Rechtsgutachten gendergerechte Sprache
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NikolaAusR
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Rechtsgutachten gendergerechte Sprache

Post 1 im Thema

Beitrag von NikolaAusR »

Ein Gutachten bestätigt die Rechtmäßigkeit der Verwendung

https://www.ndr.de/nachrichten/niedersa ... rn112.html
Wer trans* sagt muss auch cis sagen

Klar definier ich mich binär :-)
01000110 % weiblich
Jasmine
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Re: Rechtsgutachten gendergerechte Sprache

Post 2 im Thema

Beitrag von Jasmine »

Zitat aus dem Artikel:
Geschlechtergerechte Sprache sei eine logische Folge aus der gültigen Rechtslage, lautet das Fazit der Berliner Professorin für Öffentliches Recht und Geschlechterstudien, Ulrike Lembke. Gendergerechte Sprache sei nicht nur eine Kompetenz, sondern für staatliche Stellen sogar eine Pflicht.

So einfach und simpel kann gendergerechte Sprache erklärt werden. Daher verstehe ich nicht, warum sich so viele Menschen darüber aufregen. eine lebendige Sprache ist meiner Meinung nach immer einem Wandel unterworfen.

Liebe Grüße Jasmine
Lina
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Re: Rechtsgutachten gendergerechte Sprache

Post 3 im Thema

Beitrag von Lina »

Jasmine hat geschrieben: Sa 18. Dez 2021, 18:19 Zitat aus dem Artikel:
Geschlechtergerechte Sprache sei eine logische Folge aus der gültigen Rechtslage, lautet das Fazit der Berliner Professorin für Öffentliches Recht und Geschlechterstudien, Ulrike Lembke. Gendergerechte Sprache sei nicht nur eine Kompetenz, sondern für staatliche Stellen sogar eine Pflicht.

So einfach und simpel kann gendergerechte Sprache erklärt werden. Daher verstehe ich nicht, warum sich so viele Menschen darüber aufregen. eine lebendige Sprache ist meiner Meinung nach immer einem Wandel unterworfen.

Liebe Grüße Jasmine
Das mit "lebendiger Sprache" trifft aber etwas neben dem Ziel, weil es nicht eine Entwicklung die einfach sich entwickelt hat.

Genauso sinnvoll wie sie sein kann, gibt es auch Zusammenhänge, wo es unnötig und so umständlich, dass es störend ist.
Jasmine
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Re: Rechtsgutachten gendergerechte Sprache

Post 4 im Thema

Beitrag von Jasmine »

Lina hat geschrieben: Sa 18. Dez 2021, 18:30 ..........
Genauso sinnvoll wie sie sein kann, gibt es auch Zusammenhänge, wo es unnötig und so umständlich, dass es störend ist.
In dem Artikel ging es um die Stadt Hannover und die "Anwendung in der Stadtverwaltung".
Zitat:
Oberbürgermeister Belit Onay (Grüne) sagte: "Wir wollen mit der Anwendung der geschlechterumfassenden Sprache in der Stadtverwaltung Hannover sehr deutlich machen, dass wir jeden Menschen in der jeweiligen Geschlechtsidentität respektieren." Das sei für ihn in einem demokratischen Rechtsstaat unverzichtbar. Die Stadt hatte das Gutachten in Auftrag gegeben.

In meinen Augen hat die Stadt Hannover doch richtig entschieden.
Liebe Grüße Jasmine
Lina
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Re: Rechtsgutachten gendergerechte Sprache

Post 5 im Thema

Beitrag von Lina »

Jasmine hat geschrieben: Sa 18. Dez 2021, 18:46
Lina hat geschrieben: Sa 18. Dez 2021, 18:30 ..........
Genauso sinnvoll wie sie sein kann, gibt es auch Zusammenhänge, wo es unnötig und so umständlich, dass es störend ist.
In dem Artikel ging es um die Stadt Hannover und die "Anwendung in der Stadtverwaltung".
Zitat:
Oberbürgermeister Belit Onay (Grüne) sagte: "Wir wollen mit der Anwendung der geschlechterumfassenden Sprache in der Stadtverwaltung Hannover sehr deutlich machen, dass wir jeden Menschen in der jeweiligen Geschlechtsidentität respektieren." Das sei für ihn in einem demokratischen Rechtsstaat unverzichtbar. Die Stadt hatte das Gutachten in Auftrag gegeben.

