WELT+ | Die große Frage, welche Rolle TikTok und Co. bei der Selbstdiagnose „trans" spielen
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Hintergrundwissen
Anne-Mette
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WELT+ | Die große Frage, welche Rolle TikTok und Co. bei der Selbstdiagnose "trans“ spielen

Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Es sind nur einige Zeilen zu lesen. Mag sein, dass das gut ist; aber ich hätte gerne mehr erfahren.
"Eine gewisse Rolle" mag das bei einigen/wenigen Jugendlichen sicherlich spielen (?)

https://www.welt.de/politik/deutschland ... ielen.html
Cybill
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Re: WELT+ | Die große Frage, welche Rolle TikTok und Co. bei der Selbstdiagnose "trans“ spielen

Post 2 im Thema

Beitrag von Cybill »

Ehrlich geschrieben, das frage ich mich in den letzten Jahren auch. Ich habe schon darüber nachgehirnt, wie es möglich wäre ein Testsetting zu entwerfen, um halbwegs verlässliche Daten zu bekommen.
Meine Lebens- und Berufserfahrung (in dem Fall die Psychologin) sagt mir, dass soziale Medien einen gewissen Einfluss haben müssen.

Was wenn tatsächlich bei einer Untersuchung rauskommt, dass selbstdefinierte Transgeschlechtlichkeit oder Nicht-Binärität einem starken Einfluss durch soziale Medien unterliegen?

Wo liegt die Grenze zwischen einem Coming Out und einem gruppendynamisch indizierten Mitläufereffekt?

Die ganze Sache birgt jede Menge politischen Sprengstoff - vor allem im Hinblick auf das Selbstbestimmungsrecht. Es wäre gut, wenn es bereits belastbare Forschungsergebnisse gäbe, bevor es in die parlamentarischen Ausschüsse kommt.

-Cy
Scio quid nolo! - Ich weiß was ich nicht will!

Im Übrigen: Ich bin nicht hauptberuflich transsexuell!
Mirjam
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Re: WELT+ | Die große Frage, welche Rolle TikTok und Co. bei der Selbstdiagnose "trans“ spielen

Post 3 im Thema

Beitrag von Mirjam »

Cybill hat geschrieben: Do 4. Aug 2022, 12:33 Die ganze Sache birgt jede Menge politischen Sprengstoff - vor allem im Hinblick auf das Selbstbestimmungsrecht. Es wäre gut, wenn es bereits belastbare Forschungsergebnisse gäbe, bevor es in die parlamentarischen Ausschüsse kommt.
Mit anderen Worten: Wartet doch bitte noch geduldig ab, bis es vielleicht irgendwann mal so weit sein könnte, dass das alles geklärt ist. Oder eben auch nicht.
Was das insbesondere an psychischen Auswirkungen für Betroffenen haben kann, wenn sie ihren Namen eben nicht einfach und unbürokratisch und zu geringen Kosten ändern können, dürfte dir als Psychologin ja schon irgendwie klar sein ...

Und wenn ich schon dabei bin: Selbst wenn es diese Fälle gibt, was ist denn so wirkich schlimmes passiert, wenn die betreffenden Personen ihren Namen und Personenstand geändert haben? Meines Wissens ist da nichts unumkehrbar. Einfach ein Jahr warten und wieder zurück. Und sorry, wer das nach einem Monat merkt, muss damit eben noch weitere 11 Monate leben. So weit sollte Eigenverantwortung dann doch gehen dürfen.

Mirjam
die zugegebenermaßen ob (nicht nur) dieses Beitrags ziemlich sauer ist
Anne-Mette
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Re: WELT+ | Die große Frage, welche Rolle TikTok und Co. bei der Selbstdiagnose "trans“ spielen

Post 4 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Cybill hat geschrieben: Do 4. Aug 2022, 12:33 Meine Lebens- und Berufserfahrung (in dem Fall die Psychologin) sagt mir, dass soziale Medien einen gewissen Einfluss haben müssen.
Diese Ansicht teile ich, ebenso die Beurteilung als "Sprengstoff".
Allerdings werden wir uns mit der Thematik auseinanderzusetzen haben, um uns nicht schuldig zu machen.
Mit "wir" sind in erster Linie beratende Menschen und Organisationen gemeint; aber auch Politierinnen und Politiker.

Gruß
Anne-Mette
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Re: WELT+ | Die große Frage, welche Rolle TikTok und Co. bei der Selbstdiagnose "trans“ spielen

Post 5 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Mirjam hat geschrieben: Do 4. Aug 2022, 12:45 die zugegebenermaßen ob (nicht nur) dieses Beitrags ziemlich sauer ist
kannst/willst du das näher erklären?

