Mann - Frau..?
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Crossdressing und selbst Erlebtes... Erdachtes
Tina
schau
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Mann - Frau..?

Post 1 im Thema

Beitrag von Tina »

Mann - Frau, was nun!?
Was unterscheidet, und wie erkennt man das Geschlecht..?
Ist es das Aussehen"¦dürfen Frauen keine maskulinen Züge und Empfindungen haben?
Dürfen Männer keine feminine Züge haben?
Ist "Frau" nur an Kleidung und Lippenstift festzumachen?
Ist "Mann" nur an dem Bizeps zu erkennen?
Ist es in uns, die inneren Empfindungen und Gefühle dem anderen Geschlecht stärkeren Raum zu geben?
Was sind den die geschlechtssymptomatischen Gefühle und Empfindungen"¦.Mann - Frau?
Mit der stärkeren Thematisierung und der damit verbundenen Eigenanalyse, kommen Zweifel und Verwirrungen"¦
Ich habe meine weibliche Seite sehr stark mit den klassischen äußeren Symbolen verbunden und mich so gekleidet, wie ich "Frau" gerne sehen würde.
Das ist mir nun zu einfach. Es muss noch mehr sein"¦ aber was?
Ich beneide die Personen, die eine klare Vorstellung haben, wie sie zukünftig leben wollen"¦.
Es hat bei mir Jahrzehnte gedauert, zu akzeptieren, dass mein Bedürfnis, weibliche Kleidung zu tragen, nicht nur ein sexueller Anreiz ist. Nach wie vor will ich es mir nicht voll eingestehen, doch eine stärkere Weiblichkeit in mir zu haben.
Mitunter ist es mir unangenehm, wenn meine Frau mein weibliches Wesen anspricht.
Mein Leben wird und wurde begleitet von Widersprüchen"¦ wie lange noch!?
Liebe Grüße
Tina
Sarah_78
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Re: Mann - Frau..?

Post 2 im Thema

Beitrag von Sarah_78 »

Hallo Tina,
ist es immer so einfach zwischen Mann und Frau zu unterscheiden? Ich glaube, zwischen Frau und Mann ist es eine fließender Übergang. Manche Männer sind sind mehr weiblich und manche Frauen eher männlich. Das ist doch aber das was das Leben ausmacht.
Ich glaube es gibt mehr Männer, die weibliche Kleidung tragen würden, wenn es nicht so verpönt wäre. Auch ohne sexuellen Hintergrund. Bei den Frauen, fällt es ja gar nicht auf, wenn sie männliche Kleidung tragen. Dann ist es halt Boyfriend Style.
Liebe Grüße Sarah
Lorelai74
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Re: Mann - Frau..?

Post 3 im Thema

Beitrag von Lorelai74 »

Hi Tina,
das Problem ist das Wort Geschlecht.
Das steht für das biologische Geschlecht und das soziale Geschlecht.

Im englischen hat man es da etwas leichter. Da ist Geschlecht "Sex" und das soziale Geschlecht "Gender"

Biologisch ist die weitläufigste bekannten Begriffe: Mann, Frau und Inter/Divers. Daher macht auch transsexual als Begriff Sinn, des es bezeichnete ursprünglich in der Medizin Menschen die ihren Sex transitieren wollten.

Das soziale Geschlecht nutzt im deutschen gleiche Begriffe aber hier kommen dann auch Begriffe ins Spiel wie non-binary, Genderfluid.


Im sozialen Geschlecht wird manchmal auch unterschieden zwischen innerem Gefühltes Ich und dem nach außen gezeigten Ich.

Ich bin der Meinung, dass es grundsätzlich keine Gefühle gibt und keine Empfindungen die per se durch das biologische Geschlecht vorbestimmt sind.
Ich denke, dass durch die Sozialisierung in der Familie, Schule und Gesellschaft bei Jungen und Mädchen bzw. später Männer und Frauen, Gefühle und Empfindungen, abhängig von Geschlecht und Gruppenzugehörigkeit und Kulturellem Hintergrund toleriert oder sanktioniert werden.
Das eine bestimmtes Gefühl oder Empfindung eher weiblich oder männliche ist, ist also etwas anerzogenes.