In meinen Augen hat die Stadt Hannover doch richtig entschieden.
Liebe Grüße Jasmine
Was auch immer das in Praxis heißt.

Und ich wette, dass, wenn irgend ein Sprecher von der Stadtverwaltung z.B. die Kriminalitätsstatistiken zitiert, wird er nur von Tätern sprechen und nicht von Tätern und Täterinnen.
Und wird jemand ihn zurechtweisen?
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Re: Rechtsgutachten gendergerechte Sprache

Post 6 im Thema

Beitrag von Lakisha_vH »

Hallo Ihr Lieben,
Jasmine hat geschrieben: Sa 18. Dez 2021, 18:19 Gendergerechte Sprache sei nicht nur eine Kompetenz, sondern für staatliche Stellen sogar eine Pflicht.


Gendergerechte Sprache sollte also in der Amtssprache zur Pflicht werden. Ich vermute, das führte zunächst mal zu einiger Verwirrung, denn wie soll man mich ansprechen, wenn mein eingetragenes Geschlecht "šmännlich"˜ ist, ich mich aber zwischen den Geschlechtern identifiziere? Woher sollte der Verfasser eines Amtsschreibens wissen, wie er mich ansprechen soll? Oder sollte man auf eine Anrede einfach ganz verzichten? Ich denke also, nur eine geschlechtsneutrale Amtsprache kann uns hier aus der Bredouille retten.
Jasmine hat geschrieben: Sa 18. Dez 2021, 18:19 eine lebendige Sprache ist meiner Meinung nach immer einem Wandel unterworfen

In der Umgangssprache wehre ich mich eigentlich gegen das "šGendern"˜, weil es sich nicht lebendig entwickelt hat. Hier kommt es aus meiner Sicht eher einem Dogma gleich als einer natürlichen Entwicklung.
Jasmine hat geschrieben: Sa 18. Dez 2021, 18:46 "Wir wollen mit der Anwendung der geschlechterumfassenden Sprache in der Stadtverwaltung Hannover sehr deutlich machen, dass wir jeden Menschen in der jeweiligen Geschlechtsidentität respektieren."

Das ist gut gemeint und ich begrüße diese Haltung. Ich bin aber überzeugt, dass sich "šRespekt"˜ nicht über eine zu verwendende Sprache erzwingen lässt. Wenn also der Oberbürgermeister Herr*Inn Belit Onay allen Geschlechtsidentitäten den erforderlichen Respekt entgegenbringt, heißt das nicht, dass die gesamte Stadtverwaltung dies auch tut, nur weil sie die entsprechende Sprache verwenden muss.
Ich sehe hier eher eine Chance derer, die den nötigen Respekt nicht entgegenbringen können oder wollen, sich eine Stimme gegen dieses Dogma zu verschaffen.
Respekt entsteht nicht durch eine "šerzwungene"˜ Sprache, sondern durch Sozialisation, Erziehung und eine wachsende Toleranz in der Gesellschaft. Ob nun eine "šgendergerechte"˜ Sprache zu mehr Toleranz führt, will ich nicht beurteilen. Aber vermutlich drängt es sich mehr in das gesellschaftliche Bewusstsein, dass es andere Geschlechtsidentitäten gibt als biologisch festgelegt. Aber diejenigen, die dies nicht akzeptieren wollen, werden wir auch über ein sprachliches Dogma nicht erreichen. Bei diesen Menschen könnte eher der Widerstand wachsen als der Respekt.

