Geschlecht und kein Ende: Warum die transfeindliche Debatte einfach nicht verstummt
Geschlecht und kein Ende: Warum die transfeindliche Debatte einfach nicht verstummt

Crossdresser, Transgender DWT... Plauderecke - was sonst nirgendwo passt
Antworten
Friederike
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 82
Registriert: Sa 22. Mai 2021, 21:25
Geschlecht: Teilzeitfrau
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Ludwigshafen
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Gender:
Kontaktdaten:

Geschlecht und kein Ende: Warum die transfeindliche Debatte einfach nicht verstummt

Post 1 im Thema

Beitrag von Friederike »

Der steilste Weg ist irgendwann zu Ende.
Karla
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 1539
Registriert: Mo 1. Mai 2017, 14:12
Geschlecht: div
Pronomen:
Wohnort (Name): Stuttgart
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 2 Mal
Kontaktdaten:

Re: Geschlecht und kein Ende: Warum die transfeindliche Debatte einfach nicht verstummt

Post 2 im Thema

Beitrag von Karla »

eine sehr gute Analyse!

wie sieht es denn wirklich im Werdegang einer trans-Frau aus???
i.a. sehr, sehr lange vor dem eigenen Eingeständnis, das Leben ab sofort nur noch in der sozialen Rolle einer Frau fortzusetzen, kommt das Ausprobieren:
Zunächst heimlich z.B. in den eigenen 4 Wänden, irgendwann coming-out gegenüber Freunden/Verbündeten/Selbsthilfegruppe
Dann vielleicht Tests in geschlossener Gesellschaft, bei mancher z.B. auch im Fetischbereich - zumindest zusammengeschlagen wird trans-frau dort nicht!
Wenn das geschafft ist, traut sich frau irgendwann raus: Ziel: rollenkonformes Verhalten als Frau: dabei JEDEN Stress in Damen-Dusche, -WC unter (fast) allen Umständen vermeiden, solange trans-frau nicht körperlich angegriffen wird!
...und ab da verbietet sich das Herren-WC mit Pissoir!!! : Selbst wenn der Busen gefaked ist, gibt es Kerle, die darauf anspringen! -> wegbleiben von denen!
Ist das rollenkonforme Verhalten als Frau in der Öffentlichkeit geschafft, bietet sich die Chance an ein Indikationsschreiben eines Therapeuten und an legal verschriebene Hormone zu kommen.
...wenn ich dann zur Überzeugung gelange, daß ich diese Rolle bis zum Lebensende durchhalte und "den Kerl nich mehr brauche", dann beantrage ich ggf. eine Personenstandsänderung...
...wenn mir "Frau sein 1 x im Monat" reicht, besorge ich mir ggf. einen dgti-Ergänzungsausweis: Ich selbst brauch den gar nicht mehr, seit meine Oberweite "klein, aber echt" ist.

Fazit: Liebe TERFs, vergeßt es, Self-ID und Schutzräume haben ABSOLUT nix miteinander zu tun!!! Personenstandsänderung beantragen wir trans-Mädels, wenn wir sicher sind angekommen zu sein - und dazu müssen wir es ausgiebig ausprobiert haben!!! (teils JAHRELANG)
(heute war ich wandern und stand vor dem für mich nicht mehr passenden Herren-WC: Eine cis-Frau hat dies erkannt und mir den Weg zu dem für uns Frauen passenden WC 30m weiter erklärt - Danke! Angekommen! -wenigstens schon mal als trans-frau, ich weiß, ich könnte es besser und werde noch ein bißchen optimieren)

LG Karla
Ein Leben ohne Möps(chen) ist möglich, aber sinnlos. (frei nach Loriot)
Anne-Mette
Administratorin
Beiträge: 27484
Registriert: Sa 24. Nov 2007, 18:19
Geschlecht: W
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Ringsberg
Forum-Galerie: gallery/album/1
Hat sich bedankt: 205 Mal
Danksagung erhalten: 2402 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Geschlecht und kein Ende: Warum die transfeindliche Debatte einfach nicht verstummt

Post 3 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

wir sollten nicht vergessen, dass das Selbstbestimmungsgesetz nicht nur für Frauen gelten wird, sondern auch für nonbinäre Menschen und Männer.
Die "Schutzraum-Diskussion" wird aber in erster Linie nonbinäre Menschen und Frauen betreffen.
Da vermutlich ebenso viele Menschen einen amtlichen Wechsel des Geschlechtes in Richtung "Mann" begehren wie einen Wechsel in Richtung "Frau", wird es sich ungefähr ausgleichen.
Es ist nicht zu erwarten, dass der Anteil der Frauen in unserer Republik exorbitant steigen wird.

Ein "rollenkonformes Verhalten" zu erlernen - das setzt erst einmal voraus, so ein Verhalten zu beschreiben. Allerdings ist in der jüngeren gesellschaftlichen Entwicklung festzustellen, dass viele Rollen aufgeweicht werden und
sie nicht mehr nur auf das Geschlecht festgelegt werden.

Gruß
Anne-Mette
Susi T
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 1269
Registriert: Mi 4. Mai 2022, 23:44
Geschlecht: Frau mit Varianzen
Pronomen: Sie
Wohnort (Name): Pfalz
Hat sich bedankt: 930 Mal
Danksagung erhalten: 1113 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Geschlecht und kein Ende: Warum die transfeindliche Debatte einfach nicht verstummt

Post 4 im Thema

Beitrag von Susi T »

. Allerdings ist in der jüngeren gesellschaftlichen Entwicklung festzustellen, dass viele Rollen aufgeweicht werden
Es wäre zu wünschen, aber ich bin zutiefst enttäuscht das die positive Entwicklung der letzten Jahrzehnte quasi kaum vorhanden ist. Schon in den 70/80er war es für mich fast normal innerhalb einer Mädchengruppe als eine der ihren aufgenommen zu werden. Ich bin fast genderneutral aufgezogen worden, so das die Ersatzmutterrolle für mich im Kindesalter normal war. In der Ehe hatten wir keine Klassische Rollenverteilung, fast schon eine umgekehrte, so das meine Tochter mit ihrem Vater etwas verbindet, was andere mit ihrer Mutter in Verbindung bringen. Trotzdem wird das alles auch heute kaum verstanden/akzeptiert. Man gibt sowas neue Namen und trennt mehr anstatt es einfach laufen zu lassen. Die Rollenverteilung sind meiner Meinung nach fester als vor 30 Jahren, als es den Gedanken von Gleichberechtigung (neu) gab. Vielleicht bringen die aktuellen Diskussionen wieder Bewegung rein, aber wirkliches Vorwärtskommen sehe ich noch nicht.
Mag allerdings sein das mein Blick durch die persönlichen Erfahrungen getrübt ist, das manche von uns der Zeit nur sehr weit vorraus waren und heute vielleicht die Möglichkeit besteht es auf ein breiteres Fundament zu stellen. Aber damals sind alle Bewegungen in die gleiche Richtung marschiert was einiges Erleichtert hat.
Liebe Grüße Tira (flo)
Das beste Make-up einer Frau ist Glücklich sein
Antworten

Zurück zu „Crossdresser- und Transgender-Café“