Wenn deine Frau an dir etwas als weiblich erkennt, dann weil sie diese Eigenschaft aus ihrer Herkunft und Sozialisation dem weiblichen Spektrum zuordnet.

Mein Gegenüber sagt letztens: "Du irritierst mich" ich fragte warum. Sie antwortete: " Weil du alle paar Minuten mal eher männlich auf mich wirkst und dann wieder weiblich". Ich hatte an dem Tag hatte ich nichts wirklich weibliches an- und hab nicht versucht das eine noch das andere zu sein, sondern einfach mich ganz zuzulassen, so wie ich bin. Daraus hab ich für mich gefolgert, dass der Eindruck was was ist beim anderen entsteht, wenn ich keine Rolle spiele.


Und letztlich geht es- aus meiner Sicht- genau darum: ganz selbst zu sein. Keine Rolle zu spielen. Weder eine Rolle als "Mann" noch eine Rolle als "Frau".
Spür mal in dich rein:
Welche Gefühle und Eigenschaften sind deine?
Wer bist du?
Lass dich zu.
VLG
Lori
Männlich / Weiblich: das sind doch bürgerliche Kategorien.
Lina
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Re: Mann - Frau..?

Post 4 im Thema

Beitrag von Lina »

Mann oder Frau - es gigt dazu eine spannende Studie, wo ma mit CGi Bildern von Gesichtern gearbeitet hat. Sollte ich sie wieder finden, poste ich ein Link.

Was man gemacht hat: erst hat man geometrisch die Dimensionen / Formen von Männer- und Frauen-Gesuchtern ausgewertet und daraus taufgrund der Durchschnittswerte ein Gesicht in Computergrafik erstellt. Geschlechtsneutral, grau, keine Haare.

Dieses Gesicht hat man dann mit Gesichtsausdruecken versehen, die Unterschiedliche Emotionen darstellen. Welche Mimiken und muskuläre Regungen zu welcher Emotion gehören sind ja u.a. von Paul Ekman bestens dokumentiert.

Diese Bilder wurden Probanden vorgelegt, die einschätzen sollten ob das geschlechtsneutrale Gesicht ein Maenner- oder Frauengesicht war.

Wie man sich leider denken kann: Wo das Gesicht eher Zorn, Misstrauen oder andere unfreundliche Stimmungen ausdrückte, würde es überwiegend für ein Männergesicht gehalten.
Bei Freude, Angst etc. eher als weiblich wahrgenommen
J
Ja, und klar gibt es Dinge, die man nicht "darf", also die allgemein nicht sozial akzeptiert werden.
Jasmine
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Re: Mann - Frau..?

Post 5 im Thema

Beitrag von Jasmine »

Ich bin eine Frau. Das beurteile ganz alleine ich und sonst niemand. Jahrzehnte habe ich übelste Unterdrückung erfahren dürfen, Leid usw. Für meine Menalee bin ich ihre Frau und bei meinen Freunde*innen bin ich akzeptiert. Was sollen mir da irgendwelche Studien sagen? Eine Beurteilung nur nach dem Äußeren, muss ich ablehnen. Was kann denn ich dafür, das ich so geboren wurde?
Liebe Grüße Jasmine
Tina
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Re: Mann - Frau..?

Post 6 im Thema

Beitrag von Tina »

Danke an alle, die sich innerhalb der kurzen Zeit bereits die Mühe gemacht haben und auf meinen Text hin, Stellung und Meinungen geäußert haben.

Der Unterschied des Geschlechts liegt sicherlich in der Aufgabe, vereinfacht ausgedrückt, das Leben auf dieser Erde zu sichern"¦ abgesehen von den Lebewesen, die in der Lage sind, sich selbst zu befruchten"¦(?)
Denke ich"¦.
Zu wissen, dass möglicherweise mein Aussehen, meine Mimik od. was auch immer, entscheidend ist, ob ich mich weiblich geben und fühlen kann, ohne das ich den Respekt vor mir selbst verliere, muss mehr sein.
Ich kann von mir nicht behaupten, nur als Frau leben zu wollen.
Wie sollte ich auch, den ich war nie Frau. Ich weiß, dass ich gerne weibliche Kleidung trage, dass es anregend ist, sich zu schminken und sich schick zu machen"¦ nicht immer, aber immer öfter und nach Gelegenheit und entsprechend dem Anlass.
Es ist schön, wenn "Frau" unterwegs Komplimente erhält, od. wenn sie besonderes beachtet wird (nicht zu verwechseln mit dummer Anmache)
Liebe Grüße
Tina
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Re: Mann - Frau..?