Eine "Selbstdiagnose "trans" bezieht sich nicht nur auf Namen und Personenstand.
Gerade Menschen, für die "trans" "der Weg ins andere Geschlecht" ist und nicht Nonbinärität mit einem anderen Namen, streben in der Regel nach "geschlechtsanpassenden Maßnahmen".
Danach wird fast häufiger gefragt als nach den amtlichen Einträgen.
Mirjam
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Re: WELT+ | Die große Frage, welche Rolle TikTok und Co. bei der Selbstdiagnose "trans“ spielen

Post 6 im Thema

Beitrag von Mirjam »

Hallo Anne-Mette
Anne-Mette hat geschrieben: Do 4. Aug 2022, 12:54
Mirjam hat geschrieben: Do 4. Aug 2022, 12:45 die zugegebenermaßen ob (nicht nur) dieses Beitrags ziemlich sauer ist
kannst/willst du das näher erklären?

Eine "Selbstdiagnose "trans" bezieht sich nicht nur auf Namen und Personenstand.
Gerade Menschen, für die "trans" "der Weg ins andere Geschlecht" ist und nicht Nonbinärität mit einem anderen Namen, streben in der Regel nach "geschlechtsanpassenden Maßnahmen".
Danach wird fast häufiger gefragt als nach den amtlichen Einträgen.
Cybill hatte in ihrem Beitrag ausdrücklich auf das Gesetzgebungsverfahren zur Selbstbestimmung verwiesen (genau den entsprechenden Absatz hatte ich in meinem ersten Beitrag in diesem Thema hier auch zitiert). Und nicht zum ersten Mal kam dann von ihr etwas in die Richtung, dass es ja vielleicht besser wäre das Verfahren eher langsam angehen zu lassen. Oder, wir sollten uns nicht zu viele Hoffnungen machen, oder Ähnliches. Ich habe schon den Eindruck, das kommt so oder ähnlich bei jeder sich auch nur halbwegs bietenden Gelegenheit (nicht nur) von ihr. Ich finde, das reicht um sauer zu sein. Und selbst wenn nicht, ich bin es.

Mirjam
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Re: WELT+ | Die große Frage, welche Rolle TikTok und Co. bei der Selbstdiagnose "trans“ spielen

Post 7 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Wenn die Medien einen Einfluss auf junge Menschen bez. ihres Geschlechtsverständnisses haben, muss das zwangsläufig auch auf das Thema Gewalt in den Medien und hier insbesondere aus "Killerspielen" haben. Ist letzteres bereits nachgewiesen ? Mir ist solches nicht bekannt. Wie schreibt das Familienministerium in einer Studie von 2010:
Das Gesamtmuster der Befunde spricht dafür, dass Mediengewalt einen Einfluss auf die Aggression der Rezipienten haben kann, der Effekt allerdings allenfalls als moderat einzuschätzen ist und violente Mediendarstellungen nur einen Faktor in einem komplexen Geflecht von Ursachen für die Entstehung von Gewalt darstellen. Hieraus folgt auch, dass einfache Lösungen, die nur an einer Stelle (wie z.B. dem Konsum violenter Computerspiele) ansetzen, zu kurz greifen.
Quelle: https://www.bmfsfj.de/resource/blob/942 ... g-data.pdf

Wenn das noch gültig ist, müsste dies auch in Zusammenhang mit der "Trans-Diagnose" gelten. Aber anders als es vielfach Gewalt ist, ist "trans" kein strafrechlich relevanter Aspekt. Er ist noch nicht einmal pathologisch. Und das spricht mMn für das Selbstbestimmungsrecht, in Folge dessen ein Leben in einer anderen Rolle auch bei jungen Menschen einmal schadlos probiert werden kann.

Auch ist kaum diskutiert worden, ob Menschen nicht von Natur aus geschlechtlich nicht so eindeutig sind, wie allgemein gesellschaftlich gelebt wird. Man kann die Arbeitshypothese formulieren, dass Menschen zu einem hohen Prozentsatz geschlechtlich nicht ganz eindeutig sind. Die Erkenntnisse der Biologie und der Neurologie stützen diese These, in dem sie feststellen, dass Männer und Frauen mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede aufweisen. Der bisher so geringe Prozentsatz von "Transmenschen" resultiert demnach aus einer gesellschaftlichen Unterdrückung. Ich halte das nicht für unplausibel.
Viele Grüße
Vicky

Respekt ist nicht teilbar.
Nico
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Re: WELT+ | Die große Frage, welche Rolle TikTok und Co. bei der Selbstdiagnose "trans“ spielen

Post 8 im Thema

Beitrag von Nico »

Wir befinden uns in einem niemals endenden Diskussionskreislauf. Es geht seit Jahren immer noch darum, ob wir existieren und wir akzeptiert werden müssen.