GLG
Lakisha
Zuletzt geändert von Lakisha_vH am Sa 18. Dez 2021, 23:34, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Rechtsgutachten gendergerechte Sprache

Post 7 im Thema

Beitrag von maia »

Hallo Miteinander,

ich stimme Lina und Lakisha_vH vollkommen zu. Das erzwungene und nicht sich selbst entwickelnde Gendersprech wird keine Akzeptanz hervorbringen, eher das Gegenteil. Es findet auch im normalen Sprachgebrauch keine Anwendung. Die demonstrative Anwendung in den Medien erzeugt bei mir Kopfschütteln und wird mittlerweile überhört oder beim Lesen einfach ignoriert. Ich habe nichts gegen die verbesserte Wahrnehmung unserer Spezies in der Öffentlichkeit, aber mit der zwanghaften ständigen Konfrontation in der Umgangssprache erreicht man eher das Gegenteil. Meine inzwischen sicher verstorbenen Deutschlehrer aus Schule und Studium rotieren im Grab!

Grüße Maia
"Bewahre mich vor der Einbildung, bei jeder Gelegenheit zu jedem Thema etwas sagen zu müssen!" Teresa von Ávila (1515-1582)
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Re: Rechtsgutachten gendergerechte Sprache

Post 8 im Thema

Beitrag von VanessaB »

Moin aus Kiel,

ich tu mich auch schwer mit diesem Sprachgedöns. Aber mal ehrlich: da bewegt sich jetzt endlich mal was und dann ist es auch nicht richtig?
Veränderung braucht Zeit - lassen wir es doch erst einmal wachsen, bevor wir die zarten Samenkeimlinge gleich verbal wieder unterpflügen.

Alles Liebe und einen schönen 4. Advent
Vanessa

Mögen alle Menschen glücklich und zufrieden sein.
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Liebe ist das Ziel - Dialog der Weg - Würde das Prinzip
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Re: Rechtsgutachten gendergerechte Sprache

Post 9 im Thema

Beitrag von Dali »

Hallo.

Nur mal so als Anregung.
Vielleicht sollten wir über den Tellerrand hinaus blicken und uns ein Beispiel am Skandinavischen nehmen.
Dann würde schon mal die persönliche Anrede als "Herr ..." oder "Frau ..." wegfallen. Hier ist alles "Du" und der Vorname. Außer beim König.
Ansonsten finde ich persönlich diesen Sprachgebrauch mit z.B. "Mechaniker*innen" sowohl in der Schrift, als (ganz besonders) auch im Wort als sehr nervig.
Ich habe gar kein Problem damit, wenn man z.B. "Mechanikerinnen und Mechaniker" schreiben oder sagen würde und das ging auch schon vor dem ganzen "Gedöns", wie Vanessa so schön geschrieben hat. Und soviel Zeit müsste doch noch sein.
Aber plötzlich in der Sprache einen neuen kleinen "Knacklaut" zu erfinden, um das Sternchen hervorzuheben, das geht für mich in die falsche Richtung. "Mechaniker(Knack)innen" (pl)
Und ja, Veränderungen brauchen Zeit, aber sie sollten sich auf natürliche Art entwickeln. Im Moment wird versucht, mit der Brechstange politisch irgendwie korrekt zu sein. Eine Veränderung muss in der Gesellschaft passieren und nicht in den Köpfen von übereifrigen Beamten. Ohne hier einem oder einer Beamten zu nahe treten zu wollen. (pea)
So etwas wichtiges, wie die Entwicklung einer Sprache, kann doch nicht am Schreibtisch erfolgen.

LG (moin)

Dali
Anke
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Re: Rechtsgutachten gendergerechte Sprache

Post 10 im Thema

Beitrag von Anke »

Hallo,

als ich die Überschrift zum Thread gelesen habe, da musste ich gleich nochmal genau hinsehen. Doch es geht tatsächlich um ein Rechtsgutachten zur gendergerechten Sprache. Offen gestanden finde ich die ganze Idee merkwürdig und abwegig.