Post 7 im Thema

Beitrag von Tiberius »

Moin Ihr Lieben

Dank für den schönen Thread. Ich kann den Antworten aus vielen Blickwinkeln nichts mehr hinzufügen.
Meines Erachtens ist das schöne an der Wahlfreiheit die Freiheit, und das blöde ist wählen zu müssen. (flo)

Einen schönen Abend

Tib
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Re: Mann - Frau..?

Post 8 im Thema

Beitrag von Patricia »

Tina hat geschrieben: Sa 15. Jan 2022, 19:19 ...
Was unterscheidet, und wie erkennt man das Geschlecht..?
Ist es das Aussehen"¦dürfen Frauen keine maskulinen Züge und Empfindungen haben?
Dürfen Männer keine feminine Züge haben?
Ist "Frau" nur an Kleidung und Lippenstift festzumachen?
Ist "Mann" nur an dem Bizeps zu erkennen?
...
Es gibt etliche Merkmale die wir zur Klassifizierung verwenden. Die Gesichtszüge, der Körperbau, Kleidung, Stimme, Sprache, Bewegungsmuster. Anhand dieser Merkmale ordnen wir eine Person eher dem weiblichen oder dem männlichen Geschlecht zu. Es ist im Normalfall nicht nur ein einziges Merkmal anhand dessen wir es festmachen.
Tina hat geschrieben: Sa 15. Jan 2022, 19:19 Was sind den die geschlechtssymptomatischen Gefühle und Empfindungen"¦.Mann - Frau?

Eigentlich kann ich es nicht wirklich beantworten, aber ich wusste (vor meiner Transition) bereits seit Langem, dass meine Gefühle und Empfindungen irgendwie nicht so sind, wie ich sie haben möchte. Denn ich wollte vom Wesen her eher so sein wie Frauen. Vereinfacht erkläre ich das oft so: Ich sah Frauen bei Hochzeiten weinen, ich sah Frauen weinen wenn sie etwas Emotionales sahen. Ich wollte diese Gefühle auch haben. Sie waren zwar ansatzweise da, aber nur in einer sehr abgeschwächten Form. Ich wusste, dass ich mehr will.
Ich habe schon immer (schon als Kind) ein sehr starken Wunsch gehabt Kinder und Familie zu haben. Das ist soweit ich weiß für Männer eher untypisch. Ich habe mich auch schon immer um andere Kinder gekümmert.
Seit ich mich in der Hormontherapie befinde, sind meine Gefühle weitgehend so wie ich sie mir immer vorgestellt habe. Ich bin sehr emotional und weine manchmal relativ leicht aber ich finde es toll!!! DAS sind die Gefühle und Emotionen wie ich sie immer haben wollte.
Tina hat geschrieben: Sa 15. Jan 2022, 19:19 Mit der stärkeren Thematisierung und der damit verbundenen Eigenanalyse, kommen Zweifel und Verwirrungen"¦
Ich habe meine weibliche Seite sehr stark mit den klassischen äußeren Symbolen verbunden und mich so gekleidet, wie ich "Frau" gerne sehen würde.
Das ist mir nun zu einfach. Es muss noch mehr sein"¦ aber was?
Ich beneide die Personen, die eine klare Vorstellung haben, wie sie zukünftig leben wollen"¦.
Es hat bei mir Jahrzehnte gedauert, zu akzeptieren, dass mein Bedürfnis, weibliche Kleidung zu tragen, nicht nur ein sexueller Anreiz ist. Nach wie vor will ich es mir nicht voll eingestehen, doch eine stärkere Weiblichkeit in mir zu haben.
Ich kleide mich durchaus weiblich und beneide auch gerne Mädels die einfach ein super Kleidungsstil haben. Aber es ist nicht die Kleidung die mich definiert, sondern in erster Linie mein Inneres.
Tina hat geschrieben: Sa 15. Jan 2022, 19:19 Mitunter ist es mir unangenehm, wenn meine Frau mein weibliches Wesen anspricht.
Mein Leben wird und wurde begleitet von Widersprüchen"¦ wie lange noch!?
Ich lebe seit zwei Jahren in Transition und suche noch meinen endgültigen Platz. Aber auch mir erscheint es manchmal seltsam wenn ich mit meinem Namen angesprochen werde. Ich habe lange überlegt warum das so ist und denke, dass es daran liegt, dass ich definitiv noch nicht angekommen bin. Ich bin noch nicht so, wie ich mir mein zukünftiges Leben vorstelle. Widersprüche? Ach, ich bin voll davon, also mach Dir nichts draus :)