Forschung ist gut, aber dann bitte auch darüber, wie sich die in Sozialmedien verbreitete Transfeindlichkeit auf die psychische Gesundheit von trans Menschen auswirkt, oder wie sich eine medizinische Transition langfristig auf den Körper auswirkt, mit dem Zweck die Gesundheitsversorgung zu verbessern.

Klar haben Sozialmedien einen Einfluss zumindest sind dort evtl. Vorbilder zu finden, die im realen Leben nicht da sind. Identifikationsfiguren, die den Generationen vor meiner gefehlt haben und wichtig sind. Zudem sind da nicht nur trans Menschen, sondern auch viele nicht geschlechtskonforme Menschen. Bei Jugendlichen schauen vor einer medizinischen Transition eh nochmal Jugendpsychologen ganz genau hin, ob das Problem doch eine andere Ursache hat und es bessere Wege gibt.

Aber ich weiß nicht, was das mit dem Selbstbestimmungsgesetz zu tun hat. Es geht um die Änderungen der Papiere, nicht mehr und nicht weniger. Sollen wir jetzt warten, bis in 30 Jahren bessere Forschungsergebnisse da sind? Die Gegner finden doch immer wieder neue Bedenken, die erstmal erforscht und diskutiert werden müssen, und zwar nicht Sinne der trans Menschen. Wenn es so weitergeht, bin ich eher in Rente als dass es ein neues Gesetz gibt. Traurig, dass sich immer wieder trans Personen von der Seite einnehmen lassen.
LG Nico
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Re: WELT+ | Die große Frage, welche Rolle TikTok und Co. bei der Selbstdiagnose "trans“ spielen

Post 9 im Thema

Beitrag von Susi T »

Hallo,
vorallem wäre es nützlich die Sache von beiden Seiten zu betrachten. Der These das Menschen voreilig in Richtung Trans geschoben werden, steht dann die Möglichkeit entgegen, was passiert wenn "Transsein" unterdrückt wird. Wenn ich mir anschaue wie manche Menschen auf einem solchen Weg regelrecht aufblühen, gehört dieser Aspekt da genauso rein und das obwohl unsere Gesellschaft sicherlich nicht so transliebend ist, wie wir uns das manchmal wünschen würden.
Das Hauptproblem ist aber eine neutrale Information rund um das ganze Thema, selbst hier kommen manchmal Hinweise auf Google,oder andere "üblichen" Quellen wenn Fragen auftauchen. Das im weltweiten Netz die Informationen stark eingefärbt sind, genauso die Erfahrungsberichte Einzelner, macht's genauso schwer wie fehlende verlässliche Zahlen und Untersuchungen. Bleibt nur zu Hoffen das es besser wird, aber das wird dauern^^
Liebe Grüße Tira
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Cybill
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Re: WELT+ | Die große Frage, welche Rolle TikTok und Co. bei der Selbstdiagnose "trans“ spielen

Post 10 im Thema

Beitrag von Cybill »

Liebe Leut!

Ich weiß, dass ich mit meinen Einwürfen zum Selbstbestimmungsrecht Euer Hoffen und Sehnen permanent auf den Topf setze. Aber ich möchte ganz einfach, dass ihr euch darüber im Klaren seid, dass - nur weil "Die Grünen" und die FDP jetzt mit in der Regierung sind, das Ganze jetzt nicht einfach durchgewunken wird.

Mit hoher Wahrscheinlichkeit ist damit zu rechnen, dass dazu eine Abstimmung ohne Fraktionszwang beantragt wird. Das heißt, dass im Vorfeld Mehrheiten zusammen gesucht werden müssen. Es ist darüber hinaus zu erwarten, dass die Gegner der angestrebten Lösung, alles tun werden, um das Gesetz zu verzögern, bzw. zu verhindern. Da sind dann solche Artikel nicht gerade hilfreich und zeigen uns gleich woher der Wind weht.