Bei der Diskussion um eine gendergerechte Sprache sollten die Juristen außen vor bleiben. Es geht doch um einen gesellschaftlichen Veränderungsprozess. Wie sollen Gleichberechtigung und Vielfalt sprachlich abgebildet werden? Niemand kann mir im Privaten verbieten oder vorgeben in welche Weise ich schreibe oder spreche. Und ob sich eine Veränderung in der Sprache durchsetzt entscheidet sich daran, ob sie von den Menschen akzeptiert wird. Dabei ist viel Diskussion erforderlich und die kann nicht durch juristische Gutachten abgekürzt werden.

In meinem zweiten Job habe ich im Saarland im Kultusministerium gearbeitet. Eines Tages ist mir dort eine Papier über die geschlechtergerechte Sprache in der Verwaltung auf dem Schreibtisch geflattert. Es sollte eine Vorgabe für die gesamte Landesverwaltung sein. Nicht nur weil die dort enthaltenen Leitlinien weitgehend unbrauchbar waren, hat sich dieses Papier kaum irgendwo durchgesetzt. Viel schlimmer war, dass das Papier ohne weiteren Kommentar, Erläuterung oder Diskussion in die Welt gesetzt wurde. Ich fand das damals sehr traurig, andere haben sich darüber offen lustig gemacht. Die beiden Autorinnen (eine Abteilungsleiterin und eine Referatsleitering) wurden als Spinner abgetan und die Haltung der Veränderungsunwilligen zementiert.

Mir hat das damals gezeigt, dass sich eine derartige Veränderung nicht per Anweisung durchsetzen lässt. Es braucht Diskussion und Überzeugungsarbeit. Es ist wichtig sich mit den Argumenten derjenigen auseinanderzusetzen, die der Sache kritisch gegenüberstehen. Damit meine ich nicht die Ewiggestrigen, sondern diejenigen, die für eine konstruktive Diskussion offen sind. Rechtsgutachten helfen in solchen Diskussionen nicht weiter.

Liebe Grüße

Anke
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Jasmine
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Re: Rechtsgutachten gendergerechte Sprache

Post 11 im Thema

Beitrag von Jasmine »

https://www.zeit.de/news/2021-07/13/luf ... an-bord-ab
https://textundposition.de/die-sensibil ... che-steigt
https://www.tagblatt.de/Nachrichten/Gen ... 13435.html

Es ist ja schon in der Wirtschaft angekommen. Also ist das keine Randerscheinung. Es geht doch darum wie man zu Vielfalt und Chancengleichheit steht. Gendergerechte Sprache kann ja auch sein, wenn man sich einer geschlechtsneutralen Sprache bedient. Was ist denn dabei so schlimm, das erbitterte Grabenkämpfe entstehen? Eine konstruktive Diskussion ist ja gut, damit sich etwas ändert. Aber stillhalten bis sich etwas ändert sehe ich für mich nicht als Fortschritt an.

Liebe Grüße Jasmine
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Re: Rechtsgutachten gendergerechte Sprache

Post 12 im Thema

Beitrag von Lakisha_vH »

