Moin,
Cybill hat geschrieben: Do 28. Jul 2022, 20:05
Vorbehalte der Gegner des Selbstbestimmungsrechts ernst nehmen
das habe ich auch in vielen Beiträgen gefordert. Ich habe darauf hingewiesen, dass eine befürchtete "Beliebigkeit" diskutiert werden müsste, um Vorurteile auszuräumen.
Allerdings ist es schwer mit einer Diskussion, wenn beide Seiten nur schreien.
Bei Gesprächen mit Menschen, die in und mit Institutionen arbeiten, die sich mit Übergriffen und Gewalt gegen Frauen beschäftigen, habe ich wenig Vorbehalte feststellen können; ebenso wenig bei Mitarbeitenden der "Frauenförderung".
Vieles in den böswilligen Kommentaren bewegt sich auf dem Level von "weil ich es nicht mag" - hier transsexuelle Menschen und ihre Anwesenheit in "Frauenräumen".
Dabei ist ein öffentlicher Raum keine private Blase.
Noch etwas: einerseits wird oft bemängelt, dass "für eine verschwindend kleine Gruppe der Bevölkerung" so viel Aufwand betrieben wird. Andererseits wird die Größe bei den Befürchtungen dermaßen hoch gerechnet, als wäre die halbe Bevölkerung von Transsexualität betroffen.
Es wird weiterhin eine sehr kleine Gruppe sein, die tatsächlich einen "amtlichen Wechsel des Geschlechtes" beanspruchen wird.
Das basiert auf Erfahrungen aus mittlerweile 15 Jahren.
Viele Menschen haben ganz andere Probleme, als unernst und hü und hott das Geschlecht hin und her zu wechseln.
Die medizinische Frage können wir außenvor lassen; sonst machen wir die selben Fehler wie die GegnerInnen des Gesetzes.
Alle, die sich auf medizinische Maßnahmen einlassen, werden wissen, dass die Frage des Geschlechtseintrages gerne mal von den Krankenkassen angesprochen (ja, in manchen Fällen auch der Nachweis verlangt wird),
aber dass er
eigentlich keine Rolle zu spielen hat.
Bei der den derzeitigen Herausforderungen im Gesundheitssystem kann ich mir übrigens nicht vorstellen, dass es einen erleichterten Zugang zu medizinischen Maßnahmen geben wird.
Das ist vielleicht auch ganz gut so(?)