-Cy
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Martina-NB
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Re: WELT+ | Die große Frage, welche Rolle TikTok und Co. bei der Selbstdiagnose "trans“ spielen

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Beitrag von Martina-NB »

Vicky_Rose hat geschrieben: Do 4. Aug 2022, 14:45 dass Menschen zu einem hohen Prozentsatz geschlechtlich nicht ganz eindeutig sind. Die Erkenntnisse der Biologie und der Neurologie stützen diese These, in dem sie feststellen, dass Männer und Frauen mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede aufweisen. Der bisher so geringe Prozentsatz von "Transmenschen" resultiert demnach aus einer gesellschaftlichen Unterdrückung. Ich halte das nicht für unplausibel.
Ich finde, das sind etwas unterschiedliche Dinge, die Du da erwähnst.
"nicht ganz eindeutig", ja das kann gut sein, aber das ginge doch dann eher in Richtung nicht-binär (in welcher Ausprägung auch immer).
Transpersonen im "klassischen" Sinne sehen sich ja selbst eher im binären System. Also die trans Frau ist dann "Frau", Punkt.
Martina-NB
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Re: WELT+ | Die große Frage, welche Rolle TikTok und Co. bei der Selbstdiagnose "trans“ spielen

Post 12 im Thema

Beitrag von Martina-NB »

Cybill: Irgendwie habe ich den Eindruck, Du willst gar nicht, dass das Selbstbestimmungsgesetz jetzt / in dieser Form kommt. Und Deine Argumentation klingt etwas nach "was nicht sein darf, kann nicht sein", also ob Du es unbedingt wegreden willst.
Anne-Mette
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Re: WELT+ | Die große Frage, welche Rolle TikTok und Co. bei der Selbstdiagnose "trans“ spielen

Post 13 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Nico hat geschrieben: Do 4. Aug 2022, 14:53 Aber ich weiß nicht, was das mit dem Selbstbestimmungsgesetz zu tun hat. Es geht um die Änderungen der Papiere, nicht mehr und nicht weniger. Sollen wir jetzt warten, bis in 30 Jahren bessere Forschungsergebnisse da sind?
Aber in den Zeilen des Artikels, die "frei" zu lesen sind, heißt es:

Die Zahl von jungen Menschen, die ihr Geschlecht operativ oder hormonell an das andere angleichen wollen, ist in den vergangenen Jahren exponentiell angestiegen. In einem Artikel der "Monatsschrift Kinderheilkunde" aus dem Jahr 2020, die von der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin herausgegeben wird, heißt es: "Trans" sei "irgendwie gerade ziemlich ,hipp"˜" und Teil der Jugendkultur geworden.

Ja, es hat direkt nichts mit dem geplanten Selbsbestimmungsgesetz zu tun; aber so wie sich einige Menschen wünschen, dass die Papiere dem eigenen Empfinden und dem Ausdruck entsprechen, so ist es in ganz vielen Fällen auch umgekehrt
und "Kurt-Gustav" (nach vorzogenem amtlichen Wechsel des Geschlechts) möchte z.B. einen Bart haben, der ohne erforderliche Hormone nicht wächst.
Nico
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Re: WELT+ | Die große Frage, welche Rolle TikTok und Co. bei der Selbstdiagnose "trans“ spielen

Post 14 im Thema

Beitrag von Nico »

Anne-Mette hat geschrieben: Do 4. Aug 2022, 16:44 Aber in den Zeilen des Artikels, die "frei" zu lesen sind, heißt es:

Die Zahl von jungen Menschen, die ihr Geschlecht operativ oder hormonell an das andere angleichen wollen, ist in den vergangenen Jahren exponentiell angestiegen. In einem Artikel der "Monatsschrift Kinderheilkunde" aus dem Jahr 2020, die von der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin herausgegeben wird, heißt es: "Trans" sei "irgendwie gerade ziemlich ,hipp"˜" und Teil der Jugendkultur geworden.

Ja, es hat direkt nichts mit dem geplanten Selbsbestimmungsgesetz zu tun; aber so wie sich einige Menschen wünschen, dass die Papiere dem eigenen Empfinden und dem Ausdruck entsprechen, so ist es in ganz vielen Fällen auch umgekehrt
und "Kurt-Gustav" (nach vorzogenem amtlichen Wechsel des Geschlechts) möchte z.B. einen Bart haben, der ohne erforderliche Hormone nicht wächst.
Zu den Zahlen, kann ich grade nichts sagen, da ich keine Zugang zu den Quellen haben.

Die medizinische Transition ist immernoch getrennt von der rechtlichen.

Jungendliche kommen nicht an Hormone, ohne längere Zeit in psychologische Betreuung zu sein.
Erwachsene sollten genug eigenverantwortung besitzen, die Folgen einzuordnen, und mal eben so Hormone bekommen die auch nicht. Außerdem halte ich das Narrativ für Blödsinn, dass ein Mensch mal eben schnell in die Transition geht. Viele beschäftigen sich Monate oder Jahre mit dem Thema bevor was passiert. Hier in Bremen hat man allein 1 Jahr Wartezeit bei transerfahrenen Psycholog:innen.

