigung. Ob hier zusätzlich transphobe oder queerfeindliche Motive eine Rolle gespielt haben könnten, kann niemand sagen.
Aber wenn man auch noch die letzten wohlwollenden Mitmenschen gegen sich aufbringen will, dann macht man es natürlich genau so: Unsensibel agieren und bei Kritik die Opfer- und Ausgrenzungskarte spielen.
Genau das! Auf den Punkt!
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