Lorelai74 hat geschrieben: Sa 15. Jan 2022, 20:12 Ich bin der Meinung, dass es grundsätzlich keine Gefühle gibt und keine Empfindungen die per se durch das biologische Geschlecht vorbestimmt sind.
Ich denke, dass durch die Sozialisierung in der Familie, Schule und Gesellschaft bei Jungen und Mädchen bzw. später Männer und Frauen, Gefühle und Empfindungen, abhängig von Geschlecht und Gruppenzugehörigkeit und Kulturellem Hintergrund toleriert oder sanktioniert werden.
Das eine bestimmtes Gefühl oder Empfindung eher weiblich oder männliche ist, ist also etwas anerzogenes.
Ich bin sowas von maskulin sozialisiert worden....und dennoch sagten wohl schon unsere Nachbarn, dass ich besser ein Mädchen geworden wäre. Trotz meiner Sozialisation habe ich mich unter Männern meist total fremd gefühlt. Ich denke an diesem Punkt definitiv anders.

Tina hat geschrieben: So 16. Jan 2022, 01:10 Ich kann von mir nicht behaupten, nur als Frau leben zu wollen.
Wie sollte ich auch, den ich war nie Frau. Ich weiß, dass ich gerne weibliche Kleidung trage, dass es anregend ist, sich zu schminken und sich schick zu machen"¦ nicht immer, aber immer öfter und nach Gelegenheit und entsprechend dem Anlass.
Es ist schön, wenn "Frau" unterwegs Komplimente erhält, od. wenn sie besonderes beachtet wird (nicht zu verwechseln mit dummer Anmache)
Ich würde alles dafür tun, wenn ich die Chance hätte dafür zu sorgen, dass ich als eine Frau geboren werde. Ich habe zwar auch als Mann Schönes erleben dürfen, aber ich wünschte ich wäre als Frau geboren worden und hätte eine ganz normale weibliche Kindheit erlebt...

LG
Patricia
Blossom
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Re: Mann - Frau..?

Post 9 im Thema

Beitrag von Blossom »

Jasmine hat geschrieben: Sa 15. Jan 2022, 21:35 Ich bin eine Frau. Das beurteile ganz alleine ich und sonst niemand.
ganz genau so sehe ich das auch.
Jeder hat in seinem Leben Menschen um sich, die schwul, lesbisch, transgender oder bisexuell sind.
Sie wollen es vielleicht nicht zugeben, aber ich garantiere, sie kennen jemanden.
Billie Jean King (*1943)
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Re: Mann - Frau..?

Post 10 im Thema

Beitrag von Violetta Arden »