Wie will man verhindern, dass Menschen Fehler machen? - Es geht nicht.
Ein wenig provokant: Evlt. sollte man mal Untersuchen wie viele sich hier als CD registriert haben und dann beschlossen haben in die Transition zu gehen, nicht das hier eine soz. Ansteckung unter User:innen ist.

Könnte noch mehr schreiben, aber habe grade wenig Zeit.
LG Nico
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Re: WELT+ | Die große Frage, welche Rolle TikTok und Co. bei der Selbstdiagnose "trans“ spielen

Post 15 im Thema

Beitrag von Lavendellöwin »

Martina-NB hat geschrieben: Do 4. Aug 2022, 16:40 Transpersonen im "klassischen" Sinne sehen sich ja selbst eher im binären System. Also die trans Frau ist dann "Frau", Punkt.
Hmm..

man kann auch trans* enby sein. Ich sehe mich als Frau (nur nicht mehr trans*) mit einem fluxen Anteil,
oder auch fluid, weil ich mich mal mehr oder weniger weiblich wahrnehme, spüre und sehe.
Ich habe sogar ein paar kleine belegte intersex Anteile und jetzt?
Und ich habe nie an ein 100% geglaubt, physiologisch wie psychologisch ist "Geschlecht" ein Kontinuum.

Aus meiner Sicht. Auf eine gewisse seltsame Art ist nicht-binär der Grundzustand aller Wesen. Nicht nur Menschen.

Auf dieser Philosophie gibt es kein "Geschlecht" was angeglichen werden kann, denn es fliesst das ganze Leben über.
Man kann Personendaten ändern und Körper dem Befinden anpassen, thats it, für mich. Hart und platt und kurz beschrieben.
Will wer Bart oder Busen, go for it.
Dafür haben wir Wege die sehr gut gangbar sind.
Wir haben Wege Namen und Personenstand zu ändern die auch funktionieren.
Das Ganze darf gerne etwas angenehmer werden, aber bitte begleitet und mit Annahme das man für sich selbst
verantwortlich ist. Heisst, nicht im Nachgang jemandem anderen die Schuld zuweisen.
Daher macht Absicherung Sinn. Auf der rechtlichen und medizinischen Seite, ein einfach alles so find ich nicht gut.
Cybill hat geschrieben: Do 4. Aug 2022, 12:33 Meine Lebens- und Berufserfahrung (in dem Fall die Psychologin) sagt mir, dass soziale Medien einen gewissen Einfluss haben müssen.

Was wenn tatsächlich bei einer Untersuchung rauskommt, dass selbstdefinierte Transgeschlechtlichkeit oder Nicht-Binärität einem starken Einfluss durch soziale Medien unterliegen?

Wo liegt die Grenze zwischen einem Coming Out und einem gruppendynamisch indizierten Mitläufereffekt?
Natürlich haben Medien Einfluss. Kontakte zu anderen haben Einfluss. Erziehung hat Einfluss. In welcher Umgebung du aufwächst
hat Einfluss. Alles hat Einfluss. Und jetzt? Es ist doch niemand alleine auf dem Planeten.
Buchdruck ist Hexenwerk weil er Einfluss hat, oder? Killerspiele wie Vicky gesagt hat.

Sorry Cybill, das ist hanebüchen. Selbst wenn das bei einer Untersuchung rauskommen sollte, wäre es völlig egal.
Ob jetzt soziale Medien oder Mamas Stumpfhose der Auslöser oder Triggerpunkt waren, macht doch keinen Unterschied.
Der einzige Unterschied dabei ist das du dich mit einer Strumpfhose nicht wörtlich austauschen kannst. Mit Medien
schon, schneller, vernetzter, mehr überschneidende Kontakte.
Es ist einfach nicht mehr so, das wenn du im Röckchen hinter der Tür erwischt wirst und dir dein Dad eine Backpfeife
verpasst du dich anfängst zu verstecken, sondern Peers schliessen sich zusammen geben sich gegenseitig Halt um rauszukommen.


Also lasst uns doch bitte das Strapshalterzeitalter verlassen und im hier und jetzt ankommen.

Alles Liebe Marie (flo)
Zuletzt geändert von Lavendellöwin am Do 4. Aug 2022, 18:05, insgesamt 2-mal geändert.
Fang an. Schritt für Schritt. Denn Mut wächst im Tun. Jeder kleine Schritt zählt – auch der unperfekte.
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