Hallo Ihr Lieben,
Dali hat geschrieben: So 19. Dez 2021, 07:13 Vielleicht sollten wir über den Tellerrand hinaus blicken und uns ein Beispiel am Skandinavischen nehmen.
Dann würde schon mal die persönliche Anrede als "Herr ..." oder "Frau ..." wegfallen
Jasmine hat geschrieben: So 19. Dez 2021, 08:49 Gendergerechte Sprache kann ja auch sein, wenn man sich einer geschlechtsneutralen Sprache bedient.
Eine genderneutrale Geschäftssprache scheint mir sinnvoll und zeitgemäß. Hier sehe ich auch kein großes Problem in der allgemeinen Akzeptanz und es ist "špolitisch"˜ korrekt.
Dali hat geschrieben: So 19. Dez 2021, 07:13 Aber plötzlich in der Sprache einen neuen kleinen "Knacklaut" zu erfinden, um das Sternchen hervorzuheben, das geht für mich in die falsche Richtung. "Mechaniker(Knack)innen"
Hier sehe ich eher ein Problem in der Akzeptanz. Mit Verlaub, dies ist auch eine Vergewaltigung der Sprache. Wenn man ständig einen Stolperstein in die Sprache einbaut, verliert diese an Dynamik und wirkt auch nicht mehr flüssig, sondern nur noch künstlich.
Anke hat geschrieben: So 19. Dez 2021, 07:47 Und ob sich eine Veränderung in der Sprache durchsetzt entscheidet sich daran, ob sie von den Menschen akzeptiert wird. Dabei ist viel Diskussion erforderlich und die kann nicht durch juristische Gutachten abgekürzt werden.
Ich kann mir nicht vorstellen und ich hoffe nicht, dass sich das durchsetzt. So möchte und werde ich nicht sprechen oder schreiben. Und ich möchte es auch nicht ständig hören müssen. Dabei bekomme ich einen Krampf im Hirn.
Anke hat geschrieben: So 19. Dez 2021, 07:47 "¦andere haben sich darüber offen lustig gemacht. Die beiden Autorinnen (eine Abteilungsleiterin und eine Referatsleitering) wurden als Spinner abgetan und die Haltung der Veränderungsunwilligen zementiert.
maia hat geschrieben: So 19. Dez 2021, 00:04 Ich habe nichts gegen die verbesserte Wahrnehmung unserer Spezies in der Öffentlichkeit, aber mit der zwanghaften ständigen Konfrontation in der Umgangssprache erreicht man eher das Gegenteil.
Genau das wird vermutlich passieren.
Hier versucht eine gesellschaftliche Minderheit das Pferd von hinten aufzuzäumen. Gesellschaftliche Akzeptanz und Respekt wird nicht durch eine gewaltsame Veränderung der Sprache erreicht. Vielmehr wird sich die Sprache verändern, wenn Toleranz und Wertschätzung in der Gesellschaft Einzug erhalten.
Damit stoße ich schon wieder auf ein neues Problem. Hier wären die öffentlichen Medien gefragt. Meiner Meinung nach wäre es eher zielführend diese Geschlechterdiversität in den Massenmedien als Normalität der breiten Öffentlichkeit näher zu bringen. Jetzt werde ich pessimistisch. Ich bin kein Fernsehjunkie und konsumiere weitgehend öffentlich-rechtliche Sender. Wenn ich mir aber ansehe, was in -nicht namentlich genannten- privaten Sendern verbreitet wird, sehe ich schwarz. Es wird ja nicht verbreitet, weil die Sender es so gut finden, sondern weil es Quoten erzeugt. Hier steuert die Gesellschaft, oder wenigstens ein großer Teil davon, meiner Meinung nach in die totale Verblödung und nicht in die kritische Auseinandersetzung mit sozialen Fragen. Das macht mir Angst.
Jasmine hat geschrieben: So 19. Dez 2021, 08:49 Was ist denn dabei so schlimm, das erbitterte Grabenkämpfe entstehen? Eine konstruktive Diskussion ist ja gut, damit sich etwas ändert. Aber stillhalten bis sich etwas ändert sehe ich für mich nicht als Fortschritt an.
Es entstehen doch keine Grabenkämpfe. Wie diskutieren nur über unterschiedliche Meinungen. Und ja, eine Diskussion ist gut, damit sich etwas verändert und Veränderung ist wirklich notwendig. Eine kritische Haltung gegenüber dieser "šgendergerechten"˜ Sprache heißt auch nicht, dass man einen Fortschritt ausbremsen möchte. Stillhalten ist keine Option!
Ein kleines Zitat aus einem Lied von Konstantin Wecker:
"¦ solang die Welt so männlich ist,
für Liebe unempfänglich ist,
schreien müssen wir, schreien!
Einen schönen, geruhsamen vierten Advent!