Hallo in die Runde,
Nun, ich glaube, es ist nicht so einfach, sich einfach als Mann oder Frau zu bezeichnen. Ich kann nicht einfach beschliessen, das Geschlecht zu wechseln und alle anderen haben das so zu akzeptieren. Ersten gibt es ja nicht zu leugnende Unterschiede im biologischen Aufbau. Und zweitens kommt es in der Gesellschaft ja auch auf die Erscheinung an, jemanden als Frau oder Mann zu sehen. Da muss das Äußerliche schon auch dazu passen. Eine 2 Meter große Person mit Vollbart wird nicht, auch wenn sie es für sich beschliesst, als Frau gesehen. Und ich habe bisher auch nicht festgestellt, dass sich Personen, die sich dem anderen Geschlecht als dem angeborenen zugehörig fühlen, nicht versuchen, sich äußerlich auch an dieses anzupassen. Gut, da mag man einwenden, dass das ja Stereotype sind, die weiblich und männlich klassifizieren.
Ich glaube aber, dass wenn man als Mann oder Frau von der Gesellschaft auch akzeptiert werden will, sich auch schon diesen Aussehensmerkmalen etwas angleichen muss. Ich klammere die äußerst geringe Anzahl der Personen aus, deren Geschlecht nicht eindeutig zuordenbar ist oder Merkmale von beiden aufweisen. Hier in diesem Forum geht es ja zumeist von geborenen Männern die sich weiblich fühlen und als Frau akzeptiert werden wollen.
Etwas anderes ist es meiner Ansicht nach für die Gruppe, der ich mich zugehörtig fühle- den Crossdressern oder Part-Time-Ladies. Wenn ich in das andere Geschlecht schlüpfe MUSS die Erscheinung mit typischen weiblichen Merkmalen ausgestattet sein. Und wenn es dann so ist, dass die Erscheinung als Frau gesehen wird und meist so durchgeht habe ich mein weibliches Hochgefühl. Bleibe aber im Grunde doch Mann. Hat wohl auch den Vorteil, dass man sich die schönen Dinge des jeweiligen Geschlechts aussuchen kann.
Schönen Restsonntag noch
Gerda
Mein weibliches Ich ist ein Teil von mir und lässt sich nicht mehr unterdrücken. Ungenützte Zeit lässt sich nie mehr zurückholen.
Lebe Dein Leben.

Mein Blog:
https://violettaarden9.blogspot.com/
Tina
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Re: Mann - Frau..?

Post 11 im Thema

Beitrag von Tina »

Mit großem Interesse habe ich die schriftlichen Meinungen der Verfasser gelesen.
Danke hierfür.
Ergänzung zu meiner Ausführung;
Auf einem Bauernhof mit 4 Brüdern aufgewachsen. Leider ist der 1. Bruder direkt nach der Geburt gestorben. So dass es wichtig war, denke ich, dass in jedem Fall das 2.Kind ein Sohn sein sollte. Nr. 3 (ich) sollte dann ein Mädchen sein"¦
Nr. 4 u 5 ebenfalls Söhne"¦.
Nun, wie dem auch sei. 4 lebende Söhne hatten, sobald dieses aufgrund des Alters möglich war, auf dem Hof zu helfen"¦ nicht im Haus, dass war die Aufgabe von meiner Mutter, Tante, Großmutter und einer Haushaltshilfe.
Ich weiß nicht warum, aber meine Mutter nannte mich Tina"¦
Der erste Kontakt zur weiblichen Kleidung waren eine Kittelschürze und Schürze, dies Teile hatten für mich eine besondere Anziehung.
Dieses möchte ich jetzt nicht weiter ausführen, da bereits an anderen Stellen genügend darüber geschrieben wurde (nicht von mir)
Jedenfalls bin ich als Junge ganz "normal" aufgewachsen, habe mit Jungs gespielt. Meine erste Freundin hatte ich wohl, soweit ich mich erinnern kann, mit 5 od. 6 Jahren. Wir haben viel miteinander gespielt, was,weiß ich nicht mehr..
Der Faible für weibliche Kleidung hat sich langsam entwickelt. Aber immer mit einem sehr, sehr schlechten Gewissen, wenn ich diese angezogen habe.
Als katholischer Messdiener habe ich dieses, jeden Samstag als "unkeusch" gebeichtet.

Liebe Grüße
Tina
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Re: Mann - Frau..?