GLG
Lakisha
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Re: Rechtsgutachten gendergerechte Sprache

Post 13 im Thema

Beitrag von Lina »

Ihr müsst bedenken, dass so eine Anweisung oder Verpflichtung eigentlich alle Bereiche der Kommunikation betreffen sollte - Korrespondenzen nach draussen, interne Mitteilungen, Pressemitteilungen ... alles.

Viele Texte werden also sehr umständlich formuliert werden.
Wie diese Texte Beispielsweise vorzulesen sind mit Klammern, Doppeltpunkt und Sternchen mitten in Wörtern weiss in der Regel niemand.

Ich halte es für ein ziemlich grosses Missverständnis, dass man grammatikalischen Gender immer einer Bedeutung zuschreibt, die was mit dem biologischen Gender zu tun hätte.
Ich sage ja auch nicht: "Da läuft ein Hund oder eine Hündin draussen im Garten rum. Wem gehört er Schrägstrich sie?"

Wobei wir beim Dativ "wem" bemerken, dass "wer" nach dem Maskulinum Modell behandelt wird. Andere Möglichkeit habe ich nicht. Die wird aber trotzdem so verstanden, dass es sich auch um eine weibliche Person handeln kann.
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Re: Rechtsgutachten gendergerechte Sprache

Post 14 im Thema

Beitrag von Jasmine »

Lina hat geschrieben: So 19. Dez 2021, 14:08 .....
Ich halte es für ein ziemlich grosses Missverständnis, dass man grammatikalischen Gender immer einer Bedeutung zuschreibt, die was mit dem biologischen Gender zu tun hätte.
Ich sage ja auch nicht: "Da läuft ein Hund oder eine Hündin draussen im Garten rum. Wem gehört er Schrägstrich sie?"
..........
Hunde in diesem Vergleich mit Menschen???? :((a
Liebe Lina, es geht in der gendergerechten Sprache meiner Meinung nach um Menschen und daher sollte sich die Diskussion auch nur auf Menschen beziehen.
Liebe Grüße Jasmine
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Re: Rechtsgutachten gendergerechte Sprache

Post 15 im Thema

Beitrag von Blossom »

Jasmine hat geschrieben: So 19. Dez 2021, 14:14 Hunde in diesem Vergleich mit Menschen????
einerseits auf Menschen bezogen gendergerecht, dann aber wieder nicht. Für mich hakt der sicher humorvoll gemeinte Vergleich keineswegs.
Sprache lässt sich nicht von "oben" aufzwingen. Das mag mit anderen Sachen funktionieren. Sprache ist ein sich ständig verändernder Prozess. Zu welcher Verwirrung eine erzwungene Veränderung führt, hat die Rechtschreibreform aufgezeigt - in der zu großen Teilen mächtig zurückgerudert wurde.
Mich allein stören schon die laufenden Anglizismen, die unsere Sprache verhunzen - und da fängt es bereits bei "gendergerecht" an als Lehnwort aus dem Englischen. Da hätte man auch ein deutsches Adäquat finden können. Gilt übrigens auch für "crossdressen" und weiter Unsinn ... denn hier gibt es bereits deutsche Worte.
Und als Autorin weigere mich schlicht, eine "gender"gerechte Sprache zu verwenden - sie stört jeden Lesefluss.
Jeder hat in seinem Leben Menschen um sich, die schwul, lesbisch, transgender oder bisexuell sind.
Sie wollen es vielleicht nicht zugeben, aber ich garantiere, sie kennen jemanden.
Billie Jean King (*1943)
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