Post 12 im Thema

Beitrag von Lina »

Ich glaube, das ganze hat nicht so sehr damit zu tun, was man ist, sondern was man im jeweiligen Moment kommuniziert. Durch die Kleidung, die Körpersprache, was man sagt und wie man es sagt.
Naturlich kann man sich auch weiblich fühlen, wenn man alleine ist und niemand einen sieht, aber sicherlich hat man eine Vorstellung davon, was man kommunizieren könnte. Mir würde es zumindest nicht reichen, einen neuen Ausweis in die Tasche zu stecken, verbal die Erwartung ausdrücken, dass man mich bitte als Frau betrachte. Es ist sicherlich OK dies zu tun, aber im tiefsten inneren haben fast alle innerhalb von Milisekunden entschieden, ob sie einen Mann oder eine Frau vor sich haben, und dies wird weiterhin ihr Verhalten diktieren. Und egal, ob sie meinen weiblichen Vornamen und Frau als Anrede, wird die Interaktion - die Art wie man mit mir redet, die Themen worüber man mit mir redet usw., sogar manchmal die Tonlage und die Gestik von der Erwartungshaltung zum Mann oder zur Frau diktiert. Das ist zumindest meine Erfahrung, und deshalb ist es mir auch wichtig, die richtigen Signale zu senden. Hinterher ist es auch nicht mal wichtig, ob sie mich als T identifizieren - das ändert nämlich meistens auch nichts. Ich habe nie erlebt, dass z.B. jemand mich erst als weiblich einschätze, dann feststellen, dass ich T bin, and dann anfangen mich z.B. mit Technik-Krams voll zu quatschen. Ich kenne aber Männer, die mich erst als männlich kennengelernt haben, die das tun.

Ich sehe deshalb nicht die Gender-Rolle als ein Zustand sondern eher als eine Handlung, die jeden Moment Richtung und Intensität ändrn kann.
Jasmine
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Re: Mann - Frau..?

Post 13 im Thema

Beitrag von Jasmine »

Lina hat geschrieben: Mo 17. Jan 2022, 02:26 Ich glaube, das ganze hat nicht so sehr damit zu tun, was man ist, sondern was man im jeweiligen Moment kommuniziert. ..............Naturlich kann man sich auch weiblich fühlen, wenn man alleine ist und niemand einen sieht, .................
Liebe Lina, ich bin schockiert. Mir fehlen die Worte.
Liebe Grüße Jasmine
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Re: Mann - Frau..?

Post 14 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Tina hat geschrieben: So 16. Jan 2022, 01:10 Der Unterschied des Geschlechts liegt sicherlich in der Aufgabe, vereinfacht ausgedrückt, das Leben auf dieser Erde zu sichern"¦ abgesehen von den Lebewesen, die in der Lage sind, sich selbst zu befruchten"¦(?)
Denke ich"¦.
Tina hat geschrieben: Sa 15. Jan 2022, 19:19 Ich habe meine weibliche Seite sehr stark mit den klassischen äußeren Symbolen verbunden und mich so gekleidet, wie ich "Frau" gerne sehen würde.
Das ist mir nun zu einfach. Es muss noch mehr sein"¦ aber was?
Ich beneide die Personen, die eine klare Vorstellung haben, wie sie zukünftig leben wollen"¦.
Hallo Tina,

für mich selber habe ich begonnen, zwischen der biologischen "Funktion" und dem eigenen Erleben zu unterscheiden. Wollen wir den Menschen absprechen ein Geschlecht zu haben, wenn sie zur Fortpflanzung nichts (mehr) beitragen können ?

Ich glaube, es ist das eigene Erleben, welches wir in uns tragen, das uns definiert. Und das sehe ich als komplett frei von der Außenwelt. Es liegt nur in uns. Körper, Kleidung, Gestik, Mimik, all das ist dafür mMn nicht erforderlich. Es gilt also, diese Innenwelt zu entdecken und ggfs. frei zu legen. Wenn ich dann mit dieser Innenwelt in die Außenwelt gehe, kommen all die anderen Dinge zum Tragen. Dann ist es viel einfacher, im Außen zu leben.

Für mich ist dabei auch wichtig, dass ich mich nicht auf eine Sichtweise versteife. In jedem Augenblick kann sich mein Selbsterleben verändern. Ich brauche also die Aufmerksamkeit für mein Inneres, um im Äußeren "authentisch" zu sein.

My 2 cts...
Viele Grüße
Vicky

Respekt ist nicht teilbar.
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Re: Mann - Frau..?

Post 15 im Thema

Beitrag von Annette »

Ich bin Frau! Punkt!

Zwar mit angeborenem, genetischen Defekt, aber dessen Tage werden bald gezählt sein!

Annette.
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